Betreffend: Einsendung der Tabellen über das im I. Quartal 1890 gefallene Vieh.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Wir erinnern die Rückständigen an die umgehende Erledigung unseres
Nr. 71— bei Meidung eines Wartboten.
Die Maul- und Klauenseuche ist in In Langenhain bei 1
Bekanntmachung.
folgenden Orten festgestellt und Stallsperre angeordnet worden:
Kuh und 1 Rind des Balthaser Keßler;
In Ockstadt in der Schafherde; In Nonnenroth in vier Gehöften; In Lich in zwei Gehöͤften;
Friedberg den 28. Juni 1890.
Erledigt. Die Ausschrelben gegen Ferdinand Friedberg den 25. Juni 1890.
Schulz von Aubstadt, und Thulsken Elle von Buttstadt.
Ausschreibens vom 17.
Friedberg den 28. Juni 1890.
Dr. Braden.
Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.
Der Großherzogliche Amtsanwalt. Krämer⸗
Deutsches Reich
Darmstadt, 27. Junl. Zweite Kammer. Auf der Tagesordnung stehen Rückäußerungen der 1. Kammer. Zum Landeskreditkassen Gesetz hatte die zweite Kammer beschlossen, die Kasse mit der Hauptstaatskasse zu ver einigen. Die erste Kammer will jedoch eine gesonderte Kassenverwaltung. Die I. Kammer hat den Erlaß der Erbschaftssteuer für eine Schenkung der VPrinzessin Karl an das„Elisabethenstift“ in Darmstadt im Betrag von 60,00 M. einstimmig bewilligt; es erfolgt Beitritt. Betr. das Brückengeld bei Worms beschließt die Il. Kammer nach Beschluß der JI. Kammer, die Regterung um Gewäh rung von Abonnementskarten zu ersuchen. Die Beschlüsse der Kammer, betr. Vorlage eines neuen Gewerbesteuer— gesetzes und betr. ein Ersuchen an den Bundesrath wegen Aufhebung aller Staatsklassenlotterten werden gegen die Beschlüsse der I. Kammer beibehalten. Dasselbe geschieht zum Beschlusse 2. Kammer(zum Antrag Arnold), alle Wasserfallzinsrechte, die nicht auf privatrechtlichen Titeln beruhen, aufzuheben. Dem Beschluß erster Kammer, die Hausinbustrie bei der Frage der Erhöhung der Gewerbe— steuer auf Hausirhandel und Wanderlager auszunehmen wird beigetreten. Die erste Kammer hat in Betreff der Besteuerung der Consumvereine veschlossen, diese zu besteuern, wenn die Vereine„gewerbliche Gewinne an streben.“ Der Ausschutz will den Zusatz:„und vertheilen.“ Abg Haas beantragt den Zusatz:„bei einer den üblichen Zinsfuß überschreitenden Dividende“ Der Ausschußantrag mit diesen Zusatz Haas wird angenommen.— 26. Juni. Die Erste Kammer hielt heute zwei Sitzungen ab, eine Vor mittags und eine Nachmittags-Sitzung. In beiden handelte es sich hauptsächlich um die Nebenbahn Vorlage. Die Kammer schloß sich durchweg den Anträgen ibres Ausschusses an, die zumeist mit den Beschlüssen Zweiter Kammer übereinstimmen, außerdem aber noch weitere Linien(Lollar— Londorf, von Worms über Rheindürkheim, Eich, Gimbsheim nach Guntersblum, von Laubach zur Station Mücke der Oberhessischen Babnen) beantragen, die einen Kostenaufwand von über 3 Millionen erheischen würden.— 27. Juni. Die Zweite Kammer genehmigte sämmtliche von der Ersten Kammer beschlossenen Bahn; linten, mit Ausnahme der Strecke Worms Guntersblum.
— 28. Juni. Heute Mittag 12½ Uhr ist
der XXVI. Landtag von Seiner Könzglichen Hoheit dem Großherzog mit folgender Thronrede geschlossen worden.
Meine Herren Stände!
Es ist Mir eine angenehme Empfindung, Ihnen bei dem Schlusse des XXVI Landtags persönlich Meinen Dank und Meine Anerkennung aussprechen zu können für die Hingebung und Pflichttreue, mit welchen Sie während desselben sich den Angelegenheiten des Landes gewidmet haben. Nachdem in den vorausgegangenen Land— tagsperioden die Gesetzgebung auf fast allen Ge— bieten, zuletzt in bezug auf die direkte Besteuerung und die Landeskultur, zu einem gewissen Abschlusse gelangt war, sind es jetzt nur verhältnißmäßig wenige, wenn auch nicht unwichtige gesetzgeberische Aufgaben gewesen, welche Ihre Thätigkeit in Anspruch nahmen. Um so mehr durften Sie, Dank dem günstigen Stande der Finanzen des Landes, im Einveruehmen mit Meiner Regierung sich mit Einrichtungen und Maßnahmen zur Förderung der Wissenschaft, des Unterrichts, der öffentlichen Wohlfahrt im allgemeinen, insbesondere der Land⸗ wirthschaft, des Handels und der Gewerbe und vor allem des Verkehrswesens befassen. reicher und nahmhafter als je sind die Mittel,
Reich und die Gesinnungen seines Oberhauptes uns gewährleisten, zum Wohle Meines geliebten Landes und Volkes ihre ungestörte Verwendung finden. Indem Ich Sie mit dieser Hoffnung und diesem Wunsche zu Ihrer gewöhnlichen Thätigkeit entlasse, ertheile Ich Ihnen gleichzeitig die Versicherung Meines fortdauernden landes— fürstlichen Wohlwollens.
— Dem Hauptmann a. D. Freih. von Nor⸗ mann wurde der Charakter als Major verliehen und der Gerichtsschreiber-Aspirant Flick in Mainz zum Staatsanwaltsgehilfen bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen ernannt.
Berlin, 27. Juni. Die Ankunft der Kaiserin und der kaiserlichen Prinzen auf Saßnitz erfolgte heute. Die Kaiserin traf in Bergen auf Rügen 2½ Uhr Nachmittags ein, von wo aus die Fahrt nach Saßnitz erfolgte.
— 27. Juni. Das Abkommen mit England wegen der ostafrikanischen Schutzgebiete ist, wie es heißt, im Laufe des gestrigen Tages definitiv zu Stande gekommen und wird voraussichtlich alsbald dem englischen Parlamente zur Geneh⸗ migung vorgelegt werden. Die Insel Mafia an der ostafrikanischen Küste soll dem deutschen Schutzgebiete zugewiesen sein. Der Kaiser hat dem Reichskommissär Major von Wißmann drei der in Ostafrika vorzüglich sich bewährthabenden Marine⸗Geschütze und eine Feldbatterie für die deuische Schutztruppe zum Geschenk gemacht. Wißmann bat aber den Kaiser, ihm nur zwei Geschütze zu belassen und ihm für die anderen ebenfalls Schnellfeuerkanonen zu geben. Vom Könige der Belgier ist an Wißmann die Ein⸗ ladung zu einem Besuche gelangt, den derselbe von Köln aus zu machen beabsichtigt.
— 27. Juni Der Reichstag genehmigte in dritter Lesung die ersten 16 Paragraphen des Gewerbegerichts⸗ gesetzes wesentlich nach den Beschlüssen der zweiten Lesung, nur Paragraph 1 mit der Abänderung, daß die Geneh migung des Ortsstatuts nur dann zu versagen sei, wenn dessen Bestimmungen den Gesetzen widersprechen, und daß die Versagung resp. Genehmigung mit Gründen zu ver— sehen sel. Auch die übrigen Paragraphen der Vorlage wurden wesentlich nach den Beschlüssen der zweiten Lesung angenommen; abgelehnt wurden die wiederholten Anträge der Socialisten, daß die Wählbarkeit mit dem 21. Lebens- jahre eintrete und das Wahlrecht auch den Frauen zustehe. Zu Paragraph 72 wurden die Anträge Auer und Eberty auf Einschränkung der Wirksamkeit der Innungen ebenfalls abgelehnt.— 28. Juni. Der Reichstag nahm den Ver⸗ tagungsantrag vom 8. Juli bis zum 18. November mit dem Antrage des Grafen Ballestrem an, wonach die Arbetterschutzgesetz-Commission zur Fortsetzung der Be⸗ rathungen vom 4. November ab ermächtigt wird. Bei der dritten Berathung der Friedenspräsens Vorlage em⸗ pfiehlt Reichensperger in Rücksicht auf das Ausland eine möglichst einstimmige Annahme. Rickert ist gegen die Vorlage, weil die Regierungen keine Coneesstonen machten. Der Schatzseeretär weist nochmals auf seine finanziellen Eiklärungen bei der zweiten Lesung hin. Friesen ist für die Vorlage, jede Stimme für die⸗ selbe vermehre die Friedensbürgschaft. Die Vorlage über die Friedenspräsenz wurde darauf in dritter Lesung un:
Zahl- verändert gegen die Stimmen der Frelsinnigen, der Volks⸗ partei, der Soelalisten, weniger Mitglieder des Centrums
welche Sie für die Zwecke der Hochschulen, des
und eines Welfen genehmigt, sodann der dritte Nachtrags⸗ etat von rund 73 Millton Mark an die Budget Com mission
Volksschulwesens, der verschiedenen Zweige der verwiesen.— Die Budgeteommisston des Reichstages strich
Landwirthschaft, sowie zur Unterstützung der Kreise und Gemeinden in bezug auf öffentliche Unter— nehmungen Meiner Regierung zur Verfügung gestellt haben; vor allem reichlich haben Sie die Mittel bemessen, welche der Ausdehnung und Vervollkommnung des Eisenbahnnetzes im Lande zu dienen bestimmt sind. Ich gebe mich der Hoffnung hin, daß alle diese Mittel unter dem
Schutze und Schirme des Friedens, welchen das
im Ordinarium des Heeresetats im dritten Nachtrags⸗ etat die für Unteroffieier-Dienstprämien geforderten M. 1,722 250, ferner M. 225,000 für ein neues Remon— tedepot, sowie M. 7150 bei der Verwaltung der Remonte⸗ depots und genehmigte die übrigen Posten des Ordina⸗ riums, sowie das Extraordinartum.
— 27. Juni. Die„Nat.⸗Ztg.“ schreibt: Im Reichstag ist das Gerücht verbreitet, daß der Kriegsminister, General von Verdy du Ver— nois, seine Entlassung nachgesucht habe. In
parlamentarischen Kreisen gilt die Nachfolgeschaf des Generallieutenants v. Wittich in der Ueber nahme des Kriegsministeriums als sicher. Finanz N rath Jenke soll der„Lib. Corr.“ zufolge a Maybach's Stelle das Ministerium der öffent. Der„Reichsaß, zeiger“ veröffentlicht die Ernennung des Staatz
lichen Arbeiten übernehmen.
secretärs von Marschall zum Wirkl. Geh. Rat mit dem Prädikat Excellenz. Kier
ist um 8 Uhr Abends mit dem Manöver-Uebungs⸗ geschwader in See gegangen.
Wiesbaden, 26. Juni. Der Erbpring von Meiningen ist heute, von Berlin kommend, hier eingetroffen.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Pest, 28. Jun. Die ungarische Delegation wurde heute durch den Minister Kallay, der im Namen des Kaisers dankte, geschlossen. gation erblicke im Dreibund die bedeutsamst⸗ Friedensgarantie.
Belgien. Brüssel, 29. Juni. Die Schwit rigkeiten, welche dem Abschlusse der Antisklaverel⸗ Conferenz durch die Haltung Hollands sich end gegenstellten, sind gehoben worden. Der Ven; treter der Niederlande hat gestern die grundsätz' liche Zustimmung seiner Regierung zu der Ein führung von Einfuhrzöllen in das Congobeckan angezeigt, so daß nunmehr Einstimmigkeit üben diese Fragen vorhanden ist.
Dänemark. Helsingör, 28. Juni. Kaiser Wilhelm ist mit dem deutschen Geschwader heut Nachmittag 4 Uhr hier eingetroffen und wurdt unter Kanonensalut vom Könige, sowie den Prinzen des Königshauses, welche dem Kaisen
auf dem„Dauebrog“ entgegengefahren waren
auf der Landungsbrücke begrüßt. Nach de! Vorstellung der höheren Offiziere durch den König fuhren beide Monarchen, denen Prinz Heinrich und der Kronprinz von Dänemark im zweiten Wagen folgten, nach dem Bahnhof! und von da nach Fredensborg.
Frankreich. Paris.„Capitän Fracassa“ meldet, das Einvernehmen zwischen Frankreich und Rußland sei neuerdings concreter geworden, jedoch sei ein Vertrag vorläufig noch nicht abge⸗
schlossen. g Großbritannien. London, 27. Jun
Im Unterhaus erklärte Fergusson auf eine Anfrage, territorialen Gewässerg
Helgolands werden von England nicht behalten
die Fischereirechte in den
hinsichtlich der anderen Rechte der englische! Fischer würden Vorkehrungen getroffen. Italien. Rom, 27. Juni. Der Gemeinde rath hat seine Demission genommen, da er da Gesetz über die Communalverwaltung nicht gul heißen könne. Die Krisis beschäftigt die öfen liche Aufmerksamkeit. Die Mehrzahl der Blättel ergreift für den Gemeinderath Partei, dagegen
erklart die„Opinione„ das Land und das Parla
ment hätten die Pflicht, die Communalverwaltul
streng zu überwachen, und die„Riforma“ schreibli „Der Gesetzentwurf, der nur den Klerikalei
mißfallen könne, verletzte viele Privatinteressen
dies erkläre das theilweise Wiederstreben gegelf Jui
die gesunden Maßregeln der Regierung. zwischen wächst die Agitation in der Bevölkerung
l. Mts.— Oberhessischer Anzeigen
Der Kaiser hat sich heut“ auf dem Panzerschiff„Kaiser“ eingeschifft unn
Tisza betonte, die Del
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Bulgarien. Sofia, 28. Juni. Mit dei


