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1893.

Donnerstag den 83. Juni.

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Oberhessischer Anzeiger.

Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.

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Kreisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.

nnoncen: Die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 10 Pf., Reclamen 30 Pf., ein Beleg kostet 9 Pf.

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wärtigen Einsendern(soweit Letzere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets durch die Post nachgenommen.

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per Pfund. Windel. 8 ite,

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Amtlicher Theil.

Bekanntmachung.

Friedberg den 7. Juni 1893.

F Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. 5 Diejenigen von Ihnen, welche mit der Erledigung unserer Verfügung vom 23. Mai l. J. Bericht über die stattgefundene orts übliche Bekanntmachung des Orts und der Zeit der Wahl noch im Rückstande sind, erinnern wir bei Meidung der unverzüglichen Ab endung eines Wartboten an die Einsendung des Berichts, sodaß derselbe spätestens am 8. l. Mts., Mittags 1 Uhr, in unseren Händen ist.

Dr. Braden.

Wir bringen hierdurch wiederholt zur öffentlichen Kenntniß, daß die Wahlen zum Reichstag im ganzen Reiche auf

Donnerstag den 15. Juni 1393

in estgesetzt sind und daß die Abstimmung um 10 Uhr Morgens beginnen und um 6 Uhr Abends geschlossen wird.

Friedberg den 6. Juni 1893.

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Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.

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verden. ernage!l Deutsches Reich. rich hat sich heute von Schloß Friedrichshof Spanien. Pampelona, 6. Juni. Gestern sen ö Darmstadt, 5. Juni. S. K. H. der nach Griechenland begeben. Anfang Juli wird fand eine Kundgebung von etwa 10000 Per Hroßherzog begab sich gestern Nachmittag nach sie zurückkehren und im Schlosse dahier längeren sonen gegen die Reformen der Regierung statt. 1 a Heppenheim a. d. B. zu der 20jährigen Stif Aufenthalt nehmen. f. Die Aufständischen ziehen sich in das Gebirge 5 Künmit ungsfeier des Kriegervereins Heppenheim, ver Offenburg, 5. Juni. Auf dem gestern zurück, wo die Verfolgung' schwer ist. Die unden mit einer Delegirtensitzung des Krieger stattgehabten Verbandstag des badischen Mili⸗ öffentliche Meinung verurtheilt die Auf erbandes Hassia. tärvereinsverbandes hielt der Großherzog von ständischen.

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L Dem Präsidenten des Mozart-Vereins, Kauf⸗ kann Pfeil dahier, wurde das Ritterkreuz 2. Kl. des Ghilippsordens verliehen.

Berlin, 6. Juni. Prinz Viktor von Italien, Graf von Turin, begab sich heute Mittag nach dem Neuen Palais, um Einladung des Kaiserpaares zur Frühstücks afel zu entsprechen. Nachmittags begleitete der Zrinz den Kaiser auf dem kaiserlichen Dampfer bon

der Matrosenstation aus nach Spandau. Wie dasBerliner Tageblatt meldet, pill der technische Ausschuß des Vereins zur Förderung des Gewerbefleißes den Reichs ganzler ersuchen, von einer Preisvertheilung in die deutschen Aussteller in Chicago abzu auratan dn ehen und dafür Sachverständige zur Bericht ü rxstattung über die von deutschen Ausstellern eertretenen Gewerbezweige zu ernennen. Oi 5. Juni. Die unabhängigen Sozialisten atten gestern in Rixdorf eine Versammlung lezten 00 inberufen, welche von ca. 400 Personen, zwei

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u An Dritttheile Fraktionelle und ein Drittel Unab nl Aan längige, besucht war und einen sehr stürmischen Hgerlauf nahm. Der Anarchist Bisenthal nannte zicken ie Redakteure desVorwärts und die Führer 85 beer Tun 1 7 15 mut, gem hierauf entstandenen Tumulte wurde die 1.̃ 5 Zersammlung polizeilich aufgelöst. rel Kiel. S. M. KanonenbootHyäne, 45. Tomm. Korv.⸗Kap. Walter, ist am 4. Juni t gehen n Kapstadt eingetroffen. S. M. Kreuzer f nn Schwalbe erhielt Befehl von Sansibar nach uh. den abzugehen, wo am 21. d. die Ablösung

furt a. M. 1 bn urch den KreuzerSeeadler erfolgt. Die Schwalbe tritt alsdann die Heimreise an. fa Das SchulschiffStosch ging heute nach fen, Schweden ab. a Schwerin, 4. Juni. Der Großherzog gh. st heute nach kürzerem Aufenthalt und früher e, ils beabsichtigt war, mit dem Erbgroßherzog 1 hierher zurückgekehrt. 5 Köln, 5. Juni. Die Centrums-Partei froklamirte in einer heute stattgehabten Ver ammlung offiziell ihren bisherigen Abgeord⸗ veten als Candidaten für die demnächstige Wahl, vachdem er versichert, daß er wiederum gegen

einer

Baden eine hochpolitische Rede, welche unter anderem besagt:Gehen Sie den geraden Weg der Ehre und wählen Sie nur Männer, welche die Kraft und die Macht des deutschen Reiches höher stellen als den Parteigeist, und welche in der Militärvorlage den Weg erkennen, auf dem Deutschland vor jeder Demüthigung zu bewahren ist. Nach dieser Rede folgte stürmisches Bravo der Anwesenden. Auf An trag des Großherzogs wurde ein Huldigungs telegramm an den Kaiser abgesandt.

Ausland.

Dänemark. Kopenhagen. Nach einer Meldung desStandard ist hierselbst nichts bekannt über eine hier beabsichtigte Zusammen kunft Kaiser Wilhelms und des Czaren.

Frankreich. Paris. DerGaulois schreibt, die Regierung werde trotz der Wich tigkeit des Cadresgesetzes sich enthalten, dessen Berathung bereits jetzt zu verlangen, aus Furcht, gewisse Vorwände zu Gunsten der deutschen Militärvorlage zu liefern. Der Kriegs minister hätte sich mit dem Ministerpräsidenten darüber verständigt, die Wahl des neuen deutschen Reichstages abzuwarten, bevor an die Lösung dieser ernsten Frage geschritten werde. Die Zeitungen melden, daß demnächst die Bildung des zwanzigsten Armeekorps erfolgen werde und daß General Benin von der Marine-In⸗ fanterie zum Commandeur dieses Armeekorps ernannt werden soll.

Die französische Regierung macht in Konstantinopel große Bemühungen, um die Pforte zu möglichst weitgehenden Konzessionen bei der Grenzabsteckung zwischen Tunis und Tri⸗ polis zu bestimmen. Namentlich ist es ihr darum zu thun, daß die wichtige Stadt Ghadames in das tunesische Gebiet einbezogen wird. Bisher zeigt man sich jedoch auf der Pforte und im Palais nicht geneigt, die Forderungen Frank⸗ reichs zu erfüllen i

Großbritannien. London, 6. Juni. Im Unterhaus erklärte der Abgeordnete Saundres, er weigere sich, an den Berathungen über Homerule theilzunehmen. Die Bill müsse zurückgezogen und durch eine neue, von einem be

sie Militärvorlage stimmen werde. Homburg, 5. Juni. Die Kaiserin Fried

sonderen Ausschuß ausgearbeitete, ersetzt werden.

Italien. Rom, 5. Juni. 50 Gesell schaften zogen gestern nach dem Capitol, wo an der Statue Garibaldi's Kränze niederge legt wurden. Mehrere irredentistische Reden wurden gehalten.

Amerika. Washington. Nach einer Drath meldung äußerte gestern Cleveland gegenüber einem Berichterstatter, er werde eine außer ordentliche Congreßsession zwischen dem 1. und 5. September einberufen. Die Hauptaufgabe des Congresses sei, eine geordnete Finanzlage zu schaffen. Man brauche sich nicht unnöthiger Beunruhigung hinzugeben und dürfe in die großen Hilfsquellen des Landes Vertrauen setzen.

Aus Stadt und Land.

W. Friedberg, 4. Juni. In dem großen Saale des hiesigen Saalbaues fand heute eine von dem Wahl ausschuß der nationalliberalen Partei einberufene, all gemeine Wählerversammlung statt, in welcher der von dieser Partei und dem Bund der Landwirthe aufgestellte Candidat, Graf Oriola sein Programm entwickelte. Die Versammlung war überaus zahlreich besucht, wohl über 600 Personen waren anwesend, und mußte ein größerer Theil der Erschienenen in den Nebenräumen und den Gängen Platz finden, da der Zudrang ein zu starker war. Nachdem Rechtsanwalt Jöckel die Ver sammlung eröffnet und dem Candidaten das Wort ge geben hatte, legte dieser in einstündiger, meisterhafter Rede dar, um welche Fragen es sich jetzt bei den Neu wahlen drehe. Er betonte, daß heute in erster Linie nicht Parteiprinzipien in Betracht kämen, sondern daß es eine Frage des Vaterlandes sei, um welche gekämpft würde. Es sei eine Pflicht der Selbsterhaltung ge wesen, die Zahl der jährlich auszuhebenden Truppen kontingente zu vermehren, da das an Seelenzahl 12 Millionen schwächere Frankreich alljährlich ca. 34,000 Mann mehr wie Deutschland einstelle und sonach eine ganz gewaltige Uebermacht Frankreichs geschaffen würde, die sich von Jahr zu Jahr vermehre. Die Nothwendig keit einer Heeresvermehrung hätten auch Männer aller Parteien eingesehen; ja gerade aus der freisinnigen Partei und der Centrumspartei hätten sachverständige Abgeordnete wie Major a. D. Hinze und Frh. von Huene sich die größte Mühe gegeben eine Vermehrung der Heeresstärke durchzusetzen. Um so weniger sei für die Minderbegüterten eine Veranlassung vorhanden gegen die Militärvorlage aufzutreten, da die Kosten der Heeres vorlage von den stärkeren Schultern der besitzenden Klassen getragen werden sollten. Einer Erhöhung der Bier⸗ und Branntweinsteuer werde er nie zustimmen, dagegen sei es sehr wohl möglich, von einer Mehrbe⸗ lastung der unteren Klassen und des Mittelstandes ab⸗ zusehen, da durch Erhöhung der Börsensteuer, Einführ ung einer Besteuerung des Schaumweins, stärkeren Heranziehung der Einkommensteuerklasse über 10,000

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