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Auch die Königin Viktoria begab sich dahin zur Theilnahme an der Hochzeitsfeier des

Herzogs von Pork und der Prinzessin Mary von Teck. 6. Juli. Heute fand die Vermählung

des Herzogs von York mit der Prinzessin Mary von Teck bei einer beinahe tropischen Hitze statt. Der Herzog und Gemahlin begaben sich bald nach 5 Uhr nach Sandvingham, woselbst das neuvermählte Paar die nächsten Wochen zu ver leben gedenkt.

6. Juli. Das Unterhaus hat Punkt 10 Uhr der früher gefaßten Resolution gemäß die Debatte unterbrochen und geschlossen. Der eingebrachte Gegenantrag wurde zur Abstim⸗ mung gebracht und mit 324 gegen 286 Stimmen abgelehnt. Dann wurde über§ 5 der Bill abgestimmt und dieser mit 324 gegen 289 Stim⸗ men angenommen. Ohne jede Debatte gelangte 8 6, der die Zusammensetzung der Oberen Kammer des irischen Parlaments betrifft, und gegen den bekanntlich mehrere englische Radikale Einwendung machten, zur Abstimmung und er zielte eine Majorität, wenn auch nur von 15 Stimmen. Er wurde mit 315 gegen 300 Stimmen angenommen.§ 7(Zusammen⸗ setzung des Unterhauses betr.) wurde mit 325 gegen 289,§ 8(betr. die Regulirung von Meinungs-Verschiedenheiten zwischen beiden Häusern) mit 323 gegen 291 Stimmen ange⸗ nommen. Als Gladstone kurz vor Mitternacht den Sitzungssaal verließ, wurden ihm große Ovationen bereitet.

Spanien. Madrid. Die Demission des Justizministers ist angenommen und Capdepon zum Nachfolger ernannt.

Serbien. Belgrad, 6. Juli. Die Skupsch⸗ tina nahm in erster Lesung den allgemeinen Zolltarif mit einigen Abänderungen der Re⸗ gierungsvorlage an.

Aegypten. Alexandrien, 7. Juli. Der Khedive hat sich heute nach Konstantinopel eingeschifft, ohne die Ankunft der Pacht des Sultans in Izzedin abzuwarten. Der Minister⸗ präsident Riaz übernahm die Regentschaft.

China. Shanghai, 4. Juli. Die Times meldet von hier: Am letzten Samstag wur den die Schwedischen Missionäre Wikholm und Johanssen während eines Volksaufruhrs in Sungper, 160 Kilometer nordöstlich von Hankow, ermordet.

Amerika. New⸗York, 6. Juli. Die hiesige Handelskammer hat heute einen Beschluß gefaßt, in dem unter Schilderung der Depression im Finanzleben unbedingt der Widerruf der Sherman-Bill mit Nachdruck verlangt wird.

Aus Stadt und Land.

d. Friedberg. Unter starker Betheiligung vieler Gäste von nah und fern fand am 4. und 5. d. Mts. in unserer Stadt die 50. Jahres-Versammlung des Hauptvereins der Gustav Adolf⸗Stiftung im Großher zogthum Hessen statt. Das Fest begann am 4. ds. Abends 67 Uhr mit einer musikalisch⸗liturgischen Vor⸗ feier in der festlich geschmückten Stadtkirche, welche trotz ihrer Geräumigkeit die am Gottesdienste Theilnehmen den kaum zu fassen vermochte. Die Chöre wurden unter Leitung des Seminarlehrers Schmidt von dem hiesigen Musikverein, dem deshalb besonderer Dank ge bührt, ausgeführt. Namentlich der Eingangs Chor Jauchzet dem Herrn alle Welt sowie die ChöreSei getreu bis in den Tod undHerr bleibe bei uns machten auf alle Hörer einen gewaltigen Eindruck. An diese Feier schloß sich dann um Uhr eine Ver sammlung des Verwaltungsraths und der Abgeordneten im Hotel Trapp an. Der eigentliche Festtag wurde Vor⸗ mittags 6 Uhr durch Choralmusik vom Thurme der Burgkirche eröffnet. Um 904 Uhr versammelten sich die Festtheilnehmer in der Burg zum gemeinsamen Kirch gang. Hieran betheiligten sich die Schüler und Schüle rinnen der obersten Schulklassen, die Zöglinge des Lehrerseminars, Prälat br. Habicht mit den Geistlichen der Stadt, die Mitglieder des evang. Predigerseminars,

die Vertreter des Centralvorstandes in Leipzig, der Ver waltungsrath des Haupt Vereins, die Abgeordneten

anderer Haupt- und Zweig Vereine, die auswärtigen

das Auge faßte. Hierauf verlas Gymnasiallehrer Trümpert aus Darmstadt den Rechenschaftsbericht. Um 11½ Uhr fand sodann eine Versammlung in der Burg⸗ kirche statt. Es sprachen hier Hofprediger Rogge von Potsdam als Abgeordneter des Central⸗Vorstandes, Pfarrer Zähringer von Weinheim, Pfarrer Battenberg von Frankfurt, sowie Abgeordnete aus der Bayerischen

Pfalz, aus der Rhein⸗Provinz und der Provinz Hessen⸗ Nassau. Hieran schloß sich die Ueberreichung der Fest⸗ gaben. Wir erwähnen von diesen einen von den Candi⸗

daten des hiesigen Predigerseminars gestifteten kunstvoll ausgestatteten Abendmahlskelch, Geh. Kirchenrath we. Diegel übergab 100 M., eine in Bad⸗Nauheim gegen⸗ wärtig zur Kur weilende Dame 50 M. Der Präsident des Hauptvereins sprach den Dank des Vereins für die 4 Gaben aus. Um 2 Uhr fand im Hotel

rapp ein gemeinsames Mittagessen statt, wobei Tisch reden auf Kaiser und Großherzog, ferner zu Ehren des Haupt⸗Vereins, des Fest⸗Predigers und der Vertreter anderer Hauptvereine gehalten wurden. Nachmittags Uhr fand im Steinhäußer'schen Garten die Nach⸗ feier statt. Dekan Meyer hielt in bekannter beredter Weise eine patriotische Ansprache und hob besonders den sehr treffenden Gedanken hervor, daß der Gustav⸗ Adolf⸗Verein der Einigung des deutschen Vaterlandes vorgearbeitet habe. Pfarrer Zähringer von Weinheim schilderte in schlichter und zu Herzen gehender Art die Schicksale einer früher um ihres Glaubes willen hart bedrängten badischen Gemeinde, während Hofprediger Rogge in einer wahrhaft zündenden Ansprache Bilder aus dem evangelisch-kirchlichen Leben der deutschen Ost⸗ seeprovinzen vorführte und zum Schlusse zu einer noch⸗ maligen Sammlung aufforderte, welche die hübsche Summe von 108 M. ergab. Besonderes Interesse er⸗ regte die Ansprache von Pfarrer Felb aus Lyon, wel⸗ cher früher als Lehrer in der dortigen evangelischen Ge⸗ meinde wirkte, und welcher aus seinen eigenen Erleb⸗ nissen heraus ein correctes Bild der Lage der Evange lischen in Lyon entrollte. Zwischen diesen Ansprachen trug unter der Leitung des Taubstummenlehrers Schnei⸗ der ein aus Mitgliedern verschiedener hiesigen Vereine zusammengesetzter Chor einige schöne Volks- u. Vater⸗ landslieder vor. Zum Schlusse dankte Professor Or. Weiffenbach den Sängern, Prälat bor. Habicht der Stadt Friedberg, welche dem Verein gastlich ihre Thore geöffnet hätte. Das unter so vielfachen Anregungen verlaufene Fest wird gewiß von Segen für die evang Sache begleitet sein.

pl. Friedberg, 7. Juli. Friedberg ist als Sport platz schon bekannt geworden, denn nicht weniger als 135 Nennungen sind zu dem am 9. Juli stattfindenden Radwettfahren aus allen Theilen Deutschlands einge⸗ laufen. Es starten die bedeutendsten Fahrer, wie Aug. Lehr, Meisterfahrer von Europa, Gehrig, Opel, Herty, Breitling, Verheyen und noch viele Andere. Das Rennen verspricht somit ein e aiges zu werden.

. Dorheim, 7. Juli. Heute Nacht erhängte sich ein hiesiger Knecht in einem Stalle. Anlaß zur That soll Furcht vor einer ihn treffenden Strafe gewesen sein.

Alsfeld, 4. Juli. Ein 10 jähriges Mädchen in dem benachbarten Vadenrod wurde zu Tode geschleift. Es hatte sich das Seil, an dem es eine Kuh führte, um den Hals geschlungen. Die Kuh wurde scheu und riß im Dahinstürmen das Kind um, das dann auf schreckliche Weise sein Leben einbüßte.

Bingen, 5. Juli. Bei einem heute Vormittag über unsere Gegend hinziehenden Gewitter wurde die Frau des Landwirthes Ochs aus Ockenheim, die auf dem Felde mit Kornschneiden beschäftigt war, vom Blitze erschlagen, während ihr in der Nähe spielendes Kind unversehrt blieb. Der Körper der Erschlagenen war über und über mit Brandflecken bedeckt.

Worms, 5. Juli. Heute schlug der Blitz auf der Bürgerweide in eine Baumgruppe ein und tödtete von einer Anzahl dort Schutz suchender Arb iter 2, während einem dritten der Leib aufgerissen wurde.

Allerlei.

w. Erbstadt. Die Vorbereitungen zu dem am Sonntag den 9. und Montag den 10. Juli stattfinden⸗ den 12. Bundesfeste des Nidderthal-Sängerbundes schreiten rüstig vorwärts. Der Ort sowie der 10 Min. entfernt liegende Festplatz haben bereits begonnen ihren Festschmuck anzulegen. Ueberall sieht man geschäftige Hände die bestrebt sind, dem Ganzen ein festliches Aus sehen zu geben. Sümmtliche 24 Bundes vereine mit ca. 1000 Sängern haben bereits ihr Erscheinen zugesagt. Auch steht zu erwarten, daß der sonstige auswärtige Festbesuch ein reger wird, zumal Erbstadt in Folge seiner Verbindung mit den benachbarten Orten durch die Friedberg-Hanauer Eisenbahn bequem zu erreichen ist. Die Festmusik hat die weithin bekannte und be währte Kapelle Schneider aus Selters übernommen.

Niederreifenberg, 5. Juli. In unserem Ort, aus ca. 70 Häusern mit 600 Einwohnern bestehend, brach gestern Abend Feuer aus, das bei der herrschen⸗ den Trockenheit und dem Wassermangel rasch um sich griff und die ganze Nacht sowie heute Morgen noch fortbrannte. Wie verlautet waren bis heute Mittag 24 Häuser in Asche gelegt. Die Oberurseler Feuer

Geistlichen und Lehrer, die Mitglieder des Kirchenvor-] wehr wurde heute früh telegraphisch requirirt und fuhr standes, der Kirchen-Gemeindevertretun der evangel.] auf Leiterwagen an den Brandort.

Vereine der Stadt sowie sonstige Festth. Pra Erfurt, 5. Juli. Der Sergeant Hoyer vom 71. lat Ur. Habicht hielt unter 118.] Infanterie-Regiment wurde wegen schwerer Soldaten⸗

Zugrundele Psalmes die Festpredigt, welche in seh die Ziele des Vereins und die aus

rerbaulicher Weise] mißhandlu denselben für jeden evangelischen Christen erwachsenden Verpflichtungen in!

1 zu

0 8 Monaten Festungshaft und De⸗ radation verurtheilt.

Dortmund, 5. Juli.

Ein schreckliches Verbrechen

wurde hier geplant, ist aber im letzten Augenblicke noch

verhindert worden. Der Circus Ed. Wulff gibt hier zur Zeit Vorstellungen unter großem Andrang des Publikums. Gestern Abend versuchte nun eine Anzahl junger Burschen, sich ohne Zahlung des Entrées Ein⸗ gang zu verschaffen, sie wurden jedoch gefaßt und heraus⸗ befördert. Die Burschen suchten sich hierfür dadurch zu rächen, daß sie den Circus in Brand setzten. Die Flamme loderte schon hoch auf, als das Verbrechen be⸗ merkt wurde. Das Feuer wurde im Keime erstickt. Der Clown Tom Tom holte einen der Thäter ein, welcher die andern verrieth.

Lüneburg. Seit vollen zwei Monaten steht das Gamser Moor, welches sich unfern Giffhorn zwischen Gamser und der Moorkolonie Platendorf hinzieht, in Brand. Anfangs war es ein unscheinbarer Heidebrand, doch gelang dessen Löschung nicht, weil das Feuer mehr als fußtief in die Torfschicht eingedrungen war. Wie⸗ derholt sind Löschungsversuche unternommen worden, doch erfolglos; schließlich mußte man die Hoffnung auf einen ergiebigen Regen setzen. Es stehen etwa 200 Morgen Moor und Torf in Brand, und da theilweise die Kolonie gefährdet erscheint, so sind jetzt größere Abtheilungen von Löschmannschaften und 100 Mann von der Provinzial-Arbeiterkolonie Kästorf am Brand- ort in Thätigkeit.

Lübeck, 5. Juli. eine Feuersbrunst 16 Gebäude ein. kamen um. N

Graz. Hier bereiteten, anläßlich der Relegirung zweier Techniker, heute um Mitternacht 200 Studenten dem Rektor eine Katzenmusik, wobei ein Zusammenstoß mit der Polizei erfolgte. Zehn Studenten wurden ver⸗

In Gabob bei Röbel äscherte 39 Stück Vieh

haftet; ein Student ist verwundet. London, 6. Juli. Aus dem Kohlenbergwerk Thornhill in Norkshire wurden 10 Bergleute lebend

heraufgebracht; der Menschenverlust beträgt 136. Athen, 3. Juli. Gestern wurde in Gegenwart der Minister und eines zahlreichen Publikums das erste Wasser in den Kanal von Corinth eingelassen; die Ein⸗ weihungsfeier mit Schiffen erfolgt erst am 16. Jeddah, 4. Juli. Gestern kamen hier 490 Cholera⸗ Todesfälle vor; in Mekka kamen 260 vor.

Wohin ist sich in Nothstandsangelegen⸗

heiten, insbesondere mit Beihilfegesuchen

zu wenden und welche Anträge können da gestellt werden?

Wer die staatliche Beihilfe zur Linderung des Nothstandes in Anspruch nehmen will, wende sich an die in der Gemeinde bestehende landwirthschaftliche Genossenschaft(landw. Con⸗ sumverein, Darlehenskasse, Molkereigenossen schaft ꝛc.), bezw. an den Direktor derselben. Die landw. Genossenschaften sammeln die An⸗ träge und Bestellungen innerhalb ihrer Ge meinden nicht nur für ihre Mitglieder, sondern auch für alle anderen Ortseinwohner und geben sie der Nothstandskommission in Darm stadt ab, welche über die Anträge zu entschei⸗ den und das Erforderliche zu veranlassen hat, In Gemeinden, in welchen landw. Genossen⸗ schaften weder bestehen, noch neu gedildet wer⸗ den, bestellt der Gemeinderath einen Ortsaus⸗ schuß, welcher die Funktionen, wie sie oben den Genossenschaften zugedacht sind, wahrnimmt. Endlich können die Funktionen der Ortsaus⸗

schüsse, bezw. Genossenschaften den örtlichen (landw. Vereinen, Kränzchen ꝛc. übertragen werden. Wer nicht weiß, ob für die betreffende Gemeinde eine Genossenschaft, ein Ortsausschuß eder ein landwschaftl. Verein die eingehenden Anträge und Bestellungen sammelt und an die Nothstandskommission befördert, erkundige sich hierüber bei Großh. Bürgermeisterei. Bei det Genossenschaft oder dem Ortsausschuß, oder, um es kürzer auszudrücken, bei der örtlichen Sammelstelle, sind mit thunlichster Beschlen⸗ nigung die Bestellungen auf Sämereien für die. Stoppelsaaten und die erforderlichen künstlichen Düngemittel zu machen, damit die betreffenden Gegenstände rechtzeitig geliefert werden können. Ferner ist der Bedarf an Torfstreu, Kraftfutter (Mais, Palmmehl, Baumwollsaaten und Erd nußmehl) für den sofortigen Gebrauch von jeh. bis zum 1. Okt. l. J. der örtlichen Sammelstell anzugeben, für den späteren Gebrauch werden je quartalweise die Bestellungen bei der örtlichen Sammelstelle zu machen sein. Bei der Be stellung ist anzugeben, ob der von der Noth standskommission zu berechnende Selbstkosten preis nach Empfang der Waare bezahlt werden wird, oder ob und bis wann Stundung des Betrages nachgesucht werden soll. Will mas um einen theilweisen oder ganzen Erlaß des

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