Einzelbild herunterladen

Friedberg den 19. Januar 1893.

Betreffend: Die Fleischbeschau im Kreise Friedberg. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg f. an die Großh. Bürgermeistereien Bauernheim, Burg⸗Gräfenrode, Dorheim, Groß-Karben, Hausen, Kaichen, Ober-⸗Florstadt, Okarben, Petterweil, Rödgen, Staden und Trais-Münzenberg. 2 a i Da nach uns gewordener Mittheilung in Ihren bezüglichen Gemeinden ein Fleischbeschauer⸗Stellvertreter nicht vorhanden, die Bestellung eines solchen durch§S 1 der Fleischbeschauordnung vom 10. April 1880(Reg.⸗Bl. Nr. 11) aber vorgeschrieben ist, so e wir Sie, uns binnen 14 Tagen eine qualificirte Persönlichkeit nach Benehmen mit dem Gemeinderath in Vorschlag zu bringen. Wir bemer en hierzu, daß Personen, welche keinen guten Ruf haben, sowie solche, welche Metzgerei oder Fleischverkauf gewerbsmäßig betreiben und Polizei⸗ diener nicht zulässig sind. Darüber 95 bei dem von Ihnen Vorgeschlagenen solche Hinderungsgründe nicht vorliegen, wollen Sie sich in ren Berichten ausdrücklich aussprechen.. f 1 5 l 8 Für diejenigen e in denen sich etwa geeignete Personen nicht finden sollten, sind Fleischbeschauerstellvertreter aus Nachbarge meinden vertragsmäßig zu beschaffen und die bezüglichen Verträge uns vorzulegen. Dr. Braden. 7 ͤͤ Friedberg den 20. Januar 1893. Das Großberzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. ö 8 Nachdem seitens des Landesausschusses der landw Vereine für das Großherzogthum Hessen in der nächsten Finanzperiode größere Mittel zur Förderung der Viehzucht bei Großh. Regierung und den beiden Kammern beantragt werden sollen und die landw. Bezirksvereine vom Präsidium des landw. Provinzialvereins aufgefordert worden sind, ihren Bedürfnissen Ausdruck zu geben, wurde in der Hauptversamm lung des landw. Bezirksvereins zu Friedberg am 7. Januar d. J. beschlossen 800 M mehr als bisher zu beantragen zur Unterstützung solcher Gemeinden oder Vereinigung von Gemeinden, welche das in Nr. 43 der landw. Zeitschrift für das Großherzogthum Hessen Jahr gang 1892 bekannt gegebene Ortsstatut mit Einführung von Zuchtregistern annehmen. Alles nähere hierüber ist aus angezogener Bekanntmachung zu ersehen. Wir fordern nun die Großh. Bürgermeister in deren Gemeinden Viehzucht in größerem Umfange getrieben wird auf, bis 1. März d. J. an uns zu berichten, mit welchem Erfolg sie das betreffende Statut dem Eemeinderathe zur Beschlußfassung vorgelegt haben, damit alsdann der Bezirksverein seine Forderung auf Grund der eingelaufenen Berichte stellen kann. Dr. Braden.

Bekanntmachung. e Diejenigen Landwirthe Oberhessens, welche geneigt sind, die im Juni l. J. zu München stattfindende Ausstellung der Deutschen Landwirthschaftsgesellschaft mit Rindvieh zu beschicken, werden hiermit ersucht, umgehend Antrag bei unterzeichnetem Präsidium zu stellen. Der Ausschuß des landwirthschaftlichen Vereins hat beschlossen, eventuell diejenigen den Ausstellern erwachsenden, nachweislich nothwendigen Kosten aus der Vereinskasse zu ersetzen, welche nicht bereits vom Staat übernommen sind und insofern dieselben im Ganzen den Betrag von

500 Mark nicht übersteigen. Laubach den 12. Januar 1893.

Erledigungen. Frieobeuß den 18 Januar 1893.

Der Präsident des landwirthschaftlichen Vereins von Oberhessen Friedrich Graf zu Solms-Laubach.

Ausschreiben. Am 2.3. Januar 1893 wurden dem Schmiedelehrling Wolf in Bad⸗Nauheim 7 Mark gestohlen. Dringend verdächtig ist der 22jährige Schmiedges eue Jetob Schelberg don Frankenau. Um Fahndung, vorläufige Festnahme und Nachricht wird gebeten(N. 3/93.) 0

Steckbrief. Gegen den Johannes Siebert, geb. 1828 oder 1829 in Michels rombach, ist von Großh. Amtsgericht Butzbach wegen Bettelns und Landstreicherei Haftbefehl emassen worden, um dessen Vollstreckung ersucht wird.(B. 5 93)

Heinrich Pilz von Wallenrod, Johannes Siebel III. von Weilbach durch Gendarm Scheer in Ober Erlenbach.

Der Großherzogliche Amtsanwalt: Lebrecht.

Deutsches Reich.

Darmstadt. Der Abgeordnete Bergsträßer und 30 Genossen haben bei der zweiten Kammer einen Initiativantrag auf Einführung eines Gesetzes, die Feuerbestattung betreffend, einge bracht.

Darmstadt.(Militärdtenstnachrichten) v. Steffens, Port. ⸗Fähnr vom Feld⸗Art Regt. Ne. 25 wurde zum Sek. Lt., Unteroff. Biermann vom Inf. Regt. Kaiser Wilhelm Nr. 116, zum Port Fähnr befördert; v. Kur natowski, Major dom Inf Rigt Kaiser Wilhelm Nr. 116, zum BatsKomm. ernannt; Hiepe, aggr. dems. Regt, in das Regt. wiedereinrongirt; Könner, Hauptm. vom Inf. Regt. Nr. 140, der Abschied bewilligt; Grof v. Schwerin, Oberst und Komm. des 1 If Reßts. Nr. 115, der Abschted bewilligt; Buchholz, Major und Bat.⸗Komm. vom Inf. Regt. Katser Wilhelm Nr. 116, auf Antrag zur Disp. gestellt.

Der Mediztnalrath Dr. Schenk wurde auf Nach⸗ suchen, unter Anerkennung seiner Dlenste, in den Ruhe stand versetzt.

Berlin, 18. Januar. Im Reichstag werden bie Inittativanträge über den Befäbigungs nachweis, die Innungsrechte, die Konkursordnung zc. beratben. Acker mann(kons.) hebt hervor, die Anträge bezwecken die Echaltung des Mittelstandes und des Handwerks Er bedauert, daß der Bundesrath die Anträge auf Forder ung des Befäbigungsnachweises abgewtesen hat und hofft, daß derselbe wenigstens für das Handwerk eingeführt werde. Die Anträge über die Innungsvorrechte be zwecken, die Mehrheit des Gewerbes zu ermächtigen, die Minderheit zum Beitritt zur Innung zu zwingen. Stolle (Soc) führt aus, in Oesterreich und Sachsen hätten die Innungsmeister die Pflichten gegenüber den Lehrlingen verletzt. Der Befähigungs nachweis sei besonders auf dem Lande unmöglich, wo die Meister oft mehreke Hand werke betreiben. Er vermißt positive Vorschläge, wie der Befähigungsnachwels elnzuführen set und fragt, ob auch derjenige, welcher nur einzelne Thelle eines Stückes herstellt, einer Prüfung unterliegen solle. Die Sozial demokraten lehnen die Anträge ab, damit micht die Jugend der Ausbeutung durch die Handwerksmetster ausgeliefert werde. Metzger(Centr') gibt zu, daß der Besähigungsnachwels in Oesterreich zu Unzutꝛräglichkeiten geführt hat. Der Befähigungs nachweis solle das Hand werk von der Pfuscherkonkurrenz befreien. Dizrem bowski(Pole) erklätt sich für die Anträge, obwohl die Ausführung der Gesetze duich die Beamten bet den Polen Bedenken errege. Hitze(Centr.) hebt hervor daß der Handelsminister bereits bet den Bergleuten den Befähigungsnachweis eingeführt habe und hofft, daß die Regierungen bei der Errichtung von Handwerkerkammern die Anträge gründlich erwägen. Hersch(ofr.) wünscht, daß man den Handwerkern den Weg zur Selbstuändig

keul nicht erschwere. Bock(Soe.) weist darauf bin, daß die zwischen der Regierung und dem Centrum

Produktton set und durch den Befähigungs nachweis nicht aufzuhalten sei. Die Anträge Ackermann betreffend den Befähigungsnachweis und die Innungsvorrechte werden ungenommen. Der Reichstag beräth die Börsensteuer Stnatssektetär v. Maltzahn fühcet in der Begründung aus: der Zweck der Voclage set ausschließlich finan ell. Eine erhöbte Besteuerung der Bönsensteuersätze treffe die wohlhabenderen Kreise. Zwar tage fetzt die Börsen⸗ nquete Kommission, aber dieselbe solle nur die Aus wüchse des Börsengeschäftes treffen; das hindere also nicht die Einbringung der Vorlage. Wenn die wirth schaftliche Depression aufhörte, so set das Doppelte des bisherigen Ertrags, also 26 Millionen, sicher zu erwarten Die Verdoppelung der Steue sätze vermehre die wirth schaftliche Depression nicht, auch der Börsen verkehr werde voraussichtlich nicht ins Ausland gedrängt werden. Er weist darauf hin, daß Fraypkreich im Begriff set, eine, ähnliche Börsensteuer einzuführen. Stemens(freis) spricht gegen die Vorlage. Mehnert(kons.) erklärt, die Konservatioen billigten die Vorlage und wären noch mit einer schärferen Börsensteuer einverstanden. Singer erklärt, die Soztaldemokraten lehnen die Vorlage ab, weil sie zur Deckung der Kosten der Militärvorlage be stimmt set, welche er als kulturfeindlich bezeichnet. Mar quardsen(nat. lib.) erklärt, die Nattonalliberalen wollen auf die sensteuerreform eingehen, falls die Arbitage in ihrem Bestande erhalten bleibe. Die Börsen stuer verdiene vor den beiden anderen Steuervorlagen den Vorzug. Er beantragt, die Vorlage an die Milttärkommission zu überweisen. In der gestrigen Sitzung der Milttärkommtf sion bemerkte Lieber(Cent.), den Reichstag müsse auf die Vo ksstimmung achten und wies auf die Windtborst'schen Re solutionen hin, welche gegen das Verdy'sche und gegen jedes auf Durchführung der allgemeinen Wehrpflicht gehendes Projekt, also auch gegen das voirltegende ge richtet seien. Das Centrum sei u bereit, die zweijährige Dienstzeit innerhalb der jetzigen Präsenzstärke anzunebmen, fordern jedoch die gesetzliche Festst llung der zweljäb rigen Dienstzeit. Der Reichskanzler enigegnete, Deutschland set stark genug zur Defenfive gegen Frankreich, aber nicht gegen zwei Fronten Nur die weifäbrige Dienstzeit her aus zunebmen, darauf könnten die Bundesregierungen unter keinen Umständen eingehen. v. Hammerstein erklärt, er sei durch den Reichskanzler überzeugt worden, daß Deutschland nicht stark genug und die Vorlage berechtigt set. Redner spricht sich gegen die gesetzliche Festlegung der zweijährigen Dienstzelt aus. Hüntze sagte, die Frei sinnigen wollen keinen Konflikt, welcher beim Fisthalten an der R alerung in ibren Anforderungen unabwendb err sei

DiePolit. Korresp. meldet aus Rom: In vatikanischen Kreisen ist die Annahme ver breitet, das Centrum nehme schließlich die Militärvorlage mit gewissen Abänderungen an. Infolgedessen würden sich die Beziehungen

Auflösung des Mittelstandes eine Folge der kapitaltstschen enger gestalten.

Kiel. S. M. S.Gneisenau, Komm. Korvettenkapitän Stubenrauch ist am 16. Jan. in Trinidad angekommen und beabsichtigt am 4. Februar nach Grenada in Westindien in See zu gehen. S. M. S.Aicona, Komm. Korvetten-Kapitän Hofmeier, ist am 17. Jan. in Port Said eingetroffen und beabsichtigt am 19. dess. Mts. nach Aden in See zu gehen. S. M. KreuzerBussard, Komm. Korvetten⸗ kapitän Flichtenhöfer, ist am 18. Januar in Auckland eingetroffen.

Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Wien. Die cur⸗ sirenden Gerüchte über den beabsichtigten Rück tritt des Reichs-Finanzministers Kallay sind grundlos.

Belgien. Brüssel, 17. Jan. Etwa 250 beschäftigungslose Arbeiter, welche gestern von Gent aus zu Fuß nach Brüssel gekommen waren und während der Nacht in derMaison de peuple beherbergt wurden, durchzogen heute früh gruppenweise unter Gesang die Straßen. 8 Delegirte derselben wurden von dem Minister des Innern empfangen, welcher ihnen versprach, Schritte zu thun, um die Inangriffnahme öffentlicher Arbeiten zu beschleunigen. Vor⸗ sichtshalber ist die gesammte Gendarmerie in der Kaserne konsignirt. Es sind 360 Gen darmen aus der Provinz herangezogen worden. Man vermuthet, daß es zu Unruhen kommen werde.

Frankreich. Paris. DieCocarde setzt die Verläumdungscampagne gegen die Botschafter des Dreibundes fort, welche sie der Betheiligung an den Bestechungen in der Panama⸗ affaire beschuldigt. Das Blatt bezeichnet den Agenten Chely als Mittelsperson.

19. Jan. Die Erklärungen Develles, Waddington sei beauftragt, von der englischen Regierung Erklärungen zu verlangen wegen der gegen den Khedive geübten Pression, und die Regierung lasse keinerlei Beeinträchtigung der Autonomie der egyptischen Regierung zu, wurde in der Kammer und in den hiesigen

politischen Kreisen mit Befriedigung aufge

funger, de 5 Leuße!

̃ͤ

ferdinand

J f dem

Ferrat

eußt, bei ei den ber den!

Hausel de

dation nie

Serb. f a

Lufenhalt

er Prinze

dach dem Al. D.

Egyr leutet

Rhedive s

dein Beda Eine Be Hremier! En. Cr Die and. Hosen.

1

1 1 ö. rte

u gäle fab engef f gchelte!

dre Mum ut

meh ble

N Gissl, U amtli Aut und

driedb

In Lage

12 gebte Irie

Uachen 10

ain