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Frankreich. Paris, 30 Dez. Der Ministerrath ist stürmisch verlaufen. Infolge von Differenzen betreffs der Strafverfolgung von weiteren Abgeordneten, sowie über die Maßregeln gegen die Aktion der socialistischen
Comités kam es zu einer offenen Spaltung.
— Mehrere Morgenblätter wollen wissen, der gegenwärtig in Asien reisende Herzog von Orleans werde über die Ereignisse in Frankreich fortdauernd unterrichtet. Die letzten ihm vom Grafen von Paris zugekommenen Depeschen würden wahrscheinlich seine Rückreise beschleu⸗ nigen.
— Die Akten in der Panamaaffaire wurden von der Kommission dem Untersuchungsrichter zurückgestellt. Bourgeois erklärte privatim, sobald die Panamaaffaire beendet sei, werde er seine politische Laufbahn endgiltig verlassen.
— Die Regierung beschloß, die energischsten Maßregeln gegen die Agitation der Anarchisten zu ergreifen.
Großbritannien. London. Die Regie⸗ rung beschloß die Konstituirung einer königlichen Kommission, bestehend aus Mitgliedern aller Parteien unter dem Vorsitze des Prinzen von Wales, zum Zwecke der Feststellung der Maß⸗ regeln über Altersversorgung der Arbeitsun⸗ fähigen und Greise.
Manchester. Infolge Steigerung der Baum⸗ wollpreise wird das Ende des Spinner⸗Aus⸗ standes erwartet. Die Löhne sollen herabgesetzt, aber wieder erhöht werden, sobald die Geschäfts⸗ lage es gestattet.
Rumänien. Bukarest, 30. Dez. Der Senat genehmigte das Handelsabkommen mit Italien mit 87 gegen 3 Stimmen.
Serbien. Belgrad. Die Abgeordneten— wahlen finden am 25. Februar statt.
Rußland. Petersburg. In seinen letzten Mittheilungen erklärte sich Rußland bereit, mit den Aenderungen des Zollsystems bis 1. April zu warten. Deutschland verpflichtete sich, seiner— seits den status quo bis dahin aufrechtzuerhalten.
— 31. Dez. Der Großfürst⸗Thronfolger ist aus dem Kankasus nach Gatschina zurückgekehrt.
Afrika. Marocco, 31. Dez. Der Sultan entsandte Truppen nach der oberen Sahara und Tuat zur Verhinderung der Ausbreitung des französischen Einflusses.
Aus Stadt und Land. Friedberg Am 30 Deu. waren es 25 Jahre, daß Medielnalrath Dr. Lorenz als Keetsserzt hierher versetzt wurde. Aus diesem Anlasse wurden dem vereh ten Manne, Arzte und Künstler die inniasten Glückwünsche seiner Freunde entgegengebracht Möge er noch lange unserer
Stadt und unserem Kreise erbalten bleiben. r. Friedberg Mit dem 1 des seliberigen Betriebs Reglements die neue Verkebes
Januar ist an Stelle] Mä kte mit 340 Wagen befahren, davon Umtt Hu heladen
Ordnung für die Eisenbahnen Deutschlands in Wirksam keit getreten. Es wird bterbel nochmals darauf auf merksam gemacht, daß von diesem Zeitpunkt ab auch die geuen Frachtbrtefe zur Verwendung kommen. Das Er fordernig der Abstempelung der mebr als 3 Tige gl tigen Nückf ah karten beim Antritt der Rückretse kommt vom 1 Januar im Verkehr mit Preußischen Staats vahnen in We fall Die Gebühr für telegraphische Voraus bestell ung einer Fabrkarte ist von 50 Pf. auf 25 Pf rmäßigk. Ebenfalls sind die Preise für Kinderfahrkarten durchweg nicht mehr auf 5 Pf. aufwärts abzurunden, sodaß z. B. eine Fahrkarte, welche für Erwachsene 50 Pf. kostet, für Kinder nicht mehr wie seither 30 Pf., sondern nur 25 Pf, kosten wird
Lich, 3 Dez Der schon im Jahre 1848 nach Amerika ausgewanderte J Reuß von hier hat in diesen Tagen zur Errichtung eines Deykmals für den verstor⸗ benen Großberzog Ludwig IV einen Beitrag von 40 M gesandt. Von dlesem treuen Patrioten kann ferner er wähnt werden, daß er aus Anhänglichkelt on das hlesige Jürstenhaus seiner Niederlassung im Staate Loutsiana den Namen„Hohensolms“ bellegte.
Allerlei.
Heidelberg. Der Bürgerausschuß genehmigte den Ankauf und die Niederreißung verschiedener das Heidel⸗ berger Schloß umgebender Gebäude behufs Freilegung des Schlosses.
Altona, 31 Dez. Neuerdings erkrankten hier vier Personen an der Cholera, von denen drei starben
Dublin, 31 Dez. Zwei Pfund Grubenexplostv pulver wurden neben dem Rathhaus gefunden. Die Aufregung ist hier groß
Konstantinovel, 31. Dez. Die letzte Tbeilstrecke der Anatolischen Eisenbahn Polathl Angora wurde beute dem Betriebe übergeben, sodaß von Morgen ab die ganze Eisenbahn im Betriebe sein wird.
San Franelsco, 30. Dez. Ueberschwemmungen richteten in Sacramento und San Joaquin große Ver wüstungen an.
Pretorta, 31. Dez. Morgen findet die Eröffnung der Tüdlinte der Nlederländisch- Südafrikanischen Eisen⸗ babn für Personenverkehr statt, sodaß Pietorta mit der Küste durch eine Eisenb ahn verbunden ist.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 31. Dez. Buttermarkt. Butter kostete per Pfund M. 1.00— 1.10, Eier 1 St 8-9 Pf.
Gießen, 31 Dez. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter per Pfd. M. 1 101.12, Eter 1 St. 7 bis 8 Pf., Käse per St. 5—8 Pf., Tauben per Paar N. 0.60 1 00, Hübner per St. M 0.85—1 00. Hahnen per St. M. 1 00 1.30, Enten per St. M. 150— 1.70, Ochsenflessch per fd 6672 Pf, Kuh und Rindfleisch 50 56 Pf., Schweinefleisch 60— 70 Pf., Kalbfleisch 40 bis 50 Pf, Hammelfleisch 40—70 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo 4,00- 0,00 M., Weißkraut per Stück 5 bts 2 Pfg., Zwiebeln per Centner 8,00 8,50 M., Gänse per Pfd. 5668 Pf.
Frankfurt, 30 Dez. Engros⸗Markt. Butter 50 Kto 110 U., Eier das Hundert 5—8 M., Kartoffeln das Malter 4,50 P.., Zwiebeln der Centner 7— 10 M., Maus- kürtoffeln das Pfund 6—8 Pf., Meerrettig das Hundert 154%, franz Kopfsalat 100 Stück 20 M., Salzgurken 100 Stück„20 2% DW. Heu kostete der Cenkner M. 4 5.— 5.50, Stroh der Ctr., Roggenstroh M 2 50 ois 3.00, Wetzenstrob M 2.10, Haferstroh M. 2.00, Wirrstroh W 18 Angefahren waren 38 Wagen. In dem verwichenen Jahre waren die 104 abgehaltenen
waren 2108
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1 9 N—
Zur Brausteuer!
Zahlen beweisen.
Die S'atistik hat sich in unserer Zeit aller Geschäfts⸗ zweige bemächtigt. Auch die Bierbrauerei, von der letzt so vielfach in allen Zeitungen in Zusammenhang mit der neugeplanten Steuer gesplochen wird, bat ihre Stattstik und ist es gewiß interessant einmal einen Blick hinein zu thun, un zu sehen, wieviel Geld eigentlich die Brauer am Bler verdienen.
In dem„Jahrbuch der deutschen Aetienbrauereien und Aettenmälzereten“ von Richard Wolf in Freiburg(. B. finden sich unter vielem anderen sehr interessanten Material auch folgende Ziffern:
Im Geschaͤftsjahr(das meist von October zu October reicht) 1889 90 verkauften die sechs bestehenden Acttenbterbrauereien des Großherzogthums Hessen zu—
sammen
386 228 Hectoliter Bier und hatten davon einen Rinzeutan von
394 940 Mark
Das ist ein Verdienst von 1.0 Mark am Heetoltter Bier oder 1,02 Pfg. am Liter. Das ist ja kaum glaublich, daß so wenig am Bier verdtent wird, hört man da Manchen aus rufen, aber das sind Zahlen, deren Wahr; heit bewiesen werden kann.
Im Geschäftsjahr 189/91 verkauften die 19 im Großherzoßthum und in der Propinz H ssen⸗Nassau be⸗ findlichen Aetienb aueresen zusammeng nommen
1082 227 Hectoliter Bier und erzielten daraus n n t na wann don 1685 537 Mark.
Dies war ein verhärlniß mäßig gzünstiges Jahr und doch betrug hier der Gewinn am Heetoliter Bier nur 155 Mark oder 1,55 Pfg am Liter.
Nach Annahme der projectirten Brausteuer würde sich der Gewinn am Heectoliter Bler um etwa 80 Pfg. bis 1 Mark vermindern, soviel beträgt die geplante Steuererhöhung, was dann noch übrig bleibt, ist leicht auszurechnen.
Sind die großen Aetienunternebhmungen, die doch billiger produelren können, als die kleineren und mitt— leren, schon in so gedrückter Lage, so sind die kleineren und mittleren Brauereten noch viel übler daran, denn ihnen stehen nicht die finanziellen und technischen Hülfs⸗ mittel in dem Maße zur Verfügung, wie den großen neueren Geschäften.
Hunderte von kleineren Brauereien werden dem Unter⸗ gang geweiht sein, wenn die geplante Steuererhöhung eintreten sollte, aber auch Tausende von Handwerkern und Arbeitern, die auf irgend eine Weise fü mdie Brau⸗ industrie beschäftigt sind, werden dadurch entweder ihr Brod verlieren oder doch enorm geschädiat werden 45
Evangel. Arbeiterverein. Dienstag den 3 Jaguar Abends 8 Ube: parkosse.
In Amerika verstorbene Hessen und Hessen⸗Nassauer. Jeannette Weber, 54 Jahre alt, Ehefrau von John Weber aus H ssen Darmstadt: in Louisville, Ky Die Ehefrau von Emil Kalkhof, 5 Jahre alt, aus Holzbausen in Kurbessen: in Pittsburgh, Pa
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* sollen auf dem Wege schriftlichen Angebots vergeben werden und es wird hierzu Ter min auf Samstag den 14. Januar 1893, Vormittags 10 Uhr, anberaumt Angebote sind bis dahin postfrei, ver
schlossen und mit der nörbigen Aufschrift
versehen bei uns einzureichen.
Der Voranschlag, die Pläne und Be— dingungen liezen werktäglich zur Einsicht der Interessenten auf unserem Büreau off en.
Friedberg den 30. Dezember 1892.
Großh. Kreisbauamt Friedberg. Schneider.
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Der Voranschlag der Gem inde Büdes heim für 1893/91 liegt vom 0 Dezember an acht Tage lang zu Jedermanns Einsicht offen.
Büdesheim den 30 Dezember 1892.
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