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daher die Leistung außerordentlicher Beträge als Zuschuß zu den Matrikularbeiträgen in Aussicht genommen. Zur Deckung dieser Beträge seien neue dauernde Ein⸗ nahmen erforderlich. Man habe sich bei dieser Sachlage bei Aufstellung des Voranschlags auf das unbedingt Nothwendige beschränkt. Die Regierung behalte sich vor, ein Nachtragsbudget der Kammer vorzulegen. Sodann folgt die Wahl der Ausschüsse. Nach Ver⸗ lesung einer Reihe Anträge und Berichterstattung mit darauffolgender Beschlußfassung über den Voranschlag der Ausgaben der 2. Kammer vertagt sich dieselbe auf unbestimmte Zeit.

Darmestadt. Der Assistent Dofflein zu Darm⸗ stadt wurde zum Regierungsbaumeister ernannt, der Kammerdiener Dauch, auf Nachsuchen, unter Anerkenn ung seiner Dienste, in den Ruhestand versetzt, den Schulamtsasp. Bender aus Gernsheim, Cloos aus Ober⸗ Erlenbach, Dirigo aus Ober⸗ Flörsheim, Jann aus Lörzweiler, Sans aus Nackenheim, Schrod aus Als⸗ heim und Senz aus Weiher Lehrerstellen zu Mainz übertragen, der prov. Dirigent Jost an der höheren Bürgerschule zu Gernsheim zum Dirigenten ernannt, dem prov. Universitätsgärtner Rehnelt diese Stelle, dem Schul⸗ lehrer Franz zu Hainhausen eine Lehrerstelle zu Bürgel, dem Kaplan Wetzel in Mainz die kath. Pfarrstelle zu Astheim übertragen, der Flügeladjutant Frh. Röder v. Diersburg zum Kammerherrn ernannt.

Postperso nal-Nachrichten. Dem Ober⸗ Postsekretär Bernius aus Darmstadt ist die Vorsteher stelle des Postamts Friedberg, dem Ober⸗Postsekretär Seelgen aus Darmstadt die Vorsteherstelle des Postamts 2 in Darmstadt, dem Postsekretär Wippermann aus Frankfurt die Vorsteherstelle des Postamts in Oppen⸗ heim und dem Postassistenten Fitzty aus Mainz die Vorsteherstelle des Postamts Schotten übertragen wor den; versetzt sind der Postmeister Schmitz von Oppen⸗ heim nach Heppenheim, der Postverwalter Feuerstein von Schotten nach Nierstein, die Postassistenten Schäfer von Schlettstadt nach Bensheim und Enenkel von Mainz nach Worms, sowie der Telegraphenassistent Krauß von Offenbach nach Darmstadt; Langen ist zum Postverwalter ernannt worden; der Postsekretär Adam in Mainz ist gestorben.

Berlin, 14. Dez. Der Bundesrath über⸗ wies den Reichstagsbeschluß betreffend die Eisen⸗ bahnfreikarten an die Ausschüsse. Der Ver⸗ trag betreffend die Unterdrückung des Brannt- weinhandels in der Nordsee wurde zur Ratifi⸗ kation und Vollziehung überwiesen. Das Ab⸗ kommen mit der britischen Regierung über die Abgrenzung der beiterseitigen Interessensphären im Hinterland von Kamerum wurde zur Kenntniß genommen. Dem Antrag der Aus schüsse, betreffend die Anwendung der Sätze des allgemeinen Zolltarifs auf aus Rußland

der Postassistent Bock in

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kommende Waaren, wurde zugestimmt, des

gleichen dem Entwurfe der über erleichternde Vorschriften zwischen den Eisenbahnen Deutschlands, der Niederlande, Oesterreich-Ungarn und der Schweiz.

Berlin, 13. Dez. Reichstag. Zunächst wird der

Vereinbarungen

Antrag Buol, die Zahl der Mitglieder der Kommission,

für die Arbeiterstatistik auf sieben zu erhöhen, ange nommen, nachdem Staatssekretär v. Bötticher die Befürwortung im Bundesrath zugesagt hat. Sodann folgt die Fortsetzung der 2.Lesung des rumän. Handels- vertrages, der zu Ende berathen wird. Die Annahme des Art. Herfolgte mit 189 gegen 165 Stimmen. gleichen werden die übrigen Artikel des Vertrages ange nommen. 14. Dez. Das Gesetz betreffend die Unter⸗ stützung der Invaliden aus den Kriegen vor 1870 wird in dritter Lesung unverändert angenommen. Es folgt die zweite Lesung des spanischen Handelsvertrages, der mit großer Mehrheit angenommen wird. Es folgt die zweite Lesung des serbischen Vertrages, der ebenfalls angenommen wird.

Leipzig. Ueber die Persönlichkeit der beiden Franzosen, gegen die am 14. Dez. die

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Oeffentlichkeit ausgeschlossen wird. Beide Ange⸗ klagten erklärten, da infolge der großen Ent⸗ wickelung der deutschen Marine in den letzten 3 bis 4 Jahren in französischen Marinekreisen große Besorgniß entstanden und sie die Ueber⸗ zeugung erlangten, daß die Kenntniß der deut schen Küstenbefestigungen lückenhaft und mangel⸗ haft sei, so seien sie zu dem Plane gekommen, gemeinschaftlich und auf eigene Hand durch direkte Beobachtung diese Kenntniß zu verbessern. Sie mietheten hierzu die englische Vergnügungs yacht. Sie hielten ihre Handlungsweise nicht für strafbar. Ueber ihre Beziehungen zum französischen Marineministerium wollten die Angeklagten sich nur auslassen, wenn die Oeffent⸗ lichkeit ausgeschlossen würde. Der Oberreichs anwalt widersprach diesem Verlangen.

Stuttgart. DerBeobachter bringt die Nachricht, in Folge der energischen Ein⸗ sprache der Presse gegen die Aenderung der Militärkonvention sei der Plan bis auf günstigere Zeiten zurückgelegt worden. Dagegen sei das Abkommen getroffen, daß der König von Würt temberg, an Stelle v. Blumenthals, General- inspektor der IV. Armeeinspektion werden soll; als Adlatus, Chef des Stabes, soll ihm der Generaladjutant des Königs, Generallieutenant v. Falkenstein, der dadurch zugleich als Nach⸗ folger Wölckerns im Corpscommando beseitigt würde, beigegeben werden. Zugleich wird mit getheilt, daß die Stabsoffiziere des württem bergischen Corps künftig mit den preußischen rouliren sollen.

Ausland. Oesterreich-Ungarn. Wien, 14. Dez. Nach Meldungen aus Algier ist der österreichische AvisoGreif heute von da in See gegangen, um sich nach Gibraltar zu begeben. An Bord des Aviso befindet sich die Kaiserin von Oester

reich, die unter dem Namen einer Gräfin Hohenems reist. 14. Dez. Das Abgeordnetenhaus nahm

die Ausnahmeverfügungen für Prag mit 185 gegen 73 Stimmen und die zweite Verordnung über die Suspension der Geschworenengerichte mit 186 gegen 75 Stimmen an. Dagegen stimmten die Jungczechen, die mährischen Czechen, die Croaten, Slovenen, Ruthenen und Anti⸗ semiten, serner Kronawetter und Pernerstorfer. Die deutsche Nationalpartei(Steinwender), welche im Ausschusse gegen die Verordnungen stimmte, hat sich in Folge der aufreizenden Rede Gregrs der Abstimmung enthalten. Auch die italienischen Südtiroler enthielten sich der Abstimmung.

Belgien. de Bruxelles

Brüssel, 13. Dez. DerGazette zufolge hätten die Verhandlungen

zwischen dem Kongostaat und Frankreich betreffs der streitigen Territorien eine ungünstige Wen

Verhandlungen wegen Landesverraths begannen, scheint bis jetzt noch keine Klarheit zu herrschen.

Auf dem am schwarzen Brett des Reichsgerichts angeheften Aushange werden sie folgendermaßen bezeichnet: 1. Mathieu Degouy Raoul Dubois; 2. Jacques Marie Joseph Delguey-Malaves alias * 1** 22

Maurice Jean Daguet. Auch der Heimaths

Alias

ort der beiden Fremden ist nicht bekannt. 14. Dezbr. Im Spionenprozeß gab heute bei der Vernehmung der Angeklagte Degouy

an, er sei Marinelieutenant erster Klasse und dem Generalstab der Marine beigegeben. lavas sei Schiffslieutenant zweiter Klasse. Beide

haben schon im Jahre 1890 Reisen nach Deutsch⸗ aus

land gemacht. Polizeisergeant Matzen Kiel theilt seine Beobachtungen während des Kieler Aufenthaltes der Franzosen mit. Um 12 Uhr tritt eine Pause ein, dann beginnt die Vernehmung der Sachverständigen, wobei die

dung genommen, da der Kongostaat gewisse von Frankreich aufrechterhaltene Forderungen als durchaus unannehmbar betrachte. Man erwarte den vollständigen Abbruch der Ver handlungen. Dem Bureau Reuter wird aus Mozambique gemeldet, daß daselbst Major Wißmann und*. Bumiller mit 200 Askaris vom Nyassa über Quelimane angekommen sind.

Frankreich. Paris, 13. Dez. Bei einer

heute bei dem Ingenieur Reclus vorgenommenen

Jean Baptiste Charles Robert,

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Haussuchung wurde eine umfangreiche Korre spondenz beschlagnahmt, die beweist, daß Reclus thätiger Anarchist ist, und mit Anarchisten aller Länder ununterbrochene Verbindungen unter hielt. DieLiberté meldet, der Anarchist Cohen sei nicht ausgewiesen worden, da die Haussuchung ungen ergeben habe, daß eine Spezialuntersuch ung gegen Cohen eröffnet worden sei. Die Kamerkommission nahm die drei Anarchisten gesetze, dieselben theilweise noch verschärfend, an.

Wie aus Marseille geschrieben wird, hat die dortige Polizei Briefe aufgefunden, aus welchen hervorgeht, daß Leauthier, der auf den serbischen Gesandten in Paris das Attentat ver übte, mit den Marseiller Anarchisten in Ver

derart schwerwiegende Enthüll-

das dortige Generalsgebäude hat man zwa

den Urheber desselben noch nicht ermittelt, da J gegen ist ein gewisser Lemelle verhaftet worden. den 2 Zeugen mit Bestimmtheit für den Atten

täter halten. und heißt in Wirklichkeit Riemer.

Lemelle ist aus Toulon gebürtig Es ist dies

derselbe Riemer, der sich, als Kaiser Wilhelm II.

den König Humbert gelegentlich dessen silberner Hochzeit in Italien besuchte, nach Genua begab, um mit den dortigen Anarchisten ein Attentat auf die beiden Herrscher vorzubereiten. Man verhaftete ihn damals und hielt ihn 3 Monate lang gefangen; dann wurde er aus Italien ausgewiesen. Großbritannien.

London, 13. Dezbr

Artilleristen, welche Befehl hatten, sich heutz noch nach Gibraltar einzuschiffen. Dieselbeg zerschlugen die Fenster und die Möbel in det Kaserne, durchzogen dann die Straßen det Stadt, zerschmetterten Fenster und brachen it mehrere Wirthshäuser ein. Die Meuterer wurden erst nach einigen Stunden von berittenet Polizei überwältigt. Alle werden in Gibraltar vor ein Kriegsgericht gestellt werden.

14. Dez. Dem Bureau Reuter wird aus Buluwayo berichtet, daß eine von Majo Forbes vorgeschickte Abtheilung unter dei Hauptmann Wilson den Shanganifluß über, schritten und Fühlung mit Lobengula gewonneß hat. Letzterer zwang die Abtheilung, kämpfen zurückzugehen. Die Abtheilung ist durch dez in der Zwischenzeit angeschwollenen Fluß ab⸗ geschnitten und es ist für Forbes schwierig derselben eine Verstärkung zu senden. Daß Ausbleiben weiterer Nachrichten über Haupt mann Wilsons Abtheilung, ruft allgemein die Be⸗ fürchtung wach, daß die ganze Truppe getödtet ist

Spanien. Madrid, 13. Dez. Araaf sicherte Campos zu, die Feindseligkeiten würdet nicht wieder beginnen. Er bleibe in Melilla, bis der Zwist beigelegt sei; er erwarte di Ankunft des Sultans, um alsdann die Re bellen zu züchtigen. Die Kabylen zerstörte auf Befehl Araafs ihre auf spanischem Ge biete angelegten Verschanzungen.

Serbien. Belgrad. Der frühere serbischt Ministerpräsident r. Dokic ist, nur wen über 50 Jahre alt, gestorben.

Amerika. Washington, 14. Dez. Daz Repräsentantenhaus hat eine Bill angenommen, wonach das Territorium Utah zum Stag erklärt werden soll; zugleich wurde ein Amen, dement, nach welchem die Vielweiberei zu ver, bieten ist, angenommen.

Aus Stadt und Land.

w. Friedberg. Eine für die Interessen unseng Stadt im höchsten Maße wichtige Frage wird demnätzl vor dem Kreisausschuß zum Austrag gelangen. At. gesehen von den übrigen Abwassern sind während dee letzten 3 Jahre in Bad-Nauheim die Abtrittsstoßß durch Anschluß der Closets und Anlegung von Ueber laufen den Kanälen zugeführt worden. Die Kan! münden in die Usa und sind dadurch besonders i Sommer Zustände veranlaßt worden, die allen sanitärs! Vorschriften Hohn sprechen. Besonders während ie heißen Sommerzeit bildete die Usa zahlreiche Sum stellen, die oft einen geradezu pestilenzialischen Gern verbreiteten und den zahlreichen Spaziergängern 1

bindung stand. Betreffs des Attentats gegen g

In Dover meuterten gestern Abend etwa 250

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dem Nauheimer Promenadeweg diesen verleideten. Ni langem dreijährigen Harren soll dem berechtigten Ven. langen auf Beseitigung dieser gesetzwidrigen und gesun heitsschädlichen Zustände endlich in der Weise entsproch⸗ werden, daß die Stadt Bad-Nauheim eine Klärbechg anlage ausführen will. Unseres Erachtens kann dis Anlage unter keinen Umständen als eine unsere

teressen befriedigende Lösung betrachtet werden. ern auch durch das Klaärbecken die Fäkalwasser etud geklärt werden, so bleiben sie immer Abtrittswassen auch kann in der Usa in Folge ihres geringen Waß standes im Sommer die sogenannte Selbstreinigun, wie sie bei Flussen vorkommt, nicht stattfinden. Sor werden nach wie vor ekelerregende Wasser in der 1 verbleiben, welche die Luft verpesten und ihr nächt⸗ Ziel in der Friedberger Badeanstalt finden. Es* darf keiner besonderen Darlegung, daß dies unertrt⸗ lich ist. Unsre Badeanstalt, die als gemeinnützige A* stalt geschaffen wurde und den bezeichnenden Nam Volksbad führte, dient allen Klassen, vor Allem da Minderbemittelten, die sich den Luxus eigner Bades richtungen nicht verschaffen können. Zweifellos erheisl