Ausgabe 
9.9.1890
 
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biacht wurde. Später erschien er noch im Kurgarten daselbst, un dem Satson⸗Fest beizuwohnen, das mit einem wun

* drbar schoͤnen Feuerwerk endigte. Gestern Abend reiste Len and! von Homburg ab und passirte unseren Bahnhof um * rer 8 Uhr 10. Da das Gerücht verbreitet war, daß Fürst tadtez. Esmarck mit dem Schnellzuge kommen werde, so hatte

eine ansehnliche Menge hiesiger Einwohner auf dem

ahnsteige eingefunden, die den Zug mit brausenden

euer 2 kochs empfing. Der Fürst kam sogleich an's Fenster 1 nd blieb an demselben, so lange der Zug hielt. Am dee e dern Fenster stand die Fürstin. Bismarck unterhlelt der dächster auf das Leutseligste mit den Zunächststehenden. d. lismarck dankte für die Aufmerksamkeit der Fried 1 iger und bemerkte, daß er Friedberg von früher

1 kenne, von wo er öfter auf der Jagd im Taunus denen du 1 twesen sei. Unter nicht endenwollenden Hurrahs und nedber. ochs bewegte sich nach 5 Minuten Aufenthalt der

g lag weiter, während Bismarck ständig mit dem Hut

unkte und sich dankend verneigte.

Friedberg. Wir machen, unter Verweisung auf betr. Annonce in heutiger Nummer, nochmals auf e gemeinsame Versammlung desEv. Vereins und v. Bundes am nächsten Mittwoch Abend im Saalbau fmerksam und laden im Blick auf das schoͤne und so sprechende Thema zu recht zahlreichem Besuche der usammenkunft ein. Auch die Vereins- und Bundes Tamen sind herzlich willkommen.

r. m. Friedberg. Am 4. Sept. wurde die Decanats node des Decanats Friedberg in der Burgkirche abge biten. Nach einem liturgischen Altargottesdienste, dei Alchem die Zöglinge des Schullebrerseminars mitwirkten, lt Pfarrer Wahl von Nieder ⸗Florstadt die Predigt dij u er 1. Cor. 15, 58, in welcher er nach Inhalt dieses 8 7 ztwortes die Arbeit am Werke des Herrn behandelte Doran d zuerst die Festigkeit in demselben und sodann den egen bei demselben in einer recht erbaulichen Weise ichwies. Nach darauf erfolgter Eröffnung der Synodal rhandlungen durch den Vorsitzenden, Decan Meyer, bag derselbe den Rechenschaftsbericht über die kirchlichen pd religtös sittlichen Zustände des Decanats im Jahre 9 vor. Wenn auch aus diesem ausführlichen und um einer tiefen Sachkenntniß zeugenden Berichte sich ab, daß im Allgemeinen im verflossenen Jahre keine onders auffälligen Rückschrirte in dieser Beziehung hietgefunden hatten, so konnten doch auch keine besonderen Frtschritte aus demselben in dieser Richtung ersehen rden und mußte namentlich in Betreff des Kirchen uchs mehr oder weniger allgemein eine wesentliche F sserung als nothwendig erachtet werden. Sodann atattete Pfarrer Schrimpf von Butzbach das ihm über . gene Referat über die Katechismuslehre, in welchem n in einer ausführlichen Weise eine Darstellung des genwärtigen Standes dieses altehrwürdigen, christlichen Pstituts im Decanate gab, das gerade in der Gegen wert zur Erhaltung und Förderung ächt evangeltscher

1 1 N

Uebe e finnung von hoher Bedeutung ist. Die an dieses 71 A ferat sich anschließenden sieben Thesen gaben Veran⸗ Icsung zu einer recht lebhaften Discussion, welche zu

11 lt nm Resultate führte, daß man nicht allein die Fort wicklung desselben in den einzelnen Gemeinden in der beiherigen observanzmäßigen Weise anerkannte, sondern urch seine Förderung und Kräftigung von Seiten der Cistlichen durch die ihnen zu Gebot stebenden Mittel,

sowie auch durch dle weltlichen Kirchenvorstandsmitglieder durch Mitbetheiligung an demselben durch Wort und That in geeigneter Weise allgemein anerkannte. Endlich wurde noch die Wahl eines Stellvertreters des Abgeord neten zur Landessynode vorgenommen und fiel dleselbe mit großer Stimmenmehrheit auf Pfarrer Walz zu Bad Nauheim. Ein gemeinsames Mittagessen im Hötel Trapp hielt dann den größten Theil der Synodalen noch längere Zeit in freundlichem Verkehr zusammen.

2. Bad Nauheim, 7. Sept Auch hier wurde Fuürst Bismarck am gestrigen Abend auf's Herzlichste begrüßt. Als der Zug im Bahnhof einfuhr, wollte das Hochrufen kein Ende nehmen; man drängte sich an den Wagen, an dessen Fenster Bismarck mit der langen Pfeife stand; beide Hände reichte er heraus, um sie den ihn so stürmisch begrüßenden Verehrern zu reichen, wobei er scherzhaft bememerkte, es sei Schade, daß er nicht vier Hände habe. Als der Zug sich wieder in Bewegung setzte, ertönte der jubelnde Zuruf wo möglich noch stärker als bet der Einfahrt. Alles war von der Liebenswürdig keit des Fürsten entzückt.

bd. Bad Nauherm. In der letzten Woche sind 188 Kurfremde, im Ganzen jetzt 8142 angekommen.

bd. Bad⸗ Nauheim. Nächsten Freitag findet zu Ehren des Geburtsfestes des Großherzogs ein Festessen im großen Spetsesaal des Kurhauses statt. Um 8 Uhr wird der Park unterhalb der Terrasse illumintrt.

s. Schwalheim, 8. Sept. Heute Nacht brach auf der Mühle zwischen Schwalheim und dem Brunnen Feuer aus, das in kurzer Zeit eine Scheuer nebst Stallung

einäscherte. Allerlei.

Mannheim, 6. Sept. Der Rhein ist um 27, der Neckar um 25 Centimeter gestiegen. Das Rheinvorland nebst den Verladehallen, der Stephantenpromenade und dem angrenzenden Theile des Schloßgartens sind über schwemmt Beide Flüsse steigen noch immer.

Petersthal. Eine Zigeunerbande raubte auf ihrem Durchzuge einem Kurgaste in Bad Petersthal im Schwarz walde ein neun Jahre altes Kind. Das Verschwinden desselben wurde glücklicherweise bald bemerkt. Nach län gerem vergeblichen Suchen lenkte sich der Verdacht auf die Zigeuner, die kurz zuvor durch den Ort gewandert waren; sofort wurde Jagd auf die Bande gemacht. Es gelang, dieselbe einzuholen und ibr den Raub abzujagen. Die Schuldigen wurden in das Gefängniß zu Oberkirch abgeliefert.

Augsburg, 4. Sept. Die Wertach steigt fort⸗ während, die Niederungen bei Pfersee sind vollständig unter Wasser. Die Flußufer wurden unterwühlt, drei Häuser sind dem Einsturz nahe. Der Damm der Local bahn ist theilweise abgerntscht; ein darauf stehender Knabe wurde mit fort gerissen und ertrank. Der Lech steigt ebenfalls.

München, 4.

Sept. Die Isar gebt seit gestern

Abend langsam zurück, doch zeigte der Wasserpegel heute

früh noch 2 Meter Wasserhöhe und steben noch die Auen unter Wasser.

Dresden, 5. Sept. Um 8 Uhr Abends stand das Wasser fünf Meter über der Normalhöhe. Ein weiteres Steigen wird gemeldet. Die Aufregung in der Stadt ist groß. In den überschwemmten Straßen halten Pioniere mit Käbnen den Verkehr aufrecht. 6 Sept Die Elbe

steigt. Die Augustusbrücke ist für Wagenverkehr gesperrt; der Pferdebahnverkehr ist sistirt. Auch an anderen Stellen ist der Verkehr eingestellt oder verlegt. In das Palais am Taschenberg ist das Wasser eingedrungen. 7. Sept, Der Wasserstand der Elbe zeigte Vormittags 11 Uhr 5,27 Meter; in zwei Stunden ist das Wasser um 3 Cen timeter gefallen.

Schandau, 5. Sept. Alle Hotels und die Häuser bis an den Markt stehen unter Wasser, ebenso die Sen dig'schen Villen, das Badehotel und das Kurhaus.

Wien, 5. Sept. Das Wasser der Donau erreichte bereits die Schienen der Donauuferbahn; die Bahnmaga⸗ zine sind nur von einer Seite zugänglich, zwei Magazine des städtischen Lagerhauses sind überschwemmt. In den niedriger gelegenen Theilen der Leopoldstadt und des Bezirks Landstraße ist das Wasser in die Keller einge drungen. Auf dem linken Donauufer senkte sich der In⸗ undattons⸗Damm, derselbe wurde aber durch sofortige Anschüttung mit Steinen wieder vollkommen gesichert. Nach Privatberichten sind infolge von Wolkenbrüchen die Kamp und Thaya ausgetreten und haben vielfache Ver heerungen angerichtet. Zwettl ist bedroht, Schwarzenau bereits überschwemmt. 6. Sept. Die Donau steigt noch fortwährend; Freudenau wird vom Hochwasser be droht und einzelne Häuser wurden geräumt.

Prag, 5. Sept. Das Elbethal ist von Raudnitz bis Lobositz gänzlich überschwemmt. Das Wasser steigt noch. Der Regen hat aufgehört.

Paris, 5. Sept. Der Expreßzug von Calais ist gestern bet Amiens entgleist. Die Reisenden blieben un verletzt. Ein Schaffner ist todt, mehrere schwer verwundet. Man vermuthet, daß der Zug durch ein herausgefallenes Gepäckstück entgleist ist.

Larochelle, 5. Sept. Heute Mittag fand im Dyna⸗ mitlager des Hafens Lapalliee eine Explosion statt. Zehn Personen wurden getödtet, mehrere schwer verwundet.

Salonsichi, 5. Sept. Ein sehr heftiger Brand wird von hier gemeldet. Das europälsche Viertel, in demselben das englische und griechische Generaleonsulat, das griechische Hospital und die MoscheeHagia Sofia, sind abgebrannt. Die Zahl der Obdachlosen wird auf über 12000 geschätzt. Das Elend ist unbeschreiblich.

Sanstbar, 4. Sept. Der deutsche Postdampfer Reichstag collidirte beim Verlassen der Rhede mit dem vor Anker liegenden großen Dampfer des Sultans Nyanza, welcher stark beschädigt wurde Später stran dete derReichstag im Innerhafen von Dar ses⸗Salaam. Ein deutscher Kreuzer hat sich behufs Hilfeletstung dahin begeben.

Calcutta, 4. Sept. Hochwasser richtete in Mittel⸗ bengalen unter den Reispflanzungen große Verwüstungen an. Viele Menschen wurden aus ihren Häusern ver trieben; indessen sind, soviel bekannt, keine Verluste an Menschenleben zu beklagen. Nahrurgsmittel wurden in die bedrängten Gegenden gesandt. Auch in Nord Behav herrscht Wassersnoth.

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Oeffentliche Aufforderung.

Forderungen an den Nachlaß des Karl Augustin Rünschütz von Ilbenstadt sind binnen 3 Wochen bei dem PWchlaßkurator, Georg Odenwälder daselbst, anzumelden, worigenfalls dieselben bei der Regulirung des Nach soses nicht berücksichtigt werden können.

Friedberg am 1. September 1890. Großherzogliches Amtsgericht Friedberg.

Warthorst

3 22 Güter Verpachtung. Donnerstag den 11. September l. J., Vormittags 0 Uhr, sollen im hiesigen Rathhaus die der ersten Pfarrei hier zustehenden, am 11. November 1890 letbfälligen dundstücke, in Friedberger, Fauerbacher und Ockstädter Hbrnarkung gelegen, auf weitere 12 Jahre öffentlich meist lend verpachtet werden. Friedberg den 5. September 1890. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. 458 Stein häußer.

Zwangs ⸗Versteigerung.

Donnerstag 12 55 d. Mes, Vormittags Uhr, 7 5 ich zu Gunsten der Gemeindekasse Petterwebl Gr. Bürgermelsterei dortselbst: 1 Pferd, 1 Kuh, egen, 1 Wagen und 1 Nähmaschine gegen Baarzahlung.

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bei Carl Bindernagel in Friedberg.

2B.

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