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als Ursache der Verendung festgestellt worden. Friedberg den 25. Januar 1893.
Bekanntmachung. 3 a Nach Mittheilung des Königlichen Landrathamts Usingen ist bei einer in der Gemeinde Pfaffenwiesbach gefallenen Kuh Milzbrand
Verdingung von Erdarbeiten.
Betreffend: Feldbereinsgung in Gemarkung Rodbelm v. d. H.. 3 5 1 Die im 1. Bereinigungsbezirk rubr. Gemarkung bei Verschleifung der Laicher Straße,
Ober⸗Erlenbach vorkommenden Erdarbeiten mit ca.
19500 ebm Bodenbewegung sollen am
Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.
der Waldhohle und des Hohlweges Rodheim— Dienstag den 31. Januar, Vormittags
10% Uhr, in 6 einzelnen größeren Arbeitsloosen durch öffentlichen Verding auf dem Rathhause zu Rodheim vergeben werden. Zeichnungen, Voranschläge, Massenberechnungen und Uebernahme-Bedingungen liegen auf Großh. Bürgermeisterei Rodheim zur vor⸗ ö Der Großh. Kultur-Ingenieur für Oberhessen
herigen Einsichtnahme der Bietenden offen. Gießen den 21. Januar 1893.
Wißmann. 359
Deutsches Reich.
Darmstadt, 24. Jan. S. ber Großherzog, der mit der Prinzessin Alix gestern zu den Vermählungsfeierlichkeiten in Berlin eingetroffen ist, begab sich heute Nachmittag zur Extravorstellung des Reiterfestes des 1. Garde⸗Dragoner-Regiments. Abends 7 Uhr fand Familientafel bei der Kaiserin Friedrich statt
— Der Bericht des Finanzausschusses über den Entwurf, die Abänderung des Einkommen— steuergesetzes betreffend, empfiehlt die Annahme des auf die Deklarationspflicht gegründeten Entwurfs mit einigen Aenderungen. Unter diesen Aenderungen ist namentlich hervorzu— heben, daß die höheren Einkommen eine stärkere Besteuerung erfahren sollen. Den Antrag Pfannstiehl, Muth und Schönberger, die Ueber⸗ nahme der Kosten der Fortbildungsschulen auf die Staaiskasse betreffend, empfiehlt der Finanz— ausschuß mit Rücksicht auf die Erklärung des Staatsministers, wonach die angeregte Frage erst bei Aufstellung des Staatsbudgets für die nächste Finanzperiode in weitere Erwägung ge— zogen werden könne, zur Zeit für erledigt zu erklären.
Darmstadt. Der Ministerialkalkulator Preuschen wurde zum Mintstertalrevssor ernannt.
Berlin, 24. Jan. Der Großfürst-Thron— folger traf Abends hier ein und wurde vom Kaiser herzlich empfangen. Nach den militärischen Ehrenbezeugungen geleitete der Kaiser den Thron— folger in offenem Wagen zur russischen Botschaft. Die auf dem ganzen Wege anwesende dichge— drängte Menge brachte dem Kaiser und dem Gaste stürmische Ovationen dar.
— 26. Jan. Heute Nachmittag 4 Uhr fand die standesamtliche und um 4½ Uhr die kirchliche Trauung des fürstlichen Brautpaares durch den Generalsuperintendent Or. Dryander in der königlichen Schloßkapelle statt, wohin sich das Brautpaar nebst den Majestäten und den zahlreich anwesenden Fürstlichkeiten, nach— dem die Kaiserin auf dem Haupte der Prinzessin die Prinzessinnenkrone befestigt hatte, in feier⸗ lichem Zuge begab. Während des Ringwechsels gab die Artillerie im Lustgarten 36 Salut⸗ schüsse ab. Hierauf folgte große Cour im Weißen Saale, wonach Cermonientafel im Rittersaale stattfand. Der Kaiser brachte die Gesundheit des Brautpaares aus, worauf das Musikkorps des J. Gardedragonerregiments den Tusch blies. Hieran schloß sich der herkömm— liche Fackeltanz im Weißen Saal.
Beulen, 45 Jan Reichstag. Rintelen(Centr.) begründet seinen Antrag auf Abänderung des Strafge setzbuches dahin, daß die Verjährung ruhen soll während der Zeit, wo die Strafverfolgung nicht begonnen oder nicht forigesetzt werden kann Redner hebt heroor, der Antrag stehe mit dem Prozeß Ahlwardt nicht in Ver bindung und bemerkt, die Mitglieder der gesetzgeberischen Körperschaften dürften nicht den Strafgesetzen entzogen werden, die sie selbst geschaffen haben. Stabthagen (Soc.) bezeichnet den Antrag als unnöthig. Die Ver jährung werde unterbrochen, wenn beim Reichstag bean tragt werde, die Strafverfolgung Abgeordneter zu ge statten. Hartmann(kosserv) sagt, die Frage set von großer Bedeutung bei Pleßvergehen, die in 6 Monaten versähren. Der Fall Ahlwardt gebe die Veranlassung, mehr gesetzgeberisch einzuschrelten Marquardsen (nat. lib.) billigt den Antrag vollkommen. Es müss— verhindert werden, daß Angriffe auf die Rechte von Privatpersonen wegen Immunftät der Abgeordneten un gesühnt blieben Der Reichstag sei verpflichtet, der be stebenden Ussicherbeit ein Ende zu machen. v. Bar (freis.) erklärte, der Antrag entspreche der jurtistischer Konsequenz und dem praktischen Bedürfniß. Der Antrag wird darauf angenommen, die von den Sozialdemokraten
beantragte Verwusung an die Kommission aber abgelehnt Das Haus tritt nicht in die zweite Berathung ein wegen des Widerspruchs der Sozialdemokraten. Es tolgt die Berathung des Antrags Ackermann, welcher den Konsumvereinen die Abgabe von Waaren an Nicht mitglieder unter Strafandrohung verbietet. Hitze(Centt) befürwortet den Antrag. Clemm(nat. elib) spricht gegen den Antrag. Stolle(Soc) spricht gegen den Antrag und bemerkt, in Sachsen, wo die Konsumvereine bereits besteuert werden, störe man deren Betrieb, bet spellsweise in Meerane, durch das Verbot des Spiri tuosenverkaufs. v. Stumm(R. P.) befürwortet den Antrag Gerade das Handwerk müsse gegen die Miß: smände der Konsumvereine geschützt werden. Schneider (freis.) weist auf die Offiziers und Beamten Konsum bereine hin. Der Antrag wolle den Kleinhandel schützen, schädihe aber die Arbelter, die vorzugsweise den Konsum; bereinen angehören. Buhl(nat. tb.) ist gegen den Antrag. Schenck(freis.) weist darauf hin, daß in Preußen alle, die einen offenen Laden halten, steuerpflich eig sind. Es werde jetzt selten an Nichtmitglieder ver— kauft. Die vom Antrag geforderten Strafbestimmungen würden nur Denunziattonen herbeiführen. Die Weiter berathung wird vertagt.— 25. Jan, Im Reichstag fand die zweite Etatberathung statt. Zunächst gelangte der Etat des Reichstages zur Verhandlung. Der Titel, sowle der übrige Etat des Reichstages werden bewilligt. Bei dem Etat des Reichskenzlers und der Reichskanzlei bespricht Barth(freis.) die Handelsvertragspolitik Redner wünscht den Abschluß von Handels verträgen mit Spanien, Portugal, Rumänien und Rußland. Graf Ranitz(kons.) gebt hervor, daß die Handelsverträge der Industrte auch nicht geholfen haben. Staatssekretär v. Marschall: Unsere Sache sei es, aus dem Verhalten Amerikas und Frankreichs die erforderlichen Konstquenzen zu ziehen; das baben wir durch die Handelsverträge gethan. Die abge schlossen Handelsverträge haben unsere Handelsbilanz nicht verschlechtert, die Verträge waren die Konsequenz unserer ganzen handelspolitischen Lage(Zustimmung.) Rickert (frets.) hofft, daß die Regterung auf dem Wege der Handelsverträge fortschrette. v. Schalscha(Centr.) bebt hervor, der schwankende Rubelcours verhindere jede Stabilität der wirthschaftlichen Bezlehungen zu Rußland Gegenüber der Bemerkung des Grafen Kanitz hebt Staatssekretär v. Marschall hervor, die deutschen Unter händler für die Handels vertragsverhandlungen mit der Schweiz handelten nur nach ihren Instrukttonen. Wenn man der Schweiz vorwerfe, daß sie kurz vor den Ver— tragsverhandlungen einen hohen autonomen Zolltarif be schlossen, so set zu berücksichtigen, daß die Schweiz während der zehn Jabre vorher durch Verträge gebunden gewesen sei, während Deutschland in dieser Zeit seine Zölle drei mal erhöhte. Der Etat des Reichskanzlers und der Reichskan let wird bewilligt
— 25. Jan. Heute Vormittag fanden 4 Versammlungen von Arbeitslosen statt. Singer, Bebel, Liebknecht und Dreesbach hielten An- sprachen und protestirten in den schärfsten Ausdrücken gegen den Handelminister, welcher gegenüber einer Deputation von Arbeitslosen erklärte, es existire kein Nothstand. Es wurden Resolutionen angenommen, worin der Acht— stundentag verlangt wird und gegen den Lohn von 2 Mark, welche die Stadt den angestellten Arbeitslosen zahle, als zu wenig, protestirt wird.
Kiel. S. M. Kreuzer„Schwalbe“, Komm.
Korv.⸗Kap. Oelrichs, ist am 21. Januar in
Sansibar angekommen; S. M. Kreuzer, Möve“, Kap.⸗Lieut. Hartmann, am 25. von i nach Bombay in See gegangen; S. M. Kanonen— boot„Hyäne“, Komm. Kap.⸗Lieut. Walther II. am 20. in Quittan eingetroffen und am 23. von dort nach Kamerun in See gegangen. München, 25. Januar. Der Fürst von Bulgarien reist heute nach Regensburg ab und begiebt sich von dort nach England. 8 Ausland. a Oesterreich-Ungarn. Wien. Mehrere Mitglieder des hiesigen Jockeyklubs versichern bestimmt, der deutsche Kaiser habe eine Ein—
ladung zu einem Zusammentreffen mit dem
Fürsten Bismarck angenommen. Dasselbe!
werde wahrscheinlich im Spätsommer, jedoch weder in Friedrichsruh, noch in Berlin statt⸗ finden.
Budapest, 25. Jan. Der Abgeordnete Ugron interpellirt darüber, daß ein Oberst des in Karls— burg garnisonirenden Regiments 2 Bataillone strafweise bei 22 Grad Kälte zu einer Marsch⸗ übung kommandirte, wodurch 114 Mann Hände, Füße, Ohren und Nasen abfroren, und ver— langt exemplarische Bestrafung des Obersten.
Frankreich. Paris, 26. Januar. Die Kammer bewilligte mit 303 gegen 182 Stim⸗
men die geheimen Fonds. Die Regierung hatte die Vertrauensfrage gestellt. Großbritannien. London, 25. Jan
Der Kriegsminister befahl, sämmtliche von Indien unterwegs befindliche Truppen in Malta und Cypern anzuhalten und sofort in Port Said für Egypten aus zuschiffen. Die nach Indien unterwegs befindlichen Truppen wurden gleichfalls nach Egypten abbeordert.
Türkei. Constantinopel, 25. Jan. Aus guter Quelle verlautet, die Pforte wollte die egyptische Angelegenheit zum Gegenstande eines Rundschreibens an die Großmächte machen, und die diplomatische Aktion gegen das Lon⸗ doner Kabinet einleiten. Auf Botschafter zweier Mächte des Dreibundes sei das Vorhaben jedoch fallen gelassen worden.
Serbien. Belgrad. 26. Jan. Ein Blatt meldet, in 6 Tagen komme Milan hierher und werde nach zweitägigem Aufenthalte sich nach Kragujewatz begeben.
Rußland. Petersburg. Ungeachtet des scharfen Frostes wird die Zusammenziehung von Truppen in den westlichen Gouvernements ununterbrochen fortgesetzt. Es verlautet, das Kriegsministerium sei informirt worde, n die Konzentrirung russischer Truppen werde bald die Aufstellung von österreichischen Armeekorps bei Stanislau zur Folge haben.
Aus Stadt und Land.
y. Fried berg. Die Wohlthätigkettsvorstellung am letzten Sonntage war, wie nicht anders zu erwarten, außerordentlich stark besucht. Sämmtliche Leistungen: dekla⸗ matorische und musikalische Vorträge, lebende Bilder und Theater, waren sehr gut ausgeführt und gebührt den Arrangeuren sowohl, als den Mitwlikenden uneinge⸗ schränktes Lob. Auch der materielle Erfolg war ein guter, indem etwa 420 Mark eingingen, welche für die Herberge zur Heitmath verwendet werden sollen. schledene Geschäftsleute verzichteten in dankenswerther Welse auf die Einrichtung ihrer Rechnung, so daß ein sehr namhafter Betrag übrig bleibt.
Gleßen, 25. Jan. Im neuen chemischen Universi⸗ täts Laboratorlum in der Ludwigsstraße brach beute Abend Feuer aus, das vermuthlich durch eine Exploston veranlaßt wurde.
Anrathen der
Ver⸗
Werthvolle Präparate Liebigs, die
für die Chicagoer Weltausstellung bestimmt waren, sind
vernichtet worden. Der größte Theil des Laboratotlums ist abgebrannt.
Darmstadt. In Deutschen Zeitungen erschelnen seit einiger Zeit Ankündigungen, in denen eine Englische Firma„The International Mercantile Society“ 245 City Road London E. C., als deren Prästdent sich C. E. Smith und als deren Sekretär Bruno Seller unter- zeichnet, für die Firma Schulburg, Beyer u. Cle. die angebliche Besitzerin der Deutschen Ausstellungstrink⸗ hallen in Chleago, für die Dauer der Chicagoer Aus; stellung 80 Kellnerinnen, sowie auch Commis anzu- werben vorgibt. Personen, die sich auf diese Ankündig⸗
ungen hin an die gedachte Firma wenden, werden zur
vorherigen Einzahlung einer Vermittelungsgebühr von
8 sh. oder von höheren Beträgen aufgefordert. Nach dem Eingang der geforderten Beträge pflegt die Firma dann, wie aus verschtedenen darüber geführten Klagen hervorgeht, den Schetftwechsel abzubrechen. Da die in London über das Treiben der Firma eingezogenen Er
kundigungen ergeben haben, daß sie mit der dies jährigen
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