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Betreffend: Die Register hier die Nachweisungen der im J. Halbjahr 1893 verstorbenen, seit dem 1. Oktober 1882 bestraften Personen.
Der Großh. Erste
Staatsanwalt beim Landgericht der Provinz Oberhessen
Gießen den 1. Juli 1893.
an sämmtliche Ortspolizeibehörden des Kreises Friedberg. 5 3 Sie werden ersucht, die oben erwähnten Nachweisungen bezw. Fehlanzeigen bis zum 1. August d. J. ohne nochmalige Erinnerung
an mich einzusenden.
Jöckel.
Deutsches Reich.
Berlin. Wie die„Nordd. Allg. Ztg.“ hört, ist es noch zweifelhaft, ob der Kaiser in diesem Jahre eine Nordlandsreise unternimmt; keinesfalls dürfte die Abreise erfolgen, bevor die Entscheidung über die Militärvorlage ge— fallen ist.
— Die Eröffnung des Reichstages findet, wie der Reichskanzler heute bekannt macht, Dienstag den 4. Juli im„Weißen Saale“ des Schlosses statt. Für den Abend sind bereits einige Fraktionssitzungen angesetzt.
— 30. Juni. Dem„Reichsanzeiger“ zu Folge ist über die Verlängerung des heute ab⸗ laufenden provisorischen Handelsabkommens mit Spanien bisher eine Verständigung nicht erzielt, doch sei die Möglichkeit einer Verstän⸗ digung noch nicht ganz ausgeschlossen, da die endgültige Antwort der spanischen Regierung auf die deutschen Forderungen bis Mittag noch nicht eingetroffen war.
— Der Mittheilung einzelner Blätter, daß Graf Waldersee, der zur Zeit in Norwegen reist, mit dem Kaiserpaar zusammentreffen und weiter reisen werde, wird in unterrichteten Kreisen widersprochen.
München. In Bayern sind 39 Abge⸗ ordnete gegen und nur 9 für die Militärvor— lage gewählt worden. Bayern hat also gleich Württemberg mit übergroßer Mehrheit sich gegen die Wahlparole der Reichsregierung er— klärt.
Pirmasens, 30. Juni. Anläßlich der Reichstagswahl haben die Sozialdemokraten eine förmliche Revolte in Seene gesetzt, so daß Militär einschreiten mußte. Im Ganzen wur— den bisher 60 Personen verhaftet. Der Erste Staatsanwalt von Zweibrücken ist hier ein— getroffen. f
Straßburg. Der Bürgermeister Spieß von Schlettstadt, Mitglied des Landesausschusses, ist seines Amtes enthoben worden.
Ausland. Oesterreich-Ungarn. Wien, 30. Juni. Der Kaiser verschob seine Abreise nach Gastein von morgen auf den Sonntag. Heute em— pfängt der Kaiser die Botschafter Englands Paget und Frankreichs Deerais in Abschieds- audienz.
Budapest. Es wird ein Futterausfuhrver— bot als unmittelbar bevorstehend bezeichnet.
Norwegen. Christiania, 30. Juni. Das Storthing nahm den Zoll von 4 Oere auf Schmalz und von 10 Oere auf Schinken an und lehnte den Antrag auf Einführung eines Zolles auf Eier, Theer und Maschinen ab.
1. Juli. Das Storthing nahm mit 64 gegen 50 Stimmen den Antrag Engelhard an, betr. die Einsetzung einer parlamentarischen Kommission zur Untersuchung der Vorgänge mit den Marinewaffen im Jahre 1884 und der Hortenaffaire.
Großbritannien. London, 1. Juli. Die Polizei verhaftete 2 Anarchisten, Cautevell und Jung, welche beschuldigt werden, Plakate aufrührischen Inhalts, in Verbindung mit der königlichen Hochzeitsfeier, angeschlagen zu haben. Die Anarchisten haben für Sonntag ein Massen— Meeting im Hydepark ausgeschrieben, um gegen die gelegentlich der Hochzeit des Herzogs von Jork zu Tage tretende Verschwendung zu pro— testiren.
Frankreich. Paris, 30. Juni. Die Kammer nahm das Gesetz an, die Festung Cambrai zu schleifen. Die Kammer begann die Budgetdebatte. Pelletan tadelte den Budget— entwurf und die überstürzte Art, in der man ihn durchbringen wolle.
— Der Senat nahm die Konvention mit Rußland an. Die Berichterstatter rügten die übergroße Schnelle des Votums und lehnten die Verantwortung für ein etwaiges Defizit ab.
— Auf der Londoner siamesischen Gesandt— schaft ist eine Depesche aus Bangkok einge⸗ troffen, worin die Meldung, die siamesische Regierung habe sich bereit erklärt, Frankreich für die Ermordung Grosguerin's Genugthu— ung zu bieten, für unbegründet erklärt wird. Derselbe sei nicht ermordet worden, sondern in regulärem Kampfe gefallen.
Italien. Rom, 1. Juli. Das Ereigniß des Tages bildet die Rede Rudini's gegen das Bankgesetz. Rudini erklärte, man dürfe kom⸗ promittirende Anschuldigungen zwar verachten; wenn man aber an der Spitze der Regierung stehe, müsse man zur Ehre des Landes die Grundlosigkeit der Anklagen beweisen.
Spanien. Madrid. Sagasta scheint den Protesten über die Abschaffung des General⸗ kapitanats nachzugeben. Die„Gaceta“ ver— öffentlicht ein Dekret, wonach die geplanten Neuerungen bis auf weiteres unterbleiben.
Sevilla, 30. Juni. Die Polizei verhaftete einen Anarchisten und einen früheren Carlisten— offizier, welcher verdächtig ist, das letzte Dyna— mitattentat verübt zu haben.
Türkei. Konstantinopel. Der Kreuzztg. wird von hier gemeldet, daß der Sultan für den Besuch des Khedive diesem eine Nacht ent— gegensendet und für dessen Anwesenheit große Festlichkeiten vorbereitet.
Serbien. Belgrad, 1. Juli. Der Ver⸗ trag zwischen Deutschland und Serbien wurde in der heutigen Sitzung der Skupschtina ein⸗ stimmig votirt. Die Anklage gegen das frühere liberale Kabinet gelangt übermorgen in der Kammer zur Verhandlung;
Amerika. Washington. Nunmehr ist beschlossen worden, den Kongreß zu einer außerordentliche Session auf den 7. August einzuberufen.
New⸗Pork, 1. Juli. Eine„World“-Depesche aus Pittsburg meldet: Sämmtliche dem Ver⸗ band angehörigen Eisen- und Stahlfabriken, ausgenommen die Schwarz- und Weißblech— werke, schließen heute um Mitternacht, weil keine Verständigung über die Lohnskala erzielt wurde. Die Fabrikanten wollen eine 10, bis 15procentige Lohnreduktion, die Arbeiter ver⸗ weigern es, sie anzunehmen; in Folge dessen sind 35,00 Arbeiter beschäftigungslos.
Aus Stadt und Land.
Friedberg, 1. Juli. Nachdem die hiesigen Damen am Donnerstag zu Ehren der von hier scheidenden Frau Ur. Wallau eine Abschiedsfeier im Hotel Trapp veran⸗— staltet hatten und gestern Abend Kreisamtmann Ur. Wallau durch einen Viercommers im Casino geehrt worden war, fand heute Mittag ein Abschiedsessen für den Scheidenden im Hotel Trapp statt, zu dem sich fast sämmtliche Bürgermeister des Kreises sowie sonst Freunde und Bekannten, im Ganzen etwa 130 Personen, einge⸗ funden hatten. Geh. Reg.-Rath br. Braden brachte den ersten Toast auf Kaiser und Großherzog, dann auf Kreisamtmann br. Wallau aus; r. Wallau dankte
mit bewegten Worten; Landtagsabgeordnete Weith feierte die goldene Wetterau; br. v. Peter und G. Falck hoben die Verdienste Wallaus in Bezug auf die Zusammenleg⸗ ungen im Kreise hervor; Dr. A. Trapp feierte den glücklichen Waidmann und Rentier Bender sprach im Auftrag der„eisernen Brigade“. Wir zweifeln nicht, daß es dem Scheidenden gelingt, sich auch in seinem neuen Wirkungskreise rasch alle Herzen so zu erobern, wie dies hier der Fall war; möge er Friedberg in freundlichen Angedenken halten, wie auch wir ihn und sein ersprießliches Wirken nicht vergessen werden.
n. Friedberg. Wie wohl einem großen Theil der hiesigen Einwohner bereits bekannt sein dürfte, hält der Radfahrerverein am nächsten Sonntag auf der ihm seitens der Stadt so bereitwillig angelegten Renn⸗ bahn sein erstes Rennen ab, welches nach dem ausge⸗
en Programm und den bereits vorliegenden Nenn⸗ für die einzelnen Rennen ein recht interessantes!
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berg abgehaltenen?
hofft nun der
eld wieder zu decken.
Festplatzes gerade keine
Theil der Zuschauer auf
kellern und dem Promenadeweg
kann, um von hier aus den einzelnen Rennen zu sehen. Einsender dieses möchte nun an die hi 4 Einwohner die Bitte richten, hiervon keinen Gebrauch u machen, vielmehr in recht großer Anzahl auf dem Festplatz zu erscheinen und durch Zablung des geringen Eintrittsgeldes ihrer 7 für den gewiß schönen wie gesunden Sport Ausdruck zu geben. Nur wen
dies geschieht und der Verein in dieser Weise unter. stützt wird, können wir hoffen, daß im nächsten Jahr 2 vielleicht auch 3 Rennen in hiesiger Stadt stattfinden und daß dann die Hierherkunft von so vielen aus
. . ö
wärtigen Fahrern und anderen Fremden für die! sigen Geschaftsleute, insbesondere die für Wirthe, wie, uber haupt für die ganze Stadt nicht von Nachtheil kann, braucht wohl nicht weiter ausgeführt zu werde Aus diesem Grunde ist Einsender darauf gekomn vorstehende Bitte an die hiesigen Einwohner zu richten es würde ihn sehr freuen, wenn seine Worte auf frucht baren Boden gefallen wären und hierdurch für den hiesigen Radfahrerverein ein recht hübsches Sümmchen zur Deckung seiner Unkosten herausspringen würde. u. Friedberg. Im Monat Mai waren in d Herberge zur Heimath 180 Verpflegungs- und 175 Herbergsgäste. Ein Handwerker wohnte in der Anstalt. An Arbeitsverdienst wurden 5,60 Mk. und in der
Wirthschaft 320,29 M. eingenommen, dem gegenüber N
steht eine Ausgabe von 288,39 M.; es wurde ale ein Ueberschuß von 31,90 M. in der Wirthschaft erzi en. Friedberg. am 4. und 5. Juli die 50. Jahresversammlung den Hessischen Hauptvereins der Gustav-Adolf⸗Stiftung hier statt. Dieselbe wird nach folgendem Programme laufen: Dienstag den 4. Juli. Empfang der ordneten und Gaste am Bahnhof, Ausgabe der Woh nungskarten und der Festordnung von Mittags 12 Uh an. Abends ½6 Uhr: Einläuten des Festes, 6½ musikalisch⸗litugische Vorfeier, 71 Uhr: Versammlum des Verwaltungsrathes und der Abgeordneten im Pan Trapp, 8 Uhr: gesellige Vereinigung im Saale des Hotel Trapp, Begrüßung der Gäste, wobei auch fyr dinnen des Vereins willkommen sind. Mittwoch 5. Juli, Vormittags 6 Uhr: Choralmusik vom 2 der Burgkirche, 7 Uhr: Festgeläute; von 7-91 Empfang der Gäste; 9¼ Uhr; Versammlung ud Burg zum gemeinsamen Kirchgang, 972 ie. gottesdienst in der Stadtkirche, 11½ Uhr: Versah lung in der Burgkirche. Ansprache des Präst des Haupt⸗Vereins und der Abgeordneten an Haupt⸗Vereine. Ueberreichung der Festgaben. mittags 2 Uhr: Gemeinsames Festessen im Hotel Tra 6½ Uhr: Nachfeier im Steinhäußer'schen Garten, grüßung der Versammlung. Allgemeines Lied„Deut land, Deutschland über Alles.“ Gesangsvorträge 1 Mitgliedern des Liederkranzes, des Frohsinns und Musikvereins. Mittheilungen aus der Geschichle hessischen Gustav-Adolf⸗Gemeinden. Schlußwort. dem wir die Bewohner Friedbergs nochmals auf die Fest hinweisen, richten wir zugleich die herzliche B an sie, durch recht zahlreiche Betheiligung, insbesond an dem Festzuge, dem Festgottesdienste, der Versamm lung in der Burgkirche, sowie an der gehe Ver: einigung auf dem Steinhäußer'schen Felsen eller Festfreude erhohen zu helfen und durch Fahnensch ihrer Häuser dazu beizutragen, daß unsere Stadt 0 äußerlich in einem festlichen Gewande sich zeige.
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Wie bereits mitgetheilt, inden
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diejenigen, die gerne an dem Festessen theilnehmmm
möchten, denen aber aus Versehen die Liste zum zeichnen nicht zugegangen sein sollte, sei bemerkt, d
Anmeldungen noch im Hotel Trapp entgegengenommee ic
werden.
Friedberg. Die diesjährigen Herbstübungen Großh. 25. Division werden, wie folgt, stat Das Exerzieren der Infanterie-Regimenter Nr. 1 und 116 findet in der Zeit vom 25. Aug. bis 1.. südlich Gießen statt. Im Anschluß daran exerzirt eben daselbst die 49. Infanterie⸗Brigade bis zum 8. 9 Das Jnf.⸗Regt. Nr. 117 exerziert vom 29. Ausse ee 1. September, das Infanterie-Regiment Nr.
23. August bis 1. September bei Hungen, an des 0
Stelle die 50. Infanterie⸗Brigage bis zum g. Be Die Brigade⸗- Manöver der 19. Infanterie- Brut welcher 2 Escadronen des Dragoner-⸗Regs
23, die 1. Abtheilung des Feld-Artillerie-Regst Nr. 25, das Jägerbataillon Nr. 11, eine
des Pionier⸗Batalllons Nr. 11, sowie ein D vom Train⸗Bataillon Nr. 25 zugetheilt werd
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(HI. 71500.
Groß ment betha
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