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Angriff. Die europäische Kolonie bittet um Entsendung von Kriegsschiffen. — 11. Aug. Die Blätter veröffentlichen Nachrichten aus Fez, wonach die Engländer lebhast bemüht sind, bei dem Sultan ihren Einfluß wiederzugewinnen, der seit dem Scheitern der Mission Smiths geschwunden ist. Der neue Vezier soll die Pläne Enlands begünstigen. Barcelona, 9. Aug. Dem Liceo-Attentäter Salvador, dessen Hinrichtung nahe bevorsteht, versprach der Bischof, für sein Weib und Kind zu sorgen, sofern er beichten wolle. 10. Aug. Heute wurde der von den französischen Behörden reklamirte Anarchist Oskar del Corso nach der Grenze abgeschoben. Italien. Rom. Das Amtsblatt ver⸗ öffentlicht die Neutralitäts-Erklärung Italiens im Krieg zwischen China und Japan.
Bulgarien. Sofia, 10. Aug. Ein von Rußland zurückgekehrter Privatmann versichert, Zankow und Ludskanow hätten offen erklärt, daß sie den Fürsten und seine Dynastie aner— kennen und ihren Parteigängern in Bulgarien empfehlen, den Fürsten zu unterstützen.
Rußland. Petersburg, 10. Aug. Als das neuvermählte großfürstliche Ehepaar Ale— xander Michaelowitsch und Kenia nach der Hochzeit in das Palais von Ropscha fuhr, wurde der Kutscher des Dreigespanns, in welchem das großfürstliche Paar saß, durch Feuerwerk geblendet. Die Pferde geriethen in einen Graben, der Wagen schlug um und die Großfürstin wurde hinausgeschleudert, wobei sie unbedeutende Abschürfungen am Gesicht und eine Verstauchung der rechten Hand erlitt. Der Großfürst blieb unverletzt, der Kutscher aber ist schwer verletzt. Das Kaiserpaar be— gab sich sofort nach dem Ropschinsker Palais.“
Amerika. New⸗York, 11. Aug. Nach einer Meldung der„World“ aus Caracas haben die Aufständischen in Venezuela die Regierungs— truppen im Norden von Bolivar unter be- deutenden Verlusten geschlagen.
Buenos-Aires. Von hier wird gemeldet, die National-Regierung habe vorgeschlagen, alle auswärtigen Schulden der Provinzen zu unifiziren und durch Nationaltitres zu ersetzen, deren Zinsen zunächst auf 2 pCt. festgesetzt werden sollen, später aber auf 3 pCt. steigen können.
China. Shanghai. Wie der„Times“ aus Tientsin vom 8. August gemeldet wird, ist die Nachricht, daß der Rang und die Vor- rechte des Vizekönigs Li-Hung-Tschang vom Kaiser beschränkt worden seien, unbegründet, ebenso die Nachricht, daß der chinesische General eh bei dem Kampfe in Asan getödtet und der chinesische Dampfer„Kwangui“ unterge— gangen sei. Die englische Kolonie habe um die Entsendung englischer Kanonenboote ersucht, um einer Panik vorzubeugen. Die chinesische Regierung habe die Behörden angewiesen, die Angehörigen fremder Nationalitäten und die Missionäre zu schützen.
— Eine Depesche aus Tschifu vom 10. Aug. meldet, daß die japanische Flotte gestern früh Wei⸗Hai⸗Wai angegriffen habe, aber von der einen Seite zurückgeschlagen worden sei; die Japaner versuchten jetzt auf der anderen Seite durchzudringen.
Aus Stadt und Land.
j. Friedberg. nem und demselben Rebstock in der Burg, sogenannter M er, wurden im Laufe der letzten beiden Jahre folg e Beobachtungen ge macht: Anfang der Blüthe am 19. Mai 1893, am 29. Mai 1894; weiche Beeren zeigten sich am 12. Juli 1893, am 22. Juli 1894, also nach 54 Tagen; reife Beeren zeigten sich am 30. Juli 1893, am 8. Aug. 1894, nach 17 0 In beiden Fällen waren also zur Reife 71 Tage noöthig, nur mit dem Unterschiede, daß die Blüthe und Reife in 1893 um 10 Tage früher eintrat.
r— Wir mochten er nochmals darauf aufmerksam machen, daß der Termin für die Anmeldung zur Obst ausstellung r vom 25.— 27. Aug. d. J. mit dem
zuft. Nach den 2 ungen
15. August
jetzt eingelaufen sind, zu schließen, stellung eine sehr reichliche werden. J dann aber Apfel- und Beerenweine werden
Menge vorhanden sein. Da aber den Birnen bei Ge
legenheit der bisherigen Obstausstellungen des Oberh. Obstbauvereins nur eine untergeordnete Stelle einge⸗ räumt wurde, so wird gerade diese Ausstellung ein Bild davon geben, was an Sommer- und Herbstbirnen in Oberhessen produzirt wird. Der Ausstellungs raum, der„Saalbau“, wird natürlich wieder reich mit Blumen u. s. w. geziert werden.
— Quittungskarten der Invaliditäts- und Alters⸗ versicherung verlieren ihre Giltigkeit, wenn sie nicht bis zum Schlusse des dritten Jahres, das dem Jahre der Ausstellung folgt, umgetauscht worden sind. Die im Jahre 1891 ausgestellten Quittungskarten verlieren also mit Ende des laufenden Jahres ihre Giltigkeit und müssen demnach, soll ihr Inhalt dem Inhaber zugute kommen, noch vor Ablauf dieses Jahres bei einer für Ausstellung und Umtausch der Quittungskarte bestimm⸗ ten Stelle zum Umtausche eingereicht sein. Wir machen ferner aufmerksam auf die Vorschrift, daß die aus der Beitragsentrichtung erwachsende Anwartschaft auf Rente erlischt, wenn nicht in 4 Jahren mindestens 47 Bei⸗ tragsmarken beigebracht werden. Die Beitragsmarken,
die sich in den im Jahre 1891 ausgestellten Quittungs⸗
karten befinden, werden also für die Betreffenden werth⸗ los, wenn ihrer nicht wenigstens 47 sind.
r. Bad⸗ Nauheim. In der vorigen Woche sind 598 Kurfremde, im Ganzen jetzt 9523 Personen hier angekommen.
Allerlei.
Bochum, 8. August. Heute fand die öffentliche Hauptversammlung des Evangelischen Bundes statt. Nach einer längeren, mit großem Beifall aufgenomme⸗ nen Begrüßungsansprache durch den ersten Vorsitzenden hielt Professor r. Scholz⸗Berlin einen Vortrag über „Die weltüberwindende Macht der ev. Kirche. Hierauf wurde eine Resolution gegen die Zulassung der Redemp⸗ toristen einstimmig angenommen, ebenso einige andere Re— solutionen, darunter eine, welche das deutsch-evangelische Volk auffordert, sich an der 100 jährigen Gustav-Adolf⸗ Gedenkfeier lebhaft zu betheiligen. Nach einem Vor— trag des Pfarrers Brecht aus Württemberg über das hältniß des evangelischen Protestantismus zur römisch— katholischen Kirche wurde die Hauptversammlung ge— schlossen.
Trier, 9. Aug. Durch falsche Weichenstellung ent⸗ gleiste der Personenzug Trier-Coblenz bei Bullay. Personen wurden nicht verletzt.
Hamburg. Wir lesen in den„Hamb. Nachr.“: Nicht weniger als 295 Menschen das Leben gerettet hat nacheinander der Schwimmwart des Sanitäts— Schwimmvereins, W. Tang. Der letzte dieser Fälle ereignete sich gestern beim Ericus. Dort war ein Angler
von einer Schute aus ins Wasser gefallen und schon dem
Ertrinken nahe, als der Genannte ihm nachsprang und es ihm gelang, den Mann noch rechtzeitig wieder aufs Trockene zu bringen. Tang führt über seine Rettungs- arbeiten Buch und ist damit jetzt, wie schon oben er— wähnt, auf die enorme Zahl von 295 Lebensrettungen gekommen.
Deutschkrone, 10. Aug. Durch ein fürchterliches Unwetter, welches über die Kreise Flatow, Schlochau, Konitz und Deutschkrone niedergegangen ist, wurde großer Schaden angerichtet; mehrere Scheunen mit Erntevor— räthen geriethen durch Blitzschlag in Brand und fünf Personen wurden tödtlich vom Blitz getroffen.
Amsterdam, 9. Aug. Heute kamen hier fünf Choleragerkrankungen vor, von denen eine tödtlich ver— lief; im Ganzen erkrankten bisher 8 Personen, es starben 4 Personen. In Maastricht erkrankten 3 Per⸗ sonen, ein Todesfall kam nicht vor, aus Barsingerhorn wird ein Todesfall gemeldet.
Warschau, 11. Aug. In Folge einer Explosion schlagender Wetter stehen die Kohlengruben der Franzosisch— Italienischen Bank in Dombrowa in Flammen. Mehrere hundert in der Grube befindliche Bergleute werden als verloren angesehen.
NewYork, 11. Aug. Bei einem Eisenbahnun⸗ glück, das sich vorgestern Abend bei Lincoln in Ne— brasca ereignet hat, sind 24 Personen getödtet worden. Als Ursache wird böswillige Entfernung der Schienen angegeben. Ein Neger ist unter dem Verdachte, das Verbrechen begangen zu haben, verhaftet worden.
Zur Benützung von Räderpflugschleifen.
Der Gebrauch von räderlosen Pflug- und Eggeschleifen hat erfahrungsgemäß viele Un— zuträglichkeiten im Gefolge. Hat schon die Handhabung sogen. Pflugschleifen, um nur von einem Acker zum andern zu gelangen und des— halb Egge und Pflug nach dem Gebrauch öfters auf einen Wagen zu verladen— eine Manipulation, die eine volle Manneskraft er—
fordert und zeitraubend ist—, vieles gegen sich, so ist der Schaden, der den Straßen,
namentlich den frisch eingeworfenen, durch die Pflugschleifen verursacht wird, ein Stein des Anstoßes, der alle Beherzigung verdient. Wird ja doch das Kleinbeschläg der Straßen durch die räderlosen Pflugschleisen unvermeidlich hin⸗ und hergeworfen und bei Beschädigungen der Straßen außerdem noch das Zugvieh keines— wegs geschont, sowie der praktische Transport
des Agrarmaterials erschwert. Demgegenüber
in Donnstetten(O. A. Urach) nahezu im all⸗ gemeinen Gebrauch sind. Dieselben, mit 20 em hohen, gußeisernen Rädern versehen(An⸗ schaffungspreis 4 bis 5 M., erleichtern den Transport der Pflüge und Eggen ungemein, auch für eine schwächere Krast. Sodann ist eine Räderschleife von mehrjähriger Dauer— haftigkeit, während die räderlosen Schleifen bei starkem Gebrauch sich rasch abnützen und fast jedes Jahr einen Ersatz erfordern. Selbst— verständlich ist hierbei das anstrengende Ver— laden von Pflug und Egge auf einen Wagen beseitigt. Schließlich ist noch zu erwägen, daß durch Räderschleifen die Straßenanlagen mög— lichst geschont werden können, was jedem Un— befangenen einleuchten muß. Tritt später noch eine praktische Bremsvorrichtung hinzu, so ist dieses Ackergeräthe durchaus zweckentsprechend.
Essigbereitung.
Nichts ist wohl der Verfälschung in dem Maße ausgesetzt, wie Wein und Essig. Früher bereitete man sich den letzteren selbst und er war echt und dem Körper dienlich. Das raf— finirte Streben nach Verdienst läßt ihn jetzt sogar aus scharfen Mineralien herstellen, wie aus Vitriol und Schwefelsäure. Solche Kunst— produkte sind natürlich äußerst nachtheilig und doch ist echter Essig sehr leicht und billig her— zustellen und zwar füllt man ein irdenes Ge— fäß mit Brennesseln zu zwei Drittt eilen und zu einem Drittheile mit Wasser, das man mit mehr oder weniger reinem Essig vermischt hat. Hierauf wird das Gefäß mit starkem Papier überbunden, das man mit einer Strick— nadel durchlöchert. An eine warme Stelle ge— bracht, ergibt das nach einiger Zeit einen wunderbaren Essig. Niemand ahnt seinen Ur— sprung. Ein Zusatz aus Apfelschalen oder ge— ringem Obst erhöht nur noch seinen Geschmack. In gut verkorkten Flaschen aufbewahrt, ge— winnt er an Kraft.
Handel und Berkehr.
Friedberg, 11. August. Buttermarkt. Butter kostete per Pfund M. 1.20— 1.30, Eier 1 Stück 7. Pf. 2 Stück gr.— Pf.
Butzbach, 11. Aug. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund M. 1.10—1.15, Kase per Pfd. 46—47 Pf., Eier 1 St. 5—6 Pf.
Gießen, 11. Aug. Auf dem heutigen Wochen- markt kostete: Butter pr. Pfd. Mk. 1,05—1,15, Eier pr. St. 0 Pf., 2 St. 11— 14 Pf., Käse pr. St. 5—8 Pf., Tauben pr. Paar Mk. 0,70 1,00, Hühner pr. Stück Mk. 0,90—1,10, Hahnen pr. Stück Mk. 0,50—1,10, Enten Mk. 1.50— 2.00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 74—78 Pf., Kuh- und Rindfleisch per Pfund 00 bis 70 Pf., Schweinefleisch pr. Pfund 60—70 Pf., Kalbfleisch pr. Pfund 68—70 Pf., Hammelfleisch per Pfund 58 bis 68 Pf., Kartoffeln, neue, per 100 Kilo 6,00 9,00 M. Zwiebeln per Centner 9.00- 10.00 M.„
Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Katholische Gemeinde.
Dienstag Nachmittag von 4 Uhr an Beicht.
Mittwoch Fest Mariä Himmelfahrt(gebotener Feiertag).
Morgens 6 Uhr Beicht; um 7 Communion ausgetheilt.
10 Uhr: Hochamt mit Predigt.
2 Uhr: Andacht mit Segen.
Uhr wird die heil.
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