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1893.
N Donnerstag den 26. Oktober.
126.
Oberhessischer
Anzeiger.
Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Annoncen: Die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 10 Pf., Reclamen 30 Pf., wärtigen Einsendern(soweit Letzere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets durch die
ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von aus⸗ Post nachgenommen. —
——
Amtlicher Theil.
Betreffend: Die Ausführung der allgemeinen Bauordnung.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. vom 8. v. Mts.(Kreisblatt Nr. 108) bei Ihnen dringend in Erinnerung zu bringen.
Wir sind veranlaßt, unser Ausschreiben
Personen, bezüglich deren Aufenthalts Auskunft begehrt wird: Joseph
Jos. Dresch, geboren am 12. Juni 1859 im Kanton Uri in Stockhausen(V. 887/93); Joseph Georg Grobb, gebo
(B. 680,93); Joh. Helbrig oder Helbrig von Güls(K. ren am 5. März 1853 in Unter⸗Ufhausen(V. 888,93);
stadt(B. 889/93); Johannes Thom, Reisender der Firma Wilh. Langguth in Eßlingen a. N.(B. 615/93);
ier en(N. 860/93); Bartolo Soravia, Händler aus Worms(N. 820,93);
Justus Kranz von Alsfeld(N.
Friedberg den 21. Oktober 1893.
Dr. Braden.
Böhm, geboren am 23. September 1870 in Poppenhausen(V. 680/93);
203/93); Ernst Wangmann, geboren am 6. Febr. 1857
Karl Wesemann, geboren am 29. April 1857 in Halber⸗ Nikolaus Wagner, geboren am 3. Dezember 1874 in
780/93); Christian Dochtermann von Schotzach, zuletzt
Kutscher in Bad⸗Nauheim(N. 778,93); Christian Zentner von Rinklingen(N. 891/93); Georg Wolf von Rommelhausen(N. 912/93); Julius Gelbhardt von Frank⸗
furt a. M.(N. 819,93);
Erledigungen: Konrad Sommer von Haibach, durch Gendarm Heimbrecht in Bad⸗Nauheim; Karl Fischer von Homberg a. O.; Johann Hugo von Hergen⸗
brücken, durch Polizeikorporal Kirchner in Würzburg; Johann Michael Faber von 3
ahlbach; Johann Weisenborn von Breitenborn, durch Wachtmeister Will und Gendarm
Held in Vilbel; Peter Hönig von Reilingen; Konrad Müller von Sellnrod, durch die Gendarmen Zater und Woweries in Ulrichstein.
Steckbrief.
Töpfchen mit Salz und Kaffee,
kattunkleider, Hut und Handtäschchen, nannte wird ersucht(F. 1340/3). Friedberg den 21. Oktober 1893.
Das Frauenzimmer ist ca. 25 Jahre alt,
Franz Otto Fischer, geboren am 19. November 1872 in Treuen, ist auf Grund Haftbefehls Großh. Amtsgerichts Friedberg wegen Unterschlagung festzunehmen. Um Nachricht vor Zuführung wird gebeten(F. 1277,93). Ausschreiben: Am Vormitkag des 19. Oktober 1893 wurden eines braunen Handkoffers(enthaltend Herrenhut, Herrenzugstiefel, theilwei Strickzeug, Lumpen) die Flucht ergriffen. 30 bis 34 Jahre alt, ca. 1,75 m. groß, hat dunkelblonden erst im Entstehen begriffenen Schnurr⸗ unter dem Rock einen rothbraunen Wamms und Talmikette.
u Friedberg eine Manns- und eine Frauensperson angehalten, welche unter Zurücklassung se noch nasse Herrenhemden, Frauenkleider und Wäsche, Strümpfe, Taschentücher, Stearinkerze,
Der Mann, welcher sich Johann Kraus oder Krause, Metzger von Offenbach, nannte, ist und Kinnbart, mittelgroß, hat fleckiges Gesicht, blondes Haar, trägt Druck⸗ sich Helene Metting von Blankenheim und wollte in Bonames Stelle als Dienstmagd gefunden haben. Um Fahndung
trägt dunkeln Rock, hellere Hose, neue hohe Stiefel,
Der Großherzogliche Amtsanwalt: Lebrecht.
Deutsches Reich.
Darmstadt, 24. Oktbr. S. K. H. der Großherzog, der Großfürst und die Groß⸗ fürstin Sergius und Großfürst Paul von Ruß⸗ land, die Prinzessin Heinrich von Preußen und die Prinzessin Alix besuchten gestern die Kaiserin. Friedrich in Homburg. — Dem Bürgermeister Jäger in Hainhausen wurde das Allg. Ehrenzeichen 1 J. langjährige treue Dienste“, dem Rechner der Sparkasse in Zwingen⸗ berg Machleid der Charakter als Rentmeister verliehen, der Amtsrichter Nees in Pfeddersheim zum Landrichter in Mainz, der Amtsrichter Ur. Lahr in Zwingenberg zum Amtsrichter in Darmstadt 11, der Amtsrichter Becker in Groß⸗Umstadt zum Amtsrichter in Beerfelden, der Amtsrichter Geilfus in Groß⸗Umstadt zum Amtsrichter in Altenstadt, der Amtsrichter De. Nagel in Worms um Amtsrichter in Pfeddersheim, der Amtsrichter 9 7 in Grünberg zum Amtsrichter in Zwingenberg, der Gerichtsassessor Hörle aus Kaichen zum Amtsrichter in Grünberg, der Gerichtsassessor Ur. Rossi aus Boden⸗ heim zum Amtsrichter in Mainz, der Gerichtsassessor Hessel aus Mainz zum Amtsrichter in Worms, der Ge⸗ richtsassessor Kolb aus Dieburg zum Amtsrichter in Groß⸗Umstadt, der eg eee Hoßinger aus Worms um Amtsrichter in Groß⸗Gerau, der Gerichtsassessor Lebrecht aus Mainz zum Amtsrichter in Groß⸗Umstadt der Finanzaspirant Jockel aus Bad⸗Nauheim zum Kal⸗ kulator bei der Brandversicherungskammer ernannt der Gerichtsassessor Zimmermann in A mit Wahr⸗ nehmung der Dienstverrichtungen eines Amtsanwalts bei den Amtsgerichten Friedberg, Bad⸗Nauheim, Butz⸗ bach und Vilbel beauftragt. 8 4 Berlin. Gerüchte über bevorstehende
Personal⸗Veränderungen innerhalb des könig⸗ lichen Staatsministeriums entbehren jeder Be⸗ gründung. f 8
— 23. Okt. Gegen den Anarchisten Ci⸗ garrenmacher Schlosser aus Wiesenthal ist wegen aufreizender, den öffentlichen Frieden gefährdender Reden Anklage erhoben worden.
— 24. Oktober. Erzherzog Albrecht von Oesterreich ist um 12½ Uhr hier eingetroffen er wurde vom Kaiser und den Prinzen Heinrich und Leopold auf dem Bahnhofe empfangen. Alsbald erfolgte die Weiterfahrt nach Potsdam. Der Sonderzug traf um 1¼ Uhr in der Wild⸗ parkstation ein. Der Bahnhof war mit öster⸗
marsch fuhr der Erzherzog mit dem Kaiser im offenen Wagen nach dem„Neuen Palais“. Auf dem Wege bildeten das 1. Garde-Regiment und die Schulabtheilung Spalier. Vor dem „Neuen Palais“ war ein aus sämmtlichen Gardecavallerie-Regimentern combinirtes Regi— ment aufgestellt; nach der Auffahrt formirten sich alle Truppen zum Parademarsch, den der Kronprinz und Prinz Eitel Friedrich in der Front des 1. Garde⸗Regiments mit machten. — 24. Okt. Wie der„V. Z.“ aus Dar⸗es⸗ Salaam geschrieben wird, hat der geschlagene Sultan Meli um Frieden gebeten. In den von ihm anstandslos angenommenen Beding— ungen anerkennt er unter anderem die deutsche Oberhoheit bedingungslos. Der Oberführer der Schutztruppe, Major von Manteuffel, ging am 28. September auf Urlaub nach Deutsch⸗ land, da er häufig an schleichender Malaria leidet; seine Rückkehr ist fraglich.
Dresden, 22. Okt. Der Kaiser und die Prinzen Heinrich und Albrecht sind um 5 Uhr zum 50jährigen Militärjubiläum des Königs Albrecht hier eingetroffen und wurden am Bahnhofe vom Prinzen Georg, dem preußischen Gesandten Grafen Dönhoff und den Spitzen der Behörden empfangen. Im Schlosse fand die Begrüßung mit dem Königspaare und den Prinzen statt. Um 6 Uhr begann die Prunk⸗ tafel, wobei der Kaiser zwischen dem Königs—
Kriegsminister saß.— 23. Okt. 11 uhr nahm der König die Beglückwünsch⸗ ungen seitens der Fürstlichkeiten und Spezial⸗ gesandten fremder Höfe entgegen. sich der Georg geführte Deputation der
Armee. Der Kaiser überreichte einen Feldmarschallstab mit Brillanten.
Königin das Frühstück ein.
reichischen Farben und Tannengrün geschmückt, die Ehrencompagnie stellten die Gardejäger. Nach dem üblichen Frontabschreiten und Parade⸗
festlich geschmückte Stadt zur Besichtigung
im Offizierskasino der Gardereiter. Der König und die fürstlichen Gäste wurden während der Fahrt durch die Stadt mit Jubel begrüßt. Nachmittags fand eine größere Tafel statt, an der die Mitglieder des Königshauses, die Fürst— lichkeiten und die geladenen Deputationen theil⸗ nahmen. Abends schloß ein Hoßball die fest— lichen Veranstaltungen.
Köln, 23. Okt. wurde heute eröfsnet.
München. Ministerpräsident Freiherr v. Crailsheim erklärte im Finanzausschuß, seit dem letzten Bulletin sei das Befinden des Königs unverändert.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 23. Okt. Reichsrath. In der heutigen ersten Lesung der Wahlreformvorlage gab unter großer Beweg⸗ ung des Hauses der Ministerpräsident Taaffe folgende Erklärung ab:„Eine sorgfältige Be⸗ obachtung der mannigfachen Vorgänge im öffentlichen Leben während der letzten Jahre innerhalb des Staates wie des Auslandes
Der Sozialistenkongreß
Hieran schloß Drucke äußerer Faktoren entschlossen Empfang von Beglückwünschungsdepu⸗ tationen, an deren Spitze die vom Prinzen bestehenden Verfassung festhält, bringt den
sächsischen leitenden Gedanken zum Ausdruck, denjenigen, dem König welche staatsbürgerliche Pflichten erfüllen, die Nach Theilnahme am politischen Leben einzuräumen. Beendigung des Empfanges nahm der König Dieser Grundgedanke, welcher die möglichste mit den Fürstlichkeiten in den Gemächern der Erweiterung des Wahlrechts bezielt, erscheint Um 12 Uhr fuhren der Regierung als Resultat der Staatsraison, der König und die Fürstlichkeiten durch die indem nur der des Wahlrechts jene großen und schweren Ge—
ließen es der Regierung pflichtgemäß erscheinen, in dieser ernsten und wichtigen Frage die Ini⸗ tiative zu ergreifen. Ebenso wie der Regie⸗ rung eine feindselige Tendenz gegen irgend eine Bevölkerungsklasse oder politische Partei gänz⸗ lich fern lag, ebenso geht es nicht an, die
paare und dem ersteren gegenüber der sächsische Einbringung des Gesetzes, die lediglich durch Heute um Erwägungen allgemein staatlicher Natur ver⸗
anlaßt wurde, als eine Maßregel zu bezeichnen, zu welcher die Regierung sich etwa unter dem hätte. Der Entwurf, welcher an der Grundlage der
durch eine rechtzeitige Erweiterung
militärischen Etablissements und zum Frühstück fahren wirksam und dauernd abgewendet wer⸗
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