Ausgabe 
8.3.1890
 
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Feldgeschworene.

Erledigt: Die Ausschreiben gegen Heinrich Enders von Wallenrod, durch Gendarm Steinbach in Friedberg, gegen Martin Litzel von Nieder-Erlenbach, Ernst Gil von Wreschin, Rodert Peters, dessen Ebefrauvon Berlin und Johanna Boseke von Wismar. Unerledigte frühere Ausschreiben. Mein Ausschreiben vom 13. November 1889, gegen Heinrich

in Erinnerung. Friedberg den 6. März 1899.

Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg.

Ernannt und verpflichtet wurden: Wilh. Ludwig Seip II. und Fr. Faß von Büdesheim, sowie Wilh. Kost II. von Nieder⸗Wöllstadt g

Linker, Schäferknecht, von Breungeshain, bringe ich hi 1

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Der Großherzogliche Amtsanwalt. Krämer.

Deutsches Reich.

* Friedberg, 6. Marz. Unser Abgeord neter, Rechtsanwalt Jockel, hatte bei der II. Kammer beantragt, die Großh. Regierung zu ersuchen, der Stadt Friedberg die Seewiese für M. 12,000 käuflich zu überlassen. Die II. Kam⸗ mer hatte in Folge dessen beschlossen, die Regie rung zu ersuchen, der Stadt Friedberg gegen über den Kaufpreis für die Seewiese auf boͤch stens M. 15,000 herabzusetzen und, im Falle der Annahme des ermäßigten Angebots der Stände, wegen Genebmigung dieses Verkaufs Vorlage zu machen. Die I. Kammer war der Meinung, daß es den Ständen nicht zukomme, einen bestimmten Kaufpreis festzusetzen, daß es aber in Anbetracht der großen Einbußen, die Frie berg durch den Verlust seiner Garnison erlitten und da erst nach bedeutenden Meliorationen ein besserer Ertrag der Wiese zu erwarten sei, ange zeigt sei, den Verkaufspreis möglichst billig zu stellen. Von dieser Erwägung ausgehend, trat dieselbe dem Beschlusse II. Kammer nicht bei, sondern beschloß einstimmig, die Regie rung zu ersuchen, auf Grund eines moͤglichst niedrig bemessenen Kaufpreises mit der Stadt Friedberg wegen käuflicher Ueberlassung der See wiese in weitere Verhandlung zu treten und im Falle erzielten Einverständnisses den Ständen wegen Genehmigung dieses Kaufes Vorlage zu machen. Die Sache kam infolge dessen an die II. Kammer zurück und ist dieselbe in ihrer vor gestrigen Sitzung dem Ersuchen der J. Kammer ebenfalls einstimmig beigetreten. Nach dieser Sachlage darf man erwarten, daß die Regierung dem von beiden Kammern einheitlich und ein⸗ stimmig beschlossenen Ersuchen stattgeben werde und die Seewies- Angelegenheit nun in Bälde die in hiesiger Stadt so sehr gewünschte Er ledigung in befriedigender Weise finden wird. Unser Abgeordneter hat ferner folgende Anfrage an die Regierung gerichtet: Aus welchem Grunde hat sich dieselbe für berechtigt gehalten, dem Großh. Forstmeister von Friedberg in Bad Nauheim ein dem Staate gehöriges Haus, das einen Miethwerth von M. 1000 jährlich hat, ohne Mitwirkung der Stände als Dienst⸗ wohnung zu überlassen?

Darmstadt, 4. März. Heute trat die 2. Kammer wieder zusammen. Aus den Verhandlungen erwähnen wir: Auf den Antrag Arnolds wegen Aufhebung des Wasserfallzinses hatte die 2. Kammer die Aufhebung der jenigen Abgaben beschlossen die auf entgeltlichem Ver trage beruhten. Die 1. Kammer trat dem nicht bei. Die 2. Kammer beschließt, auf ihrem Beschlusse zu ver harren. Auf ein Gesuch von Steuercommissartatsgehülfen um Regelung ihrer Gehalts- und Pensionsverhältnisse hatte die Kammer gewünscht, daß ein Theil der Dienst zeit vor der Anstellung jenen angerechnet werden möchte. Da die Regierung sich ablehnend verhielt, trat die erste Kammer dem nicht bei. Schröder bedauert die Stellung⸗ nahme der Regierung, befürwortet es aber, die Sache für erledigt zu erklären; dies geschteht. Zur Ausführung der Neckarthalbahn batte Hessen an Baden einen Zuschuß von 4 Mill. M. geleistet, der mit 30% zu verzinsen war, dann von Baden gekündigt, aber durch einen neuen Ver trag zu 31,2% behalten wurde. Möllinger, Osann und Schade wünschen Einziehung der 4 Mill. und Verwen dung derselben zur Rückzahlung von Oberhess. Etsenbahn Obligationen. Dieser Antrag wird angenommen. Zur Herstellung der neuen Texrassenstraße in Bad-Nauheim werden 10,550 M aus dem Kurfonds bewilligt, ebenso zu einem Küchen⸗Anbau und sonstigen baulichen Ver⸗ änderungen 35,100 M., von welchen der Wirthschafts pachter 27,700 mit 5% verzinst. Die Vorlage, betr. den Personaletat der Oberhess Bahnen wird mit einem Zusatz von je 200 M. für 16 Stationsvorsteher und Güterexpeditoren bewilligt, ebenso der Etat für die Nebenbahn Hungen⸗Laubach. Der Eingabe einer großen Zahl Gewerbetreibender wegen Besteuerung der Konsum vereine wird keine Folge gegeben. Möhn beantragt das Brückengeld zu Mainz auf die Hälfte zu erniedrigen, Ulrich die Aufhebung des Mainzer und Kostheimer Brückengelds. Der Antrag Bergsträßer auf Verwetsung dieser Anträge an den Ausschuß wird angenommen. 5. März. Für die Bearbeitung des Gesetzentwurfs, betr.

Brandversicherungsanstalt für Gebäude, wird ein beson⸗ derer Ausschuß gewählt. Zu dem Gesetz über die Landes kreditkasse hat die erste Kammer beschlossen a)auch an Gemeinden zur Bestreltung von Grunderwerbs- und Bau kosten für Kreisstraßen Darlehen durch die Kasse zu gewähren. Die Aenderung zu à wird gegen 7 Stimmen angenommen b) Weiter wird beschlossen: Darlehen an Gemeinden für Wasserleitungen zu geben. o) Dtle erste Kammer hat die Fassung der zweiten Kammer gestrichen: Die Kasse wird mit der Hauptstaatskasse vereinigt. Wolfskehl spricht für Beibehaltung jener Fassung; die selbe wird beschlossen. Die erste Kammer hat in Betreff der Verwilltgung von 10,00 M. zur Unterstützung der

ländlichen Lokalgewerbvereine und Handwerkerschulen die

Wortejedenfalls bei Aufstellung des nächsten Voran schlags gestrichen. Die Kammer beschließt Beibebaltung dieser Worte. Nach dem Vorschlag des Finanzausschusses zu dem vorgelegten Gesetzentwurf über die Gebalte der Volksschullechrer, dem die Regierung zustimmt, soll den selben nach 5jähriger Dienstzeit seit der ersten Verwen dung 1000 M., nach 10jähr. 1100 M., 15jähr. 1250 M., 26jähr. 1400 M., 25jäbr. 1600 M. gewährt werden. Graf Ortola ist über die Vorlage erfreut, hätte aber lieber 1800 M. Hoͤchstgehalt und Berücksichtigung der pensionirten Lehrer gesehen. Lautz, Jöckel und Bergsträßer sprechen ebenfalls für die Vorlage, welche gegen 1 Stimme Annahme fand.

Darmstadt. Dem Kabinets-Kanzleidiener Blech zu Darmstadt wurde das Silberne Kreuz des Philippsordens verliehen.

Post Personalnachrichten. Ernannt sind die Post assistenten Groh in Offenbach, Ritzinger in Mainz Schullus in Worms und Wetzel in Oppenheim. Uebertragen ist dem Ober⸗Postkassen Buchhalter Bitsch eine Kassirerstelle bei der Ober Postkasse in Darmstadt, dem Postsekretär Marchand eine Ober-Postsekretärstelle bet dem Postamte in Offenbach. Versetzt sind der Ober Postdirektionssekretär Filtzinger von Darmstadt nach Straßburg(Elsaß) als Postkassirer, die Postsekretäre Obenaus von Berlin nach Darmstadt und Ockel von Gießen nach Darmstadt, der Postsekretär Ziertmann von Potsdam nach Darmstadt als Buchhalter bei der Ober-Postkasse, der Postsekretär Schweiger von Hameln nach Bensheim, der Postverwalter Stork von Lollar nach Gießen.

Berlin, 5. März. Der Kaiser feierte nach dem Fr. J. bei dem heutigen Festmahle des brandenburgischen Provinziallandtags in Erwiede rung des Trinkspruchs des Oberpräsidenten v. Achenbach die innigen Bande, welche sein Haus mit der Mark Brandenburg verknüpfen. Der authentische Text der kaiserlichen Rede ist noch nicht bekannt. Es verlautet jedoch, der Kaiser habe bemerkt, er wisse, daß man ihm aus seinen vielen Reisen in der ersten Zeit seiner Regierung einen Vorwurf gemacht habe. Es sei ihm aber das Reisen von großem Nutzen gewesen, da er sich Menschenkenntniß erworben und Erfahrungen gesammelt habe. Der Monarch gedachte des großen Kurfürsten, Friedrichs des Großen und seines Großvaters, auf dessen Bahn er weiter schreiten werde, und schloß mit dem Ausdruck des Vertrauens in die Söhne Branden burgs. Er sei gewiß, wenn er Maͤnner brauche, daß er sie auch in der Mark finden werde. Wie sein Großvater betrachte er seine Stellung als eine von Gott ihm gesetzte Aufgabe. Wie jener, denke auch er und sehe in Volk und Land ein ihm von Gott anvertrautes Pfand, welches zu mehren ihm Aufgabe sei, worüber er einst Rechenschaft abzugeben habe. Alle, die ihm dabei behülflich sein wollten, seien ihm herz lich willkommen,diejenigen jedoch, welche sich Mir bei dieser Arbeit entgegenstellen, zerschmettere Ich. Der Kaiser erhob sein Glas mit dem Ruf: Hie alleweg gut Brandenburg!

Die Börse war heute durch Gerüchte über eine zu erwartende größere Neuforderung für Heereszwecke beeiuflußt. Thatsache ist, daß von der Einbringung einer solchen schon seit langerer Zeit in gutunterrichteten Kreisen die Rede war.

Barmen, 6. März. Bis heute hat sich der Riemendreherstreik bereits auf 26 Fabriken ausgedehnt, über 1800 Arbeiter feiern. Ein weiteres Umsichgreifen des Streikes wird be fürchtet, da beide Theile fest entschlossen sind, an ihren Beschlüssen festzuhalten.

Wiesbaden. Nach den bisherigen N stimmungen wird die Kaiserin von Oesterres

am 16. März dahier eintreffen.

Ausland..

Belgien. Brüssel. Der Generalrath de belgischen Arbeiterpartei erläßt eine Einladung zuy internatlonalen Bergmannscongreß am 20. Mal

Gesundheitsrücksichten einen Urlaub nehmen und im Verlaufe desselben Carnot brieflich seh Demission einreichen werde.

6. Maͤrz. Kammer. Die heutige Sitz begann mit der Interpellation Laur's(Boulangt welcher der Regierung vorwarf, die Einladung

Tagesordnung wurde nach ziemlich belang leg Debatte mit 480 gegen 4 Stimmen angen omi

Italien. Rom. Nach einer officiellen stellung überstiegen die Steuereinnahmen in Zeit vom 1. Juli 1889 bis 28. Februar die Steuereinnahmen in der gleichen Peri des Vorjahres um 38½ Million Lire.

6. Maͤrz. Die Kammer nahm nach der Besprechung der afrikanischen Politik des E binets und nach den Erklärungen Crispi's den Autrag Garibaldi's und Genossen an: Die Kam mer billigt die Richtung und einsichtsvolle Leitung der afrikanischen Politik und geht zur Tages ordnung über.

Rumänien. Bukarest. Die Regierug beabsichtigt einen Credit von 60 Million Frantz zu fordern behufs Fortführung der Befestiguhs arbeiten. Vorher soll aber wiederum Briassost berufen werden, 8

Rußland. Petersburg. Einer Zeitungs meldung zufolge genehmigte das Ministerecomste den Bau einer strategischen Eisenbahn Tuckum⸗ Windau auf Kronekosten und billigte die Er richtung eines Handelshafens in Windau.

Amerika. Rio de Janeiro. Die Regle⸗ rung wird von der Einberufung der Consti tuante absehen und einen Verfassungsentwurf publiciren. Hierauf sollen die Wahlen zur Kammer und gleichzeitig das Plebiscit über den Ver fassungsentwurf stattfinden.

Afrika. Sansibar, 5. Marz. Einer Mel⸗ dung des Bureau Reuter zufolge verbleibt Emin Pascha einige Tage hier und erwartet die Befehle des Khedive; dann wird er nach Bagamoyt

Frankreich. Paris. In sonst gut unte richteten Kreisen verlautet, daß Tirardaug

zur Berliner Conferenz angenommen zu haben Die vom Minister Spuller geforderte einfache

zurückkehren. Ende dieses Monats gedenkt Emin nach Europa abzusegeln; der Gesundheitszustand desselben ist noch schwach. Waͤhrend seines Auf⸗ enthalts hierselbst war Emin der Gast des Sultans.

Aus Stadt und Land.

C. T. Friedberg. Gemeinderaths- Sitzungen vom 24. Februar und 3. März. Gegenüber einer Anfragz Großherzoglichen Ministertums des Innern, welche darauf abzielt, die Realschulkasse durch einen besonderen Rechng führen zu lassen, spricht sich der Gemeinderath für dee Fortdauer des bestehenden Verhältnsses aus. Der Voß sitzende gibt Kenntniß von der Erwerbung der H. Salz⸗ mann'schen Scheuer in der Nähe der neuen Post. Det Kaufpreis M. 1550. wird von dem Gemeinderath gut geheißen. 3. März. Die Baufluchtllaie im Schützen rain wird nach dem hierüber vorgelegten Plan, den die Bau commission vorher geprüft hatte, festgestellt. Gegen Zah, lung von 75 M. sollen an Th. Morschel 23(Im städtisches Gelände käuflich abgetreten wreden. G M. Falck's Bau plan wird nicht beanstandet, dagegen derjenige von Wut, M. Koch, in welchem gewisse Bestim mungen des Ort baustatuts nicht berücksichtigt worden sind. Wittwe F Müller behält die städtischen Bleichen für 189½/ 1 dem bisherigen Pachtgeld. verlesenes Gesuch, welches an die zweite Kammer 9 richtet ist, betrifft die Anstellung eines Zeichenlehrers unserer Realschule; der Gemeinderath stimmt demselben

Friedberg. Das weithin bekannte Hotel Tr dahier begeht am 4. April die 50 jährige Erinnerungsf seiner Grundsteinlegung.

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