Ausgabe 
3.2.1894
 
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sehr angegriffen und in hohem Maße ruhebe⸗ dürftig.

Ausland. Belgien. Brüssel, 1. Febr. Prinz Karl von Hohenzollern, jüngster Sohn des Fürsten Leopold, hat sich hier mit der Prinzessin

Josephine von Flandern, Nichte des Königs der Belgier, und Tochter des Grafen von Flan⸗ dern, verlobt.

Frankreich. Paris, 30. Jan. In der Deputirtenkammer begründet Lockroy in einer fast die ganze Sitzung ausfüllenden Rede seine Interpellation über die Situation der Marine und sucht darzuthun, daß die Flotte trotz der verausgabten Milliarden nicht stark genug, un⸗ genügend bewaffnet und verwaltet sei. Er schließt mit dem Antrage, eine parlamentarische Enquete-Kommission einzusetzen. 1. Febr⸗ Der Marineminister Admiral Lefövre und der Kriegsminister General Mercier suchten die Ausführungen Lockroy's zu entkräften; besonders erntet der Kriegsminister mit einer vortrefflichen Rede über die Küstenvertheidigung einmüthigen

Beifall. Der Minister sagt, er müsse vor dem Auslande konstatiren, daß Frankreich weder von Vertheidigern noch von der Vertheidigung entblößt sei; würde ein Feind den Boden des Vaterlandes berühren, so würden Legionen daraus hervorwachsen, um ihn zurückzuschlagen. Casimir-Perier erkennt an, daß die Marine verschiedener Reformen bedürftig sei, er sagt deren Durchführung, sowie die energischeste Führung der Regierungs-Enquete zu, weist die parlamentarische Enquete-Kommission zurück und stellt die Vertrauensfrage. Brisson und Gerville-Reache dringen auf die parlamentarische Enquete-Kommission. Hierauf wird eine Tages ordnung, die der Regierung das Vertrauen aus spricht, mit 356 gegen 166 Stimmen ange nommen. In der Heereskommission gab Jules Roche eine vergleichende Uebersicht der mili

machte sich deshalb das Verlangen geltend, in diesem

Merlino verhaftet, der vor 10 Jahren einer gegen ihn verhängten schweren Freiheitsstrafe sich entzogen und seitdem im Ausland gelebt hatte. Merlino war als Priester verkleidet und setzte seiner Verhaftung heftigen Wider⸗ stand entgegen.

Bulgarien. Sofia, 30. Jan. In einer soeben veröffentlichten Proklamation wird dem neugeborenen Prinzen der Name Boris und der Titel einesPrinzen von Tirnovo bei⸗ gelegt.

Amerika. Rio de Janeiro, 30. Januar. Die Aufständischen von Rio de Janeiro be⸗ mächtigten sich nach blutigem Kampfe Porto de Maua's und belagern Nietheroy, dessen Uebergabe erwartet wird. Die Aufständischen in Rio Grande erhielten Munition. Admiral da Gama hatte ein Geschützfeuer auf ein amerikanisches Kriegsschiff eröffnet. Der ameri kanische Admiral Benham erwiederte das Feuer und es erfolgte ein heftiger Kampf, der mit der vollständigen Niederlage da Gama's endigte, der sich ergab.

Aus Stadt und Land.

v. Friedberg. In der Suppenküche wurden vom 2. bis 31. Januar an Suppe verabreicht 23812 Liter d. i. im Durchschnitt täglich 79 Liter. An Brod kamen 125 Laib zur Vertheilung. Einschließlich der Ueberzah⸗ lungen und Zuschüsse wurden 14.15 M. vereinnahmt.

s. Bad-Nauheim. Mehrere Jahre sind ver⸗ gangen, ohne daß den Einwohnern von Bad-⸗Nauheim Gelegenheit wurde, Kaisers Geburtstag in der üblichen Weise festlich zu begehen. Von Vielen ist dieser Mangel bitter empfunden worden; begab sich doch Mancher sogar nach Friedberg, um an den dortigen Festveran⸗ staltungen theilzunehmen. Aus tiefster Berechtigung

Jahre Kaisers Geburtstag durch ein allgemeines Fest⸗ essen zu feiern. 32 Personen nahmen an dem Festessen im Hotel Sprengel theil, und in welch fröhlicher und gehobeuer Stimmung das Ganze verlief, wird keiner der Theilnehmer so bald vergessen. Sanitätsrath. Müller brachte das von der Versammlung begeistert aufgenommene Hoch auf den Kaiser aus und feierte denselben mit kurzen, kernigen Worten als den Hort des Friedens und der deutschen Einheit. Später er⸗

tärischen Verhältnisse Deutschlands zu Fran⸗ kreich, und wies auf die für Frankreich noth wendigen Ergänzungen und Vervollständigungen hin. Ausführungen des Kriegsministers entgegen zunehmen. Die Zollkommission beschloß die Erhöhung des Getreidezolls auf acht Francs, statt sieben, wie die Regierung vorgeschlagen hatte.

Großbritannien. London. Wie die Pall Mall Gazette mittheilt, habe Gladstone endgiltig beschlossen, seine Stellung als Premier minister aufzugeben. Der Brief, in welchem er diesen Entschluß kundthun werde, soll noch vor dem Zusammentritte des Parlaments der Königin zugehen. Die Gründe hierfür seien sein hohes Alter und die angestrengte Arbeit während der Session, andererseits auch die Enttäuschung über die Verwerfung der Home Rule-Bill. Von Biarritz aus, wo Gladstone sich eben aufhält, wird diese Nachricht dementirt.

DemStandard wird aus Shanghai gemeldet, daß zwischen der russischen und der chinesischen Regierung ein geheimes Abkommen über die Pamirfrage getroffen worden sei.

Spanien. Madrid, 31. Jan. In Ocio in der Provinz Almeria explodirte eine Dyna mitpatrone und richtete beträchtlichen Schaden an. In Alanio in der Provinz Sevilla be mächtigten sich die Landarbeiter der Viehweiden und theilten dieselben unter sich. Die Gen darmerie intervenirte und nahm mehrere Ver haftungen vor.

31. Jan. leidenden Bauern und Arbeitern tungen befürchtet.

Italien. Rom, 31. Jan. gericht von Massa verurtheilte den Advokater Molinari wegen Anstiftung zur Revolution zu 23 Jahren Einschließung, wovon die erster drei Jahre in Isolirhaft

In Neapel wurde der bekannte

Die Kommission beschloß, darüber die

Ein Bericht des Gouverneurs von Cadix besagt, daß Tausende von noth bettelnd die Provinz durchziehen. Es werden Ausschrei

Das Kriegs

zu verbringen sind. Anarchist

griff Sanitätsrath r. Credner das Wort um Arigen

sprechen was aller Herzen bewegte, was der dies rigen

Feier eine besondere Weihe gab: Die Aussöhnung zwischen dem Kaiser und seinem alten Kanzler. Die

Musik stimmte das LiedDeutschland, Deutschland über Alles an und jubelnd sang Alles mit. Dem Ver⸗ langen aller entsprechend würde ein Glückwunschtele⸗ gramm an den Kaiser abgesandt. Es war eine schöne Feier und die froheste Festesstimmung hielt die Ver⸗ sammlung bis zu später Abendstunde zusammen. Ganz besonders soll auch Hotelier Sprengel Dank und An⸗ erkennung gezollt werden, der durch Entgegenkommen in jeder Weise, speziell durch Speis und guten Trank, nicht am wenigsten zu dem schönen Gelingen des Festes beigetragen hat. Am Abend begab sich die größte An⸗ zahl der Festtheilnehmer noch zu dem im Langsdorf'schen Saale vom Gemeinderath arrangirten Bankett. Bürger meister Wörner begrüßte die Festversammlung, worauf Pfarrer Wissig in einfacher und zu Herzen gehen der Weise auf das Ereigniß des Tages hinwies, insbesondere die Begegnung zwischen dem Kaiser und dem Fürsten Bismarck in ihrer Bedeutung hervorhob und mit einem jubelnd aufgenommen Hoch auf den Kaiser schloß. Bei regster Betheiligung verlief auch diese Feier in animirtester Feststimmung.

. Rockenberg. Am letzten Sonntag Abend spiel ten zwei Sträflinge Dambrett zusammen. Ueber einen Zug geriethen sie in Streit, in dessen Verlauf einer

befehl vom heutigen Tage verbietet infolgedessen sämmt⸗ lichen Infanteristen den Aufenthalt in jenem Stadttheil.

Wirthschaftsinspektor wurden Vierlinge geboren, 2 Knaben und 2 Mädchen. sind wohl.

im Dorfe Preiland bei Neisse Frau und ein Kind sind verbrannt, viel Getreide und Vieh wurde vernichtet. muthet.

47,241 sind Unverheirathete.

W

Großendorf bei Posen, 29. Jan. Dem hiesigen

Die Mutter und alle 4 Kinder

In der letzten Nacht brannten

Breslau, 1. Febr. 38 Stellen ab. Eine

s wird Brandstiftung ver⸗

Berichtigung.

Die Ausgabe in der Wirthschaft der Herberge zur Heimath im Jahre 1893 betrug 3924 M., nicht 2924 M., wie es irrthümlich in voriger Nummer des An⸗ zeigers hieß.

Die Zahl der Kellner in der Gegenwart gibt Dr. Karl Oldenberg in seiner kürzlich er schienenen Schrift:Der Kellnerberuf auf rund 58,000 an. Unter denselben sind 9958 Ehemänner und 609 Wittwer; die übrigen Die regelmäßige Arbeitszeit derselben beträgt 7 Tage in der Woche und 365 Tage im Jahre; und in Berlin soll es vorkommen, daß Kellner in manchen Stellungen in 5 Jahren nicht einen freien Sonntag haben. Der Arbeitstag aber dauert im Durchschnitt nicht unter 15 Stunden, mitunter auch 1820 Stunden. In besseren Hotels trifft man indessen doch jetzt schon ein ausgebildetes System für Ruhepausen. Außer- ordentlich verbreitet sind die Klagen der Kellner über das Essen, für welches meist keine be sonderen Pausen gewährt werden, und über die Schlafstellen. Was die Lohnverhältnisse der Kellner angeht, so ist der Lohn fast gänz

lich durch das Trinkgeld ersetzt worden, welches

in sittlicher Beziehung einen unheilvollen Ein fluß sowohl auf den Empfänger als auf den Geber ausübt. Gegen dieses Trinkgeldsystem wird schon lange, namentlich von Seiten der

Wirthe kräftig angekämpft und ist es auch schon

in vereinzelten Fällen gelungen, die Abschaffung des Trinkgeldes in einer beide Theile, Gast wirthe und Kellner, befriedigenden Weise durch zuführen.

Friedberger Pferdemarkt

Dienstag den 6. und Mittwoch den 7. Februar.

Vieh- und Krämermarkt

Mittwoch den 7. Februar, mit Verloosung der Krämer⸗ stände für 1894.

Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Evangelische Gemeinde. Estomihi. Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Velte.

Gottesdienst in der Burglirche. Vormittags 912 Uhr: Herr Pfarrer Meyer. Nachmittags Uhr: Herr Candidat Peters. Abends Uhr: Herr Pfarrer Velte.

Mittwoch, 7. Febr. Burgkirche Abends 8 Uhr:

Passions-Andacht: Herr Candidat Seriba.

Katholische Gemeinde.

der Straflinge das gerade zur Hand liegende Brod messer ergriff und dem anderen dieses in den Hals stieß, wodurch er ihm die Schlagader durchschnitt, was den augenblicklichen Tod des Gestochenen zur Folge hatte.

2 Rendel. Nächsten Sonntag den 4. Febr. findet die diesjährige Abendunterhaltung des hiesigen Gesang vereinsLiederkranz statt.

Mainz. Kapellmeister Kern ist aus Anlaß des kaiserlichen Geburtstags begnadigt worden und bereits

1 bei seiner Familie eingetroffen.

Außer dem Vortrag von

Samstag Nachmittag von 4 Uhr an Beicht.

Sonntag Morgen 6 Uhr Beicht; um 7 Uhr wird die ö heil. Communion ausgetheilt.

10 Uhr: Hochamt mit Predigt.

2 Uhr: Christenlehre und Andacht.

1

Geld- Cours. Frankfurt am 1. Febr. 1894.

Chorliedern kommen noch zur Aufführung die zwei 8 22 Theaterstücke:Der Papagei undeine Million um Geber. Nehmer. einen Weck; ferner verschiedene Couplets, Duette und. M. Pf. M. Pf. Quartette. Wir hoffen, daß das Concert, wie in 20⸗Frankenstücke. 16. vorigen Jahren, so auch diesmal zahlreich besucht werde.% ini Worms, 31. Jan. Heute Morgen stuürzte sich ein Dollars in Gd hiesiger Kaufmann, Besitzer einer Seifensiederei, aus Du fr! der Dachlucke seines Hauses auf das Pflaster und war r 9. 665 sofort todt. Er soll in der letzten Zeit an Verfolgungs Englische Sovereignss... 20. 35 20. 30 wahn gelitten haben. Ruff. lll!

Neue

N Allerlei.

1 1 8 Münster i. W., 27. Jan.

offizier von zwei Handwerkern erschlagen.

In vergangener 0 wurde in der Vorstadt Mauritz ein Infanterie-Unter⸗ Ein Parole⸗

kbangel. Hesanghücher mit größerem Druck

vorräthig bei Carl Bindernagel.

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