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Arbeitgeber und Arbeitnehmer zugänglich machen.

Aus Thorn wird gemeldet, daß von von der Regierung an verschiedene Schulin⸗ spektionen die Anfrage ergangen sei, wie sich die Wiedereinführung des polnischen Unterrichts in den Schulen polnischer Gegenden am ge eignetsten bewerkstelligen lasse.

Wilhelmshöhe, 19. Juli. Die Kaiser⸗ lichen Prinzen trafen heute hier ein. 8

Würzburg. Die Cavalleriemanöver für Unterfranken wurden abgesagt, dagegen finden die Infanteriemanöver statt.

Ausland.

Belgien. Brüssel, 20. Juli. Zum dritten Male diskutirte heute die Kammer über die Senatsreform und wiederum wurden alle An⸗ träge verworfen. In Folge dessen soll Beer⸗ naert demissioniren wollen; in der Kammer ist das Gerücht verbreitet, er habe bereits sein Demissionsgesuch unterzeichnet.

Schweden. Stockholm, 19. Juli. Das Kaiserpaar traf Abends in Tullgarn ein, be gleitet von dem schwedischen Kronprinzenpaar, das derHohenzollern entgegengefahren war. An der Landungsstelle befand sich eine dicht⸗ gedrängte Menschenmenge. Auf der Brücke

wurden beim Passiren des Kaiserpaares von

jungen Mädchen Blumen gestreut.

Norwegen. Christiania, 19. Juli. Das Storthing beschloß mit 62 gegen 49 Stimmen die Kündigung der Konsulatsgemeinschaft mit Schweden. Sodann wurde als Termin für das Aufhören der Gemeinschaft mit 56 gegen 55 Stimmen der 1. Januar 1895 festgesetzt.

20. Juli. Das Storthing beschloß mit 62 gegen 52 Stimmen die Appanage des Königs von 336,000 auf 256,000 Kronen herabzu setzen; auch die Appanage des Kronprinzen wurde mit 61 gegen 53 Stimmen um 50,000 Kronen reduzirt. Das Storthing lehnte auch mit 57 gegen 56 Stimmen die Forderung für die Gesandtschaft in Wien ab, ebenso den Titel in Betreff der geheimen Ausgaben des Mini⸗ steriums des Auswärtigen.

Frankreich. Paris, 19. Juli. Es ver⸗ lautet, die französische Regierung fordere von Siam 3 Million Franes allgemeinen Schaden ersatz, nicht eingerechnet den Schadenersatz für Privatpersonen. Falls Siam den Vorschlägen zustimmt, werde die Regierung als Unterpfand seines guten Willens die Auslieferung eines Forts oder eines vortheilhaften Ankerplatzes während der Dauer der Verhandlungen über die Entschädigung und Grenzregulirung von Siam verlangen. Lehnt Siam ab, so würde die Regierung die Blokade über die siamesischen Küsten erklären. Falls Siam unfähig ist zur sofortigen Zahlung der Gesammtsumme der geforderten Entschädigung, so würde Frank⸗ reich die Einkünfte aus den Fischereien des großen Sees verlangen.

20. Juli. Nach hier eintreffenden Mel dungen aus Bangkok herrscht große Aufregung am siamesischen Hofe. Die Widerstandspartei mache große Anstrengungen. Der Hof treffe ostentativ Reisevorbereitungen, wodurch er offen bar eine Panik hervorrufen und die Landung der Seeleute der verschiedenen Mächte herbei führen will. In die Provinz Battamlang, von wo eine Frankreich günstige Volksbewegung ge meldet wird, sind siamesische Truppen abge sandt worden.

Dodds schifft sich am 10. August nach Dahomey ein, wo er das Commando der Ok kupationstruppen übernimmt.

- 20. Juli. Im Senat antwortete Mi⸗ nister Develle auf Befragen, die französischen Ansprüche gegenüber Siam seien legitim und gemäßigt.Ich will glauben, daß Siam besser erleuchtet über seine Interessen sein und uns Satisfaktion geben wird, denn Frankreich ist in der Lage, das, was es beansprucht, zu er⸗ zwingen. Der Senat votirte hierauf einstim mig der Regierung Vertrauen.

reichende Besche Ne

Die Kammer anschlag des Festes

nahm den Antrag Alicot an, der die Mandat⸗

dauer der nächsten Kammer verlängern, und

Allerlei.

Bayreuth, 20. Juli. In Weiden sind heute

die Wahlen für den 31. Mai 1898 fixiren will. Nacht abermals 30 Firste abgebrannt

Der Antrag Roche, der den Wählern das Recht geben will, die Deputirten, mit denen sie un⸗ zufrieden sind, durch Referendum abzusetzen, wurde mit 319 gegen 62 Stimmen abgelehnt.

Dem italienischen Revolutionär Cipriani wird der weitere Aufenthalt in Frankreich nicht verwehrt, da die Behörden sich überzeugt haben, daß er sich nicht an den Unruhen im Quartier Latin betheiligte.

Großbritannien. London, 20. Juli. Unterhaus. Im Verlaufe der heutigen Sitz⸗ ung erklärte Grey, über die Umstände, unter denen der Konflikt zwischen den französischen Kanonenbooten und den siamesischen Forts am 13. d. M. stattgefunden, lauteten die Berichte widersprechend. Die französischen Kanonen⸗ boote lägen noch vor Bangkok, wo gegen wärtig 3 französische und 2 englische Kanonen⸗ boote ankerten. Die Regierung kenne die Be dingungen des französischen Ultimatums betr. Siam nicht. Der einzige Punkt, der die bri⸗ tische Regierung angehe, sei die Gebietsfrage. Die Regierung habe beschlossen, Dufferin sofort zu einem Meinungsaustausch mit der franzö sischen Regierung über gewisse Punkte, die einen solchen zu erfordern scheinen, nach Paris zu senden.

Serbien. Belgrad, 19. Juli. Skupsch⸗ tina. Nach Schluß der Debatte stimmten

sämmtliche Radikalen mit Ausnahme der Minister gegen den Uebergang zur Tagesordnung. So⸗

dann wurde mit 102 Stimmen die Anklage

beschlossen. Zur Durchführung des Beschlusses wurde ein Comité von 12 Mitgliedern ge wählt. Der Abgeordnete Professor Ruschie brachte am Schluß der Sitzung einen von 28 Deputirten unterstützten Antrag ein, die frühe ren Regenten Ristie und Belimarkovic aus Serbien zu verbannen.

20. Juli. In den vorgerückten Abend stunden fand gestern in der Skupschtina unter lautloser Spannung die Abstimmung statt. Von 134 Abgeordneten stimmten 102 für die Anklage, 1 enthielt sich der Abstimmung, 11 Stimmzettel wurden von den Fortschrittlern leer abgegeben. Die Minister enthielten sich der Abstimmung, wie von dem Schriftführer ausdrücklich festgestellt wurde. Ueberhaupt ist es aufgefallen, daß Niemand von der Regie rung während der ganzen Debatte das Wort ergriff. Nach der Abstimmung wählte die Skupschtina ein Zwölfer⸗Comité, das verfass ungsmäßig die Untersuchung durchzuführen und in 8 Tagen der Kammer hierüber Bericht zu erstatten hat.

Türkei. Konstantinopel. Die Nachricht, daß aus Egypten an den Sultan Petitionen um Aufhebung der englischen Occuption ge richtet wurden, bestätigt sich. Insbesondere wurde von der Geistlichkeit dem Sultan, als dem Khalif, Vorstellungen in Betreff des eng lischen Einflusses unterbreitet.

Aus Stadt und Land.

2 Friedberg. Es wird andurch berichtigt, daß die Monatsversammlung derEvang. Vereinigung nicht am 29. l. Mts., sondern am Mittwoch den 26. Juli stattfindet.

1. Friedberg. sein von einer Entscheidung des Reichsgerichts, die alle anderen Kreise mit Befriedigung erfüllen dürfte. Diese Entscheidung lautet:Ein über ein wucherisches Dar lehnsgeschäft ausgestellter Wechsel kann vom Wucherer überhaupt nicht, auch nicht in Höhe der von ihm that sächlich gewährten Darlehnssumme, eingeklagt werden, der Wucherer kann nur die von ihm hingegebene Summe auf Grund des thatsächlichen Sachverhalts zurückfordern.

Friedberg, 21. Juli. Gestern Abend fand eine vorbereitende Versammlung im Hotel Trapp dahier statt, um die Frage zu erörtern, ob das 350jährige Jubiläum der hiesigen Realschule nur ein internes Fest der Schule sein, oder ob es auch seitens der Stadt und der Bürgerschaft gefeiert werden solle. Allgemein war man der Ansicht, daß das Fest, entsprechend seiner Bedeu tung, allgemein g ert werden müsse, auch über die aus⸗ ffung der Mittel war man einig und e ein Ausschuß bestimmt, der einer in 8 Tagen

größeren Versammlung Plan und Vor⸗

vorlegen solle.

Dresden. Ein uraltes Denkmal deutscher Glocken⸗ gießerei ist vor einigen Tagen in dem sächsischen Dorfe Wilthen entdeckt worden. Das dortige Kirchengeläute soll durch ein anderes ersetzt werden und wurde herab⸗ genommen. Hierbei stellte sich heraus, daß die größte, etwa 12 Centner schwere Glocke aus dem Jahre 1212 stammt. Sie trägt folgende Randinschrift:hilf. Got. Maria. berot. vas. ich, pegin, dases. ein. gut entgevint. IMCCXII. ar. Zwischen den einzelnen Worten der Umschrift sind Siegel mit dem Bilde der Maria, die das Christuskind auf dem Arme hält, an⸗ gebracht.

Aschersleben, 14. Juli. Anfang Februar d. J. fand hierselbst ein Maskenball statt, auf dem durch eine Aufführung die Abendmahlsfeier beschimpft wurde. Es sind deshalb, wie dieMagdeb. Ztg. berichtet, der Kesselwärter Hecht, der als Prediger, und 8 Frauen, die als Abendmahlsgäste auftraten, angeklagt und von der ersten Strafkammer des Landgerichts zu Halber⸗ stadt verurtheilt worden, und zwar Hecht zu 6 Mo⸗ naten, die Frauen zu je 3 Monaten Gefängniß.

Chemnitz, 18. Juli. In Ernstthal stürzte beim Heben eines Baues das Gerüst mit 200 Arbeitern ein, wobei 20 Personen schwer und viele leicht verletzt wurden.

Schneidemühl, 18. Juli. neuen Kirchstraße zeigen sich neue Risse. Aus der Erde dringt an verschiedenen Stellen wieder Wasser, so daß auf neue Bodensenkungen geschlossen wird. Vor⸗ läufig ist die Lage nicht bedenklich.

Budapest. In Lipkany bei Nowosielica hat eine Räuberbande eine ganze Familie, bestehend aus dem Landwirth Furch, dessen Frau und drei Kindern er⸗ mordet.

London, 19. Juli. Ein Postzug Morgen in der Nähe von Glasgow. getödtet, der Locomotivführer und 25 verletzt.

New⸗York, 20. Juli. Die Berliner brasilianische Gesandtschaft erklärt, die vom Reuter'schen Büreau über Queenstown gemeldete Nachricht von einer Gelbfieber⸗ epidemie in Santos müsse auf einer Verwechselung beruhen.

Peking, 18. Juli. Nachrichten aus Canton zu⸗ folge fand in den chinesischen Gewässern ein Gefecht zwischen Piraten und 3 Kanonenbooten statt. 60 Mann der Besatzung der Kanonenboote wurden getödtet und die Piraten schließlich gefangen genommen.

Edelsteine. Bei dem großen Interesse, das bekanntlich

In einem Hause der

entgleiste heute Der Heizer ist Personen sind

Die Wucherer werden wenig erbaut

die Damenwelt für Juwelen hegt, dürfen viel.

leicht folgende Notizen über einige seltene Stücke

und deren gewiß viel beneidete Besitzerinnen gern gelesen werden. Die reiche Amerikanerin Frau Malay besitzt mehr werthvolle Schmuck⸗ sachen als die meisten Fürstinnen Europas. Eine Schnur, Riviera, von Brillanten von zwei Meter Länge, trägt sie als Gürtel und ein Perlenhalsbandcollier enehute enthält mehrere Reihen sehr großer Perlen, deren jede einzelne 30,000 Franes werth ist. Eine andere Amerikanerin kaufte ein Perlenhalsband auß der Auktion der berühmten Kronjuwelen in Paris für 180,000 Frances. Die Königin Viktoria besitzt die seltensten Perlen, nämlich rosenfarbene. Die Kaiserin Eugenie verkauste bei ihrer Flucht aus Paris ein köstliches Perlenhalsband an die Marquise von Paiva, die erste Gemahlin des Grafen Guido Henkel v. Donnersmark. Dies Unikum von Schön heit befindet sich also jetzt in Berlin. Die Kaiserin-Königin von Oesterreich-Ungarn trägt ein überaus kostbares Halsband von schwarzen Perlen. Das schönste Diadem besaß die Her⸗ zogin von Osuna, nachherige Herzogin von. Croy⸗Dülmen, welche erst ganz kürzlich ge⸗ storben ist. Es bestand aus großen Rubinen und Brillanten. Dieses große Prachtstück kam man jetzt in einem kleinen Schloß Westfalens bewundern. Die reichsten Juwelenbesitzer sind der Kaiser von Rußland, der Schah von Persien und der türkische Sultan. Die Krone der Königin von England gilt mit Recht ale das herrlichste Besitzthum von seltenen Juwelen und künstlicher Goldarbeit; es sind einige Tausend rosenrothe Diamanten, über hundert riesige, birnenförmige Perlen und ebensoviel große runde Perlen, mehrere Dutzend Rubinen der größten Sorte dazu verwendet. Die Fassung von Gold ist so schwer, daß die Königin jedes mal an Kopfweh leidet, wenn sie diese Kron!

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