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Betreffend: Feldbereinigung in der Gemarkung Rodheim v. 8

Die im zweiten Bereinigungsbezirke rubr. Gemar Vormittags 11 Uhr, auf dem Voranschlag und Bedingungen liegen auf Großh. Bürgermeisterei zur Einsichtnahme der Uebernahmslustigen offen.

sollen Donnerstag den 12. Oktober d. I., gebot vergeben werden.

Gießen am 2. Oktober 1893. 4037

Bekanntmachung.

kung bei Herstellung der Drainageausführungen vorkommenden Arbeiten(ca. 30000 m) Rathhause zu Rodheim v.

Der Großh. Kultur-Ingenieur für Oberhessen.

Wißmann.

Deutsches Reich.

Darmstadt, 6. Oktbr. Die Prinzessin Bahnsteig von Menschen dicht besetzt.

Heinrich von Preußen begab sich mit dem Prinzen Waldemar gestern Nachmittag 3 Uhr zu Besuch der Kaiserin Friedrich nach Homburg. 7. Okt. Das Amtsblatt Großherzogl. Ministeriums des Innern und der Justiz, Sektion für Justizverwaltung, Nr. 13 enthält: Ausschreiben vom 30. Septbr. an sämmtliche Justizbehörden, betreffend den Auslieferungs vertrag mit der Schweiz, hier: die Ausliefe rung wegen Körperverletzung mit nachfolgen der mehr als zwanzigtägiger Arbeitsunfähigkeit. Berlin, 6. Oktbr. Der Kaiser hat aus dem Dispositionsfonds dem Verein für Ber liner Arbeiterkolonien 5600 M. zur Tilgung einer Schuld an der Berliner Ortskrankenkafse überweisen lassen. DieN. A. Ztg. ver⸗ öffentlicht eine Zuschrift der in der Tabak⸗ steuerkommission zugezogenen Sachverständigen, worin dieselben sich gegen die Auffassung ver⸗ wahren, daß sie der vorgeschlagenen Tabaks Fabrikatwerthsteuer zugestimmt. DieN. A. Ztg. bestätigt auf Grund zuverlässiger Infor⸗ mationen die entschiedene Abneigung der Sach verständigen gegen die Mehrbelastung des Tabaks. Dieselben hätten sich über eine An⸗ zahl gewerblich-technischer Fragen zum ent schiedenen Vortheil der Gestaltung des Ent wurfs mit dankenswerther Bereitwilligkeit und Gründlichkeit geäußert. Unrichtig aber wäre die Annahme, daß die Kommission sich der grundsätzlichen Auffassung der Sachverständigen angeschlossen habe. Vielmehr erwarte die Kom mission von der vorgeschlagenen Werthbesteue rung, daß der Konsum und die Fabrikation in wesentlich geringerem Maße vorübergehend beeinträchtigt werden würde, als die Vertreter der Industrie zu befürchten scheinen. S. M. der Kaiser gedenkt Sonntag den 8. Oktober Abends, Trakehnen zu verlassen

und sich von dort direkt nach Eberswalde zu begeben, wo die Ankunft am Montag erfolgen Der Jagdaufenthalt auf Jagdschloß Hubertusstock wird jedoch nur von kurzer

dürfte.

Dauer sein.

Die Ausgaben für unser südwestafrika nisches Schutzgebiet haben im Rechnungsjahre 1892/93 den Etat um 300,000 Mark über schritten und zwar in Folge der im Februar dorthin entsandten Verstärkung der Im Juli ist

.

Schutztruppe um 280 Mann.

entgegennehmen zu können. Der Wagen, in dem der Fürst fuhr, war, durch Laubgewinde geschmückt, schon von Weitem kenntlich. Erst als der Zug sich wieder in Bewegung setzte, dankte der am Fenster er scheinende Fürst durch freundliches Neigen des Kopfes für die Ovationen.

1 Kissingen, 7. Okt. Fürst Bismarck durch⸗

fuhr in offener Equipage die Straßen zum Bahnhofe, von einer Menschenmenge herzlich be grüßt. Er reiste um 11.40 nach Friedrichs ruh ab.

München, 5. Oktbr. Im Abgeordneten hause wurde heute über die Erkrankungen im Leibregiment verhandelt. Der Kriegsminister hält daran fest, der ungünstige Untergrund der Leibkaserne, sowie die Benutzung des Pumpe brunnens sei die Ursache der Erkrankungen. Er bevorzuge die Konservenkost keineswegs. Bei einer Mobilmachung sei dieselbe jedoch un

entbehrlich. Graf Preysing empfiehlt Dörr⸗ gemüse. Henle erinnert daran, daß Geh.-Rath

von Pettenkofer bereits im Jahre 1855 die Leibkaserne als sanitätswidrig bezeichnet habe. Abgeordneter Söldner beharrt dabei, daß der Menage die Schuld beizumessen sei.

In der bayerischen Kammer der Abge ordneten wurde der Antrag Ratzinger auf Er laß einer Adresse an die Krone abgelehnt, nachdem der Antragsteller sowie die Abge ordneten v. Vollmar und Wiesner sich dafür, Geiger und Fischer dagegen ausgesprochen hatten.

Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Pest, 6. Oktbr. Im Abgeordnetenhause wurde die Verhand lung über die Petitionen wegen der Antworten des Königs fortgesetzt. Der Minister des In nern führt aus, die Politik der Regierung sei, alle Bestrebungen gegen die Staats-Einheit strengstens zu bestrafen, jedoch wegen einzelner Agitationen nicht die ganze Nation zu verur⸗ theilen. Das ungarische Volk habe Kraft genug, die Einheit und Unzertrennbarkeit der Nation gegen die Aspiration eines Theiles der rumä nischen Nationalität zu schützen, welcher eine Verschmelzung mit einem anderen Staate an ane

7. Okt. Im Finanzausschusse erklärte

ine weitere Verstär ch Südwestafrika an. 5 f a a N

5 N eee e Ministerpräsident Wekerle, die Regierung wünsche bar 95 rg 75 für ee ee Ernstes die Reinheit der Wahlen und ch ch Nachtragsetat für 1893,94 gefordert halte an dem in ihrem Programme entwickel

werden.

mündung übernehmen will.

tritt des Reichstags

durchzuführen. Die Mehrzahl der

Gegenwärtig ist in Südwestafrika die Bildung einer Hafen-Gesellschaft im Gange, welche den Ausbau der Rhede der Savakop

ten Standpunkt fest. Der Minister des Innern kündigte eine Vorlage betreffend Verwaltungs reformentwürfe an. Darauf wurde das Budget des Ministeriums des Innern bewilligt. Paz⸗

7. Okt. Nach Meldungen eines parla re 1 ane 3 mentarischen Berichterstatters wird das Serum erklärte, die Opposiion sei In dit den Jesuiten-Antrag sofort nach Zusammen wieder einbringen. Der regierende Maharajah von Kapurthala in Indien, welcher die Hauptstädte Europas be sucht und bei den Kaiser-Manövern vom Kaiser empfangen wurde, ist in Berlin eingetroffen. Die Regierung ist entschlossen, die Wie dereinführung der Berufung im Strafprozeß Bundes regierungen hat ihr Einverständniß bereits er

äußersten Obstruktion entschlossen, wenn der Wahlreformentwurf nicht vor den Verwaltungs- reformentwürfen vorgelegt werde.

Belgien. Charleroi, 6. Okt. Infolge der lebhaften Agitation ist die Zahl der strikenden Bergleute auf 17000 gestiegen. Die Ausständigen rotten sich zusammen, durchziehen die Orte in der Nähe der Kohlengruben und bedrohen die weiterarbeitenden Bergleute. Die Direktoren der Bergwerke ersuchten den Kriegsminister um Entsendung von Truppen. Abends

klärt. Ueber die Einzelheiten schweben noch sosortige dend! 5 Erörterungen, deren Ergebniß nicht abzu- wurden zwei Schwadronen Kavallerie nach sehen ist. Chatelineau abgeschickt.

Hannover, 7. Okt. Durch die hiesige Frankreich. Paris, 6. Okt. Magnard

Presse war das Publikum dahin verständigt bespricht imFigaro

3 9 die in mehreren Blättern

worden, daß Fürst Bismarck in Folge seines gebrachte Meldung über eine angebliche Ent⸗ leidenden Zustandes alle Ovationen sich ver- sendung eines Agents provocateuts nach Paris beten habe, da er nicht in der Lage sei, dieselben und Toulon anläßlich der russischen Feste.

Trotzdem war der Magnard bezweifelt die Richtigkeit der Mel⸗

dung; er meint, die Franzosen müßten sich vor Allem gegen ihren eigenen Enthusiasmus, ihre eigenen Nerven und gegen sich selbst wehren.

Großbritannien. London, 5. Oktbr. Die strikenden Bergarbeiter in Porkshire er⸗ klären, daß sie den Strike noch 10 Wochen

d. H. durch öffentliches Aus⸗

aushalten könnten. Die in Glasgow tagende Vereinigung der englischen Eisenbahnbeamten

bewilligte 1000 Pfund Sterling zur Unterstütz⸗ ung der englischen Bergarbeiter. Rußland. Petersburg, 5. Oktbr. neue, um 15 pCt. ermäßigte Eis für den Transport russischen Getreides via Oesterreich nach Italien, der Schweiz und Frankreich ist heute veröffentlicht worden. Amerika. New⸗York, 6. Oktbr. Dem Herald zufolge dauerte das Bombardement Rio de Janeiro's den ganzen gestrigen Tag an. Die Stadt wurde mit Granaten beworfen und die Landbatterien erwiderten das Feuer. In der Stadt herrschte große Bestürzung, die Geschäfte stockten völlig und die Börse war verlassen. Die Soldaten des Vizepräsidenten Peixoto begehen Mord und Raub, Züge von Soldaten verschiedener Waffengttungen durch⸗ streifen die Stadt und werben Rekruten für

die Armee Peixotos an, während andere Ab.

theilungen angesehene Personen, welche An⸗ hänger des Admirals de Mello sind, ergreifen. Der englische Gesandte forderte die englischen Staatsbürger auf, Rio zu verlassen, weil die Flotte angezeigt habe, daß sie das Bombarde ment fortsetzen werde.

7. Okt. DerNewy. H. meldet aus Montevideo, Admiral Mello forderte den Präsi denten Peixoto auf, Rio de Janeiro innerhalb 48 Stunden zu verlassen, andernfalls beginne die Beschießung wieder. Das diplomatische Corps sei für den Abzug Peixotos, als Mittel, den Bürgerkrieg zu beendigen. Peixoto weigere sich jedoch und treffe Vorbereitungen, den Krieg energisch fortzusetzen. Die Regierung ordnete die Organisation eines Geschwaders unter dem Oberbefehl des Admirals Duarte an und be willigte einen Kredit zur Deckung der Kriegs kosten.

Afrika. Capstadt, 6. Okt. Die Zahl der Matabeles, welche die englische Polizei patrouille in Bechuamaland angriffen, betrug 30. Aus dem Angriff geht hervor, daß die Matabeles nicht nur gegen das Gebiet der südafrikanischen Gesellschaft, sondern auch gegen die am Maclontse-Flusse zum Schutze des Häuptlings Khama stationirte Regierungs Polizei vorzugehen beabsichtigen. Die Regie⸗ rungs⸗Polizei wird Tati besetzen und somit das Vorrücken der Truppen der südafrikanischen Gesellschaft erleichtern. Es verlautet, der Ab- gesandte der Matabeles, welcher kürzlich in der Kapstadt ankam, überbrachte nur einen Brief

an die Königin Viktoria und mußte sofort nach-

Palapye zurückkehren, um daselbst die Antwort abzuwarten.

Aus Stadt und Land.

Vilbel, 4. Okt. Bei der heute stattgehabten Wahl eines Landtagsabgeordneten wurde Herr Graf Oriola von Büdesheim mit 24 Stimmen wiedergewählt.

Darmstadt. Der Parteistellung nach werden dem nächsten Landtag angehören 31 Natinnalliberale, 7 Frei⸗ sinnige, 5 Centrum, 4 Sozialdemokraten, 3 Anti⸗ semiten.

Aus dem Großherzogthum Hessen, 6. Okt. Wie dieN. Hess. V. melden, hat das Großh. Mi⸗ nisterium des Innern und der Justiz eine Kommission niedergesetzt behufs Sammlung aller in den rechts · rheinischen Provinzen geltenden Civilgesetze, die seither in 72 Regierungsblättern verstreut waren.

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