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ungarischen Staatssekretärs Reißig wies die deutsche Reichsregierung die sächsischen und bayerischen Zollbehörden an, fortan Cerealien aus Oesterreich⸗Ungarn ohne Ursprungs⸗Zeugniß einzulassen. Das seitherige Vorgehen genannter Behörden beruhe auf einem Irrthum.

Triest, 19. Aug. Die Kaiserin Friedrich traf heute an Bord derSurprise hier ein und setzte ihre Reise nach Venedig per Bahn fort.

Schweiz. Bern. Der Bundesrath be⸗ auftragte den Professor Rossel, Rektor der Universität Bern, mit der Abfassung des Gut⸗ achtens im Schiedsgerichtsstreit zwischen Frank⸗ reich und Chile im Fall Fabiani.

Belgien. Brüssel, 18. Aug. Der Para⸗ graph 56 der Verfassung wurde in der Form, wie er vom Senct festgesetzt worden war, durch das Abgeordnetenhaus nicht angenommen. So⸗ mit ist die Senatsreform vollständig vernichtet. Der Beschluß der Kammer bedeutet eine em⸗ pfindliche Niederlage für die Regierung und eröffnet andererseits die Aussicht auf einen Konflikt mit dem Senat. Die Lage ist in Folge dessen eine äußerst verworrene.

Frankreich. Marseille, 19. Aug. In Folge der Vorgänge in Aigues⸗Mortes herrschte gestern Abend in den Vorstädten von Marseille, wo zahlreiche italienische Arbeiter wohnen, eine große Erregung. Die Polizei erhielt strenge Befehle für den Fall etwaiger Verwickelungen.

Aigues⸗Mortes, 18. Aug. Mit Ankunft der Truppen ist die Ordnung wieder herge⸗ stellt worden. Die italienische Arbeiter, welche sich förmlich verbarrikadirt hatten, wurden nach dem Bahnhofe geleitet, um nach Marseille zu fahren. Andere Italiener hatten sich auf's Land geflüchtet. Vermuthlich liegen noch mehrere Todte und Verwundete in den Sümpfen. Die

Truppen bivakiren für den Fall neuer Un⸗ ruhen. Alle Getödteten und Verwundeten sind

Italiener.

19. Aug. Zahlreiche Arbeiter nahmen heute Vormittag die Arbeit wieder auf. Die Truppen bleiben zur Aufrechthaltung der Ord nung hier stationirt. Infolge neuer Todesfälle unter den verwundeten Arbeitern ist die Zahl der Todten nach amtlicher Feststellung auf 15 gestiegen. Hier wird erklärt, unter den Todten befänden sich 5 Franzosen. Die Zahl der Ver wundeten übersteigt 60. Die Beerdigung der Todten fand gestern Abend ohne Zwischenfall statt. 300 Italiener kampiren in Sylveral, wohin sich der italienische Vicekonsul begab, um sie aufzufordern, sich ruhig zu verhalten.

Großbritannien. London, 18. Aug.

Nach einer Meldung aus Ebbw Vale in Male

befindet sich die dortige Gegend in Folge eines

zwinge tärische Cordons abgeschlossen.

eine 10prozentige Lohnerhöhung erhalten haben, die Arbeit wieder aufgenommen. Die Besitzer der hiesigen Hüttenwerke stehen im Begriff, die Hochöfen wegen der Kohlenkrisis außer Thätig keit zu setzen.

19. Aug. Im Walisischen Kohlen- distrikte von Pontypridd herrscht große Erre gung zwischen den streikenden Bergleuten und den weiterarbeitenden Dockleuten. Es wird ein Zusammenstoß befürchtet, Truppen sind eingetroffen. In Pontypridd ist die Nachricht eingegangen, es seien Unruhen in Merthyr aus⸗ gebrochen und die Aufruhrakte wäre verlesen

worden. Infanterie ist nach Merthyr ab gegangen.

Italien. Rom, 19. Aug. Als Zeichen der Trauer über die Vorgänge in Aigues

Mortes haben heute verschiedene Geschäfte die Nationalflagge umflort ausgehängt.

Serbien. Belgrad. Die Berathungen über den serbisch-russischen Handelsvertrag sind bis zur Herbstsession vertagt worden.

Amerika. Buenos Aires, 18. Aug. Die

richte man solche.

Versuchs der streikenden Grubenarbeiter, die Nichtstreikenden zum Eintritt in den Streik zu n, in einer Art Belagerungszustand. des Die Wege werden durch oolizeiliche und 3 f

Die Weg e) polizeiliche und mili⸗ einem Zuge überfahren und getödtet. ns In Cumber⸗ land haben die Grubenarbeiter, nachdem sie

chen von 1516 Jahren in der Nähe des Forsthauses

seinen

Aufständischen marschiren nach der Stadt Cor⸗ rientes, nachdem sie den Truppen der Provin⸗ zialregierung eine Niederlage beigebracht hatten. In La Plata ist alles ruhig.

Asien. Bombay, 18. Aug. Um einem neuen Zusammenstoß der Muhamedaner und Hindus vorzubeugen, wurden Kanonen bei der Juma⸗Moschee aufgestellt. Während der Gebete der Muhamedaner nahm der General⸗ Lieutenant mit starkem Truppenaufgebot vor der Moschee Aufstellung. Auf dem Tuchmarkt sind die Magazine wieder eröffnet.

Aus Stadt und Land.

Friedberg. Der Fr. Z. schreibt man, und wir stimmen vollständig mit ihr überein:Von mehreren Seiten gehen uns Beschwerden darüber zu, daß seit 1. August von allen Reisenden, welche den Morgen Schnellzug der Main⸗Weserbahn Nr. 76 von Marburg, Gießen oder Nauheim nach Friedberg oder Frankfurt benutzen wollen, eine Zuschlagstaxe von 2 Mark per Person erhoben wird. Solche Zuschlagstaxen mögen gerechtfertigt sein für neu eingelegte direkte Blitzzüge, die neben den bestehenden Schnellzügen auf den durch⸗ gehenden Verkehr berechnet sind. Sie mögen für solche nur wenige Wagen führende Züge sogar nothwendig sein, um Platz zu schaffen für die Reisenden, welche große Strecken durchfahren. Neu und unberechtigt scheint es uns aber zu sein, solche Zuschlagstaxen zu erheben auf längst bestehenden und in den Gewohn heiten des Publikums fest eingelebten Zügen. Der Schnellzug 76 ist einer der ältesten Schnellzüge. Er besteht mit geringen Abänderungen der Fahrzeit seit mehr als 30 Jahren. Er ist, abgesehen von einem schon 4.52 Min. aus Marburg abfahrenden Zuge, der einzige Vormittags in der Richtung nach Frankfurt fahrende Schnellzug. Auf einem solchen Zuge eine Extrataxe von 2 M. für die kleinste Strecke einzuführen, erscheint uns als eine große Benachtheiligung des Pub⸗ likums, welche die Eisenbahnverwaltung nicht aufrecht erhalten kann, ohne in allen Kreisen große Mißstim⸗ mung hervorzurufen. Ganz dasselbe ist es mit dem Abendschnellzuge von Frankfurt. Auch dieser ist ein alter Schnellzug und ganz sicher hat eine Behörde nicht das Recht, zwei zum Bedürfniß gewordene Züge auf einmal für den Verkehr zu sperren. Sind neue Züge nöthig geworden für den durchgehenden Verkehr, so er⸗ Die gesammte Presse und sämmtliche betheiligten Orte sollten Front machen gegen ein der artiges Gebahren, denn was heute uns passirt, kann morgen Anderen passiren.

r. Bad-Nauheim. Die pädagogische Laufbahn des erst vor einigen Monaten definitiv angestellten städtischen Lehrers Eichelmann scheint einen jähen Ab schluß gefunden zu haben. Eichelmann ist mit einer Frankfurterin nach London gereist auf Nimmerwieder sehen. Wie derW. Anz. vernimmt, soll Eichelmann vom Dienste suspendirt und Anzeige wegen Betrugs beim Staatsanwalt erhoben sein.

r. Bad Nauheim. In der vorigen Woche kamen 608 Kurfremde, im Ganzen jetzt 8981 Personen hier an.

b. Reichelsheim, 18. Aug. Vor einigen Tagen verunglückte ein hiesiger Oekonom, als er mit einem Knecht einen Wagen in seinen Hof schob. Der Wagen rannte wider das Haus, wodurch die Deichsel nach seitwärts fuhr und dem Manne widex den Leib schlug. Hierbei wurde er innerlich derart verletzt, daß er heute Morgen nach großen Schmerzen verstarb.

Allerlei. Hanau, 17. Aug. Heute früh wurde in der Nähe Ostbahnhofes ein 16jähriger Schlosser von hier von Der Kopf des Verunglückten war vom Rumpf getrennt. Es liegt an cheinend Selbstmord vor. Frankfurt, 18. Aug.

Gestern wurde ein Mäd

von einem gut gekleideten Menschen überfallen und ver⸗ gewaltigt. Der Thäter ist verhaftet; er weigert sich, Namen zu nennen.

Ulm, 18. Aug. Auf dem Rückmarsch des gegen wärtig hier einquartirten 2. Infanterie-Regiments vom Exerzierplatz auf dem Lerchenfeld sind gegen 40 Mann vom Hitzschlag getroffen worden und umgefallen. Ein Mann, Postpraktikant Höfel aus Stuttgart, war sofort todt.

Dortmund, 18. Aug. Auf der ZecheKönig Ludwig fand in Folge Schlagwetter eine Explosion statt. 7 Personen wurden getödtet, 6 verletzt.

* Dortmund, 19. Aug. Auf der ZecheKaiser⸗ stuhl ereignete sich eine Wetterexplosion. Die Zahl der Todten ist 52.

Berlin. Der evangelisch-soziale Kongreß beab sichtigt im Herbst ds. Js. einen nationalökonomischen [Kursus zu veranstalten. Derselbe soll zehn Tage dauern sund vom 10. 20. Oktober dahier abgehalten werden. [Eine Anzahl Männer der nationalökonomischen Wissen schaft hat sich bereit erklärt, den Unterricht zu über nehmen. Es soll über folgende Gegenstände vorgetragen werden: 1. Elemente der National-Oekonomie, 2

2. Systeme der Volkswirthschaft, 3. Agrarpolitik, 4. Gewerbepolitik, 5. Handel, 6. Die deutsche Arbeiterbewegung, 7. Die

deutsche Social-Gesetzgebung, 8. Die sociale Bedeutung

Brüssel, 19. Aug. Obschon bis jetzt e Cholera in Belgien konstatirt wurde, hat die Regierung beschlossen, die geplanten Herbstmanöver zwischen Beverlog und Brüssel nicht abzuhalten. Reserveklassen von 1886, 1887, 1888 und 1889 haben Gegenordre erhalten.

Bukarest, 18. Aug. Gestern Nachmittag um halb fünf Uhr hat hier ein ziemlich starkes Erdbeben statt⸗ gefunden.

Die Häuser Preußen und Hessen.

Die im Königl. Schlosse zu Berlin am 1. Februar ds. Is. erfolgte fürstliche Ver⸗ mählung ist, wie dieVoss. Ztg. nachweist, bereits die siebzehnte Verbindung, die zwischen den Häusern Brandenburg⸗Preußen(Hohen⸗ zollern) und Hessen(Brabant) im Laufe der Jahrhunderte stattgefunden hat. Die erste Ver⸗ schwägerung geschah im Jahre 1297 durch die Heirath Johannes l. Burggrafen von Nürn⸗ berg mit Agnes, Tochter des Landgrafen Heinrich das Kind von Hessen, Herzogs von Brabam, Tochtersohn und Erbe der Heil. Elisabeth von Thüringen. Es folgt, zweitens, im Jahre 1380 die Heirath Hermanns, des gelehrten Landgrafen von Hessen, mit Margarethe, Schwester des Kur⸗ fürsten Friedrich I. von Brandenburg. Drittens der regierende Landgraf Ludwig von Hessen⸗ Darmstadt 1598 mit Magdalene Markgräfin von Brandenburg. Bei den nun folgenden Verbindungen tritt eine Erscheinung ein, die in der Genealogie wohl zu den Seltenheiten gehört; es finden durch neun aufeinanderfol⸗ gende Generationen der beiden hohen Häuser in jeder Generation mindestens einmal Ehe⸗ bündnisse statt, und zwar vermählten sich, um mit der entferntesten zu beginnen, in der neuen Generation: Der regierende Landgraf Wilhelmi, von Hessen⸗Kassel 1649 mit Hedwig Sophie von Brandenburg, Schwester desGroßen Kurfürsten. In der 8. Generation: a) König Friedrich J. in Preußen(als Kurprinz) 1679 mit Elisabeth Henriette von Hessen-Kassel, p) der regierende Landgraf Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt 1687 mit Dorothee Charlotte, Tochter Alberts von Brandenburg-Ansbach. In der 7.: König Friedrich J. von Schweden, Landgraf von Hessen-Kassel, 1700 mit Luise, Tochter König Friedrichs J. in Preußen. In der 6.: a) Prinz Heinrich von Preußen, Brudet Friedrichs des Großen, 1752 mit Prinzessin Wilhelmine von Hessen-Kassel, b) Friedrich I., reg. Landgraf von Hessen-Kassel, 1773 mit Philippine, Mark-Gräfin von Brandenburg⸗

Schwedt. In der 5.: König Friedrich Wil⸗ helm II. von Preußen 1769 mit Friederike,

Prinzessin von Hessen-Darmstadt. In der 4. a) Kurfürst Wilhelm II. von Hessen-Kassel 1797 mit Auguste, Tochter Königs Friedrich Wil. helms II. von Preußen, b) Prinz Wilhele von Preußen 1804 mit Maria Anna, Tochter des souv. Landgrafen Friedrich V. von Hessen. Homburg. In der 3.: Prinz Karl von Hessen und bei Rhein 1836 mit Elisabeth, Prinzessin von Preußen. In der 2.: a) Landgraf Fried- rich Wilhelm von Hessen⸗Kassel 1853 mit Anna, Prinzessin von Preußen, b) Landgraf Alexis von Hessen-Philippsthal-Barchfeld 1854 mit Luise, Prinzessin von Preußen. In der ersten und jüngsten Generation: a) Prinz Heinrich von Preußen, Bruder Wilhelms II. Deutschen Kaisers und Königs von Preußen, 1888 mit Irene, Tochter Großherzogs Lud⸗ wigs IV. von Hessen und bei Rhein, und endlich b) Prinz Friedrich Karl von Hessen 1893 mit Margarethe, Tochter Friedrichs 11. Deutschen Kaisers und Königs von Preußen.

Der Föhn.

In der Zeit des Ueberganges auf den Frühling weht manchmal bei uns eil milder Wind aus Süd oder Südwest, der del Winter vertreibt und den Einzug des Frühling! beschleunigt, das ist der Föhn. Auch mittel! im Winter und im Herbst, seltener im Somme: werden föhnige Luftströmungen beobachtet. Det: Föhn ist, ähnlich wie der Mistral in Frankreich.

vom Winter

der Inneren Mission, 9. Kirchlich soziale Bestrebungen.

die Bora an der istrisch-dalmatinischen Küste,

Die bereits einberufenen

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