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Singer'schen Antrag,

Samstag den 24. Februar.

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ischer Anzeiger.

Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.

Kreisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Annoncen: Die einspaltige Petitzeile 15 Pf.,

wärtigen Einsendern(soweit Letzere nicht Jahresconto bei uns haben),

lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 10 Pf., Reclamen 30 Pf., ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von aus⸗ welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets durch die Post nachgenommen.

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Betreffend: Feldbereinigung in der Gemarkung Gettenau, II. Sache.

8 Behufs Herstellung wirthschaftlich zweckmäßiger Gemarkungsgrenzen zwi heim ist die Zuziehung einer Anzahl von Grundstücken der Gemarkungen Weckesheim und Heuchelheim zur

Gettenau nothwendig geworden.

In der Zeit vom 20. Februar bis einschließlich 6. März d.

Geschäftszimmer je ein Plan zur Einsicht der

und Weckesheim bezw. Gettenau und Heuchelheim betroffe Termin zur Verhandlung mit den Eigenthümern der zuzuziehenden Grundstücke wegen

auf Mittwoch den 7. März 1894 und zwar zu Weckesheim im Sitzungszimmer des Gemeinderaths von Vormittags 9 10 Uhr und

zu Heuchelheim von Vormittags 1112 Uhr.

der Zuziehung ihrer Grundstücke zur Bereinigung der Gemarkung Gettenau einverstanden sind.

Friedberg den 17. Februar 1884.

Amtlicher Theil.

Bekanntmachung.

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Betheiligten offen, aus

schen den Gemarkungen Gettenau, Weckesheim und Heuchel

Bereinigung der Gemarkun gung 9

J. liegt zu Weckesheim und Heuchelheim auf dem Bürgermeisterei⸗ welchem die durch die Gemarkungsgrenzregulirung zwischen Gettenau nen Grundstücke jeder dieser Gemarkungen ersichtlich sind.

ihrer Einwilligung hierzu wird anberaumt

Von den in diesen Terminen nicht erscheinenden Eigenthümern wird angenommen, daß sie mit

Der Vollzugs-Commissär:

825 r. Göttelmann. Deutsches Reich. waren und aus der Schweiz ausgewiesene Verhaftete ist die Kellnerin Cheillet; der vierte Darmstadt. Dem Pfarrverwalter Wiesehahn zu französische Anarchisten sein sollen. Verhaftete ist der Schuster Bonnard.

Fauerbach b. Fr. wurde die evang. Pfarrstelle daselbst übertragen, der Universitäts⸗Rentamtmann Schmitt auf Nachsuchen in den Ruhestand versetzt.

Berlin. Wie verlautet, wird das deutsche Kaiserpaar mit einigen Kindern Mitte März einen mehrwöchigen Aufenthalt in Abbazia nehmen und dort den Besuch des Kaisers

Franz Josef nach dessen Rückkehr von der

Riviera empfangen. Berlin, 21. Febr. Reichstag. Fortsetzung der zweiten Berathung des Antrags Schroder, betreffend

Aenderung der Bestimmungen des Handelsgesetzbuchs

über die Kündigungsfrist der Handlungsgehilfen. Singer verlangt die Einführung einer vierwöchigen Minimal⸗ kündigungsfrist und begründet diesen Antrag in aus⸗ führlicher Weise. Buchka befürwortet den Antrag Singer, wünscht jedoch nicht, wie dieser, die Kündigung nur für den ersten jeden Kalendermonats für zulässig zu erklären. Lenzmann unterstützt ebenfalls den doch sollen dessen Bestimmungen auf Beschäftigungen, die ihrer Natur nach weniger als einen Monat dauern, keine Anwendung finden. Nach

längerer Debatte wird der Antrag Lenzmann ange

nommen. Die Abstimmung über den Antrag Singer mit dem Zusatz von Lenzmann ergibt Beschlußunfähigkeit des Hauses. Die Budgetkommission des Reichstags lehnte eine Anzahl Forderungen fur militärische Neu⸗ bauten, zusammen 1,127,900 M. ab. Die Stempel⸗ steuerkommission überwies einer Subkommission die Anträge, die eine Berechnung des Stempels in den Fällen ausschließen wollen, in denen der Bankier Selbst⸗ tontrahent ist. a

Wilhelmshaven, 21. Febr. Der Kaiser übernachtete im Schlafwagen des Hofzuges auf der Werft, nahm Vormittags das Frühstück bei dem Chef der Marinestation, Valois, ein und begab sich um 11 Uhr mittelst eines Ruder⸗ bootes von der Werft an Bord des Kreuzers Prinzeß Wilhelm, die den Kaisersalut feuerte. Der Kaiser unternahm dann an Bord der Prinzeß Wilhelm bei herrlichem Wetter eine einstündige Fahrt in See und verabschiedete sich bei der Rückkehr auf der Werft von dem gesammten Offizierkorps. Der Kaiser und Prinz Heinrich überraschten hierauf Bremen mit ihrem Besuch. Sie wurden von Vertretern des Senats zum Rathskeller geleitet. Der Kaiser reiste um 5 Uhr nach Berlin zurück.

Dresden, 21. Febr. Der König ist soweit genesen, daß er heute schon sein Essen mit der Königin einnehmen konnte.

Ausland. b Oesterreich-Ungarn. Wien, 21. Febr. Die Polizei verhaftete in Wells zwei französische Arbeiter, die auf der Reise nach Wien begriffen

Prag, 21. Febr. Omladinaprozeß. Die Führer wurden theils wegen Hochverraths, Majestätsbeleidigung, Ruhestörung und Geheim bündelei, theils blos wegen Ruhestörung zu schweren Kerker von acht Jahren, verschärft durch Fasten, Dunkelkammer und hartes Lager an jedem 17. Aug., bis herab zu 13 Monaten schweren Kerker verurtheilt. Die übrigen An⸗ geklagten wurden theils wegen Ruhestörungs verbrechen, theils wegen Uebertretungen zu 18 Monaten schwerem, durch Fasten verschärften Kerker bis herab zu 14tägigem Arrest ver urtheilt. Von 76 Angeklagten wurden nur 2 freigesprochen.

Budapest, 22. Febr. Abgeordnetenhaus. In der fortgesetzten Berathung der Eherecht vorlage erklärt der Justizminister, nur in der von der Regierung projektirten Richtung könne der leitende Gedanke der Regierung erreicht werden, daß die großen Prinzipien der Religion, der Gewissensfreiheit und Rechtsgleichheit zur Geltung gelangen. Durch die von Apponyi vorgeschlagene Notheivilehe würde der Staat der Kirche gegenüber in das Verhältniß der Inferiorität gelangen, und eine einheitliche Jurisdiction unmöglich gemacht werden.

Belgien. Brüssel, 21. Febr. Wie tele⸗ graphisch gemeldet wird, schlugen die Truppen des Congostaates den Araberhäuptling Rumaliza in die Flucht, infolgedessen die Karawanenstraße nach den Kongofällen, die zeitweise in Folge von Ruhestörungen unterbrochen war, wieder vollkommen frei ist.

Frankreich. Paris, 21. Februar. Die Kammer stimmte heute über den Getreidezoll ab. Der Zoll von 10 Frs. wird mit 432 gegen 92 Stimmen, der Zoll von 8 Frs. mit 371 gegen 153 Stimmen abgelehnt und hierauf der Zoll von 7 Frs. mit 371 gegen 172 Stimmen angenommen.

22. Febr. Heute Vormittag wurde eine ziemlich große Bombe an der Thüre des Cafe Corazza im Palais Royal gefunden. Die Bombe wurde nach dem städtischen Laboratorium gebracht, ist aber noch nicht untersucht. Es bestätigt sich, daß die Polizeipräfektur den Ur⸗ heber der Explosion der Rue des Bons Enfants oder wenigstens alle Fäden dieser Angelegenheit kennt. Henry habe die Bombe angefertigt. Ein Mädchen wurde ebenfalls verhaftet. Die

Großbritannien. London, 21. Febr. Das Unterhaus erledigte nach viertägiger De batte die Amendements des Oberhauses zur Landgemeindeordnungsbill, wobei die wichtigsten derselben mit großer Mehrheit abgelehnt wurden. Die Regierung zog die Vorlage zurück.

22. Febr. Heute Nachmittag wurde ein französischer Elektrotechniker Namens Petit⸗ jean in der Werkstatt seines Arbeitgebers hier verhaftet. Er soll mit Bourdin befreundet ge wesen sein; sein Vater nahm während der Kommune lebhaften Antheil an der Politik. Sein wirklicher Name ist Gallen.

Italien. Rom, 21. Februar. Kammer. Finanzminister Sonnino trägt das Finanzexposé vor. Er berechnet den Fehlbetrag des abge laufenen Jahres auf 47,867,326 Lire. Für das laufende Jahr gibt er das Defizit zwischen den Einnahmen und Ausgaben auf 85 Millionen an. Dazu kommen für Eisenbahnen 38 ½ Millionen. Die Kategorie der Kapitalbewegung ergibt aber durch den Vorschuß von 33 Millionen aus der Depositenkasse einen Ueber schuß von 51 Millionen, so daß das laufende Jahr einen rechnungsmäßigen Fehlbetrag von 77 Millionen zurückläßt. Sonnino schlägt zur Herstellung des Gleichgewichts im Budget zu⸗ nächst Ersparungen vor. Durch größere Ein schränkungen sollen 14,800,000 L., davon 10 Millionen allein im Heeresetat, erspart werden, außerdem durch Spezialgesetze 31 Millionen, durch die Verwaltungsreform 15 Millionen. Aus der Erhöhung der Grundsteuer, wovon jedoch der kleinste Besitz ausgeschlossen bleiben soll, erwartet man 17 Millionen; Millionen aus der Erhöhung der unteren Kategorien der Mobiliarsteuer, 4 Millionen aus der erhöhten Erbschaftssteuer, 1 Million aus der Register steuer.

Bulgarien. Sofia. Der Cassationshof beschloß, der Berufung des Metropoliten Cle ment nicht Folge zu geben.

Amerika. Rio de Janeiro, 22. Febr. DieAquidaban verließ gestern früh 4 Uhr die Bai von Rio und stieß zurRepublica. Die Regierungsforts feuerten und trafen die Aquidaban mehrmals; letztere sowie die Republica steuerten südwärts. In Santos sind drei des Hochverraths verdächtige Offiziere erschossen worden. Die Behörden zwingen Aus⸗