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und auf den Zollhäusern wurde die dreifarbige Flagge Frankreichs gehißt, auf Einsprache der Siamesen aber wieder entfernt. 5 — Nach einem Telegramm des„Standard“ aus Shanghai ist die französische Mission in Meinyang, 140 Km. südöstlich von Hankan, während eines Volksaufstandes zerstört worden.
— 1. Aug., Der„Figaro“ meldet: Develle erklärte in der gestrigen Unterredung dem Lord Dufferin, daß Frankreich, auf die loyale Aus⸗ führung des Ültimatums durch Siam ver⸗ trauend, die Aufhebung der Blokade angeordnet habe. Hierauf verhandelten Develle und Duf⸗ ferin über den„Pufferstaat“ zwischen Birma und Tonkin.
— 1. Aug., Eine officielle Depesche in⸗ formirt die französische Regierung, Siam be⸗ willige die geforderten Garantien. Die sia— mesischen Posten haben die Mekongufer geräumt. Auf dem rechten Ufer werden die siamesischen Truppen sich 25 Kilomtr. von den gegenwärtig besetzten Posten zurückziehen; demgemäß können die französischen Truppen sofort die Gebiete am Mekongufer besetzen. Siam stimmt endlich der provisorischen Besetzung der Uferstadt Chan— tabonn durch Frankreich zu.
Großbritannien. London, 1. August. Heute sind in Nottinghamshire 20,000 Berg⸗ leute in den Streik eingetreten.
Cowes, 31. Juli. Der Kaiser begab sich gestern, Sonntag, nicht an Land und wohnte am Vormittag dem Gottesdienste auf der „Hohenzollern“ bei. Am Frühstück nahmen Theil der Herzog und die Herzogin von Con⸗ naught, Prinz Christian und Prinzessin Viktoria von Schleswig⸗Holstein. Am Nachmittag wurde auf dem„Meteor“ eine Rundfahrt um die Insel Wight gemacht und das Essen wurde an Bord der„Osborne“ beim Prinzen von Wales eingenommen.
Spanien. Madrid, 1.
August. Der
Senat genehmigte das Budget mit den dazu
gehörigen Finanzvorlagen, und nahm ferner die Handelsverträge mit der Schweiz, Holland, Schweden und Norwegen an.
Italien, Rom. Der Kriegsminister hat die Verschiebung der auf den 1. August anbe— raumten Waffenübung der Teritorialarmee an der Westgrenze angeordnet, damit jede Be— rührung mit den von der Cholera infizirten Ortschaften jenseits der Alpen vermieden werde. Dagegen wird die Einberufung zu den großen Manövern in Piemont aufrecht erhalten.
Griechenland. Athen, 1. August. Die Kronprinzessin Sofie wurde heute glücklich von einem gesunden Prinzen entbunden. Das Be— finden der Kronprinzessin ist ein gutes.
Bulgarien. Sofia, 31. Juli. Nach dem jetzt annähernd festgestellten Ergebniß der Wahlen für die Sobranje gehören von 161 Abgeordneten nur neun der Opposition an. Unter letzteren befindet sich jedoch kein Führer der Opposition und kein ehemaliger Minister.
Rumänien. Bukarest, 30. Juli. Der König ist incognito nach Neuwied abgereist.
Rußland. Petersburg, 30. Juli. Durch einen heute veröffentlichten kaiserlichen Ukas wird der Finanzminister ermächtigt, im Ein— vernehmen mit dem Minister des Auswärtigen spezielle Zollzuschläge zu den Sätzen des Maxi— maltarifs einzuführen, welche auf die Pro⸗ venienzen aller Länder angewendet werden sollen, in denen von den russischen Waaren höhere Zölle, als die des Generaltarifs, erhoben werden. Nach einem Telegramm der„N. Fr. Presse“ werden auch die finländischen Eingangszölle
gegen Deutschland um 50 pCt. über den Maxi-
maltarif erhöht werden.
Amerika. New-York, 30. Juli. Dem „Reuter'schen Bureau“ wird aus Buenos-Aires von heute gemeldet: In der Provinz Buenos— Aires und in der Stadt Rosario, Provinz
Santa Fe, ist eine von den Radikalen organisirte
Revolution ausgebrochen. In zwanzig Städten
der Provinz ist es zum Kampfe gekommen. Seit heute früh haben die Aufständischen die Zucker sind.
Oberhand. In Rosario finden seit 6 Uhr früh erbitterte Kämpfe statt. Der Aufstand ver⸗ breitet sich über das ganze Land. Aegypten. Alexandrien, 30. Juli. Der Khedive ist heute wieder hier eingetroffen; zu seiner Begrüßung waren zahlreiche Eingeborene aus dem Innern des Landes nach der Stadt gekommen, die Stadt ist prächtig geschmückt.
Aus Stadt und Land.
b. Friedberg. Die General⸗Versammlung der „Allg. Sterbekasse Friedberg“ fand am 31. Juli statt. Unter zahlreichem Besuch der Mitglieder wurden einige wichtige Beschlüsse gefaßt, welche zur Hebung des Vereins beitragen werden. Die Beiträge sind äußerst gering. Je größer der Verein, desto größer die Summe, welche dei einem Sterbefalle ausgezahlt werden kann. Der Bestand der Kasse ist gegenwärtig 321 M., die Zahl der Mitglieder 171; etwa 10—12 neue Anmeldungen fanden statt.
Friedberg, 1. Aug. Heute wurde ein Nau⸗ heimer Kurgast, ein Oberförster aus Norddeutschland, während der Mittagstafel im Hotel Trapp dahier vom Schlage gerührt und war sofort todt.
2 Friedberg. Die Mitglieder, auch die weib⸗ lichen, der hiesigen„Evang. Vereinigung“ werden noch⸗ mals auf den jedenfalls sehr interessant werdenden Vortrag des bekannten und sehr geschätzten Frankfurter Vereinsgeistlichen Naumann über„Aufgaben und Ziele einer christlichen Volksbewegung, dieses wichtigste Stück der„sozialen Frage“, andurch aufmerksam gemacht und zu recht zahlreichem Besuche herzlich eingeladen. Auch der„Evang. Vereinigung“ nicht angehörende Evange⸗ lische sind als Gäste bei dem Vortrag willkommen. Siehe auch den Inseratentheil.
Mainz, 31. Juli. Nachdem der heutige Tag ab⸗ wechselnd bei Sonnenschein und Regen eine kühle Tem⸗ peratur aufzuweisen hatte, brach gegen /6 Uhr abends ein Unwetter los, wie es seit Jahren nicht mehr der Fall war. Bei Ausbruch des Gewitters erhob sich ein solcher Sturm, daß viele Ziegel von den Dächern herab⸗ flogen, Putz von den Häusern absprang, und Wäsche, die nicht rechtzeitig unter Dach und Fach gebracht wurde,
über die Häuser geweht wurde. Herabstürzende Schiefer von den Dächern und Theile von Fenster-Läden machten die Passage durch die Straßen geradezu lebensgefährlich. Von dem Kirchturm der Emmeranskirche flogen Holz— stücke und Gesteine ab, die eine Anzahl Fensterscheiben und Gaslaternen zertrümmerten.
Mainz, 31. Juli. Ein Jubiläum, wie es wohl wenige Väter zu begehen in der Lage sind, kann M. Geier, Besitzer der Brauerei„zum Birnbaum“ dahier, feiern, indem ihm am Samstag das 25. Kind geboren wurde.
Allerlei.
Wiesbaden, 29. Juli. Ein frecher Ueberfall ist dem„Tgbl.“ zufolge gestern Vormittag gegen 12 Uhr im Walde in der Nähe der Leichtweishöhle auf einen hiesigen Privatmann und dessen Frau verübt worden. Dieselben befanden sich auf einem Spaziergang, als plötzlich ein Mensch vor sie hintrat und kurz erklärte, er befinde sich in Noth, der Mann solle ihm sein Geld geben. Als dieser eine ausweicheude Antwort gab, zog der Kerl einen Revolver aus der Tasche und hielt ihn dem Ueberfallenen mit der Drohung entgegen, er werde ihn erschießen, wenn er ihm sein Geld nicht gebe. Der so ernstlich Bedrohte gab darauf dem frechen Räuber sein Portemonnaie mit angeblich 13 M. Inhalt, worauf dieser den Revolver der Frau auf die Brust setzte und auch von dieser Geld verlangte. Auf die Erklärung der Frau, sie habe kein Geld, verschwand der Räuber wieder seitwärts im Walde.
München, 31. Juli. Auf dem Rangierbahnhof entgleiste heute Vormittag ein Zug. Führer und Heizer wurden lebensgefährlich verletzt. Die Schuld trifft den Wechselwärter.
Gleiwitz, 31. Juli. Ein Kohlenzug ist in der Nähe der Station entgleist. 14 beladene Wagen wur⸗ den zertrümmert, der Lokomotivführer und der Heizer erheblich verletzt.
Lübeck, 31. Juli. Die Nordpol-Expedition des Dampfers„Admiral“ wurde bei prachtvollem Wetter und unter Betheiligung von 80 Mitreisenden heute Nach⸗ mittag angetreten. Der„Admiral“ ankerte auf der Außenrhede.
Belgrad, 31. Juli. Gestern Abend Bototschina ein starkes Erdbeben verspürt. Satonichi, 28. Juli. Nach telegraphischen Nach⸗ richten aus Smyrna ist dort vorgestern das Auftreten [der Cholera amtlich festgestellt worden. Man zählt
wurde in
insgesammt bis heute 35 Fälle, von denen etwa 20 tödtlich verliefen. Distelfütterung an Pferde.
Im Frühjahre pflegt man vielerorts den Pferden eine Abwechslung im Futter zu bieten, welche denselben ungemein zuträglich ist. Sie erhalten nämlich die auf Aeckern ausgestochenen jungen Disteln, welche sie trotz ihrer Stacheln mit der größten Begierde zu sich nehmen, da dieselben, namentlich die Wurzeln, reich an
Es ist gewissermaßen eine Art
von Frühlingskur, welche man die Pferde
durchmachen läßt, indem das Distelfutter ge.
linde abführt, jedoch nur, wenn es in genügen⸗ der Menge verabreicht wird. Es wird aber nicht bloß auf dem Lande von den Landwirthen,
sondern auch in den Städten, für Reit⸗ und
Kutschenpferde, nicht minder für die Kavallerie⸗ pferde verwendet, so daß die Disteln einen Preis erlangen, der die Mühe des Ausstechens hinlänglich bezahlt. Daraus ergibt sich der Vortheil, daß die Aecker von dem lästigen Un— kraute ohne Kosten gereinigt werden, was nicht hoch genug anzuschlagen ist. Wer daher die Distelfütterung für Pferde noch nicht versucht hat, der mache damit die Probe und lasse sich dadurch nicht abhalten, daß etwa seine Thiere lebenslang nur Trockenfutter erhalten haben; er wird mit Vergnügen wahrnehmen, mit welchem Appetit sie das unbekannte Futter verzehren und welche wohlthätigen Wirkungen es auf ihr Wohlbefinden hat.
Vorsicht bei der Bienenzucht.
Daß man bei der Bienenzucht nicht vor⸗— sichtig genug sein kann, zeigt wieder ein neuer dings vorgekommener Fall. Ein Landwirth entnahm einem seiner Stöcke Honig und legte das Stück einer vollen Wabe bei Seite, um es für seine gerade nicht anwesende Frau auf— zuheben. Als diese Abends nach Hause kam, führte sie die Wabe zum Munde, um, wie sie schon öfters gethan, den Honig aus der Wabe zu saugen. Plötzlich verspürte sie einen stechen. den, heftigen Schmerz im Schlunde; eine noch in der Zelle verborgene Biene war von ihr mit dem Honig verschluckt worden und hatte sie gestochen. Trotzdem sofort ärztliche Hilfe zur Stelle war, konnte die arme Frau nicht mehr gerettet werden. Die Halstheile schwollen in kürzester Zeit so sehr an, daß die Frau erstickte.
Hüte aufzufrischen.
Um einen weich gewordenen Hut wie neu herzustellen, bestreicht man ihn auf einer Sei mit dünn aufgelöster Gelatine, läßt ihn etwas übertrocknen und glättet ihn dann mit einem nicht zu heißen Eisen. Es gelang uns auf diese Weise, einen schwarzen Hut in Roßhaar⸗ geflecht aufzufrischen. Beim Plätten legte ich ein Tuch zwischen Hut und Eisen, weil Roß⸗ haar leicht sengt. Der Hut wurde wie neu und noch widerstandsfähiger als vorher. Zum Aufputz benützte ich einen graugelblichen Sei— denschleier, den ich feucht plättete, um ihn steifer zu machen, und eine Rosarose, deren ein wenig verblaßter Farbe ich durch etwas stark verdünnte, rothe Tinte nachhalf. Alle Rosablumen lassen sich mit ein paar Tropfen rother Tinte sehr gut auffrischen; mit Anilin⸗ farbe, in jeder Droguenhandlung zu haben, kann man sogar eine schöne, dunkelrothe Farbe erzielen.
Handel und Berkehr. Friedberg, 2. Aug. Buttermarkt. Butter kostete per Pfund M. 1.10 1.30, Eier 1 Stück 6 Pf, 2 Stück große 13 Pf. Friedberg, 1. Aug. Fruchtpr. Weizen M. 17.0 bis 00.00, Korn M. 15.00—00.00, Gerste M. 15.00 bis 00.00, Hafer M. 18.00— 00.00. Alle Preise ver⸗
stehen sich auf 100 Kilo gleich 200 Zollpfund. 0
Gießen, 1. Aug. Auf dem heutigen Wochen; markt kostete: Butter pr. Pf. Mk. 1,10—1,25, Eier per Stück 6 Pf., 2 St. 11 Pf., Käse pr. St. 5—8 Pf, Tauben pr. Paar Mk. 0,60— 0,80, Hühner pr. Stüc Mk. 0,90—1,50, Hahnen pr. Stück Mk. 0,0100 Enten Mk. 1.80—2.00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 56—64 Pf., Kuh⸗ und Rindfleisch per Pfund 30 bis 40 Pf. Schweinefleisch pr. Pfund 60—70 Pf., Kalbfleisch pr Pfund 40—50 Pf., Hammelfleisch per Pfund 40 bis


