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Deutsches Reich.

Darmstadt, 11. März. Die Prinzessin Heinrich von Preußen ist heute hier einge⸗ troffen und ebenso Prinz berg.

Dem Pfarrverwalter Rheinfurth zu Burkhards wurde die ev. Pfarrstelle daselbst, dem ed Pfarrer Orth zu Jugenheim i. Rh. die Pfarrstelle zu Nierstein über tragen; der auf die 1. Lehrerstelle zu Ober Seemen präf. Schulamtsasp. Keller aus Griesheim bestätigt; dem Schulamtsasp Eller aus Fürth eine Lehrerstelle zu Klein- Auheim übertragen; der auf dle Lehrerstelle zu Günter fürst präs. Schulamtsasp Hartmann aus Harres haufen bestätigt; der Schulamtsasptrantin Windecker aus Mainz eine Lebrerinnenstelle zu Dieburg, der Schulamtsaspiran tin Keller aus Dietersheim eine Lehrerinnenstelle zu Büdesheim, dem Schullehrer Heyl zu Niedeinhausen eine Lehrerstelle zu Bischofsheim übertragen.

Berlin, 10. März Der Bundesrath hat in seiner gestrigen Sitzung dem Freundschafts-, Handels- und Schifffahrtsvertrag zwischen dem Reich und dem Freistaat von Columbien seine Zustimmung ertheilt und hat ferner dem Ge⸗ setzentwurf zum Schutze der Waarenb ezeichnungen zugestimmt.

10. März. Reichstag. Militäretat. Fortsetzung bei Kapitel 18 der Justizverwaltung. Hintze bespricht die Selbstmorde in der Armee und fragt an, ob die un richtige Behandlung bei den jungen Rekruten dle Ver⸗ anlassung der Selbstmorde set Generallteutenant Spitz: Die meisten Selbstmorde würden aus Furcht vor Strafe begangen und zwar vei den Chargirten. Mißhandlungen selen nur im geringsten Maße die Ursache. v. Gült lungen äußert Wünsche zu der Reform der Militär strafprozeßordnung. Hüntze wünscht, daß den jungen Leuten bel Eintritt in die Armee der Uebergang zu dem neuen Verhältnisse durch freundliche Behandlung leichter gemacht werde. Kapitel 8 wird hierauf bewilligt Bet dem Kapitel 19: Höhere Truppenbefehlshaber, monirt Richter, daß bei der Geburtstagsfeier des Kalsers höhere Befehlshaber Reden zu Gunsten der Militärvor lage gehalten hätten. Die Kapitel 19 23 werden be willigt. Bel Kapitel 24: Geldverpflegung der Truppen, bringt Richter eine Reihe von Mißhandlungen vor, namentlich von Lehrern. Kriegs mintster von Kalten born: In den vom Vorredner angeführten Fällen

Ausgaben Titel 1 bis 1 Rest des Militäretats.

Ludwig von Batten⸗

gabe an den Anlegung der Es wird darin um

habe die Verurthellung stattgefunden, resp. sei Untersuch ung eingeleitet worden und die zur Todtenschau ver eidigten Offiziere seien zugezogen worden. Bebel schildert die Soldatenmiß handlungen mit allen Details Kriegsminister d Kalter born: Die Beleidigungen und Beschimpfungen, welche hier unter dem Schutze der Rede⸗ frelbelt gegen die Armee geschleudert würden, ließen nicht die Absicht der Besserung erkennen, sondern die Absicht der Soztaldemokraten, den Klassenhaß in die Armee zu tragen. Es werde aber den Sozialdemokraten nicht ge lingen, den festen Damm, welchen das Heer bilde, zu unterwühlen. Nachdem nochmals Lieber und Bebel gesprochen, worauf Staatssekretär v. Bötticher repli⸗ zürt, spricht noch Richter, welcher das Recht bean sprucht, die Fälle von Mißbandlungen im Reichstag zur Sprache zu bringen. Nachdem der Kriegs minister geant wortet, wird die Fortsetzung der Berathung auf Sams, tag vertagt. Die Milttärkommission lehnte den§ 2 der Milltärvorlage ab und zwar den die Infanterie, Feldartillerie und den Train betreffenden Theil mit allen gegen 9 Stimmen. Der Rest des§ wurde mit allen gegen 6 Stimmen abgelehnt. k. Mär:. Reichstag. Weiterberathung des Milttäretat bei Kapttel 24 Titel 2. Titel 2 bis 6 werden angenommen. Bel Titel 7, Mannschaften, wünscht Richter die Einsetz ng eines obersten Gerichtshofes zur Interpretation bel Streitig keiten über das Militärgesez. Titel 7 bis 24 werden bewilligt; ebenso Kapitel 25 bis 26, Titel 1 bis 3. Bei Titel 4 meint Richter, die Einführung des neuen Ge⸗ wehres und des rauchlosen Pulvers mache eine voll ständige Umgestaltung der Bekleidung und der Ausxrüst ung nothwendig. Generalmajor Funk: Die Regierung sei bestrebt, auch hierin Fortschritte einzuführen bis 10 werden bewilligt, desgleichen Kapitel 27 bis 35. Bei Kapitel 36, Etat für Württemberg, führt Haus mann lebhafte Klage über die grausame Behandlung der militärischen Strafgefangenen in der Strafanstalt Ulm. Er erblickt darin einen Grund für die Soldaten selbstmorde, er sei überzeugt, in den Strafanstalten anderer Staaten herrschten ähnliche Zustände General leẽntenant Spitz weist entschteden die letzte Behauptung des Vorredners für Preußen zurück Württemb General major Watter:

für Abbilfe, wenn Mißstände sich zeigten. Szmu la

nimmt die preußischen Strafonstalten gegen Hausmann Bel Kapitel 37, spricht Marquardsen seine Verwunderung darüber aus, daß Ablwardt trotz der entgegenlautenden Ausfübrungen der Regierung seine

in Schutz. Artillerie

Kapitel 36 wird bewilligt. und Waffenwesen,

Bebaupfungen, betr. die Waffen, bier wiederholt. Kriegs minister v. Kaltenborn:

haft seien. bar.

Die Gewehre seien vollkommen kriegsbrauch

bezogen. Richter konstatirt, daß Ablwardt

mentarisch mit Unwabrheiten debütirt.

Titel 4

Die württembertgzische Regierung sorge

Er habe eine Beantwortung nicht für wünschenswerth gehalten, weil die daran an⸗ knüpfenden Debatten für das Vaterland nicht vortheil

erledigt, ebenso die einmaligen Ausgaben. 9 werden ohne Debatte erledigt, ebenso der

11. März. Ueber die gestrige Abstim⸗

mung in der Militärkommission hielt der Reichs⸗ kanzler unmittelbar nach der Sitzung dem Kaiser Vortrag. ministeriums unter Eulenburg minister wohnten derselben bei.

Heute fand eine Sitzung des Staats⸗ dem Vorsitz des Grafen statt. Caprivi und der Kriegs⸗

Im Oberlande werden zahl⸗

Mannheim.

reiche patriotische Vereine gebildet, um Stim mung für die Militärvorlage zu machen.

Saarlouis. Aus Bildstock ist eine Ein⸗ Reichstag abgegangen, worin um 2459 Abgelegten ersucht wird. Einsetzung einer Untersuch ungskommission, bestehend aus dem Oberberg rath Welsen, dem Landrath von Saarbrücken und den abgelegten Bergleuten Schillo und Thome gebeten.

Ausland.

Holland. Amsterdam. In politischen Kreisen herrscht große Erregung wegen des neuesten Wahlgesetzes, was die Regierung den Kammern vorlegen soll. Die Regierung hat das Alter auf 25 Jahre statt 23 Jahren fest⸗ gesetzt.

Belgien. Brüssel, 10. März. Gestern ereignete sich in der Kammersitzung ein Zwischen⸗ fall; der Bürgermeister von Brüssel, Buls, warf dem Minister des Innern vor, daß dieser alle hohen Offiziersstellen der Brüsseler Bürger garde klerikalen Parteigängern verleihe und er klärte, die liberale Brüsseler Stadtverwaltung müsse jeden Verkehr mit dem Minister ab- brechen. Die klerikalen Blätter verlangen die Absetzung des Bürgermeisters.

Mons. Der Ausbruch des Bergarbeiter streiks im Borinage gilt als für die nächste Woche bevorstehend.

Großbrtannien. Dublin, 10. März. Die Parnelliten versammelten sich gestern, um die Home-Rule-Bill zu diskutiren und erklärten, die Home-Rule-Bill sei unmöglich, so lange nicht alle Irländer, welche wegen politischer Vergehen verurtheilt seien, amnestirt würden.

Spanien. Madrid. Eine Veränderung in der Zusammensetzung des Ministeriums Sagasta ist nunmehr unzweifelhaft. Dieselbe wird jedoch bis nach dem Zusammentritt der Cortes verschoben, weil der Minister des Innern ein persönliches Vorgehen der Regierung während der Wahlperiode erstreben will. Sagasta wird den Cortes eine umfassende Denkschrift über die Finanzlage Spaniens überreichen.

Italien. Rom. Die gelegentlich des Besuches des deutschen Kaisers am italienischen Hofe stattfindenden Parade wird 20,000 Mann Militär umfassen und von dem General San Marzano befehligt werden. Die Stadt Rom

gibt dem deutschen Kaiserpaare folgende Fest lichkeiten:

Beleuchtung des Forums, des Ko losseums und des Palatins; Arrangement eines sogenannten Girandola-Feuerwerks auf dem Volksplatze, das sonst immer am Jahrestage der Verfassung stattfindet; eine archäologische Ausgrabung; eine Fahrt auf dem Tiber nach Ostia; Galavorstellung von Verdis OperFal⸗ staff in der Argentina.

Türkei. Konstantinopel. Der Sultan empfing den bulgarischen Agenten Dimitrow sowie den bulgarischen Exarchen in der Ange legenheit der bulgarischen Verfassungsänderung. Der Exarch erklärte, falls dieselbe in der großen Sobranje angenommen würde, werde er die Schließung der orthodoxen

Amerika. Waspbington.

welche Harrison dem rückgezogen.

lokale zu einer Gedächtnißfetier zu versammeln. Reallel

indem er etwa das Nachfolgende ausführte: Die unseres erhabenen Herscherhauses zeigt uns, wie Hessens Fürsten in guten und schlimmen Zeiten stets fest und treu zu ihrem Volke und auch zu Kalser und Reich gestanden baben. Unser veerhrter vor einem Jahre verstorbener Großherzog folgte in allen Stücken den Traditionen seines Hauses Unter allen deutschen Fürsten bildete er eine Hauptstütze des neu errichteten Kalserthrones, und wie seine Vorgänger war Ludwig IV. der wohlwollende und besorgte, der unparteitsche und unbestechliche Vater seines Landes. Mit berechtigtem Stolze aber dürfen diejenigen auf ihn blicken, denen es vergönnt war, unter seinen Augen den Kampf gegen den Erbfeind im Westen um Metz und Or seans zu führen. Wahrlich die Geschichte und der Ruhm Hessens seit 1870 ist in der Person Ludwigs IV ver⸗ pert. Seine Ehre ist unsere Eyre, sein Ruhm ist unser Ruhm. Zahlreich und ehrenvoll waren die Huldbezeigungen seiner kafserlichen Herren. Das größte Glück endlich, das einem Fürsten gewährt werden kann, schenkte ihm Gott in der Llebe seines Volkes, die ihm auch nach einem Leben voller Pflichterfüllung über das Grab hinaus gefolgt ist. Doch es genügt nicht, nur in Worten unserer Dankbar⸗ keit Ausdruck zu verleihen, sondern auch durch die That zu bewetsen, daß uns das Andenken unseres verstorbenen Landesherrn stets theuer sein wird, Dies aber geschieht dadurch, daß wir die Gefühle der Liebe und der Ver ehrung, die wir für den Vater empfanden, auf seinen Sohn und Nachfolger, unseren jetzigen Landesherrn Ernst Ludwig übertragen und geloben, wie jetzt im Frieden, so auch dermaleinst in Noth und Gefahr fest und unentwegt unserem angestammten Herrscherhause anzuhängen. In das zum Schlusse ausgebrachte Hoch auf S. K. H. den

ein. Den Redner lohnte reicher Beifall. Der Präsident des Verein, Steuereinnehmer Donges, regte sodann die Frage der Errichtung eines Kriegerdenkmals in unserer Stadt an, das zugleich unseren verehrten Großherzog Ludwig IV. als tapferen Führer der 25. Division im Feldzuge 1870/1 verherrliche; derselbe konnte zugleich mittheilen, daß Bürgermeister Steinhäußer betreffs der Platzfroge das bereitwilligste Entgegenkommen von Seiten der Stadt zugesichert habe. Dle Versammlung beschloß diese Frage wie auch die der Statutenänderung auf die Tagesordnung der nächsten Generalversammlung zu setzen. Durch gemeinsamen Gesang vaterländischer Lieder fand die erhebende Feier, welche die Versammlten bis spät zu⸗ sammenhlelt, einen würdigen Abschluß.

2 Friedberg. Einsender macht einstweilen heute schon die Mitglieder und Freunde derEv. Vereinigung darauf aufmerksam: daß am nächsten Donnerstag den 16. l. Mts., im Schmitt'schen Gartensaal, der schon von früher her als Luther-Darsteller und Reeitator und als Leiter einesWeihnachtsfestspiels in bester Erinnerung bet uns stehende nunmehrige Pfarrviear Lehn von Offen; bach, das FestspielPhilipp der Großmüthige von Treller in geeigneter Weise und mit einiger Kürzung zum Vortrag bringen wird. Daran soll sich, wie schon öfters ein zweiter Theil des Abendsgesellig musikalischer Art an, schlleßen. Auch die Vereins-Frauen undJungfrauen sind selbstverständlich herzlich dabet willkommen. Hoffentlich wird der herzerhebenden Vorführung der mächtigen und erhabenen Gestalt des Ahnherrn unseres Fürstengeschlechtes ein zahlreicher Besuch entsprechen.

Il. Friedberg. Vor einigen Tagen wurde hier ein trecher Einbrecher festgenommen. Derselbe stahl bel einem hiesigen Kaufmann einen Automaten, dem er 30 Pfg, sowie Chocolade, welch letztere er verzehrte, ent nahm. Hierauf stieg er in einen Neubau ein, in welchem er eine Werkzeußkiste erbrach. Als gegen Morgen die Handwerker kamen, nahm er Reiß aus, wurde aber von jenen verfolgt, auf der Rosbacher Chaussee festgenommen und der Polizei ausgeliefert.

u. Friedberg, 13. März Hrute Nacht wurde in einer hlesigen Villa ein raffintrter Einbruch verübt Der Einbrecher hatte mittels Bohrer und anderer Werkzeuge das feste Tbürschloß zu öffnen gewußt und hierauf Silber⸗ zeug im Werthe von 15200 Mk. gestohlen. Die Polizei fahndet bereits eifrig auf den Thäter.

M. Friedberg. Mittwoch den 15. März und nicht, wie es irrthümlich im Aasschreiben hieß, den 14. März, wird die Pfarr Conferenz in Friedberg abgehalten.

d. Friedberg, 13. März. Das gestrige 2. Konzert des Musikvereins wird den Teilnehmern noch lange in angenehmster Erinnerung bleiben. Es hat die Saison würdig beschlossen und das kommende Jubeljahr des Vereins vielverheißend eingeläutet. Dabei waren es zum guten Theil Frühlingsklange, was das reiche Pro, gramm bot, Gaben, die dem wintermüden Hörer doppel! willkommen sind. Auch dies Mal erfreute uns F. Waß⸗ muth von Hanau, den Friedbergern längst eine vertraute. Künstlergestalt. Er bewährte aufs Neue den Ruf der behaglichen Tiefe seines Organs wie der natürlichen. Sicherheit und Gediegenheit seines Vortrags. Wie füt

Kirchen verfügen. Cleveland hat den Vortrag über die Annektion von Hawaii,

Die Läufestäbe zu den Löwegewehren seien durch Vermittelung der königlichen Gewehrfabrik von Krupp patla- Die Kapitel 37

9 Aus Stadt und Land. M. Friedberg

Mitglieder des Veteranen

Die Wiederkehr des Todestages S. K H des Großberzogs Ludwig IV. veranlaßte die und Kriegervereins hlesiger bis 43 werden bewilligt; damit sind die fortdauernden! Stadt, sich am verflossenen Samstag Abend im Vereins-

ihn geschrieben erschienen uns Schubert'sGrenzen der Menschheit. Einen liebenswürdigen Kontrast hiezu be⸗ wirkten die frischen jugendlichen Stimmen der Frl. Weiffen⸗ bach von Gießen. Die Altistin erwies sich gleich geschickk in der Wiedergabe der weltschmerzlichenMainacht

Senate unterbreitete, zu- von Brahms, wie des kindlich naiven Hildach'schenFrüh⸗

ling ist da. Beide Damen vereinigten sich in den Comala, hier sang die Sopranistin sehr sympathisch die Ballade vomHelden Suaran, und in 3 Duetts, welche das Liebesleben in mannigfacher Beleuchtung be⸗ handelten; das letzte,Einen Brief soll ich schreiben von Jadassohn, entzückte durch seine neckische Munter keit. So können nur Schwestern singen. Einer glänzen;

Dr. Willen bücher feierte den nun in Gott ruhenden Todten, i

jetzigen Großherzog stimmte die Versammlung begeistert

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