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Zwingenberg ernannt, der Ge⸗ meinde Hebamme Schneider zu Groß Gumpen die silberne Medaille des Ludewigs⸗Ordens erliehen.
5* 11. Jan. Die Beisetzung der Leiche der Kaiserin Augusta fand heute pro— grammmaͤßig wie mitgetheilt statt. Die Kaiserin Augusta Victoria, die Kaiserin Friedrich, die Großherzogin von Baden, sowie die königlichen Prinzessinnen hatten sich vom königlichen Schlosse zu Wagen unmittelbar nach dem Mausoleum in Charlottenburg begeben.
Die„Berliner Politischen Nachrich— ten“ schreiben: Anläßlich der jüngsten Herein— ziehung des Kaisers in die Bielefelder Wahlan— gelegenheiten habe der Mißbrauch der kaiser— lichen Autorität zur Beeinflussung von Wahlen und die darin liegende Identifictrung des Kaisers mit der„Kreuzzeitung“, die übrigens schon aus der bekannten Veröffentlichung des„Reichsan— zeigers“ als genügend gekennzeichnet erscheint, das allerhöchste Mißfallen erregt. Der Kaiser hat den Befehl ertheilt, daß die„Kreuzzeitung“ in den königlichen Schlössern nicht mehr auf⸗ liegen oder gehalten werden soll. In hiesigen polluiischen Kreisen teitt sehr bestimmt das Gerücht auf, der Kalser werde kurz vor den Wahlen eine neuerliche Kundgebung im Sinne des Kartells er— lassen. Es verlautet nach dem Fr. I., der Kaiser habe die Zulassung der„Kreuzzeitung“ in den Kasernen und den Officterskasinos verboten und Bericht über die Vollziehung dieses Befehls gefordert. Bestätigung bleibt abzuwarten.
— 10. Jan. Reichstag. Bei der Berathung des Marineetats begründet Staatssecretär Admi— ral Heusner die Forderung betreffs eines neuen Avisos gegenüber den Abpg. Richter und Windt— horst. Nach längerer Debatte wird die Forde— rung für den Aviso gegen die Stimmen der Frei— sinnigen, Socialdemokraten und des Centrums mit einzelnen Ausnahmen bewilligt und der Marineetat genehmigt.
— Der„Nordd. Allg. Ztg.“ zufolge beab— sichtigte der Reichskanzler, nach Berlin zu kommen, um der Beisetzungsfeier für die Kaiserin Augusta beizuwohnen. Der Kaiser hat jedoch aus eigenem Antriebe dem Fürsten Bismarck befohlen, daß er mit Rücksicht auf die Schonung seiner Gesund— heit sich von den anstrengenden Feierlichkeiten fernhalte und seinen Landaufenthalt in Fried— richsruh nicht unterbreche.
— Der Verband der oberschlesischen Walz— werke lehnte den Antrag der rheinisch-westfälischen Gruppe auf Erhöhung der Walzeisenpreise um 1½% Mark ab, um die Gefahr einer auslän— dischen Concurrenz zu vermeiden.
vollzieher zu
Ausland.
Belgien. Brüssel, 11. Jan. Die Polizei verhaftete den Dynamitarden Delmotte, welcher die Dynamübombe in Charleroi warf.
Portugal. Lissabon. Portugal willigt ein, den Forderungen Euglands gemäß jede weitere Action am Schireflusse und im Nyassaland ein— zustellen und die bewaffneten Streitkräfte aus dem streitigen Gebiete zurückzuziehen.
Spanien. Madrid, 10. Jan. Heute Vor⸗ mittag gegen 11 Uhr befand sich der König in demselben Zustande wie heute Morgen, jedoch nach Ausspruch der Aerzte nicht hoffnungslos. Heute Mutag 1 Uhr wurde gemeldet, der König habe einige Stunden der Ruhe zugebracht. Das Bulletin besagt, daß die mit der Kräfteabnahme des Königs auftretenden Elscheinungen befürchten lassen, daß das Centralnervensystem in Mitleiden— schaft gezogen werde. Unter den obwaltenden Umstäuden beschloß das Ministerium, die Geschäfte so weiter zu führen, als wenn es das Entlassungs— gesuch nicht eingereicht hätte. Es verlautet, daß der gestrige Ministerrath auch die eventuelle Thron— folge ius Auge gefaßt habe. Die Minister sprachen sich dahin aus, daß die königliche Gewalt keinen Augenblick unterbrochen sein dürfe und daß im Falle des Ablebens des Königs die Kroue un— mittelbar auf die Penzessin Maria Mercedes unter der Regentschaft der Königin Christine
übergehen werde.— 11. Jan. Der Koͤnig befindet sich heute fieberfrei und ruhig.— 12. Jan. Nach dem Bulletin von heute früh 3 Ubr erhält sich die Besserung in dem Be— finden des Koͤnigs.
— 11. Jan. Im Senat und in der Kammer verlasen die Präsidenten ein Schreiben der Re— gierung, nach welchem die beiden Häuser ange— sichts der gegenwärtigen Lage sich vertagen sollen. Die Conservativen erklärten, die monarchische Partei des Parlaments werde die Regierung unterstützen, was auch dem Lande widerfahren möge. Die Sitzungen wurden unter lebhaften Hochrufen auf die Königin-Regentin geschlossen. Rußland. Petersburg. Einer Meldung der„Post“ zufolge hat in Moskau eine 19jährige Nihilistin den Chef der Moskauer Sicherheits- polizei in dem Augenblick, wo er sie festnehmen wollte, durch einen Revolverschuß getödtet. In dem Versammlungshause der Nihilisten wurden compromittirende Gegenstaͤnde gefunden. Warschau. Dem neuesten Tagesbefehl des Ober Polizeimeisters zufolge sind wiederum 72 Ausländer ausgewiesen, darunter 25 Preußen und 26 Oesterreicher. N Afrika. Sansibar. Dem„Berl. Tgbl.“ wird von hier telegraphirt, es werde befürchtet, daß Frhr. v. Gravenreuth und zwei Officiere der Schutztruppe von Bana Heri gefangen ge— nommen worden seien. Die Nachricht entbehrt jeder anderweitigen Bestätigung und wird hier nicht geglaubt.— Es verlautet, das Befinden Emins sei wesentlich besser; er ist schon im Stande zu gehen.— Bei der Ankunft der Streitmacht der britisch⸗ostafrikanischen Gesellschaft zog sich der Sultan von Witu ruhig aus dem Beletsonigebiet in den Distrikt, welchen die britisch-ostafrikanische Gesellschaft innehat, zurück. Jetzt berrscht dort Ruhe. Achthundert arabische Soldaten Mom— basas und anderer Garnisonen erboten sich, die Autorität der Gesellschaft zu unterstützen. Die Expedition kehrte gestern von Mombasa zurück. Einige Mitglieder begaben sich nach Witu, um Trompson den Tanafluß binauf zu begleiten, behufs Erlangung zuverlässiger Information über das Schicksal des Dr. Peters.
Aus Stadt und Land.
b. Friedberg. Bei der am 10. Januar hier statt⸗ gehabten Wahl eines Vertreters der Mitglieder der Be— triebs⸗Krankenkasse zu Kassel wurde von den Eisenbahn⸗ arbeitern des Kreises Friedberg— Bad-Nauheim— Nieder ⸗Wöllstadt Fr. Rabenau gewählt.
Allerlei.
Würzburg, 10 Jan. Der bekannte Professor der Ohrenheilkunde v. Tröltsch ist gestorben.
München, 11. Jan. Professor Dr. v. ist gestern gestorben.
Stuttgart, 9. Jan. Im Parterre des Hoftheaters an der Seite, die an das Residenzschloß angrenzt, wurde gestern Nacht nach 11 Uhr ein Feuerschein bemerkt. Bei der Untersuchung fand man, daß ein Holzstoß im Holzstalle brannte. Durch rasche Hilfe wurde die Flamme sofort erstickt, so daß ein weiterer Schaden nicht entstanden ist.
Berlin. Der„Post“ zufolge werden dieses Jahr Kaiser⸗Manöver sowohl beim 5. und 6. Armeecorps, als auch beim 9. Corps in Verbindung mit der Marine stattfinden.
Döllinger
Handel und Berkehr.
Friedberg, 11. Jan. Buttermarkt. der Pfund M. 0.75— 0.80 Eier 1 St. 8 Pf
Butzbach, 11. Jan. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund 0.90— 1.00 M., Käse per Pfund 45—46 Pf. Eier 1 St. 9 Pf.
Gießen, 11. Jan. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter per Pfund M. 0.75 0 90, Eier 1 St. 8 bis 0 Pf., Käse per St. 4—7 Pf., Tauben per Paar
Butter kostete
MN. 0.50 0.60, Hühner per St. M. 0.85— 1.00, Hähnen f
per St. M. 0.60— 1.20, Enten per St. M. 1.70 2.00, Gänse per Pfd. M. 0.51—0.62, Ochsenfleisch per Pfd. 66—72 Pf., Kuh, und Rindfleisch 56—60 Pf., Schweine fleisch 60 70 Pf., Hammelfleisch 50— 66 Pf., Kalb fleisch 56— 60 Pf., Kartoffeln pro 100 Kilo M. 4.00 bis 0.00, Weißkraut per St 6—8 Pfg., Zwiebeln per Centner M. 8.00— 9.00
Frankfurt, 10. Jan. Engros⸗Markt. Heu pro 100 Kilo M. 5.60— 6.60, Stroh pro 100 Kilo M. 5.20 6.00, Haferstroh M. 2.40, Butter 50 Kilo M. 7580, Weißkraut 50 Kilo W. 3— 4, Wirsing 810 Pf. Rothkraut 15— 25 Pf. Erbsen 100 Kilo M. 18— 24, do, geschälte M. 22-32, Linsen M. 19—42, Grünekern M. 14— 16, Kartoffeln das
Malter M. 3— 3.50, Zwiebel per Ctr. M. 8—9, Rüböl (raff.) 50 Kilo M. 30.
N e rankfurt, 11. Jan. Wochenmarkt, Erbsen ganze per 12 14-18 Pf., do. geschälte 160 U 1 Gasen 15—25 Pf., weiße Bohnen 16— 20 Pf., gelbe Nartoffeln per Gescheid 14— 16 Pf., rothe Kartoffeln per Gescheld 12 bis 14 Pf., Mäuschenkartoffeln per Gescheld 30 Pf., Butter per Pfd. M. 0 90—1 00, Eler das Stück 8 bis 11 Pf., Blumenkob! 10—80 Pf., Kopfsalat 6—10 Pf., franz, Kopfsalat 1416 Pf., Sellerteköpfe 5— 20 Pf., Romainsalat per Stück 10 bis 20 Pf., franz. Romainsalat 7080 Pf., Zwiebeln 25 Pf., per Centner M. 9.—10., Carotten das Päckchen 10— 15 Pf., Kohlraben das Stück 3—5 Pf., gelbe Rüben die Portion 12—20 Pf., rothe Rüben 15—20 Pf., Weißkraut das Stück 12—20 Pf., Rothkraut 12—25 Pf., Wirsing 10—15 Pf., Endivien⸗ salat 6—10 Pf., Schwarzwurzel 40— 70 Pf., Cronberger Kastanten per Pfund 12 bis 16 Pf., ttaltentsche 15— 18 Pf., franz. Sellerie 40 bis 50 Pf., frische dicke Spargel M. 3.00 3.50.
Repertoir⸗Entwurf der bereinigten Stadt- Theater in Frankfurt. Opernhaus.
Dienstag den 14.: Afrikanerin. Gewöhn. Preise.
Mittwoch den 15. 3½ 6Uhr. Dorfbarbier. Hierauf: Puppenfee. Exmäßigte Preise.
Donnerstag den 16.: Neu einstudirt: Der Nordstern. Große Preise.
Freitag den 17. Geschlossen.
Samstag den 18.: 3½ Uhr. Dorfbarbler. Puppenfee. Ermäßigte Prelse. Abends 7 Uhr. Jüdin. Gew. Pr.
Sonntag den 18.: 3½ Uhr. Dorfbarbier. Puppenfee. Ermäßigte Preise. Abends 7 Uhr. Nordstern. Gr. Pr.
Schauspielhaus.
Dienstag den 13.: Hüttenbesitzer. Gewöhn. Preise.
Mittwoch den 14.: Gastspiel des Herrn F. Schweighofer. Zum ersten Male: Der Schutzgeist. Robert Blank. Lenz: Herr Schweighofer. Hierauf: Zum 1 Male: Höllenzwang. Gewöhnliche Preise.
Donnerstog den 15.: Gastspiel des Herrn F. Schweig⸗ bofer. Zum ersten Male wiederholt: Fifi. Außer Abonn. Gewöhnliche Preise.
Freitag den 16.: Vorletztes Gastspiel des Herrn F. Schweig⸗ hofer. Zum ersten Male wiederholt: Schugszggeist. Hierauf: Höllenzwang. Gewöhnliche Preise.
Samstag den 17.: Nathan der Weise. Gewöhn. Preise.
Sonntag den 18.: Letztes Gastspiel des Herrn Schweig⸗ hofer. Neu einstudirt: Raub der Sabinerinnen. Striese: Herr Schweighofer. Gewöhnliche Preise.
Bekanntmachung.
Die Landbriefträger führen auf ihren Bestellgängen Bücher mit sich, welche zur Eintragung der ihnen vom Publikum zur Beförderung nach der nächsten Postanstalt übergebenen Sendungen mit Werthangabe, Einschreib sen⸗ dungen, Postanweisungen, gewöhnlichen Packete und Nach⸗ nahmesendungen bestimmt sind und zur größeren Sscher⸗ heit für die richtige und rechtzeitige Ablieferung dieser Gegenstände dienen. Will der Absender die Eintragung selbst bewirken, so hat der Landbriefträger demselben das Buch vorzulegen. Bei Eintragung des Gegenstandes seitens des Landbriefträgers muß dem Absender auf Verlangen durch Vorlegen des Buches die Ueberzeugung von der stattgehabten richtigen Eintragung gewährt werden.
Da diese Einrichtung und das dem Publikum durtz dieselbe gebotene Mittel zu seiner Sicherstellung imme noch nicht genügend bekannt zu sein scheint, so wird auf das Bestehen derselben besonders aufmerksam gemacht.
Darmstadt, 4. Januar 1890.
Der Kaiserliche Ober-Postdireetor. Clavel.
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Die Infeetlons krankheit Influenza charakterisirt sich durch katarrhalische Affection der Schleim⸗ häute, besonders der Athmungsorgane, bei gleichzeitiger Körperschwäche und Kopfleiden. Auf die Hebung des Katarrhs soll der Leidende zuerst bedacht sein und nichts erweist sich hierfür besser als die jabrelang sich bewährten Fay's ächten Sodener Mineral- Pastillen iu heißer Milch aufgelöst, tagsüber mehrmals genommen. Die bierdurch dem Leidenden gebotene Erleichterung und Linderung ist außerordentlich groß. Fay's achte sodener Mineral- Pastillen sind in allen Apotheken und Droguenhandlungen à 85 Pfg. zu haben. i 214 Buxkin⸗Stoff, genügend zu einem gonzen Anzuge(3 m 30 em), reine Wolle und nadelf. zu M. 7.75, Ramm⸗ garn⸗Stoff, reine Wolle, nadelf. zu einem ganzen Anzuge zu M. 15.65, schwarzer Tuchstoff, reine Wolle, nadel⸗
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Jagdverpachtung.
Die der Gemeinde zustehende Jagdberechtigung in der Gemeinde Ockstadt auf einem Flächenraum von 718 Hectaren soll 1
Montag den 3. Februar 1890, 5 Nachmittags um 2 Uhr, auf hiesigem Rathhause auf weitere 6 Jahre an die Meistbtetenden verpachtet werden.
Bemerkt wird, daß die Jagd von der Bahnstation
Friedberg 5 Minuten entfernt ist. Ockstadt den 10 Januar 1890. Großherzogliche Sezen Ockstadt.
213 wald.
g 45 5900 0 1000 0 0 2 batten. Ot W 1 1 12¹0 wald, 1 lichen 12 ö N
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