Betreffend:
Das Vormundschaftswesen im Amtsgerichts bezirk Friedberg.
Friedberg den 4. Juni 1894.
Das Großherzogliche Amtsgericht Friedberg an sämmtliche Vormünder und Kuratoren im Amtsgerichtsbezirk Friedberg.
Es ist zu unserer Kenntniß gekommen, daß viele Vormünder und Curatoren die ihnen anvertrauten Sparkasseeinlagebücher aus den
welche sie mit Stellung von Vormundschaftsrechnungen beauftragt haben. zu Unzuträglichkeiten und hat auch neuerdings in Wirklichkeit dazu geführt, Zahlungsanweisung eine derartige Einlage erhoben und unterschlagen hat. die Vormünder und Curatoren darauf aufmerksam zu machen, daß eine Abgabe von Einlage⸗ von uns nicht gebilligt werden kann,
Händen und namentlich an solche Personen abgeben,
Verfahren führt leicht einer von ihm gefälschten Wir sehen uns büchern an dritte Personen— einerlei Mündeln dadurch entstehen, haftbar sind. Auch werden wir geg
sichtlich eine Or
deshalb veranlaßt,
en jeden
Betreffend: r Gemarkung Wölfe Nachdem der Ortsv Verfahrens der Baumstücken der Gemarkung Großh. der Unterzeichnete zum Commissär worden ist, so wird Grundeigenthümer 1894, Vormittags heim bestimmt. Diejenigen betheiligten Grundbesitzer, Abstimmungstagfahrt weder persönlich noch
Feldbereinigung in d
Wölfersheim
9 Uhr, in
Durch kriegsger geboren am 1. April! Darmstadt den 16. Juni
1 htlie 0 8 2 in Klein-Karben,
1894.
unterm 13. Kre
zu welchem Zweck
örstand von Wölfersheim die Einleitung des Feldbereinigung und die Anlage von Wegen in den
Oberen landwirthschaftlichen Behörde als zur Leitung der Abstimmung ernannt hiermit Tagfahrt zur Abstimmung der betheiligten da über obigen Antrag auf Samstag das Gemeindehaus N Wölfers⸗
welche in der anberaumten
durch
Juni 1894 bestätigtes Erkenntniß eis Friedberg,
eine weitere
117. Juli mehr erfolgt.
1 g 2707 gehörig Bevoll⸗
Kriegsgerichtliches Erkenntniß.
vom 7.
besondere
Friedberg den 19. Juni Der Commissär zur Leitung der Abstimmung:
und sie für alle Verluste, welche ihren
Vormund und Curator, der fernerhin ihm anvertraute Sparkassebücher in fremde Hände gibt, unnach⸗ nungsstrafe von zwanzig Mark für jeden einzelnen Fall, der zu unserer Kenntniß kommt, erkennen. Sellheim. Feick. rsheim. Bekanntmachung.
mächtigte abstimmen, werden als für das Verfahren stimmend
angesehen. beantragt, solches von der Gleichzeitig fordere ich hiermit die außerhalb des Bereinigungs— zulässig erachtet und bezirks wohnenden Ausmärker auf, zur Wahrung ihrer Interessen
einen im Bereinigungsbezirk wohnenden Bevollmächtigten zu bestellen, Laufe des Verfahrens nicht
Zuschrift im 1894.
Dr. Göttelmann.
Juni 1894 ist der Rekrute Karl Lösch aus dem Landwehrbezirk Friedberg, in contumaciam für fahnenflüchtig erklärt und in eine Geldstrafe von Einhundertsechzig Mark verurtheilt worden.
Gericht der Großherzoglich Hessischen(25.) Division.
Deutsches Reich. Darmstadt. Der Werkmeister Dern am Gefäng— niß in Darmstadt wurde zum Werkmeister an der Zellen strafanstalt Butzbach ernannt.
Ausland.
esterreich⸗-Ungarn. Budapest, 21. Juni. ans. Die Straße vor dem Museum ist von einer großen Menschenmenge angefüllt. Die Zufahrt der Magnaten erfolgte ohne Störung. Die Galerien sind überfüllt; die römisch-katholischen und die griechisch-orien— talischen Bischöfe sind vollzählich erschienen. Von den Hofwürdenträgern sind Obersthof— marschall Szesen, Franz Zichy und Geza Sza pary anwesend, ferner Cziraky. Die Debatte
über die Ehegesetzvorlage wird sofort begonnen. Gajzago und Vay sprechen für, Franz de Paula und Graf Zichy gegen die Vorlage. Das Haus hat sodann mit 128 gegen 124 Stimmen, daher mit 4 Stimmen Majorität, den Civilehe— Gesetzentwurf zur Grundlage der Spezialdebatte angenommen.
Dänemark. Kopenhagen. Der älteste Sohn des Kronprinzen, Prinz Christian, der angeblich in London weilt, wird sich mit der Prinzessin Maud von Wales verloben.
Belgien. Brüssel. Die Brüsseler„Ga— zette“ läßt sich aus Berlin schreiben, Deutschland sei entschlossen, falls es nicht dem englisch⸗kongo staatlichen Abkommen gegenüber Genugthuung erhalte, die Neutralität des Kongostaates nicht mehr anzuerkennen.
Großbritannien. London, 20. Juni. Die russische Yacht„Polarstern“ mit dem Czarewitsch ist heute Nachmittag in Gravensend eingetroffen.
19. Juni. mit, daß England
Im Unterhaus theilte Grey 1893 eingewilligt habe,
daß Egypten die Ersparnisse aus der Konver sion der Prioritäts- und Daira-Anleihen zum Bau eines Wasserreservoirs in Assuan ver wende. Frankreich verweigerte jedoch die Ein willigung, bis die Kosten festgestellt seien.
0. Juni. Die heutige Conferenz des nationalliberalen Verbandes, der etwa 2000 Delegirt Lawson be U worin hauses g rwählter olksvertrete nehmigte Gesetzesvorlagen zu rstümmeln oder abzulehne müsse aufhören. Eine andere Resolution, die die Regierung auffordert, Vorlage einzubringen, die d Oberhauses abschafft, wurde nfall
nommen; dagegen ein von Labouchere einge
brachter Zusatzantrag, der die Abschaffung des Oberhauses verlangt, abgelehnt.
Glasgow, 20. Juni. In der heute Nach— mittag stattgehabten Versammlung der schottischen Grubenbesitzer beschloß man mit großer Mehr
heit, sich auf keine Vorschläge zur Einigung einzulassen, sondern Vorbereitungen zum Strike
zu treffen, der am Dienstag beginnen soll. Spanien. Madrid, 20. Juni. In der Kammer wird morgen der Antrag Gasset be— rathen, wonach eine parlamentarische Unter— suchung über die Schiffsbauten verlangt wird. Der Kriegsminister wird den Antrag bekämpfen und die Vertrauensfrage stellen. Dem„Exchange“ wird
gemeldet, daß
Abdul-Aziz befohlen habe, Spanien die aus der Melilla-Affaire herrührende und bisher vorenthaltene Rate der Entschädigung sofort
auszuzahlen.
Italien. Rom, 19. Juni. Bei der heu— tigen Wiederaufnahme der Berathung über die fFinanzmaßregeln erklärte der Berichterstatter Vaccchelli in der Kammer, der ursprüngliche Plan der Regierung habe keine radikale Aende— rung erfahren. Falls die Maßregeln, die die Minderbemittelten weniger belasteten als die Alkoholoperation, aus dem Stadium der Unter— suchung zu z nützlichen Ergebnissen führten, könnte statt der Erhöhung der Rentensteuer eine vernünftige Erhöhung der Einkommensteuer ge- nügen. Redner hofft, die Regierung werde konkrete Vorschläge über weitere 20 Millionen Ersparnisse vorlegen.
21. Juni. Die im Auslande verbreitete Nachricht von angeblichen blutigen Zusammen— stößen der Universitätsstudenten mit dem Militär in Neapel ist unbegründet. In den letzten Tagen wurden in Universität von Neapel seitens der Studentenschaft unbesonnene Streiche verübt, die Vorfälle sind jedoch bel anglos. Die Jahresse chluß- Prüf ungen dauern fort; die Truppen sind nur vorsichtshalber in Bereitschaft.
Serbien. Belgrad. König Alexander de reist am 23. Juni in Begleitung Milans nach Nisch ab und trifft am 24. Juni in Zibeftsche ein, wo er von der Spezialmission des Sultans begrüßt wird. Am 27. Juni trifft der König n Konstantinopel ein und begibt sich sofort in s Mldiz-⸗Palais, wo er als Gast des Sultans hnung nimmt. Für die Dauer seiner Ab iheit ist der Ministerrath u des Königs beauftragt. Milan kehrt * e nach Nisch zurück, wo er während der Abwe se heit Alexanders verbleibt.
Rußland. Petersburg. Wieder
ist hier⸗
ein, betr.
he mit der Ver- ger
her die Kunde von einem vorbereitet gewesenen Anschlag auf das Leben des Kaisers gelangt. An der Orel-Witebsk-Eisenbahn ist eine Spreng— mine aufgefunden worden, die augenscheinlich darauf berechnet war, den Hofzug gelegentlich seiner erwarteten Durchfahrt zu den bald be— vorstehenden großen Manövern in Centralruß— land in die Luft zu sprengen. Glücklicherweise ist der Anschlag rechtzeitig entdeckt und ver— eitelt worden. Trotzdem wird die geplante Reise des Kaisers nach Borki zur Einweihung der eben fertiggebauten Votivkirche zum An— denken an die glücklich überstandene Katastrophe bei Borki, wo auch die Begegnung des Kaisers mit der vom Kaukasus zurückreisenden Kaiserin
stattfinden sollte, aller Wahrscheinlichkeit nach unterbleiben. Amerika. Washington, 21. Juni. Der
Senator Allengton brachte einen Gesetzentwurf die Einsetzung eines Schiedsgerichts,
welches jedesmal zusammentreten soll, wenn Streitigkeiten zwischen Amerika und England durch die Diplomatie nicht geregelt werden
könnten. Der Vertrag soll auf 25 geschlossen werden. Meldung, daß Anarchisten das Weiße Haus in die Luft hätten sprengen wollen, beruht auf Erfindung. Das Weiße Haus wurde auf's Schärfste bewacht, als die Coxey'sche Be— wegung ihren Höhepunkt erreichte, weil man befürchtete, ein Fanatiker möchte irgend einen tollen Streich begehen. Damit hatte aber die Anarc histenbewegung nicht' 8 zu thun.
Rio de Janeiro, 21. Juni. Zufolge Nach⸗ richten aus Curitiba hätten die Regierungs- truppen im Staate Rio Grande do Sul die
Jahre ab—
. — Die
zwischen Lorema und Rio Grande gefangen genommenen Aufständischen erschossen. Der Insurgenten-General Saraiva bereite einen Angriff vor.
Afrika. Tanger, 20. Juni. Der ältere Sohn des s verstorbenen Sultans, Prinz Mohamed, dessen Prätendentschaft man befürchtete, ist ver— haftet und in Marakesch internirt worden. Sultan Abdul-Aziz wurde von seinem Onkel Muley Ismail und von dem religiösen Ober— haupte des Lan dem Sheriff von Wezzan, anerkannt. Der Sultan reist am Samstag nach Fez und jetzt auf dem Wege nach Casablanca, wo eine aufrührerische Bewegung
rscht. Ein angeblicher Nachkomme des Pro- pheten ist dort zum Sultan proklamirt, aber sofort verhaftet worden. Prinz Muley Mohamed unterzeichnete eine Unterwerfungsakte.
Egypten. Kairo, 21. Juni. Einer Mel⸗
Ein solches indem ein Rechnungssteller auf Grund
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