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1894.
Dienstag den 11. September.
* 106.
Oberhessischer Anzeiger.
Wird hier und in Bad-Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.
Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Annoncen: Die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 10 Pf., Reclamen 30 Pf., ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von aus⸗
wärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets durch die Post nachgenommen.
Betreffend: Die Voranschläge für die israelitischen Religions-Gemeinden des Kreises Friedberg
für 1895/96, bezw. 1897/98.
Amtlicher Theil.
Friedberg den 10. September 1894.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die israelitischen Vorstände des Kreises. Anter Bezugnahme auf§ 13 der Verordnung vom 2. November 1841, die Bildung der Vorstände der israelitischen Religions. Gemeinden und die Verwaltung des Vermögens derselben betreffend, sprechen wir die Erwartung aus, daß mit der Aufstellung der rubr— Voranschläge so frühzeitig begonnen wird, daß dieselben im kommenden Monat berathen und Anfangs November l. J. an uns eingesendet
werden können. Betreffend: Fortbildungsschule im Winter 1894/95.
Dr. Braden.
Friedberg den 7. September 1894.
Die Großherzogliche Kreisschulkommission Friedberg an sämmtliche Schulvorstände des Kreises.
Unter Hinweis auf die früheren Ausschreiben, betreffend: die Errichtung und Einrichtung der Fortbildungsschule, erinnern wir diejenigen von Ihnen, welche noch mit Einsendung der vorgeschriebenen Verzeichnisse im Rückstande sind daran, diese, nach den einzelnen Jahrgängen geordnet, jedenfalls noch bis zum 25. d. Mts. aufzustellen und berichtlich vorzulegen. Ob für die auswärts befindlichen Schülern den dies— bezüglichen Vorständen Nachricht gegeben wurde, ist zu bemerken. Veränderungen in der bisherigen Einrichtung wollen Sie uns genau vortragen.
Ur. Braden.
Deutsches Reich.
Darmstadt, 7. September. Die Kaiserin Friedrich und der Prinz von Wales trafen, heute nachmittag hier ein, begaben sich nach dem Mausoleum auf der Rosenhöhe und von dort zu Besuch der Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften nach Schloß Heiligenberg.
— Der seit 1879 dem Reichsgerichte an— gehörende Reichsgerichtsrath Buff tritt mit dem 1. Dezember l. J. in den Ruhestand. Wie verlautet, soll man in Bundesrathskreisen Hessen ein Vorschlagsrecht für die durch die Pen— sionirung Buff's zur Erledigung kommende Reichsgerichtsrathsstelle nicht mehr zugestehen wollen, da ein Bedürfniß, daß Hessen in einem Zivilsenat vertreten werde, nicht nachzuweisen sei.
— Der auf die Lehrerstelle zu Pfirschbach präs. Schullehrer Rühl zu Olfen wurde bestätigt; der Schul— amtsaspirantin Dirigo aus Ober-Flörsheim eine Lehre⸗ binnenstelle zu Kostheim, dem Schulamtsasp. Rexroth aus Rimhorn eine Lehrerstelle zu Leeheim, dem Schul— lehrer Glitsch zu Oppenrod und dem Schulamtsasp. Billau aus Friedberg Lehrerstellen zu Friedberg über— tragen; auf die 1. Lehrerstelle zu Lützel-Wiebelsbach Hräs. Schulamtsasp. Kern aus Schönberg bestätigt; der Zehrer an der Techn. Hochschule v. Willmann zum nußerordent. Professor, der Amtsrichter Breidenbach in Midda zum Amtsrichter in Beerfelden, der Gerichts— ussessor Jonas aus Darmstadt zum Amtsrichter in Michelstadt, der Gerichtsassessor Eller aus Worms zum Amtsrichter in Offenbach ernannt. Gestorben sind: ver Obertelegraphist bei der „. Krane⸗Matena zu Düsseldorf; der Heizer Gravelius dei den Oberhessischen Eisenbahnen zu Gießen; der Schullehrer Repp zu Bensheim; der Oberlehrer Schad u Darmstadt; der Schullehrer Aubel zu Nieder-Weisel. Königsberg, 7. September. Der Kaiser verlieh dem 10. Dragonerregiment den Namens— ug des Königs von Sachsen auf den Epauletten und Achselklappen. Der König von Sachen nahm an dem ihm zu Ehren veranstalteten Essen ses Offizierskorps des genannten Regiments heil und trat nach dem Essen die Rückreise en. Gestern Nachmittag trafen der König ion Württemberg und Herzog Abrecht von Würtemberg hier ein und wurden im Schloß nom Kaiserpaar herzlichst empfangen. Das Hiserliche Paar, der König von Württemberg und die übrigen Fürstlichkeiten sind heute früh nach Elbing abgereist. 1
Elbing, 7. Sept. Der Kaiser begab sich mit seinen Gästen Vormittags zur Parade des 17. Armeekorps, bei der, nachdem die Front der beiden Treffen abgeritten war, die Ueber—
gabe der Standarte an das 1. Leibhusaren⸗[auf dem Bahnhofe empfangen und von der Zeit, wo die Chancen auf Wiederherstellung
Main⸗Neckar⸗Eisenbahn
regiment erfolgte. Der König von Württemberg Bevölkerung auf der Fahrt nach der Statt— führte dem Kaiser das Kürassierregiment halterei enthusiastisch begrüßt.
„Herzog Friedrich Eugen von Württemberg“ Holland. Rotterdam, 7. Sept. Der vor. Die Kaiserin wurde bei der Einfahrt„N. Rott. Cour“ meldet aus Batavia: Der in die Stadt vom Oberbürgermeister Elditt gefangene Kapitän Lindgreen ist mit zwei mit einer Ansprache bewillkommnet. Als der Offizieren und 60 Soldaten, unter freiem Ge— Kaiser vom Paradefelde zurückkehrte, nahm er leite des Radscha, unverletzt nach Ampenan nach der Begrüßung durch die städtischen Be- zurückgekehrt. Der Sohn des Radscha ist ver— hörden auf dem Friedrich-Wilhelms-Platze den wundet. Der Radscha bereitet einen Angriff dargebotenen Ehrentrunk. In seiner Ansprache vor. Gestern wurde Kale am Südufer des gedachte der Oberbürgermeister der Bemühungen Antjar von zwei Kompagnien Infanterie und des Kaisers um die Wohlfahrt des Landes einer Abtheilung Artillerie besetzt, um heute nnd die Erhaltung des Friedens, und erneuerte die Operation gegen Aroen, 1400 Meter von das Gelöbniß unwandelbarer Treue und unbe- Mataram entfernt, zu unterstützen. Der Feind grenzter Liebe wurde von Aroen vertrieben.
Marienburg, 7. Sept. Das kaiserliche Belgien. Brüssel, 6. Sept. Vier fran⸗ Paar traf um 2 Uhr hier ein und wurde von zösische Anarchisten, die mit Büsseler Anarchisten der Bevölkerung jubelnd begrüßt. Beim Eintritt im Geheimen zusammenkamen, wurden fest⸗ in die Stadt hielt der Bürgermeister eine An- genommen; ein Briefwechsel mit ausländischen sprache, auf die der Kaiser dankend erwiederte. Anarchisten wurde bei der Haussuchung be⸗ Eine Ehrenjungfrau trug ein Gedicht vor und schlagnahmt. Die hiesige Polizei forscht eifrig überreichte einen Blumenstrauß, den die Kaiserin nach einem Manne, welcher in einer Restau⸗ dankend entgegennahm. Auf der Marienburg ration geäußert hatte, er werde bei der ersten ist um 6 Uhr Paradetafel. Abends 8 Uhr sich darbietenden Gelegenheit den König der verlassen die Majestäten Marienburg mittelst Belgier erdolchen, weil ihn dieser nach einer Sonderzugs. Der Kaiser steigt in Schlobitten Verurtheilung nicht begnadigt habe. aus und begibt sich in das Hauptquartier, das Frankreich. Paris, 7. Sept. Der Schloß des Grafen Dohna; die Kaiserin kehrt Ministerpräsident Dupuy ist hierher zurück— nach Königsberg zurück. gekehrt. VV f
— 8. Sept. Der Kaiser fuhr heute früh.,. Die indirekten Slageeireemen blieben von Schlobitten nach Elbing. Vom Bahnhof e hinter dem eee e 2854 dort begab er sich zu Pferde nach dem Manöver⸗ 2„ darunter die Zölle um gelände des 17. Armeekorps. Nach dem 175 8 55 Nie Dane ird berick Manöver fährt der Kaiser nach Marienburg das d, 5 i e ren Meiden zum Prunkessen der Provinz. Die Kaiserin 3 W 05 en Deeteunnnen besichtigte im Laufe des Tages die Anstalten ber A 9 1 8 en in Königsberg; sie trifft in Marienburg um en ener ee — 7 oi 1 9 8 2——— 5 Uhr ein und reist um 10 Uhr nach Potsdam ab. u den Deere,, und an dem folgenden Tage dem Festungs⸗ f 2 manöver der Pariser Garnison bei.
Wien, 8. Sept.— 8. Sept. Der Graf von Paris ist
Ausland. Oesterreich-Ungarn.
Erzherzog Karl Stefan wird einer Einladung heute in Weybridge in England gestorben. Der Kaiser Wilhelms folgend, an den deutschen Verstorbene war am 22. August 1838 als
Flottenmanövern in Kiel theilnehmen. Sohn des damaligen Dauphin von Frankreich,
Lemberg, 7. Sept. Kaiser Franz Joseph ist des sehr beliebten Herzogs von Orleans, ge— heute Vormittag hier eingetroffen und wurde von boren. Mit 4 Jahren, nach dem im Jahre dem vollzählig versammelten Adel, der Landes⸗ 1842 durch einen Sturz erfolgten Tode seines vertretung, von Deputationen, den Ministern Vaters, Erbe eines der schönsten Throne der außer Plener, Schoenborn und Welsersheimb Welt, starb er in der Verbannung, zu einer
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