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bereits angeregt und seiner Ausführung nahe gebracht war. Der Verlauf der hier versammelt gewesenen internationalen Conferenz erfüllt Mich mit besonderer Befriedigung. Ihre Beschlüsse bilden den Ausdruck gemeinsamer Anschauungen über das wichtigste Gebiet der Culturarbeit unserer Zeit. Die darin niedergelegten Grund sätze werden, wie Ich nicht zweifle, fortwirken als eine Aussaat, die mit Gottes Hilfe zum Segen der Arbeiter aller Länder aufgehen und auch für die Beziehungen der Voͤlker unter einan der nicht ohne einigende Frucht bleiben wird. Die dauernde Erhaltung des Friedens bildet unausgesetzt das Ziel Meines Strebens. Ich darf der Ueberzeugung Ausdruck geben, daß es Mir gelungen ist, bei allen auswärtigen Regie rungen das Vertrauen zu der Zuverlässiskeit dieser Meiner Politik zu befestigen. Mit Mir und Meinen hohen Verbündeten erkennt es das deutsche Volk als die Aufgabe des Reiches, durch Pflege der zu unserer Vertheidigung geschlossenen Bündnisse und der zu allen auswärtigen Mächten bestehenden freundschaftlichen Beziehungen den Frieden zu schützen, um Wohlfahrt und Gesittung zu fördern. Zur Durchführung dieser Aufgabe aber bedarf es der seiner Stellung im Herzen Europa's entsprechenden Heeresmacht. Jede Ver schiebung der Machtverhältnisse gefährdet das politische Gleichgewicht und damit die Gewähr für den Erfolg der auf die Erhaltung des Friedens gericht ten Politik. Seitdem die Grundlagen unserer Heeresverfassung für einen bestimmten Zeitraum festgestellt sind, haben sich die Heeres einrichtungen unserer Nachbarstaaten in unvor hergesehenem Maße erweitert und vervollkommnet. Zwar ist auch bei uns nichts unterlassen worden, um unsere Wehrkraft soweit dies innerhalb der gesetzlich gezogenen Schranken möge ich war, zu stärken. Gleichwohl war das, was in dieser Be ziebung gescheben konnte, nicht hinreichend, um eine Verschiebung der gesammten Lage zu unseren Ungunsten auszuschließen. Eine Erhöhung der Friedenspräsenzstärke und eine Vermehrung der Truppenkörper, insbesondere für die Feldartillerie, darf nicht länger hinausgeschoben werden. Es wird Ibnen eine Gesetzesvorlage zugehen, nach welcher die notbwendige Verstärkung des Heeres mit dem 1. October d. J. in Kraft treten soll. Die in Ostafrika eingeleitete Action zur Unter drückung des Sklavenbandels und zum Schutz der deutschen Juteressen hat, dank der aufopfern den Thätigkeit der dorthin gesandten Officiere und Beamten, wäbrend der letzten Monate Fort schritte gemacht. Der vollständigen Wiederher stellung der Ruhe in jenen Gebieten darf in näcster Zeit entgegen gesehen werden. Die da durch entstehenden Kosten werden durch eine Nach tragsbewilligung zu decken sein. Der Reichs haushalt für das laufende Rechnungsjahr bedarf schon wegen der erwähnten Vorlage einer ent sprechenden Ergänzung. Außerdem aber kann die schon längst in Aussicht genommene und immer dringender gewordene Besoldungsverbesserung für einen Theil der Reichsbeamten nicht länger ver zögert werden. Der Ihnen vorzulegende Nach trag zum Reichshaushaltsplan wird Ihnen Ge legenheit geben, Ihr Interesse an der gerechten und wohlwollenden Befriedigung dieses Bedürf u sses zu bethät gen. Wenn die Ihnen hiernach obliegenden Arbeiten zum einem gedeihlichen Ab schluss gelangen, so werden damit neue feste Bürgschaften für die innere Wohlfahrt und die äußere Sicherheit des Vaterlandes gewonnen werden. Möge es uns beschieden sein, dieses Ziel in gemeinsamer Arbeit zu erreichen!

6 Mai. Reichstag. Abg. Graf v. Moltke übernimmt das Alterspräsidium und betraut die Schriftführer der vorigen Session mit der pro visorischen Führung desselben Amtes. Der hier auf vorgenommene Namensaufruf ergibt die An wesenheit von 318 Mitgliedern; das Haus ist also beschlußfänig. Eingegangen sind: Gesetzent würfe betreffend die Abänderung der Gewerbe ordnung und der Gewerbegerichte, die Friedens piäsenzstä uke des deutschen Heeres, die Ergänz

und Sachverständige, ein Nachtrag zum Etat, ein Bericht über die Thätigkeit des Reichscom missärs für das Auswanderungswesen nebst zwei auf die Auswanderung bezüglichen Nachweisungen, Berichte der Reichsschulden-Commission, Rech nungsübersichten u. s. w., endlich ein Bericht über die Verhandlungen der internationalen Berliner Arbeiterschutz Conserenz. Der Nachtragsetat für Ostafrika fordert die Summe von Million Mark. Die Friedenspräsenzstärke wird 486,983 Mann betragen, die Einjährigen nicht eingerechnet Vom 1. October ab wird die Armee formirt in 538 Bataillone Infanterie, 465 Schwadronen Cavallerie, 434 Batterien Feldartillerie(trotzdem bleibt die Artillerie immer noch mit 46 Batterien und 775 Bespannungen hinter der französischen Feldartillerie zurück), 31 Batterien Fußartillerie, 20 Bataillone Pioniere, 21 Bataillone Train. Die einmaligen Ausgaben für die Erhohung der Friedenspräsenz betragen 31,500,000 M., die dauernden Ausgaben incl. Baiern 18 Million Mark. Die deutschfreisinnige Fraction des Reichstags nahm folgende Resolution an: Die Getreidezölle sind auf den Standpunkt vor dem Jahre 1885 zurückzuführen; eine Revision des ganzen Zolltarifs ist unter Beseitigung aller Lebensmittelzölle vorzunehmen; die Prämien bei der Rübenzucker-Industrie und die Differenz bei der Branntweinsteuer sind aufzuheben.

DerReichsanzeiger schreibt: Die Militärvorlage, deren jährliche Kosten 18 Million Mark nicht übersteigen, bezwecke die nothwendige Verstärkung der Feldartillerie um 70 Batterien und die Ergänzung von Specialtruppen für die errichteten zwei neuen Corps. Die Präsensziffer sei zu erhöhen; ferner sei die Etatserhöhung der Jufanterie und Cavallerie an der West- und Ostgrenze beabsichtiat, welche bei Eintritt eines Krieges, ohne die Reserven abzuwarten, an die Grenze vorzurücken und Einfälle abzuwehren bestimmt sei; endlich bezweckt die Vorlage hiermit correspondirend die Vermehrung von zwei preußt schen Corps und des sächsischeu Corps, die Organssation einer fünften bayerischen Diwision und die Einführung von Dienstprämien für Unter officiere.

6. Mai. In der gestrigen Sitzung der Kommission des Abgeordnetenhauses zur Berath ung der Sperrgeldervorlage hat Kultus minister v. Goßler wichtige Mutheilungen über die Stell ung der Kurie zu der Vorlage gemacht. Hier nach hat der Papst geäußert:Wenn hinsichtlich der gesperrten Gelder nicht mehr als eine Ent schädigung in Reute zu erlangen sei, werde der heilige Stuhl keinen Widerspruch erheben, auch keine Schwierigkeuen machen, indessen dem Cen trum die Verantwortlichkeit für Annahme oder Ablehnung der Vorlage überlassen. In Abge ordnetenkreisen legt man dieser Erklärung die größte Bedeutung bei, da nunmehr dem Centrum allein die Verantwortung überlassen ist und hält man in nationalliberalen und conservatiwen Kreisen jetzt um so fester an der Absicht, die Vorlage nuc mit der Zustunmung des Centrums zu Stande kommen zu lassen.

DieBörsenzeitung behauptet, schreibt das Fr. J., statt des Socialistengesetzes werde dem Reichstaß eine Vorlage zugehen, welche für Ausschreitungen, besonders für die durch Zwang zum Streiken hervorgerufenen, eine ausnahms weise strenge Ahndung verlangt. Die social demokratische Fraktion des Reichstags wird der Nat. Zig. zufolge ein Arbeiterschutznesetz, einen Antrag zum Uufallversicherungsgesetz und einen Antrag auf Aufhebung der Kornzölle sofort ein bringen.

Wie dieN. Ztg. meldet, ist Casati, der frühere Gouverneur der egyptischen Provinz Bar el Ghasal, welcher später jahrelang bei Emin Pascha weilte, in deutsche Dienste getreten.

DieNordd. Allg. Ztg. erklärt, seit dem 1876er Programm der Deutschconservativen für deren Grundsätze eingetreten zu sein. Bisher habe sie sich nicht in organischer Verbindung mit der Parteiorganisation befunden, um nicht bei

ung des§ 14 der Gebührenordnung für Zeugen

den traditionellen Beziehungen der Zeitung zu

der führenden Stelle der Reichspolitik M ständnisse aufkommen zu lassen. Diese Bedenkt walteten nun nicht mehr ob, vielmehr erscheln mit Beginn der neuen Reichstagsperiode e organisches Zusammenwirken mit der Partei nicht

nur möglich, sondern auch nützlich. 1 Potsdam, 5. Mail. Der Kaiser ist ver

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gangene Nacht auf Station Wildpark eingg troffen und hat sich sofort nach dem Ne Palais begeben.

Ausland. Oesterreich-Ungarn. Wien, 5. M Der Streik der Arbeiter der Staatsbahn Gest schaft ist infolge der bewilligten Lohnerhoͤhn beendet. ö Pest. Im Handelsministerium wurde am letzte Samstag der Vertrag unterzeichnet, durch welchtz die Spengung der Felsengruppe in und an unteren Donau, bekannt unter der Bezeichnung

Eisernes Thor, dem durch den Jugenieur Haft g

vertretenen deutschen Consortium übertragen wil Die Bedeutung dieser Arbeiten ist sehr groß technisch sind sie eine der schwierigsten Aufgabe neuerer Zeit; ihre volkswirthschaftliche Bedeutung ist die, daß der Weg von der oberen Dong zum Meere schiffbar wird. Für die Handelsbe

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ziehungen Deutschlands und Oesterreich Ungarnz zum Orient eröffnen sich durch die Sprengung desEisernen Thores, für welche jedenfall eine Reihe von Jahren nöthig ist, Aussichten.

Frankreich. Paris, 5. Mai. gestrigen Municipalrathswahlen wurden 52 Re publikaner, 6 Conservative und 1 Boulanist gewählt. Alle Parteiblätter sehen die Wahlen als eine vernichtende Niederlage Boulanger's, Die boulangistischen Organe erklären sich sin besiegt, das boulangistische Comité will sich auflösen. 6. Mai. Die Polizei verhastel in Lille, Tourcoing und Roubatx heute die Häupter der Socialistenpartei. Zahlreiche An beiter dieser Gegend nehmen die Arbeit wieder auf

6. Mai. Der KreuzerKerguelen gag gestern nach Wydah in Dahomey ab, um Ml wort auf ein Ultimatum wegen Aus wechselung der europäischen Gefangenen zu erhalten. In Weigerungsfalle wird Wydah aufs neue bom, bardirt. Die Behörden Wydahs verlangen einen zehntägigen Aufschub.

Italien. Rom, 5. Mai. Der Koͤnig und die Königin wohnten heute der Eroͤffnung des nationalen Schützenfestes bei.

5. Mai. Im Senat bekämpfte Crisp bei der heute begonnen Berathung des Gesetz eutwurfs über die Opere pie die von der Com- mission des Senats vorgenommene Streichung eines Theiles des Artikels 87 der Vorlage, welcher sich auf die Umbildung der religiösen Opere pie, als den gegenwärtigen Zeitver hält uissen nicht mehr entsprechend, bezieht. Crispf erklärte, er habe hinsichtlich zwanzig oder dreißig Zusatzanträgen nachgegeben; Artikel 87 aber sel für ihn grundlegend. Würde der Artikel nicht

ganz neue

Bei den

angenommen, so werde er an die Wähler appel, liren. Der Berichterstatter der Commission ver theidigte die Streichung des betreffenden Theilz des Artikels. Crispi bestand auf seiner Erklärung Der Senat lehnte mit 93 gegen 76 Stimme in geheimer Abstimmung den Antrag auf Wieden herstellung des zweitens Theils des Arti ö

87 ab. Crispi erklärte, er bitte nach die

Senatsvotum die Berathung über die Vorlaße zu suspendiren, da er die Befehle des Königs

einholen müsse. 6. Mai. Der Senat beef endigte heute die Berathung des Gesetzes betres end die Opere pie und genehmigte dasselbe geheimer Abstimmung mit 106 gegen 54 Stimmel

Aus Stadt und Land. l

C. T. Friedberg. Gemeinderathssitzung vom 5. M Vor Eintritt in die Tagesordnung widmet der Vorsitzt dem verstorbenen Gemeinderathsmitgliede J. Pfeffer( 1868 im Gemeinderathe, sett 1870 in der Armen Co mission) ehrende Worte der Erinnerung. Darauf wil die Verpachtung der städtischen Grasnutzungen, welche gegenüber derjenigen des Vorjahres einen Minderet 00 llefert, genehmigt. Neben Erwähnung des von der zwesh Kammer gefaßten Beschlusses, betr. Bau der Nebenbah