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„ ürgermeiftr g 1.
Intelligenz-Dlatt
fuͤr die
Provinz Oberheſſen
im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Vilbel und Nidda
im Beſonderen.
M 91.
Mittwoch den 1. Dezember
1852.
Amtlicher Theil.
Bekanntmachung,
betreffend die Leſeholznutzung in den Gr. Domanial— Waldungen des Reviers Oberrosbach für 1835.
In Gemäßheit der allerhöchſten Verordnung vom 1.
Oktober 1848 und der Bekanntmachung vom 3. Oktober 1848 in No. 57 des Reg.⸗Blts., werden zu Leſeholztagen für 1853 beſtimmt: der 10. Januar, 7. Februar, 7. März, 4. April, 9. Mai, 20. Juni, 11. Juli, 8. Auguſt, 5. September, 10. Oktober, 7. November und 5. Dezember, welche Tage jedesmal auf Montag fallen.
Außer den Diſtricten, Abtheilungen und Schlägen, in welchen Holzhauereien im Gange ſind, ſo lange bis das Holz vollſtändig aufgearbeitet, aufgeſetzt und nummerirt iſt, ſind folgende, mit Strohwiſchen bezeichnete Heegen von der Leſeholznutzung ausgeſchloſſen und verboten:
Frauenwald: die Schläge No. 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, und in No. 16, 18 und 19 die Kultur⸗ ſtellen.
Burgwald: die Schläge No. 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8 und 9.
Mainzerhecken: der ganze Diſtrict.
Weſterfeldſcherwald: der ganze Diſtrict.
Kellersberg: die Schläge No. 11, 12 und 13.
Schwarzheidt: die ganze Parzelle.
Beſtimmen die Ortsvorſtände in Folge§. 9. der oben bezogenen Bekanntmachung für ihre den Domanialwaldungen unmittelbar angrenzenden Gemeindewaldungen weniger Leſe⸗ holztage wie die obigen 12, oder laſſen noch andere Be⸗ ſchränkungen bei der Leſeholznutzung eintreten, ſo finden fuͤr die Angehörigen dieſer Gemeinden in Beziehung auf die Tage und die Leſeholznutzung in den unmittelbar angren— zenden Domanialwaldungen dieſelben Beſchränkungen ſtatt.
Die Gr. Bürgermeiſter werden hiermit erſucht, das Vorſtehende und die Beſtimmungen aus No. 57 des Regie- rungsblattes von 1848, unter welchen die Leſeholzuutzung überhaupt nur geſtattet iſt, in ihren Gemeinden öffentlich bekannt zu machen.
Oberrosbach den 17. November 1852. Der Großh. Heſſ. Revierförſter des Reviers Oberrosbach Bingmann.
Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg an die Herren Geiſtlichen und Bürgermeiſter des Kreiſes. Betreffend: Die Aufnahme der Bevölkerung im Großherzogthum Heſ⸗
ſen dem Stande derſelben im Monat Dezember 1852. Unter Bezugnahme auf das Ausſchreiben vom 10. Au— guſt d. J., Intelligenzblatt No. 64, werden Sie auf die am 3. k. M. zu beginnende Aufnahme der Bevölkerung aufmerkſam gemacht und wird bis zum 15. k. M. der Vor⸗ lage der Liſten entgegen geſehen. Friedberg den 29. November 1852. ee e , Begucbai
Die Schweſtern. Eine Memoiren ⸗Novelle. (Fortſetzung.)
„So mußt Du in eine Armenſchule gehen, Kind, denn ich habe kein Geld übrig für ſolche Narrheiten: Du kannſt leſen und ſchreiben und nähen, und was willſt Du mehr? Stelle den Rothwein näher, reich' mir die Cigarren her, und entferne Dich dann, denn der Kopf wird mir warm.“
Ich muß einen Schleier ziehen über Gabrielens hefti-
gen Zorn, welcher ſich Luft machte, als wir alle in waren.
„Ich grame mich ja nicht um meinetwillen allein,“ rief ſie aus, als ihre Seufzer ſich legten;„aber Du, armes, kleines, zartes Ding, mit Deiner Lahmheit, was ſoll in der weiten Welt aus Dir werden, wenn Du ganz allein ſtehſt? Du kannſt nicht in Dienſt gehen; und was ſollen wir anfangen ohne Erziehung? Denn Nelly hat mir geſagt, daß des Vaters Einnahme mit ſeinem Tode zu Ende geht.“
Ihre Reden waren wirr und unzuſammenhängend; und als ich ſie zu tröſten verſuchte durch die Verſicherung, daß der Heiland für die Vaterloſen ſorge, wandte ſie ſich um und verließ mich. So endete die erſte und letzte Bitte an unſern Vater.— Wenn ich an den Weg zurückdenke, welchen Gabriele von jener Periode bis zu ihrem ſechs—⸗ zehnten Jahre gemacht hat, ſo muß ich erſtaunen über die Frühreife des Verſtandes, die ſie entfaltete, und über die Geiſteskraft, womit ſie begabt war. Wir hatten kein Geld, um Bücher zu kaufen— keine Mittel, um ſelbſt die gewöhnlichen Bedürfniſſe der Kleidung anzuſchaffen,
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