Bestellungen von Einzelschriften, ö des Abonnementsbetrags durch Lehrpersonen,
keiten, welche dadurch herbeigeführt werden können, vor g Ihrer steten Aufmerksamkeit zu empfehlen.
Beobachtung dieses Verbotes
Im Interesse des 1 d dan angelegenheiten beziehen, an Großherzogliches
betreffenden Richter persönlich zu adressiren sind.
Friedberg den 18. November 1893.
Publikums wird darauf hingewiesen, daß alle Eingaben,
wie von periodisch erscheinenden Blättern entgegengenommen, sogar in der Schule, vorgenommen worden sein. a r ö solche Thätigkeit allgemein zu untersagen und die
vorzubeugen, veranlaßt, alle und jede v. Knorr. Bekanntmachung. Amtsgericht Friedberg und nicht
5 die Vertheilung derselben und die Einziehung
Wir sehen uns daher um allen Unzuträglich⸗
de Beauelair.
welche sich auf am hiesigen Amtsgericht anhängige Rechts⸗ „ wie dies in neuerer Zeit häufig geschehen ist, an den Großherzogliches Amtsgericht Friedberg.
Sellheim.
Deutsches Reich.
Darmstadt, 17. Nov. Prinz Alexander von Battenberg, später Fürst von Bulgarien, zuletzt Graf von Hartenau ist, erst 36 Jahre alt, heute Mittag in Graz gestorben. Am Sterbebette des Grafen weilten der Haus— arzt Ur. Hoffer, General v. Bach und Guts⸗ besitzer Ritter v. Polzer. In Folge Blind—⸗ darmentzündung hatte sich allgemeine Bauch⸗ fellentzündung mit zunehmender Herzschwäche herausgebildet. Trotz starker Schmerzen war der Graf bei vollem Bewußtsein und hatte keine Ahnung von dem Ernst der Situation. Die Gräfin weilte ununterbrochen am Kranken— bett. Heute Früh trat Agonie ein. Allgemein ist die Theilnahme über das Hinscheiden des be— liebten Grafen. Die Gräfin, die erst vom Wochen— bette aufgestanden war, ist fassungslos, es kam zu einer erschütternden Scene. Der Kaiser von Oesterreich, der Kriegsminister und der Fürst von Bulgarien, sowie selbstredend der hiesige Hof und die Verwandten wurden telegraphisch ver— ständigt. Es ist ein merkwürdiges Spiel des Zufalls, daß der Graf an dem Jahrestage der Schlacht bei Sliwnitza, in derselben Stunde, in welcher vor 8 Jahren die Schlacht am heftigsten tobte, gestorben ist. Die Leiche wird vorläufig nächsten Montag in Graz bestattet; die spätere Beisetzung bleibt vorbehalten.
— Der Steuerassessor Kriegk aus Darmstadt wurde zum Obergüterinspektor bei den Oberhessischen Eisen— bahnen ernannt, der Rentamtmann Rieß von Linden— fels nach Zwingenberg versetzt, der Amtsgerichtsdiener Grünewald zu Grünberg zum Kanzleidiener bei dem Landgericht in Darmstadt, die Lehrer Kilz aus Crefeld, Engau aus Elsterberg, Koch aus Dresden, Wenck aus Büdingen, Meyer aus Frankfurt a. M., Muth aus Worms zu Hauptlehrern an den erweiterten Hand— werkerschulen zu Alsfeld, Bensheim, Bingen, Büdingen, Nidda und Worms, der Amtsrichter Wehner in Gießen zum Oberamtsrichter in Lich ernannt.
Berlin, 17. Nov. Reichstag. Auf Vorschlag des Grafen Hompesch wird das bisherige Präsidium: Levetzow,
Buol, Burklin durch Acelamation wiedergewählt. Die Genannten nehmen die Wahl mit Dankesworten an.
Die Anträge, betreffend die Einstellung des Strafver— fahrens gegen Hammerstein, Ahlwardt und Förster, werden angenommen. Nach längerer Geschäftsordnungs— debatte wird, entgegen dem Antrage des Präsidenten, der den Montag vorschlug, die erste Lesung der Handels— verträge auf Donnerstag anberaumt.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Prag, 18. Nov. Bei den heutigen Stadtrathswahlen wurden entsprechend einem abgeschlossenen Kompromiß 9 Jungezechen und 15 Altczechen gewählt.
Holland. Haag, 17. Nov. Die Regie⸗ rungsvorlage betreffend den Schutz der Arbeiter gegen Krankheit und Unfälle beschränkt sich darauf, die Exekutivgewalt zu ermächtigen, die Arbeit in Fabriken und Werkstätten von ge— wisser Ausdehnung, die den gesetzlichen Vor— schriften nicht genügen, zu verbieten. Für die Kontrole wird eine besondere Inspektion ein— gerichtet.
lichen Zeit vorzulegen; aber weder das Haus noch das Land brauche zu befürchten, daß die Voranschläge nicht auf die entschiedene Supre— matie der Flotte Englands bedacht sein würden.
— 17. Nov. Die Konferenz von Delegirten der Grubenbesitzer und Bergleute unter dem Vorsitz Rosebery's ist heute nach sechsstündigen Verhandlungen zu einem Ausgleich des Strikes gekommen. Die Bergleute nehmen die Arbeit am nächsten Montag zu den alten Lohnsätzen bis zum Februar wieder auf; zu diesem Zeit⸗ punkt wird ein Schiedsgericht die Höhe der weiteren Löhne festsetzen.
Spanien. Madrid, 17. Nov. Vor dem Hause des Maires von Torente in der Provinz Valenzia explodirte heute eine Dynamitbombe, durch die nur Materialschaden verursacht wurde. Menschen wurden nicht verletzt.
Italien. Rom, 18. Nov. Der Papst empfing heute die russische Großfürstin Katha— rina. Der Spezial-Gesandte Iswolski wohnte dem Empfange bei.
Serbien. Belgrad, 18. Nov. In der Skupschtina wurde ein von Pasic, dem serbischen Gesandten in Petersburg, gesandtes Telegramm verlesen, in welchem derselbe seinen Dank für das Vertrauen anläßlich der Präsidentenwahl ausspricht; ob Pasic nach Belgrad kommen wird, ist noch zweifelhaft.
Bulgarien. Sofia, 18. Nov. In der Sobranje widmete Stambulow dem Grafen von Hartenau einen tief empfundenen, warmen Nachruf. Er beantragte, zum Zeichen der Nationaltrauer eine Vertretung der Sobranje bei der Leichenfeier und Aufhebung der Sitzung. Die Sobranje, die die Rede stehend anhörte, wählte eine Abordnung von drei Mitgliedern mit Petkow an der Spitze. Sodann wurde die Sitzung geschlossen. Auf dem Palais der Sobranje weht die Flagge auf Halbmast. Morgen werden in ganz Bulgarien Requiems für den Grafen von Hartenau sowie für die Gefallenen von Slivnitza abgehalten. Fürst Ferdinand entsendet als Vertreter seinen Flügel— adjutanten Oberst Petrow und die Oberst— lieutenants Winarow und Markow nach Graz.
Rußland. Petersburg, 17. Nov. Dem Reichsrathe ging ein Gesetzentwurf behufs Sicherung des bäuerlichen Grundbesitzes gegen wucherischen Aufkauf zu, wonach ganze Bauern— gemeinden ihren Landantheil künftig nur mit Genehmigung des Ministers des Innern und einzelne Bauern ihren Landantheil nur an Mit⸗ glieder derselben Gemeinde verkaufen dürfen.
Amerika. Rio de Janeiro. An der Pariser Börse sind Madrider Meldungen einge— troffen, wonach Mello den Sohn des Grafen Eu, den 1sjährigen Enkel des vertriebenen Kaisers, zum Kaiser von Brasilien ausgerufen habe.
Afrika. Kapstadt. Major Adams meldet aus Buluwayo vom 13. d. M.: 8000 Matabele
Frankreich. Paris, 17. Nov. Blätter⸗ meldungen zufolge erhielten die Pariser Ver— treter der Bergwerks-Gesellschaft in Carmaux anarchistische Drohbriefe; der Polizeipräfekt ordnete die genaueste Ueberwachung der Bureaux der Gesellschaft in der Avenue de FOpéra, wo im November vorigen Jahres ein Attentats— versuch erfolgte, an.
Großbritannien. London, 17. Unterhaus. Der Premier-Minister Gladstone erklärte, es sei kein Grund vorhanden, das Flottenbudget dem Unterhause vor der gewöhn—
Nov.
befinden sich zwischen Shilo und Inyati, nord— östlich von Buluwayo; Lobengula ist vermuthlich bei ihnen. Bisher machten die Matabele keine Friedenseröffnungen. Sollten sie in ihrer gegen— wärtigen Stellung verbleiben, so werde ein Vorrücken zur Sprengung des Feindes noth— wendig sein.
Aus Stadt und Land.
n. Friedberg. Donnerstag den 16. November hielt Pfarrer Rasch von Dienheim im Volksbildungs⸗ Verein einen Vortrag über Ravenna. Er führte uns den Glanzpunkt alles Schönen vor Augen, was er auf
seiner diesjährigen Reise nach dem westlichen Oberitalien gesehen hatte und that dies dem dankbaren Publikum gegenüber in derselben mustergültigen Weise, die wir stets an ihm gerühmt haben. Mit besonderer Kunst wurde das hochinteressante Lebensbild der Kaiserin Galla Placidia in die Geschichte der Stadt zur Römer⸗ und Gothenzeit verwoben und im Anschluß an die Ge⸗ schichte ein hervorragendes Kunstdenkmal nach dem andern in seiner Bedeutung geschildert z. B. die Basilika S. Apollinare in Classe und S. Apollinare nuovo mit reichen Mosaiken, der erzbischöfliche Palast, die Kirche S. Vitale, die Grabkapelle der Galla Plaeidia, das Grabmal Theoderichs des Großen u. a.
2. Friedberg. Der„Feierabend für Lehrlinge“ ist nunmehr seit 4 Sonntagen im Gange und seither sehr stark besucht gewesen; durchschnittlich waren je 90 bis 95 junge Leute anwesend. An den 3 ersten Sonn⸗ tagabenden erzählte Professor Dr. Weiffenbach von seiner im September l. J. ausgeführten Rhön⸗Spessart⸗ Reise; weitere Vorträge von den Candidaten des Prediger-Seminars, unter Leitung des Geh. Kirchen raths Ur. Diegel, und anderen Herren werden sich an— schließen, so daß den jugendlichen Besuchern immer etwas das Herz und Gemüth anregendes auch in Form mündlicher Erzählung geboten sein wird. Der Leitung des regelmäßig und gern geübten gemeinsamen Ge— sangs widmet sich in hingebender und dankbar anzuer⸗ kennender Weise Taubstummenlehrer Schneider. Unan— genehm fühlbar macht sich angesichts der großen Zahl der Besucher der Mangel an Büchern und Spielen. Da der Feierabend ja nur im öffentlichen Interesse, insbesondere der Handwerksmeister und Lehrherren selbst— los unternommen wurde und geleitet wird, so darf die schon einmal, aber leider erfolglos, ausgesprochene, ge— wiß nicht unbescheidene Bitte um neue oder gebrauchte Bücher und Spiele hier dringend wiederholt werden. — Eine einfache Weihnachtsfeier im„Feierabend“ ist auch für dieses Jahr in Aussicht genommen.
St. Friedberg, 17. Nov. Bei der heute stattge⸗ fundenen Wahl eines Mitgliedes des israel. Gemeinde vorstandes wurde das seitherige Vorstandsmitglied L. Rappolt mit Stimmenmehrheit wiedergewählt.
b. Darmstadt. Nach dem Jahres-Berichte für 1892 gehören dem Verband der hessischen landw. Ge— nossenschaften zur Zeit 385 Genossenschaften an und zwar: 1 Genossenschaftsbank, 1 Centraleinkaufsgenossen⸗ schaft, 238 Spar- und Darlehenskassen, 123 Rohstoff⸗ genossenschaften(KFonsumvereine), 16 Molkereigenossen⸗ schaften und 6 sonstige landw. Genossenschaften mit zu, sammen über 30,000 Mitgliedern. Der Kassenumsatz bezifferte sich in 1892 bei 226 Darlehenskassen auf 43,3 Million M., gegen 34,8 Million M. im Vorjahre. Der Gesammt-Umsatz der Darlehenskassen nach Rech— nungsrubriken zusammengestellt wird auf rund 180 Million M. angegeben. An Spareinlagen wurden in 1892 eingezahlt 6 Million, zurückgezahlt 4 Million M., somit Zuwachs 2 Million M. Die Ausleihung gegen Schuldschein und auf laufende Rechnung beziffer⸗ ten sich auf 7,8 Million M. Die Rückzahlungen hierauf 7,3 Million M. An Kaufschillingen wurden über nommen für 2,7 Million M. Die gesammten geschäst⸗ lichen Leistungen der Verbandsgenossenschaften berechnen sich auf: 38,5 Million M. Gesammtumsatz der Genossen⸗ schaftsbank, 1,1 Million M. Umsatz der Centraleinkaufs⸗ genossenschaft, 43,3 Million M. Kassenumsatz der Dar⸗ lehenskassen, 2,2 Million M. Waarenbezug der Konsum⸗ vereine, 0,8 Million M. Werth der verarbeiteten Milch im Ganzen also 85,9 Million M. Das gesammte eigene Vermogen derselben betrug 2,138,000 M.
Langenhain. Hausberg-Wetterauer Sängerbundes findet* statt.
Groß-Gerau, 17. Novbr. Gestern Nachmittag ließ sich zwischen Bischofsheim und Nauheim ein Mann durch einen Personenzug überfahren. So viel festgestellt werden konnte, ist derselbe Reisender eines Sägewerks in Marburg und heißt Karl Kößer.
Allerlei.
Freiburg i. B., 17. Nov. ansassige praktische Arzt Schelldorf hat in trunkenem Zustand seine, ihm vor kurzem angetraute junge Frau vergiftet. Im Augenblicke, als der Unmensch seinem Opfer noch den Hals abzuschneiden versuchte, wurde er überrascht und verhaftet. 5 Schneidemühl, 16. Nov. zuschüttung vollendet worden, ist das Wasser an zwei Stellen aus dem Kies wieder hervorgebrochen. Voraus, sichtlich wird nun das Projekt des Oberberghauptmanns Freund, der ein großes Bassin herstellen will, zur Aus- führung kommen. Gleiwitz, 17. Nov. Zwei Todes urtheile hat das
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Trotzdem die Brunnen:
Schwurgericht nach Ztägiger Verhandlung heute gegen
Das nächstjährige Bundesfest des
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