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nach Schluß der Delegationen zu längerem Aufenthalte hier erwartet. 1

Prag, 3. Juni. In der gestrigen Partei⸗ versammlung der Jungczechen wurde beschlossen, die jungczechischen Abgeordneten zu beauftragen, bei den Verhandlungen über das Heeresbudget den Standpunkt des czechischen Volkes zu ver⸗ treten, die czechische Frage wieder dufzurollen und gegen den Dreibund Stellung zu nehmen.

Belgien. Lens, 3. Juni. Tausende von Flugblättern wurden unter die Arbeiter ver theilt, worin die Belgier aufgefordert werden, Frankreich zu verlassen, wenn sie nicht eine Wiederkehr der vorjährigen Gewaltscenen her vorrufen wollten. Die Ausweisung Baslys und Lamendius aus Belgien werde gerächt.

Schweden. Stockholm. König Oskar[I. wurde auf seiner Reise im südlichen Schweden überall mit demonstrativem Enthusiasmus empfangen.

Frankreich. Paris. Es verlautet, wäh⸗ rend der Anwesenheit Carnot's in Brest treffe dort ein englisches Geschwader ein, um die Besuche des französischen Geschwaders in Ply⸗ mouth zu erwiedern.

Trotz der gegentheiligen Gerüchte kehrt der französische Gesandte in Berlin, Herbette, mit Instruktionen über die Abgrenzung der Operationen in Kamerun versehen, auf seinen Posten zurück.

Toulon, 2. Juni. In Lovarde und Prades kam es zwischen Franzosen und Italienern zu blutigen Streitigkeiten. Vierzehn Italiener wurden verhaftet, viele verwundet.

Großbritannien. London, 113 Heute Morgen wurde auf einen Advokaten von Dublin, Names Molony, der auf Kiltanou⸗ gütern in Irland Pachtgelder einzieht, auf dem Wege nach Tulla von beiden Seiten der Straße geschossen. Molony wurde schwer ver⸗ letzt, sein Pferd getödtet. Sieben Personen sind verhaftet.

Zwei englische Kriegsschiffe,Cleopatra undBuzzard, gingen nach St. Johns in Neufundland ab, woselbst Streitigkeiten zwischen einem französischen Schiffskapitän und den Behörden wegen der Weigerung des ersteren, die zur Verpackung der Fische dienenden Waaren zu verzollen, entstanden sind.

Portugal. Lissabon, 1. Juni. Die Depu⸗ tirtenkammer hat den Handels-Vertrag mit Spanien angenommen.

Serbien. Belgrad. Die Skupschtina wird nur das provisorische Budget beschließen; das neue Budget wird erst im Herbst votirt.

Aus Stadt und Land. Bad-Nauheim. Der Tag des Turn⸗Festes rückt näher und näher heran, die Sitzungen des Ge sammteomités, sowie der Einzelausschüsse häufen sich immer mehr und es gibt noch manche Arbeit zu er

gegen Langwasser, Heinrich, von Steinfurth, wegen Ver⸗ brechens im Amte; 3. Mittwoch den 7. Juni, Vorm. 9 Uhr, gegen Döring, Heinrich, von Windhausen, wegen Meineids; 4. Donnerstag den 8. Juni, Vorm. 9 Uhr, gegen Krug, Johann Philipp, von Ihringshausen, wegen Verbrechens im Amte; 5. Freitag den 9. Juni, Vorm. 9 Uhr, gegen Muhly, Heinrich, von Allendorf a. d. L., wegen Verbrechens gegen die Sittlichkeit; 6. Montag den 12. Juni, Vorm. 9 Uhr, gegen Bacharach, Aron, von Neustadt, wegen betrügerischen Bankeruts und Betrugs.

bh. Vilbel. Am vergangenen Samstag Abend fand im SaaleZur Lilie dahier eine Versammlung der sämmtlichen hierorts bestehenden Krankenkassen statt. Tagesordnung: Einführung des Naturheilverfahrens. Es wurde beschlossen den demnächst stattfindenden Gene⸗ ralversammlungen die Einführung der Naturheilmethode und die gemeinschaftliche Anstellung eines derartigen Arztes zur thunlichsten Berücksichtigung zu empfehlen.

h. Darmstadt. Der Präsident des Landesausschusses der landw. Vereine des Großherzogthums Hessen hat die Mitglieder dieser obersten Vertretung der hessischen Landwirthschaft auf Samstag den 17. Juni Il. J. zu einer außerordentlichen Sitzung nach Darmstadt einbe⸗ rufen zur Berathung und Beschlußfassung über die Frage, welche Maßregeln zur Bekämpfung der in Aussicht stehenden Futter- und Streunoth zu ergreifen sind.

Allerlei.

Freiburg i. B., 3. Juni. Von der 5. Kompagnie des 113. Regiments desertirten drei Soldaten, von denen sich einer erhängte. Angeblich sollen Mißhandlungen das Motiv sein.

Nimburg in Böhmen, 1. Juni. Von den an dem Distanzmarsch Berlin-Wien Betheiligten sind die ersten Fünf über eine Strecke von 5 Kilometer zerstreut. Die Spitze hat ein Vegeterianer, welcher wohlauf ist, dann folgen der Ingenieur von Wien und der Natur- mensch. Fast alle leiden an aufgeriebenen Füßen.

Paris. Fontane und Eiffel wurden aufgefordert, sich am 8. Juni zum Antritt ihrer Gefängnißstrafe zu stellen, da sonst das Cassationsgesuch ohne weiteres ver worfen werde.

Paris, 1. Juni. Auf dem Schießplatze bei Le Mans explodirte eine Granate. Ein Unteroffizier wurde getödtet, 5 Mann sind schwer verwundet.

Arras, 3. Juni. Durch das Umfallen einer Lampe entstand in der Kirche von Gommecourt eine Feuers brunst, wodurch dieselbe vollständig zerstört wurde.

Rom, 3. Juni. Bei der Frohnleichnamsprozession kam es in der Nähe in einem kleinen Orte zu Ruhe⸗ störungen. Die Gendarmen mußten mit den Waffen auf die Menge eindringen, wobei zahlreiche Verwun dungen vorkamen. Mehrere Verhaftungen wurden vor genommen.

Palermo, 2. Juni. Heute früh 6.45 Uhr wurden am Aetna starke Erdstöße südöstlich und nordwestlich verspürt. Die Einwohner verließen ihre Behausungen. In Giarre wurden um 7.03 Uhr Erdstöße nordöstlich und südwestlich, in Catania um 8.43 und 11.46 Uhr nördlich und südlich Erschütterungen wahrgenommen.

Petersburg, 3. Juni. In der Kreisstadt Serpuchar

wüthete eine furchtbare Feuersbrunst. 67 Häuser wurden eingeäschert, mehrere Personen kamen in den Flammen um. Newyork, 2. Juni. DerHerald berichtet über ein Erdbeben in Guayaquil in Ecuador, wobei das Ge⸗ fängniß einstürzte und viele Gefangene unter den Trüm⸗ mern begraben wurden, während die anderen entkamen. Das Haus des Gouverneurs, das Stadthaus und viele andere Gebäude sind zerstört.

Das tiefste Bohrloch der Erde. Am 17. Maj ist, wie wir schon mitgetheilt,

ledigen. Als Festmusik wurde die Regimentsmufik des Leibgarderegiments Nr. 115 aus Darmstadt unter per sönlicher Leitung des Kapellmeisters Hilge engagirt; die Kapelle, welche wir schon öfter Gelegenheit hatten hier auf der Terrasse konzertiren zu hören, bürgt uns für diesen Theil die Sympathien der Festbesucher schon jetzt zu gewinnen. Die Anmeldungen der fremden Turner laufen schon zahlreich ein. In den nachsten Tagen wird der Wohnungsausschuß seine Thätigkeit beginnen und hofft man bei unseren Gastfreundschaft übenden Einwohnern genügend Freiquartiere zur Ver Verfügung gestellt zu bekommen.

r. Bad⸗Nauheim. In der vorigen Woche sind 197 Kurfremde, im Ganzen jetzt 2195 Personen hier angekommen.

Gießen. Wie derFr. Ztg. gemeldet wird, ant wortete die Großh. Regierung auf Akeessist Katzensteins, nach der Entscheidung der Zweiten Kammer in der be⸗ kannten Acceß-Angelegenheit eingereichtes Gesuch um endgiltige Entscheidung, unterm 2 1. Mai, daß das Großh. Ministerium sich nicht veranlaßt gesehen hat, eine von den früher ergangenen Verfügungen abweichende Ent schließung zu fassen, und daß es hierbei lediglich sein Bewenden zu behalten habe. Damit ist Katzenstein die Anwaltschaft im Deutschen Reiche verschlossen, da der Vorbereitungsdienst in der Verwaltung nothwendige Voraussetzung des Staatsexamens bildet 5

Gießen. Die Sitzungen des Schwurgerichts vom II. Quartal beginnen am 5. Juni und kommen folgende Fälle zur Verhandlung: 1. Montag den 5. Juni, Vorm. g Uhr, gegen Geis, Johannes, von Hain⸗Gründau,

wegen Meineids; 2. Dienstag den 6. Juni, Vorm. 9 Uhr,

in dem bisher tiefsten Bohrloch der Erde auf der Feldmark von Paruschowitz im Kreise Ryb nik eine Teufe von 2000 Meter erreicht worden. Seitdem ist man noch um 2 Meter tiefer ge drungen, hat dann aber die Bohrarbeit vor läufig eingestellt. Jetzt sollen in der Tiefe von 2000 Meter Temperaturmessungen vorgenom men werden. Das Bohren in so außerordent liche Tiefen und überdies, wie es bei Paru schowitz der Fall ist, meist durch feste Gebirgs massen, war vor der Erfindung der Mannes mannrohre technisch unmöglich. Die Wandung dieser Rohre zeigt nämlich, mit der anderer Rohre verglichen, eine bedeutend größere Festig keit, kann also bei gleicher Widerstandsfähigkeit erheblich schwächer gehalten werden, sodaß sich bei gleicher Anfangsweite des bohrenden Rohres (im Allgemeinen etwa 30 Centimeter) ein Ge stänge von viel größerer Länge herstellen läßt, als bisher. Denn man bohrt in neuerer Zeit in größere Tiefen und in festes Gestein nicht mehr in der Weise, daß man mit einem Bohrer ein Loch herstellt, sondern indem man ein Rohr drehend in den Boden treibt, dessen unterer Rand einen mit Diamanten besetzten Stahlring,

sich und das Rohr drehend in das Gestein ein,

von dem dabei innerhalb des Rohres eine eylin⸗ drische Säule, der sogenannte Bohrkern, stehen bleibt. Eine kleine Nebenvorrichtung an der Bohrkrone ermöglicht, diesen Bohrkern beim Herausheben des bohrenden Rohres loszubrechen und mit hinauf zu befördern. Die Apparate zur Gewinnung der Kerne sind so vervoll⸗ kommnet worden, daß die Länge der(zusammen⸗ gelegten) Kerne bei einigermaßen festem Gestein vollkommen der abgebohrten Tiefe entspricht. In Folge dessen erhält man beim Diamant⸗ bohren vollständigen und genauen Aufschluß über Beschaffenheit und Lagerungsverhältnisse der durchbohrten Massen. Es liegt auf der Hand, daß gerade hierdurch das Diamant⸗ bohren von der höchsten Bedeutung für die geologische Wissenschaft und außerdem auch für die Aufsuchung abbauwerther Mineralien ist. Wie bereits erwähnt, hat das zuerst in den Boden getriebene Mannesmannrohr im All⸗ gemeinen eine lichte Weite von rund 30 Centi⸗ meter. Sobald es seiner ganzen Länge nach in den Boden hineingedreht ist, wird es mit seinem Bohrkern herausgehoben. Von dem Rohre wird dann die Bohrkrone entfernt und in sein unteres Ende hinein wird nun ein zweites Rohr geschraubt, dessen lichte Weite naturgemäß um den Betrag der Wandung des ersten Rohres kleiner ist. Nachdem dieses zweite Rohr noch mit einer neuen, genau passen⸗ den Bohrkrone versehen worden ist, werden die beiden zu einemGestänge verbundenen Rohre in das mit Hülfe des ersten Rohres geschaffene Bohrloch gebracht, und sobald das zweite Rohr mit der Bohrkrone unten den Boden des Bohr⸗ loches berührt, beginnt die Bohrarbeit von Neuem. Sie wird so lange fortgesetzt, bis beide Rohre vollkommen in den Boden getrieben sind. Dann wird das Gestänge und mit ihm der von dem zweiten Rohre erbohrte Kern(der naturgemäß von etwas kleinerem Durchmesser ist als der des ersten Rohres) wieder heraus; gehoben; es wird nach Entfernung der Bohr⸗ krone ein drittes, wieder um ein geringes engeres Rohr eingeschraubt und mit der pas⸗ senden Bohrkrone versehen, und in dieser Weise wird fortgefahreu, solange es eben geht. Das Paruschowitzer Bohrloch hat in seiner tiefsten Tiefe gegenwärtig noch eine lichte Weite von fast sieben Centimetern. In dieser Tiefe sind jetzt in das Bohrloch Thermometer, genau ber glichene und besonders sorgfältig gearbeitete Instrumente eingehängt worden, die dort einige Zeit verbleiben sollen, um möglichst zuverlässige Temperaturangaben zu erhalten. Späterhin will die Behörde die Bohrarbeit noch so weil als möglich fortsetzen. Da das Bohrloch, wit bereits erwähnt, noch immer eine Weite von fast sieben Centimetern hat, so scheint es nich. ausgeschlossen, daß das Gestänge noch rech! erheblich tiefer in den Boden getrieben werden kann. Lederschwärze.

Eine gute Lederschwärze wird nach den Leipziger Färberzeitung hergestellt durch Lösen von 500 Gramm schwefelsaurem Eisen unt 15 Gramm Weinsäure in 1 Liter Wassen einerseits und durch Abkochen von 750 Gramm Blauholz mit 8 Liter Wasser auf 500 Gramm und Zusatz von 100 Gramm Traubenzucken andererseits. Beide Lösungen werden gemisch. Kräftigere Schwärze erlangt man, wenn man der Blauholzabkochung noch 12 Gramm Am. linblauschwarz zusetzt. Man entfettet das Leda. mit verdünntem Ammoniak(1: 25) und trägt die Schwärze mittels einer Bürste auf.

Handel und Verkehr. Friedberg, 3. Juni. Buttermarkt. Butn⸗ kostete per Pfund M. 1.00 1.20, Eier 1 Stück 6. Gießen, 3. Juni. Auf dem heutigen Wochen markt kostete: Butter pr. Pf. Mk. 1,101.20, Gier per Stück 6 Pf., 2 St. 11 Pf., Käse pr. St. 58 Pf,

5 5 27. 11 Tauben pr. Paar Mk. 0,70 0,90, Hühner pr. Stun

die sogenannte Bohrkrone, trägt. Diese gräbt

Mk. 1,10 1,50, Hahnen pr. Stück Mk. 1,7020 Ochsenfleisch pr. Pfund 6672 Pf., Kuh⸗ und Rind

gassel 0 Thaler 0 4112 59 1652 1241 2 1628 0 236 2 2408 50 3055 309 349 9000 1132 915 4820 42 4028 5 5143 8 5028 N 6600 1 6649 Jh 6694 abel am

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Donner 3 Uhr, U r Jor Agerung 251