Ausgabe 
10.5.1894
 
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Erhöhung der Branntweinsteuer von 50 auf 60 Oere per Liter ab.

Italien. Rom, 7. Mai. Heute begann die Kammer die Berathung des Militäretats. Von den drei Rednern, die heute sprachen, war General Rivera entschieden gegen alle Er sparnisse am Militäretat, während Grandi etwaige Ersparnisse zu Gunsten anderer Theile des Militäretats verwenden will und Marazzi

glaubt, daß große Abstriche zu Gunsten des Staatsschatzes zu ermöglichen wären. Ver⸗ muthlich wird die Debatte vier bis fünf Tage

dauern. a f

Mailand, 6. Mai. Heute Mittag fand die nn, ang des Königs u. der Königin, des Ministerpräsiden⸗ ten Crispi, der Minister Boselli und Baccelli, der Vertretungen des Senats und der Kammer, sowie der Spitzen der Civil- und Militärbehörden statt. In einer mit großem Beifall aufgenommenen Rede erklärte der Handels- u. Ackerbauminister Boselli die Ausstellung im Namen des Königs für eröffnet. Das Königspaar, das überall mit begeisterten Kundgebungen begrüßt wurde, sprach seine volle Befriedigung über die glänzende Ausstellung aus. Etwa achtzig Sozialisten pfiffen Crispi bei der Vorbeifahrt aus, das Publikum protestirte jedoch und brachte Crispi eine lebhafte Kundgebung dar. Crispi reist heute Abend nach Rom, um morgen der Be rathung des Kriegsbudgets in der Kammer beizuwohnen.

Spanien. Madrid, 6. Mai. Der Senat nahm mit 136 gegen 84 Stimmen einen Antrag an, nach welchem das Verhalten der Regierung bei den Unterhandlungen über die Herstellung

eines modus vivendi mit Frankreich gebilligt wird.

Der Finanzminister legte im Minister rathe dar, er bedürfe 50 Millionen zur Deckung

des außerordentlichen Budgets, 24 Millionen

für Agioverlust an dem Coupon der äußeren Anleihe, 9 Millionen für Bahnsubventionen. Ferner habe der Ministerrath beschlossen, die Kosten der Melilla-Expedition durch eine Kredit operation zu decken.

Aus Stadt und Land. rr. Friedberg.

Am vergangenen Sonntag führte der Taunus-Club Wetterau seinen ersten diesjährigen[Kreis, Mittelrhe

Familienausflug in den Wickstädter Wald und nach Assen⸗ heim mit einer Betheiligung von 37 Personen, 16 Damen und 21 Herren, sammtlich von der Sektion Friedberg, aus. Dieser Ausflug, welcher durch das seitherige 7 und kalte Wetter sehr stark bedroht war

nd dadurch noch am Freitag in Frage stand, verlief, von dem Himmel begünstigt, in durchaus schöner Weise. Von Bruche nbrücken ging man zu Fuß über den Bahn⸗ hof Assenheim nach Wickstadt, wo Revierförster Habich in dankenswerther Weise die Führerschaft übexgahm. In der heitersten Stimmung wurde nun der schöne Wickstädter Wald betreten und war alles entzückt über den reizenden Maiblumenflor, den man hier vorfand; doch bei dem Entzücken allein blieb es nicht, alle Hände entwickelten sofort eine fieberhafte Thätigkeit, um den Wald dieses Schmuckes zu berauben und bis die Stern- bacher Kirche erreicht war, hatten sich sämmtliche Theil⸗ nehmer schöne Sträußchen gepflückt. Vor der Stern- bacher Kirche begrüßte Pfarrer Pichon die Ausflügler, ließ sie bereitwilligst die Kirche besichtigen und hielt in liebenswürdigster Weise einen kurzen Vortrag über die Geschichte von Sternbach, wofür ihm auch an dieser Stelle nochmals bestens gedankt sei. Von diesem Punkt

führte der Weitermarsch durch ganz wunderbar schöne Wachen dungen, wo Bestände angetroffen wurden, die eine wahre Pracht sind, und wie sie wohl der ganze Taunus nicht aufzuweisen vermag. Nach einem stundigen Rundgang wurde nach Assenheim gepilgert und um 5 Uhr bei Gastwirth Haas Einkehr gehalten, wo zunächst Durst und Hunger, den der 4stündige Spaziergang hervorgerufen hatte, zu aller Zufriedenheit gestillt wurde. Nach dieser Erholung entspann sich eine gemüthliche Unterhaltung, Gesang, Tanz und Gesell schaftsspiele wechselten mit einander ab, inzwischen wurde auch der beiden Führer dankend gedacht, auf das fernere Blühen und Gedeihen des Clubs, sowie auf die mitge gangenen Clubschwestern getoastet. Ein Theil der Ge sellschaft machte noch einen Spaziergang in den Gräf lichen Schloßgarten und so verstrich die Zeit bis zum Abgang des Bahnzugs sehr rasch. Um 8.22 Uhr dampf⸗ ten die Theilnehmer wieder nach ihrem lieben Fried berg und trennten sich an dem Bahnhof mit Handschlag und dem Bewußtsein einen schönen vergnügten Nach mittag verle bt zu l haben.

Allerlei.

Frankfurt, 6. Mai. Der Haupkkassirer des Bankhauses Rothschild, Goldschmidt⸗Bing, und seine Frau wurden gestern Nachmittag bei einem Spaziergange im Isenburger Wald von einem Burschen überfallen und ben Revolverschüsse verletzt. Die Frau trug eine

Wunde an der Nase davon, der Mann erhielt zwei Wunden am Rücken und eine in der Seite. Der Attentäter, angeblich ein Soldat von Ludwigsburg, ist ver⸗ haftet; H er will den Raubmordversuch gemacht haben, um sich wieder in den Besitz des Geldes zu setzen, das er seinen Vorgesetzten entwendet habe. Marburg. In den Tagen des 9.,

in, abgehalten.

10. und 11. Juni

wird in Marburg, dem vom Gauturntage gewählten Stellensuchende jeden Berufs Festorte, das 22. Gauturnfest des Gaues Hessen, IX.

Graz, 7. Mai. Die in der Luelochhöhle Ein 2 schlossenen wurden heute endlich gerettet. Als die retteten ans Tageslicht kamen, fielen sie in Oünmacht. Sie wurden gelabt und erholten sich bald. Sie küßten die Erde und es herrschte allgemeiner Jubel. Bei der

Durchsuchung der Badlhöhle bei Peggau, wegen einer etwaigen Verbindung mit dem Lueloch, wurden gestern Knochen von vorweltlichen Höhlenbären gefunber.

Athen, 8. Mai. Gestern wurden in Lokris und Athen del neue Erderschütterungen verspürt.

New- Mork, 5. Mai. Ein Wirbelsturm zerstörte

in Kansas-City die Schule, in welcher sich zweihundert

Schulkinder befanden. Neunundzwanzig Schulkinder wurden getödtet und eine Menge verletzt. Das ganze Gebäude wurde umgerissen.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 5. Mai. Buttermarkt. Butter kostete per Pfund M. 1.20 1.35, Eier 1 Stück 5 Pf. 2 Stück gr. 11 Pf.

Friedberg, 1. Mai. Fruchtpr. Weizen M. 14.00 bis., Korn M. 13.25 bis 00.00, Gerste M. 12.00 bis 14.00, Hafer M. 15.00 16.00. Alle Preise ver⸗ stehen sich auf 100 Kilo gleich 200 Zollpfund.

Auch dieses Jahr werden für die Pfingstfeiertage Herre sogenannte Vorzüge vor den Personenzügen, welche er⸗ Hand fahrungsmäßig einen starken Verkehr haben, zur Ab⸗ 1 lassung kommen. Diese Vorzüge werden den fahrplan⸗ Schür mäßigen Personenzügen in kurzem Abstande vorauffahren, größte auf denselben Stationen wie letztere halten und in Bezug. auf Fahrkarten genau wie die Hauptzüge behandelt werden. Den Relsenden kann nur dringend empfohlen N werden, sich möglichst frühzeitig zur Benutzung der Vor- 0

züge auf den Abgangsstationen einzufinden, wobei darauf aufmerksam gemacht wird, daß nach dem Fahrplan dieser Züge die Anschlüsse auf den Uebergangsstationen mit Sicherheit erreicht werden. Die Abgangszeiten sind aus den Plakaten auf den Bahnhöfen ersichtlich.

Joraelit. Gottesdienst in Friedberg.

Sabbathfeier vom 12. Mai 1894.

Beginn: Vorabend 7 Uhr 30 Min. 1 Samstag 8 8 Uhr.

Predigt. unter

Samstag Nachmittag 4 Uhr. n

Sabbathausgang 8 Uhr 50 Min. 2 Wochengottesdienst von Sonntag den 13. Mai an

Morgens 6 Uhr, Abends 8 Uhr 50 Min. mit

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