Beilage.
Obberhessischer Anzeiger.
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Unsere Gemüsepflanzen. Die Pflanzen, welche im Gemüsegarten für d Genuß des Menschen angezogen und gepflegt 0 rden, bilden eine hervorragende internationale rsammlung; die Kinder aller Lander, aller nen wurden dem menschlichen Genuß dienstbar nacht. Verschiedene dieser Kinder des Aus⸗ des bequemten sich Sitten und Gebräuche der lien Heimath an, eine verständige künstliche Jichtwahl, der natürliche Kampf ums Dasein ähigen sie, die Temperaturschwankungen des Jutschen Klimas zu ertragen, sie wurden voll— Kudig akklimatisirt, ja sie verwilderten sogar. dere Kinder des Südens dagegen sind nicht Stande, unsere Winter ungeschützt zu ertragen, e Kultur im freien Lande ist an gewisse wärmere Fhreszeiten und Landstriche gebunden. Wir d nicht in der Lage, geschichtliche genaue Nach— Iten über Züchtung und Einführung der Ge— üsepflanzen zu geben, sondern unsere Kenntniß schränkt sich auf zufällige Notizen über diese flanzen. Der größte Theil derselben war schon den Gärten der alten Römer heimisch, denn Hon Virgil beschreibt die Kultur der Kohlpflanzen, Ir Zwiebel, des Knoblauchs, der Petersilie, des obus, des Gartenrettigs, des Kürbis und der urke, welche auf den Tisch des Kaisers Tibe— us kamen und singt in begeisterten Versen das Job des Gartensalats als„Schlußgericht edler Schmause.“ Recht viele derselben mögen schon lurch roͤmische Soldaten öber die Alpen gekommen Im, andere brachten uns Kaufleute und Moͤnche, on welchen die Benediktiner als herrvorragende sörderer des Gartenbaues gelten müssen. Karl er Große baute in seinen Gärten Erbsen, Bohnen, elbe Rüben(Mohren) und Gurken. Die
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Biertrinkers zu sein, und nur empfindsamer ge— stimmte Gemüther der neueren Schule ziehen ihm seinen chinesischen Verwandten, das Radis, vor. Schon die deutschen Namen vieler Gemüse ver— rathen ihr Ursprungsland. Lattich(Salat) stammt vom lateinischen lactuae, Gurke von cucumer, die Zwiebel(in Mitteldeutschland Zeppel) von sepa, Fasel(provinziell für Bohne) von phaselus, Porree(Lauch) von Porrum, Petersilie von pe— troselium(Felsenteppich) und ihr Stammland sind wirklich die Mittelmeerländer. Der Porree stand bei den Egyptern in göttlichem Ansehen und wurde nachweislich von den alten Juden und Griechen gebaut. Der Sellerie, wie sein Name andeutet, eine Salzpflanze des Meerufers, war schon eine Kulturpflanze der Griechen, welche seinen Genuß für gluͤckbringend hielten. Die Artischoke ist eine südeuropäische Distelart, der Spargel, auch bei uns verwildert, hat dasselbe Stammland; die Petersilie wächst heute noch wild in den macedonischen Gebirgen, Fenchel, Bohnenkraut, Dill, Majoran, wachsen am mittel— ländischen Meere wild, ebenso die Scorzonare. Der Meerrettig wächst wild im südlichen Ruß— land; der Spinat, Griechen und Römern unbe kannt, ist eine persische Pflanze, die Schalotten— zwiebel kam aus Askalon in den Kreuzzügen nach Deutschland; der Gartensalat(Lactuea sca— riola) ist in den Kaukasusländern heimisch; die Endivie eine alte chinesische Salatpflanze. Gurke, Melone und Kürbis wurden schon früh im wärmeren Asien gebaut und scheinen dort heimisch zu sein. Schon die alten Israeliten zogen Me— lonen und Kürbis, denn die Kürbise des Jonas sind sprichwörtlich geworden. Von Kohlpflanzen lieferte uns Asien nur die noch jetzt in der Tar—
pittelalterlichen Speisezettel zeigen verschwindend venig Gemüse; zur Zeit der Hohenstaufen aber baren schon fast alle Gemüse in den„Kraut— tärten.“ Doch woher erhielten unsere Altvordern siese Gemüse? Den Rettig brachten(nach Wachs⸗ nuth) die alten Germanen schon aus ihrer asia— schen Urheimath, darum scheint er noch heute as„Lieblingsgemüse“ des nationalen deutschen
tarei wilde Gartenmelde(Mangold). Unsere ganzen Hülsenfrüchte sind Kinder des Ostens: die Buschbohne(Vicia faba) ist am kaspischen Meere heimisch, sie wurde von den Israeliten gebaut, von Römern und Griechen werthgeschätzt — die letzteren hatten einen besonderen Bohnen—
sie für unrein und so wurde ihr Genuß von den Pythagoräern verboten. Die Schminkbohne (Phaselus) stammt aus dem westlichen Asien, nach anderen Angaben, welche wegen ihrer großen Empfindlichkeit zuverlässiger sein mögen, aus Ostindien. Die Linse wächst wild im Kaukasus, die Erbse am schwarzen Meere. An Gewürz— kräutern gab Asien den Nebenbuhler des hei— mischen Kümmels, den Anis, die Tartarei den Verwandten des heimischen Gewürzes für Gänse— braten, des Beifußes, den Estrachon. Zwiebel und Knoblauch, jetzt noch von Griechen und Spaniern in Massen genossen, sind Asiaten. Sie waren in Egypten den Priestern der Isis ver— boten, die gemeinen Egypter huldigten ihrem Massenverbrauch, denn nach Herodot sollen beim Bau einer einzigen Pyramide für 6 Million M. Zwiebel, Knoblauch und Meerrettig konsumirt worden sein. Amerika gab uns die Kartoffel, heimisch an den Meeresküsten von Peru und Chili; die Topinambour(Erdbirne) konnte sich keinen allgemeinen Beifall erringen. An Gewürz— pflanzen gab uns Amerika den spanischen Pfeffer und die Tomate, welch letztere sich jetzt allge— mein verbreitet. Der pontische Rhabarber(Rheum rhaponticum) dessen Blattstiele wir mit Vorliebe genießen, ist am pontischen Meere zu Hause; der medizinische Rhabarber(Rheum Emodi pal- matum), ein bekanntes Magenmittel ist vom Himalaya zu uns gekommen. Wir sehen, daß unsere Gemüse- und Gewürzpflanzen der ganzen Welt entstammen, wir finden die Urvölker der alten und neuen Welt als Pflanzenzüchter thäͤtig, wir sehen, wie Krieger und Geistliche als Pflanzen— Importeure, und daß verschiedene Pflanzen die ganze Welt eroberten. Werden unsere Gemüse— gärten noch wesentliche Bereicherung erfahren? Es scheint nicht so. Was die gemäßigten Klimate an nutzbaren Pflanzen erzeugten, ist in unseren Garten vorhanden; die Kinder der Tropen aber finden bei uns nicht ihre natürlichen Lebensbe— dingungen, und werden darum nicht allgemeine
gott, Kyanetes, den sie im eigenen Tempel mit Bohnenfesten“ ehrten,— die Egypter hielten
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Bedeutung erlangen.
— 7 * 0 U Grasversteigerung.
Donnerstag den 1. Mal, Vormittags 9 Uhr, sollen uf hiesigem Rathhause die städtischen Begrasungen btheilungsweise verpachtet werden.
Friedberg den 28. April 1890.
Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg.
1 894 Steinhäußer. 2 — Bekanntmachung. * an Auf freiwilliges Anstehen der Friedrich Schäfer Söhne in Frauli. Droß⸗Karben läßt das unterzeichnete Großherzogliche Orts,
ericht eine Dampfdreschmaschine, welche bereits zehn Jahre in Thätigkeit stand, nebst sämmtlichem Zubehör zreltag den 2. Mal d J., Nachmittags 2 Uhr, in der Zehausung des Karl Schäfer Groß Karben unter den bet er Verstelgerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen ffentlich meistbietend verstelgern. Groß⸗Karben den 24. April 1890. Großherzogliches Ortsgerscht Groß⸗Karben. Lanz.
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ud in ihren Wirkungen die Apotheker Albrecht's
gleich vorzügliches Erfrischungsmittel f e- Pastillen,
FPrankfurter Aepfelsäur 0 left /s Mittel bei Catarrh, Husten, f hungen ze. empfohlen von vielen medleinischen Schachteln à 80 Pf. zu haben in der Ho zum Mohren in Friedberg
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Roh rsessel
Große Auswahl) bei
1 Asthma, Autorttäten
„Apotheke
W. Georgi.
Blumentische
G. M. Reuss.
*
ae. 6* „ Pflferdezuhn- Mais
—
Wilhelm Fertsch.
Besser als alle Mineral pastillen, zu.
Verschlel⸗
g Den geehrten Herren Landwirthen von Groß Karben und Umgegend diene hiermit zur Nachricht, daß das von mit seither betriebene
Fd 6*
Dampfdrescherei⸗ Geschäft
dieses Jahr, wie auch in früheren Jahren, seinen unge—
störten Fortgang nimmt.
Es wird mein eifrigstes Bestreben sein, durch reelle Bedienung in jeder Beziehung das mir erworbene Ver— trauen auch für die Zukunft zu erhalten und erlaube mir blermit, mich für die nächste Campagne bestens zu
empfehlen. Groß Karben den 24. April 1890.
Karl Schäfer,
1853 vormals Friedrich Schäfer Söhne.
Schuhmacherlehrling.
Ein wohlerzogener braver Junge kann in einem guten
Geschäft Frankfurts unter günstigen Bedingungen die
Schuhmacherei erlernen bei 0
8 J. Spengler, Schuhmachermeister, Hasengasse 17, Frankfurt a. M.
1805
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1871 J. W. Wunderlich, Samenhandlung
Deutschen, ewigen und schwedischen Kleesamen,
doppelt auf Seide gereinigt, empfiehlt in den besten Qualitäten zu den bllligsten Preisen 1893 Ph. Dan.
Die Hälfte einer Scheuer
hat zu vermsethen 1852 Adam Engel Wwe.
Frankfurt a. M.
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Muchöin!
das vorzüglichsté gegen ässe Insecten, wirkt
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vorhandene Ungeziefer schnell und sicher der-— art aus, dass gar keine Spur mehr davon g übrig bleibt. 2 8 Man beachte genau rothe Beutel 8 2(Germania-Marke).„Muchéöin“-Speeia-. 2 lität à 10, 25 und 50 Pf. zu haben. 8 Wo noch nicht zu haben, errichtet sehr günstige Depöts H. 42160.) 1803 Oscar Tietze, Namslau-.
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M„ 6. und 7. Buch Mosis) Das Wunderbuch b. 1. Auszuͤge a. alch ml u. kabbaltst. Schriften früberer Jahrhunderte nebst An⸗ hang: Sammlung bester Volksarneimittel. Zu beziehen für 6 Mark von R. Jacob's Buchhandlung, Blankenburg(Harz.)(H. 03248.) 1882
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