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Mannheim. Nachstehender Vorfall, den der„B. G.⸗A.“ verbürgen kann, spielte sich vor Kurzem jen⸗ seits des Neckars ab. Eine jener Ehen, wie sie eben über Nacht geschlossen werden, und zwar meistens zum
Unglück der jungen Eheleute, wurde vollzogen. Der Bräutigam, welcher ohne jede Mittel ist, lieh sich zum Vollzug der Trauung von einem Freunde das Hemd, von einem anderen Hose und Weste, und von einem dritten einen dunklen Rock und einen schwarzen ovalen Hut— aber per Droschke ging es aufs Standesamt.
Mannheim, 8. Jan. Eine Diebs⸗ und Hehler⸗ bande wurde hier in den letzten Tagen entdeckt, deren Operationsfeld, wie es scheint, über einen großen Theil von Süddeutschland ausgebreitet war, da eine ganze Anzahl von Behörden sich auf der Suche nach einzelnen ihrer Mitglieder befand. Im Ganzen sind 10 Personen gefänglich eingezogen worden. Der geriebenste Verbrecher, dessen Ermittelung zuletzt erfolgte, ist der Taglöhner Jakob Ahlbach aus Offheim alias Karl Sack aus Dotz— heim, der vor längerer Zeit aus dem Gefängniß in Wiesbaden, wo er wegen Beihilfe zum Raub in Unter⸗ suchungshaft saß, ausgebrochen war. In Wiesbaden ist Ahlbach nun auch wieder verhaftet worden.
Schif ferstadt. Das gestohlene Geld, das die auf dem hiesigen Bahnhof abhanden gekommene Cassette enthalten hat, wurde nach der„Sp. Ztg.“ bei einem hiesigen Bahnwärter gefunden.
Trier, 8. Jan. Vor etwa 4—5 Wochen trat der hiesige Landbriefträger Müller seinen täglichen Dienst⸗ gang in die umliegenden Ortschaften vor Trier an und kehrte nicht mehr zurück. Alle Nachforschungen nach dem spurlos Verschwundenen waren vergeblich. Gestern endlich wurde die Leiche des Vermißten in der Mosel⸗ Eisdecke bei Issel entdeckt. Die Leiche trägt eine klaffende Wunde an der Stirne. Außerdem wurde ärztlicherseits noch ein Armbruch und eine große blutunterlaufene Beule am Hinterkopf festgestellt.
Dresden. Einer weitverzweigten Falschmünzer— bande ist man im Voigtlande auf die Spur gekommen.
Berlin. Nach vorläufiger Ermittelung hat die Viehzählung vom 1. Dezember 1893 für das Deutsche Reich folgende Zahlen ergeben: Pferde 3,836,346 gegen 3,522,545 am 10. Januar 1893, Rinder 17,555,818 gegen 15,780,764, Schafe 13,589,759 gegen 19,189,715, Schweine 12,174,513 gegen 9,206,195. Der Verkaufs⸗ werth betrug in 1000 Mark bei den Pferden 1,880,865 gegen 1,678,661, bei dem Rindvieh 3,545,555 gegen
3,074,264, den Schafen 217,749 gegen 306,582, den Schweinen 684,653 gegen 476,698. Das Lebendgewicht betrug in Tonnen beim Rindvieh 5,986,085 gegen 5,062,038, bei über ein Jahr alten 3,332,531 gegen 239,531.
Berlin, 8. Jan. In der Wärmehalle am Alexander⸗ platz begehrte heute Nachmittag ein Trupp von etwa 100 Mann Einlaß, der ihnen nicht gewährt werden konnte, weil die Halle gefüllt war. Sie schlugen darauf mit Schnapsflaschen, Knütteln und Steinen die Halle ein und zertrümmerten die Thürfüllungen. Die Polizei mußte die Tumultuanten mit blanker Waffe ausein⸗ andertreiben.
Prag, 5. Jan. In Smirzitz bei Königgrätz wurden der Kaufmann Löwy, ein 73jähr. Greis, seine Gattin und zwei Töchter im Alter von 25 und 9 Jahren er⸗ mordet und beraubt. Die dritte 17 Jahre alte Tochter wurde schwer verwundet, aber nur betäubt und be— zeichnete als Thäter die berüchtigten Vagabunden Brüder Direcky, denen die Gendarmerie auf der Spur ist.
Pest, 8. Jan. Während des gestrigen Schneesturmes stieß ein Personnenzug bei Wersetz auf einen Schneepflug. Die Lokomotive entgleiste, der Lokomotivführer und zwei Personen wurden schwer, mehrere Personen leicht verletzt.
Triest, 8. Jan. Der Bahnverkehr um Fiume ist eingestellt. Mehrere Züge sind im Schnee stecken ge— blieben. Die Bora hat nachgelassen, der Schiffsverkehr wurde wieder aufgenommen. Dagegen laufen aus Italien fortgesetzt Hiobsposten über furchtbare Kälte und Schneestürme ein.
Urbino, 8. Jan. Ein über Pontedazza niederge⸗ gangene Lawine verschüttete zwei Häuser und begrub sieben Personen; drei starben.
Repertoir⸗Entwurf der vereinigten Stadt⸗Theater in Frankfurt. Opernhaus. Donnerstag den 11.: Figaros Hochzeit. Gew. Preise. Freitag den 12.: Geschlossen.
Samstag den 13.: Götterdämmerung. Gew. Preise.
Sonntag den 14.: Nachmittags 3½ Uhr: Dornröschen.
Ermäßigte Preise. Abends 7 Uhr: Tell. Gr. Pr.
Schauspielhaus. Donnerstag den 11.: Hannele. Vorher: Gringoire.
Gewöhnliche Preise. Freitag den 12.: Charley's Tante. a. D. Gewöhnliche Preise.
Vorher: Millionär
Samstag den 13.: Zum ersten Male: Der ungläubige Thomas. Schwank in 3 Akten von Carl Laufs und M. Jacoby. Vorher: Zum ersten Male: Am Scheidewege. Schauspiel in 1 Aufzug von Ferd. Groß. Gewöhnliche Preise.
Sonntag den 14.: Nachmittags 3½ Uhr: Charley's Tante. Kleine Preise. Abends 7 Uhr: Zum ersten Male wiederholt: Der ungläubige Thomas. Vor⸗ her: Zum ersten Male wiederholt: Am Scheidewege. Gewöhnliche Preise.
Israelit. Gottesdienst in Friedberg. Sabbathfeier vom 13. Jan. 1894. Beginn:
Vorabend 4 Uhr 40 M., Samstag Morg. 8 Uhr 45 M., Samstag Nachm. 3 Uhr, Sabbathausgang 5 Uhr 40 Min.
Wochengottesdienst von Sonntag den 14. Jan. an Morgens 7 Uhr 15 Min., Abends 6 Uhr 30 Min. Gemeindezimmer.
Geld⸗ Cours.
Frankfurt am 9. Jan. 1894. Geber. Nehmer. M. Pf. M. Pf. 20⸗Frankenstücke DI e 0 in ½ 6 10 le Dollars in Gold.„% 18 Dukaten 9 „ al mare,, Englische Sovereigns 20. 32 20. 25 Russ. Imperial 16 65
Herr Johann Maria Farina gegenüber dem Jülichsplatz in Cöln
„„bat uns den Debit des allein ächten Cöluischen Wassers
übertragen und empfehlen dasselbe
per Glas zu M. 1.75, e Duüßzensn 0 „ Dutzend„ e eee
Die Exped. des Oberh. Anzeigers.
auf Petritag gesucht. 133 7 t
Der Voranschlag
der Gemeinde Gambach für 1894/95 liegt vom 13. d. Mts. ab 8 Tage lang auf unserem Büreau offen. Gambach den 9. Januar 1894. Großh. Bürgermeisterei Gambach. 172 Reuhl.
Der Voranschlag
der Gemeinde Weckesheim für 1894/95 liegt vom 11. d. Mts. an 8 Tage lang auf hiesiger Bürgermeisterei offen. Weckesheim den 9. Januar 1894. Großh. Bürgermeisterei Weckesheim.
8 Hilger.
Bekanntmachung.
Der Voranschlag der Gemeinde Ostheim pro 1894 95 liegt vom 12. bis 21. l. Mts. zur Einsicht auf dem Bürgermeisterei— Büreau offen.
Ostheim den 10. Januar 1894.
Großh. Bürgermeisterei Ostheim. 153 Schneider.
Eber⸗Versteigerung. Freitag den 12. d. Mts., Nachmittags 1 Ühr, soll auf hiesigem Rathhaus ein der Gemeinde gehöriger, zur Zucht zu schwer gewordener Eber versteigert werden. Gambach den 9. Januar 1894. Großh. Bürgermeisterei Gambach. Reuhl.
Arbeits⸗Vergebung.
Dienstag den 16. Januar l. J., Nach⸗ mittags 1½ Uhr, sollen nachstehende Ar— beiten und Lieferungen auf dem Gemeinde⸗ doers zu Nieder⸗Wöllstadt öffentlich zur
ergebung gelangen:
Chaussierarbeit, veranschl. zu 881,25 M. Basaltsteine zu brechen 690
16
171
Quarzitsteine zu brechen 3 Basaltsteine anzufahren 105 Quarzitsteine„ 460 Basaltsteine zu zerschlagen 1 Kies zu liefern 5 Aufsetzen der Steine 3 Kies zu messen 25.—„ 1894.
Friedberg den 9. Januar 155 Zörb
Ein Mädchen
II.
. 8 Versteigerung. Dienstag den 16. d. Mts., Vormittags 10 Uhr anfangend, läßt die Unterzeichnete wegen Aufgabe der Oekonomie in ihrer Hofraithe zu Bruchenbrücken folgende Gegenstände meistbietend versteigern: 4 sehr gute Arbeitspferde, Norddeutsche Rasse, 9 Kühe, größtentheils trächtig, 3 Rinder, sowie 1 Bullen, 2 hochträchtige Mutterschweine, 3 vollständige Oekonomiewagen, 1 dreitheilige Ackerwalze, verschied. Pflüge u. Ackergeräthschaften, 4 Paar vollständige Acker- und Pferde⸗ geschirre(Wagengeschirr), ein doppeltspänniges Chaisengeschirr, eine Partie Heu und Luzernekleeheu, mehrere 100 Centner Weizen-, Hafer⸗, Gersten- und Kornstroh, letzteres Flegeldrusch, mehrere 100 Ctr. Spreu, einige 100 Ctr. Kartoffeln, mehrere 100 Ctr. Dickwurz, verschiedene Oekonomiegeräthschaften. Bemerkt wird, daß sämmtliche Oeko⸗ nomiegeräthschaften in sehr gutem Zu— stande sind. Bruchenbrücken den 8. Jan. 1894. 125 Heinrich Best Wwe.
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J. Klingl.
Versteigerung.
Montag den 15. Januar l. J., Vorm.“ 10 Uhr, werden in dem Hause des Herrn H. Sang zu Friedberg die zur Konkurs⸗ masse des Herrn Peter Netscher gehörigen Mobilien als: 1 Sopha, 1 ovaler Tisch, 1 Schreibsekretär, 1 vollst. Bett, 1 Wasch⸗ tisch, 1 Nachttisch, 1 Schreibpult, 1 Har⸗ monika, 1 Uhr, Bilder meistbietend gegen Baarzahlung versteigert.
Friedberg im Januar 1894.
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Bei 96
ur die herzl. Theilnahme sowohl bei der Krankheit als auch bei der Be⸗ erdigung unserer lieben Josesine Rapp, geb. Hoffmann, sagen innigsten Dank Fried 173
berg den 9. Januar 1894. die trauernden Hinterbliebenen.
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Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theil⸗ nahme bei dem Hinscheiden und bei der Bestattung, sowie für die überaus reichen Blumenspenden für unsere unvergeßliche Schwester, Schwägerin und Tante Susanna Formhals sagen tiefgefühlten Dank Friedberg den 9. Januar 1894.
165 die trauernden Hinterbliebenen.
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