. ich denjenigen der Religton geweiht waren. Dle Schon,
1 gelt besteht in der Baukunst nicht blos darin, daß die 7 Jiormen vorzüglich, angenehm und erfreulich auf den Sinn ö das Auge) wirken, sondern daß ste in ihrer Gesammthelt Impfindungen erwecken, welche eine erhebende, wohlthätige Wirkung auf den Getst ausüben. Vollkommen ist als dann ein Bauwerk zu nennen, wenn zweckmäßige Ein— dichtung, bedeutungsvolle Anordnungen, anmutbige Formen, wenn Aeußeres und Inneres innig verbunden sind, so daß ein barmonisches Ganzes daraus hervorgeht. Der Zweck der Kunstwerke ist, miittelst sichtbarer Formen einen ver⸗ edelnden Einfluß auf die Gesammtheit der Menschen aus- zuüben, deßhalb ist es nöthig, daß die Schönheit nicht los den Bauwerken höherer Gattung eigen ist, sondern vor allen Dingen auch denjenigen, welche dem Volke am meisten vorstellen. Wenn manche die höhere Aus bildung neuerer Privatbauten nach den Grundsätzen der Kunst nicht für allgemein anwendbar halten, so ist ein solcher Vorwurf unbegründet, sobald man Schönheit nicht mit Pracht verwechselt. Jeder Baustoff muß seiner Beschaffen heit gemäß geformt werden und dürfen viele Künsteleien oder Blendwerke der einfachen Verbindung vorgezogen werden. Hierin besteht das oberste Gesetz der Baukunst, nämlich die„architektonische Wabrheit“. Dieser gegen⸗ über steht die„archstektonische Lüge“, die Willkür, welche zwecklose oder gar zweckwidrige Theile anwendet, Formen brlügt und Construktlonen maskirt. Die wesentlichsten Erfordernisse, um architektonische Formen schön zu bilden und schön zu verbinden, sind: 1. Die Elnheit oder Har⸗ monie, 2. Das Woblverbältniß oder Eurbythmie. 3. Das Gleichmaß oder Symetrie. Die Eigenschaften, durch 1 welche die Schönheit eines Bauwerkes erhöht werden kann, sind: 1. Die Verzierungen, Ornamente, Decora— tlonen. 2. Der Stoff, Matertal. 3. Die Ausführung. Der Aus fübrung nach können die Verzlerungen wieder plastisch oder gemalt sein. Die vollkommene Anwendung dieser Regeln über die Schönbeit architektonischer Formen kann vorzugsweise nur das Auge befriedigen; die Seele wird erst dann tiefer erregt, wenn diese Formen so ver Surden und behandelt sind, daß dadurch ein bestimmter Jedanke oder eine böbere Bedeutung dargestellt wird. Aline solche besondere Darstellungsweise, die sowohl einer gewissen Zeit, wie einem ganzen Volke eigenthümlich sein Fonn, nennt man„Styl“; man spricht in diesem Sinne vom Styl der Griechen, Römer, vom mittelalterlichen Styl u s. w. Die Verschiedenheit der Baustyle ging Die ber ganz besonders hervor aus der Verschtedenartigkeit des
*. a Rlimas und der Baustoffe der Länder, sowie aus den Neliglonen und Denkweisen der Völker. Die Denkweise
eines Volkes, welche im innigen Zusammenhange mit ele dessen Religion, Staatsverfassung und Sitten stebt, ist
don großem Einfluß auf den Ausdruck oder Charakter der Bauwerke. So kam es, daß die edle Bildung der Griechen einen einfachen edlen Styl, der Luxus der Römer eine Prächtige Bauart, der religtöse Sinn der schristlichen Völker aine ernste feierliche Bauart hervorrief. Dem Vortragen
den wurde durch laute Beifalls bezeugung der Dank der Anwesenden dargebracht und die Bitte an ihn gerichtet, un der begonnenen Weise eine Fortsetzung zu ermöglichen, was auch seitens des Vortragenden in dankenswerther Weise versprochen wurde.
7 Friedberg. Am 28. März fand, der Ankündig⸗ ung entspechend, die Generalversammlung des„Ev. Bundes“ statt, die gut besucht war und sehr angeregt werllef Nach einigen einleitenden, der gegenwärtigen politischen und kirchlichen Lage trefflich entlehnten Worten des Vorsitzenden, Schulrath Schmidt, verlas Seminar— bett e Lehrer Schüler den kurzen, aber trefflichen und beifällig aufgenommenen Rechenschaktsbericht über die Thätigkeit des Bundes seit vorigem Sommer und ermahnte zu lebendigem Eifer und Tbeilnahme für die gerade fetzt Sesonders bedeutsamen Bestrebungen des Bundes. Mathil⸗ Denstiftsrechner Faatz trug dann die günstige abschließende Rechnung vor, wofür ihm freundlichst gedankt wurde. Dlerauf blelt Professor Welffenbach einen einstündigen Vortrag über Luthers Schrift„an den christlichen Adel deutscher Natlon von des christlichen Standes Besserung“ indem er nach einer geschichtlichen Einleitung den Ge⸗ dankengang der genannten mächtigen Schrift darlegte und durch zahlreiche Mittheilungen daraus seine Ausführungen
Anterstützte. C. T. Friedberg. Die Sammelboote der deutschen Hesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger haben vom April 30 bis dahin im Ganzen M. 45.88 eingebracht. Die b Slingänge vertbellen sich wie folgt: M. 22.81(Stein e außer), 10.06(Cofino), 471(Hotel Trapp), 4 50 1 lasses) 1 Scheibel), 1.11(Vorsch. Verein), se 1.10(Ulrich und een Denn), 33 Pf.(Gärtner), 16 Pf.(Rudeltus), das letzte S e Rechnungsjahr ergab an Mitglieder, und sonstigen Bei⸗ 3 trägen aus Sammelbooten M. 210.93. it sein. 1 Dießen, 28. März. Gleßen steht jetzt noch einmal dun Nan g vor elner Wahl; das Resultat der heutigen Reichstags⸗
A wahl ist eine Stichwahl zwischen Pickenbach(Antlsemlt)
ue dein fund Dove(fr.). 1*ů 17 Allerlei. 1 1* Recklinghausen, 29 März. Heute brach hler ein — troßes Feuer aus. Es sind 10 Häuser und 6 Scheunen lüngeäschert. Die Gymnastalkirche war vom Feuer er⸗ 15 fuiffen worden, wurde aber gerettet.
2010. Verlin, 28. März. Turnerkreise dürfte es interessiren, 11 floß ber falser heute der Schlußvorstellung in der Turn⸗ sehrerbildungs Anstalt beiwohnte. Nach Schluß der lebungen gab der Kalser seiner Befriedigung über die tungen Ausdruck und sagte, er halte das Turnen für e ee. ehr wichtig für die Ausbildung des Volkes und glaube, aß besonders auch die Turnverelne berufen selen, den erstörenden und untergrabenden Tendenzen den Boden
* f 1
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zu entzlehen. Er bitte die Lehrer, in diesem Sinne in der turnerischen Praxis zu wirken, damit das Turnen als Volkserztehungsmittel voll zur Geltung komme.
Berlin, 30. März. Ein von Berlin nach Schrimm bestimmter Ballon der Luftschifferabthetlung ist nach dem Fr. J. verunglückt. Ein Gefreiter ist todt, ein Haupt mann hat beide Beine gebrochen.
Newyork, 28. März. Ein furchtbarer Cyelon ver— wüͤstete gestern das Ohiothal von Cineinnatt bis Kalro. In Loulsville wurden 300 Häuser zerstört und die Elsen bahnstatlon in den Fluß geschleudert. Das Rathhaus ist eingestürzt, wahrend darin ein großer Ball abgehalten wurde. Es sind 500 Menschen umgekommen. Viele Häuser geriethen in Brand und zahlreiche Bewohner fanden dadurch ihren Tod in den Flammen. Aus zahl— reichen kleineren Städten des Mississipptthales werden Ueberschwemmungen mit Menschenverlust gemeldet. Einer Depesche aus Metropolis in Illinois zufolge ging der Cyelon auch über diese Stadt hinweg und zerstörte eine große Anzahl Häuser.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 29. März. Buttermarkt. Butter kostet per Pfund M. 0.85—1.00 Eter 1 St. 6 Pf. 2 St. 11 Pf.
Gießen, 29. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter per Pfund M. 1.00— 1.08, Eter 1 St. 5 bis 6 Pf., Käse per St. 4—8 Pf., Tauben per Paar M. 0.80— 1.00, Hühner per St. M. 1.50- 209, Hähnen per St. M. 1.60— 2.20, Enten per St. M. 20)- 230, Ochsenfleisch per Pfd. 66—72 Pf., Kuh- und Rindfleisch 56—60 Pf., Schweinefleisch 60 70 Pf., Hammelfleisch 56— 68 Pf., Kalbfleisch 52— 60 Pf., Kartoffeln pro 100 Kilo M. 3.75—4.30, Zwiebeln per Centner M. 00 bis 12.00
Frankfurt, 27. März. Engros⸗Markt. Heu pro 100 Kilo M. 5.20— 6.40, Stroh pro 100 Kilo M. 5 00 6 00, Haferstroh M. 4.80, Butter 50 Kilo M. 90— 95, Eier 100 Stück M. 4—8, Weißkraut 50 Kilo M. 15-30, Wirsing 8-10 Pf. Rothkraut 15—25 Pf. pro Stück, Erbsen 00 Kilo M. 18— 24, do. geschälte M. 20— 30, Linsen M. 19— 42, Grünekern M. 22— 28, Kartoffein das Malter M. 4—4.50, Zwiebeln per Ctr. M. 10, Rüböl (raff) 50 Kilo M. 30
Frankfurt, 29 März. Wochenmarkt. Erbsen ganze per Pfd. 14— 18 Pf., do. geschälte 16— 20 Pf., frische französische Erbsen per Pfund 60 bis 70 Pf., Linsen 15-25 Pf., weiße Bohnen 16— 20 Pf., gelbe Kartoffeln per Gescheid 14— 16 Pf., rothe Kartoffeln per Gescheid 12 bis 14 Pf., Mäuschenkartoffeln per Gescheid 20—25 Pf., Butter per Pfd. M. 1.20— 1.30, Eter das Stück 4 bis 8 Pf., Blumenkohl kleiner neuer per Stück 30-50 Pf., franz. Kopfsalat 418 Pf., Sellerteköpfe 10 25 Pf., Romainsalat per Stück 00 bis 00 Pf., franz. Romain⸗
salat M. 1., Zwiebeln das Gescheld 25 Pf., per 9. 0 Pf.,
M. 0.— 10, Carotten das Päckchen 40— 70 gelbe Rüben die Portion 15—20 Pf., rothe Rüben 20— 30 Pf., Weißkraut das Stück 25— 40 Pf.,
Rothkraut 20—30 Pf., Wirsing 12— 20 Pf., Schwarz⸗ wurzel 40—70 Pf., Cronberger Kastanten per Pfund 12 bis 16 Pf., italientsche 15— 18 Pf., franz. Sellerie 40 bis 50 Pf., frische dicke Spargel M. 3.00 3 50., Suppenspargel 30—50 Pf., neuer Lattigsalat 15—25 Pf., neue Rapunzel per Portion 50—80 Pf.
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Für Frledberg, Bad Nauhelm und Butzbach unverändert.
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Charfreitag, Morgens 9 Uhr, die hell. Ceremonien mit Predigt; darauf stille Anbetung. Nachmistags 3 Uhr: Andacht,
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Es hat Gott dem Allmaͤchtigen gefallen, unseren innigstgeltebten Gatten, Vater, Bruder, Groß vater und Schwiegervater
Johannes Kammer nach langem schweren Leiden durch den sanften Tod in eln besseres Jenseits abzurufen.
Um stille Theillnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen Maria Kammer,
Minchen Laubach, geb. Kammer, Ernst Laubach.
Die Beerdigung findet Dlenstag den 2. Nachmittags 2 Uhr, statt.
Besondere Einladung erfolgt nicht.
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April,
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