Ausgabe 
2.10.1894
 
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1894.

Dienstag den 2. Oktober.

M 115.

Oberhessischer Anzeiger.

Wird hier und in Bad-Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.

Kreisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Annoncen: Die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 10 Pf., Reclamen 30 Pf., ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von aus⸗ wärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets durch die Post nachgenommen.

Amtlicher Theil. 8

Bekanntmachung. Betreffend: Die Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst auf Grund von Schulzeugnissen.

Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schulzeugnisse die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst nachsuchen wollen, werden hierdurch auf die nachfolgenden, bei Anbringung der Gesuche zu beachtenden Vorschriften mit dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß hiernach unvollständige Gesuche ohne Weiteres zurückgegeben werden.

1) Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs-Commission nur dann einzureichen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum Hessen gestellungspflichtig ist, d. h. seinen dauernden Aufenthaltsort hat.

2) Die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätestens bis zum 1. Februar des Jahres nachgesucht werden, in welchem das 20. Lebensjahr vollendet wird. Der Nachweis der Berechtigung zum einjährigen Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. April desselben Jahres zu erbringen.(Wenn z. B. mit Rücksicht auf das Lebensalter die Einreichung des Gesuchs nicht weiter hinausgeschoben, das vorschriftsmäßige Schulzeugniß aber erst am Schlusse des Schul jahres ausgestellt werden kann.) In solchen Fällen ist in dem Gesuch anzugeben, daß das Schulzeugniß bis 1. April nachfolgen werde.

3) Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein und ist hierzu ein Bogen in Actenformat(nicht Briefpapier) zu ver wenden. Auch ist die nähere Adresse anzugeben.

4) Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: à. Geburts zeugniß; b. ein Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes mit

der Erklärung über Bereitwilligkeit den Freiwilligen während einer ein jährigen aetiven Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen; die Fähigkeit hierzu ist obrigkeitlich zu bescheinigen; c. ein Unbescholtenheitszeugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen(Gymnasien, Realgymnasien, Ober Realschulen, Progymnasien, Realschulen, Realprogymnasien, höheren Bürgerschulen und den sonstigen militärberechtigten Anstalten) durch den Direktor der Anstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizeiobrigkeit oder ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist; d. das Schulzeugniß.

Sodann wird noch besonders bemerkt: zu pos. b.: daß in dem Einwilligungs-Attest die Unterschrift des Vaters oder Vormundes, be glaubigt sein muß; zu pos. d.: daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme der Reifezeugnisse für die Universität und die derselben gleichgestellten Hochschulen und Reifezeugnisse für die Prima der Gymnasien, Real gymnasien und Ober-Realschulen, sämmtlich nach dem Schema 18 zur Wehrordnung vom 22. November 1888 Regierungsblatt Nr. 5 von 1889 ausgestellt sein müssen.

Im Uebrigen wird auf die Bestimmungen der§§ 88, 89, 90, 93 und 94 der angeführten Wehrordnung verwiesen.

Großh. Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige zu Darmstadt. Der Vorsitzende: Frhr. v. Gemmingen.

schied General Kitschener mit Zustimmung des

Deutsches Reich.

Darmstadt, 27. Sept. S. K. H. der Großherzog nebst Gemahlin ist heute Mittag 1 Uhr, mit der Bahn über Louisa kommend, zum Besuch des Rumpenheimer Hofs dortselbst eingetroffen. Das allerhöchste Paar wurde am Bahnhof von dem Prinzen Friedrich Karl von Hessen erwartet und die Fahrt nach Rumpenheim im Vierspänner angetreten. Abends fuhren die höchsten Herrschaften direkt an den Hauptbahn hof nach Frankfurt, von wo aus die Rückreise stattfand. 28. Sept. Die auf heute festge setzte Ankunft des Großfürsten-Thronfolger ist derDarmst. Zeitg. zufolge abermals ver schoben worden, weil der Thronfolger den Czar auf der Reise nach der Krim begleitet.

Der Kreisamtmann Dr. Göttelmann zu Fried berg wurde zum Bexeinigungs-Kommissär, der Privat⸗ dozent Ur. Koch von Göttingen zum Lehrer der Obst und Weinbauschule zu Oppenheim ernannt der Land wirthschaftslehrer Pozniczek zu Mainz zum 1. Lehrer an der landwirthschaftlichen Winterschule zu Mainz, der Ingenieur Baensch aus Sanderleben mit der Versehung der Stelle eines Fabrikinspektors in Mainz, der Forst assessor Weber aus Hungen mit der Versehung der Stelle eines Assistenten für denselben beauftragt.

Ausland.

Frankreich. Paris, 29. Sept. Nach hierher gelangten Meldungen soll der französische Depeschenbote zwischen Tanger und Fez er⸗ mordet worden sein, nicht der französische Ge sandte in Tanger, wie auswärts verbreitet ist. Der Regierung ist amtlich weder ein Dementi noch eine Bestätigung der Meldung zugegangen.

Großbritannien. London, 29. Sept. Prinz Heinrich von Preußen ist in Balmoral eingetroffen.

Spanien. Malaga, 28. Sept. Der Aus stand der Arbeiter nimmt einen beunruhigenden

Umfang an. Die Werkstätten werden von Militär bewacht. Bulgarien. Sofia, 28. Sept. Die all⸗

gemeine, auch von infor mirten Kreisen getheilte

alnschaunng geht dahin, daß augenblicklich eine Aenderung im Kabinet nicht erfolgen werde, nnd daß Radoslawow und Tontschew den Zu sammentritt der Sobranje abwarten werden. Jedenfalls hat keiner derselben fomell seine Demission eingereicht. An Stelle von Natschewie ist Nelitkow zum Arbeits-Minister ernannt. Radoslawow gibt das Justizportefeuille an

Peschew ab. Türkei. Konstantinopel, 21. Sept. Dem Standard zufolge ist der frühere Sultan

Murad seit 14 Tagen schwer krank. Abdul Hamid habe seinen Bruder mehrere Male be sucht. Letzterer werde von den Hofärzten be handelt, allein der Vorschlag, Spezialisten aus Wien oder Paris zu berufen, sei abgelehnt worden und in der Türkei selbst dürfe nichts über die Krankheit Murads veröffentlicht werden.

Rußland. Odessa, 27. Sept. Verhaf⸗ tungen, welche hier in Folge der Entdeckung einer weitverzweigten revolutionären Bewegung stattfanden, beziffern sich bereits auf 160. Die Verhafteten sind ausschließlich Polen.

Petersburg, 29. Sept. Professor Leyden in Berlin, der zu General Gurko in Warschau berufen wurde, ist vom Kaiser zur Konsultation nach Spala eingeladen worden. Leyden hält den Zustand des Kaisers nicht für besorgniß erregend.

Amerika. New⸗York, 28. Sept. Wie aus Panama gemeldet wird, hat bei einer militärischen Revue in San José der Anarchist Araya fünf Schüsse auf den Präsidenten von Costa⸗Rica, Iglesias, abgefeuert, doch blieb letzterer unverletzt. Araya und 24 Mitschuldige wurden verhaftet.

Egypten. Kairo, 28. Sept. Die eng⸗ lischen Militärärzte gaben ein Gutachten ab, wonach die Gesundheit Ali Scherif's nicht ge⸗ stattet, ihn vor ein Kriegsgericht zu stellen. Da der Pascha auch seine Schuld hinsichtlich des Sklavenkaufes eingestanden hat, so ent

Khedive, von einer gerichtlichen Verfolgung Abstand zu nehmen.

China. Shanghai, 28. Sept. Die chine⸗ sischen Offiziere schieben sich gegenseitig die Verantwortlichkeit für die Niederlage am Palu flusse zu. Die Untersuchung dauert noch fort und ein Kapitän ist bereits wegen Feigheit hingerichtet worden. Man glaubt, daß noch andere Offiziere hingerichtet werden. Admiral Ting, der in Port-Arthur schwere Anklagen gegen einige seiner Offiziere erhoben hat, er klärte, daß 7 Schiffe sich während der Schlacht im Paluflusse versteckt gehalten hätten.

29. Sept. Londoner Blätter veröffent lichen eine Depesche von hier, wonach der Kaiser beabsichtige, alle Mandarinen und sonstigen Führer, einschließlich Li Hung Tschangs, ab zusetzen. Nach hier umlaufenden unbestimmten Gerüchten landeten die Japaner nördlich von Tschifu große Truppenmengen und setzen die Landung fort. In der Fremdenkolonie von Peking und Tientsin herrscht große Besorgniß. In Tientsin werden Maßregeln zur Verthei digung der Stadt getroffen.

Japan. Yokohama, 27. Septbr. Nach einer englischen Meldung griffen, eingegangenen Nachrichten zufolge, die Tongha-Rebellen, die die Urheber des ersten revolutionären Ausbruchs in Korea waren, die Japaner bei Taiku im Süden Koreas an. Von Sbeul sind Verstär kungen abgegangen.

29. Sept. Die Reserve der japanischen kaiserlichen Garde ist einberufen worden.

Aus Stadt und Land.

r. Bad⸗Nauheim. In der vorigen Woche sind 79 Kurfremde, im Ganzen 11,681, gegen das Vorjahr mehr 1287, Personen hier angekommen.

b. Dorn⸗Assenheim, 27. Sept. Zu Ehren des vom Gemeinderath zum Ehrenbürger ernannten Bier⸗ brauers Ph. Jung aus Milwaukee, eines in Amerika reich gewordenen Dorn-Assenheimers, der wieder nach Amerika zurückreist, fand gestern Abend im Gasthaus