Ausgabe 
9.9.1890
 
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Monaten Jult und August 1890

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche mit der Einsendung der Todeszeugnisse und Sterbefallszählkarten für die Monate Juli und August J. J. noch im Rückstande sind, wollen dieselben binnen 24 Stunden bei Meidung der Zusendung eines Wartboten dem Großherzoglichen Kreisgesund,

heitsamt Friedberg vorlegen.

Donnerstag den 11. September d. J., von Nachmittags 4 bis 7 Uhr, findet auf dem hinter der Stadt Friedberg gelegenen Schießstande ö Eine Stunde vor Anfang des Schießens wird eine roth-weiße Flagge an der Schieß⸗ Vor Betreten des Schießstandes und der nächsten Um

auf der Seewiese Schießen mit scharfer Munition statt.

mauer, als Zeichen, daß das Schießen seinen

Betreffend: Die Einsendung der Todeszeugnisse und Sterbefallszählkarten von den

Bekanntmachung.

Anfang nehmen wird, aufgehißt werden.

gegend wird wegen der damit verbundenen Gefahr hiermit ausdrücklich gewarnt.

besonders durch die Schelle bekannt machen zu

Friedberg den 4. September 1890.

J. V.: v. Grundherr⸗Altenthann. Vorstehende Bekanntmachung des Bezirks-Kommandos haben die Großherzoglichen Bürgermeistereien der zunächst gelegenen Orte no

lassen.

Bekanntmachung.

Betreffend: Die Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst auf Grund von Schulzeugnissen.

Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schulzeugnisse die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst nachsuchen wollen, werden hierdurch auf die nachfolgenden, bei Anbringung der Gesuche zu beachtenden Vorschriften mit dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß hiernach unvollständige Gesuche ohne Weiteres zurückgegeben werden.

1) Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs-Commission nur dann einzureichen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum Hessen gestellungspflichtig ist, d. h. seinen dauernden Aufenthaltsort hat.

2) Die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst darf nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätestens bis zum 1. Februar des Jahres nachgesucht werden, in welchem der sich Meldende das

20 Lebensjahr vollendet. Der Nachweis der

jährigen Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. April

desselben Jahres zu erbringen.

3) Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein und ist hierzu ein Bogen in Actenformat(nicht Briefpapier) zu verwenden.

Auch erscheint es zweckdienlich, wenn die nähere

4) Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a. Geburts zeugniß; b. ein Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über Bereitwilligkeit den Freiwilligen während einer ein jährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten

Steckbrief. Gegen die Katharina Schmidt, Dienstmagd, von Lauterbach, ist von Großherzoglichem Amtsgericht Bad-Nauhelm unterm 18. August 1890, wegen der Anschuldigung, daß sie ihrem seitherigen Dienstherrn, Joseph Körfgen in Bad Nauheim, durch mehrere selbstständige Handlungen 1. ein Paar Winterhandschuhe, Werth 1 Mark, 2. ein Stück gepreßten Plüsch, Werth 6 Mark, 3. eine Mannshose, Werth 18 Mark, in der Absicht rechtswidriger Zueignung weggenommen habe, Haftbefehl er Es wird ersucht, die ꝛe. Schmidt zu verhaften, Großh. Amtsgericht Bad-Nauheim vorführen und sofort Nachricht anher gelangen zu lassen.

Person, bezüglich deren Aufenthalts Auskunft begehrt wird: Emil Wißmann aus Berlin, zuletzt Dienstknecht in Bruchenbrücken. Die Ausschreiben gegen Georg Nachtigall von Allextshausen; Alexander Robert Schröder von Podwlekowo

lassen worden.

Erledigt. Fiedberg den 99 Auaust 1890

d. das Schulzeugniß.

Berechtigung zum ein. der Reifezeugnisse für

Adresse angegeben wird.

Director der Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizeiobrigkeit oder ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist;

Friedberg den 8. September 1890.

Dr. Braden. 1

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Bezirks-Kommaudo Friedberg i. H.

Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.

für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen; die Fahigkeit hierzu

obrigkeitlich zu bescheinigen; ein Unbescholtenheitszeugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen(Gymnasien, Realgymnasien, Ober-Real⸗ schulen, Progymnasien, Realschulen, Realprogymnasien, höheren Buͤrger⸗ schulen und den sonstigen militärberechtigten Lehranstalten) durch den

1 N

Sodann wird noch besonders bemerkt: Zu pos, b.: daß in dem Einwilligungs Attest die Unterschrift des Vaters oder Vormunds, be. glaubigt sein muß; Zu pos. d.: daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme it

die Universität und die derselben gleichgestellten

Hochschulen und Reifezeugnisse für die Prima der Gymnasien, Real- gymnasien und Ober-Realschulen, saͤmmtlich nach dem Schema 18 zur Wehrordnung vom 22. 1889 ausgestellt sein müssen.

Im Uebrigen wird auf die Bestimmungen der§F§. 88, 89, 90, 93 und 94 der angeführten Wehrordnung verwiesen. Großh. Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige zu Darmstadt.

November 1888 Regierungsblatt Nr. 5 von

Der Vorsitzende: Dr. Zeller.

Der Großh. Amtsanwalt: Krämer

Deutsches Reich.

Darmstadt. Post⸗Personalnachrichten. Ver setzt wurde der Postverwalter Philippi von Rup pertenrod nach Mücke. Gestorben ist der Ober Postcommissarius Alefeld in Würzburg.

Berlin. Finanzminister Dr. Miquel hat, wie dasBerl Tageblatt mittheilt, in der Frage über die Tabaksteuer eine Stellungnahme vorderhand abgelehnt.

Flensburg, 5. Sept. Das heutige Ma növen, welches nördlich von Fleusburg stattfand, verlief auf das glänzendste. Das neunte Armee corps hatte einen markirten Feind östlich nach Sundewitt zurückzudrängen. Der Kaiser hielt

sich vorwiegend bei dem markirten Feind auf.

Die Abdrängung gelang nicht. Die Kaiserin, welche überall enthusiastisch begrüßt wurde, wohnte den Manövern von der Anhöhe bei Krusau aus bei.

Gravenstein, 6. Sept. Heute Vormittag fand die Inspicirung der Manöverflotte durch den Kaiser statt. Morgens 8 Uhr setzten die Schiffe der Manöverflotte die Toppflaggen auf. Das österreichische Geschwader führte die deutsche Kriegsflagge am Großmast. Der Kaiser begab sich von derHohenzollern an Bord des Panzer schiffesBaden, Flaggschiff des Viceadmirals Deinhard. Die Kaiserin, Herzog Ernst Günther, Prinz Ferdinand und Prinzessin Mathilde von Schleswig⸗Hollstein fuhren mit der Stations VachtFarewell nach derHohenzollern und folgten mit derselben der Manöverflotte, welche um Uhr die Anker lichtete und nach Son derburg in See ging. Hier wurde ein kriegs mäßiges Manöver von der aus 8 Panzerschiffen, einer Kreuzercorvette, 3 Avisos und 21 Torpe dobooten bestehenden Flotte ausgeführt. Die zu lösende, vorher nicht bekannt gegebene Aufgabe war von dem Kaiser selbst gestellt worden. Das SchulschiffLuise, dieNiobe und derMars,

sowie die österreichische Flotte waren vor Anker liegen geblieben. Abends 6 Uhr wurde bei den Majestäten Paradetafel abgehalten, um 8 Uhr fand großer Zapfenstreich sämmtlicher Musiker und Trommlercorps des neunten Armeecorp« statt, wobei hunderte von Magnesiumfackeln Licht spen deten. Das Schloß war prachtvoll illuminirt. 5 7. Sept. Heute fand Feldgottesdienst statt und nach demselben auf der westlichen Seite des Herzogshügels Parade der 4000 zum Gottes dienst versammelten Mannschaften, davon 3000 von dem 9. Armeecorps und 1000 von der Marine, worauf die Majestäten zu Fuß nach dem Schloß zurückkehrten. Um 5 Uhr war Festmahl, welches seuens der Provinz in dem Strandhotel zu Glücksburg gegeben wurde.

München. Der Prinzregent ernannte den Domprobst Schork zu Würzburg zum Erzbischof von Bamberg.

Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Triest. Ein ge wisser Coretti, von hier gebürtig und wohnhaft, ist als der Herstellung der kürzlich explodirten Petarden verdächtig, verhaftet und an das Land gericht überwiesen worden.

Schweiz. Bern. Zur Erinnerung an den ersten eidgenössischen Bund im Jahre 1291 wird am 12. August 1891 in dem Flecken Schwyz eine große Bundesfeier stattfinden.

Danemark. Kopenhagen, 5. Sept. Der König von Griechenland, Prinz Georg und der Kronprinz von Dänemark sind hier eingetroffen. Beim Empfang waren das Königspaar und die Kronprinzessin anwesend.

Italien. Rom. Zwischen England, Deutsch land, Italien und Portugal wird ein Ueberein kommen bezüglich gegenseitigen Schutzes der Missionäre in Afrika abgeschlossen werden. Frank reich hat die Betheiligung an diesem Vertrage

abgelehnt und will in seinen Kolonien nur fran zösische Missionäre zulassen.

Serbien. Belgrad. Auf Grund erfolgter Verständigung mit der Regierung wird Exkönig Milan am 24. September Serbien für langere Zeit verlassen.

Bei den bevorstehenden Skupschtinawahlen wird Ex König Milan durch ein geheimes Comité fünfmal als Candidat aufgestellt werden. In Nisch ist seine Candidatur aussichtsvoll.

Rußland. Petersburg. Der Zarewitsch gedenkt Anfang November nach Bombay zu reisen. Es ist bis jetzt noch unbekannt, ob die Reise eine officielle oder eine einfache Touristen⸗ reise sein wird. i

7. Sept. Der Kaiser und die Kaiserin sind gestern in Begleitung des Großfürsten-Thron⸗ folger, der Großfürstin Kenia und des Groß fürsten Wladimir zur Theilnahme an den Ma⸗ növern in Rowno(Wolhynien) abgereist.

Amerika. New Nork, 4. Sept. Ein Tele gramm desNewyork Herald aus Guatemala meldet, daß sich gestern am dortigen nordamen!ß kanischen Gesandtschaftsgebäude Poͤbelhausen zu⸗ sammenrotteten, die eine drohende Haltung zeigten. Das Gesandtschaftsgebäude ist von der Polizei

bewacht. Die Kundgebungen der Theilnahme für Christine Barrundia, die sich in strenger Haft befindet, dauern fort.

Aus Stadt und Land.

Friedberg, 8. Sept. Am Freitag wurde an der Mainkur die Leiche des Candidaten Scheuermann von hier, der sich vor kurzem in einem Anfalle von Geistes⸗ störung bel Fechenheim erschossen und ertränkt hatte, aus dem Malin gezogen und nach dem Friedhofe in Fechen heim verbracht. An dem einen Beine des Ertrunkenen war eln Stein festgebunden.

Friedberg, 7. Sept. Fürst Bismarck, der, wie schon mitgetheilt, bereits am 4. September von Homburg abreisen wollte, ließ sich bestimmen, einen ihm von der Stadt Homburg angebotenen Fackelzug anzunehmen, der

ihm unter großartiger Betheiligung Freitag Abend darge

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