Ausgabe 
29.8.1889
 
Einzelbild herunterladen

Rumänien. Bukarest. Der russische Ge⸗ sandte Hitrowo soll abberufen werden und zwar verlautet, daß ihm in Anerkennung seiner Ver⸗ dienste ein höherer russischer Posten zugedacht sei.

Rußland. Petersburg. Nach Meldungen, die derPolit. Korresp. von hier zugehen, ist die Abreise des Großfürsten-Thronfolger von Rußland von Kopenhagen zu den Manövern der deutschen Armee für den 14. September festge setzt worden. Derselbe wird bei dieser Gelegen heit von den Generalen Mussin-Puschkin und Baron Fredericks begleitet sein.

Aus Stadt und Land.

f. Bad Nauheim. An Stelle des seitherigen Kreis- tagsabgeordneten Bergrath Jäger wurde Beigeordneter Grünewald dahler als Kreistags mitglied für Bad⸗Nauheim und die umliegenden Orte einstimmig gewählt.

Allerlei.

Wiesbaden, 30. Aug. Die Werkstätte des Feuer- werkers Becker hier flog in die Luft. Menschen sind keine beschädigt, die Munitionsräume unberührt.

Berlin. Auf die Erlegung von Raubvögeln hat der Militärfiseus eine nicht unbedeutende Prämie gesetzt. Die Raubvögel sind den Brieftauben, die in Betreff des Nachrichtendienstes im Kriege militärtschen Zwecken dienen, besonders gefährlich. Der Militärfiseus hat den einzelnen Bezirken einen gewissen Betrag für Prämien zur Ver⸗ fügung gestellt und zahlt je nachdem für 2 bis 5 erlegte Raubvögel 5, 6 und 0 Mark Schußprämie. Zu dem Zweck sind von jedem erlegten Raubvogel die beiden Fänge abzuschneiden und einzusenden.

Hamburg. Wie eine Lloyddepesche aus Durban vom 30. August meldet, erlitt die deutsche BarkMary Emily, von Cardiff mit Kohlen unterwegs, vollständig Schiffbruch. Die ganze Mannschaft ist ertrunken.

Ibbenbüren, 25. Aug. Gestern Abend gerieth auf der Bahnstation Esch ein Postbote unter die Räder des Zuges. Er wurde vom Trittbrett erfaßt und auf das Geleise geschleudert. Dem Aermsten war der Kopf vom Rumpfe getrennt.

Breslau. Aus der Festung Glatz wurde vor Kurzem ein französischer Meuterer, der im Jahre 1870 während des deutsch⸗französischen Krieges auf frischer That beim Schießen aus dem Hinterhalt betroffen worden war, in seine Heimath entlassen, wo man ihn, da er kein Lebens: zeichen von sich geben durfte, gewiß für todt gehalten haben wird. Bonnet, so ist der Name des Franzosen, hat volle 19 Jahre auf der schlesischen Festung zugebracht.

Olmütz, 28. Aug. Der Oesterreichische Gustav⸗ Adolf-Verein hielt gestern hier seine Jahresversammlung. Aus dem Jahresberschte gebt hervor, daß die Einnahmen im abgelaufenen Jahre 900,000 Mark betrugen. Der Verein gewährte seit seinem Bestande 22 Million Mark an arme evangelische Gemeinden als Unterstützung. Die katholische Bevölkerung kam dem Verein freundlich entgegen.

Pest. Amtlicherseits werden Blättermeldungen vom Choleraausbruch im Oedenburger Comitat als vollständig unbegründet erklärt.

Czernowitz, 31. Aug. Nach einer Meldung hiesiger Blätter ist infolge von Regenwetter der Pruth ausge treten. Der Norden und Nordosten der Stadt ist über schwemmt. Auch der Czeremocz und die Suezawa sind ausgetreten.

okohama, 30. Aug. sind wiederum durch Ueberschwemmungen in Wakayama bel Osaka an 10,000 Personen umgekommen, an 20,000 obdachlos. Großes Elend herrscht unter der Bevölkerung.

Haus- und Landwirthschaftliches.

Guten Tafelsenf zu bereiten.

Man rührt nach und nach zu 250 f gesto ßenen Senfpulvers stark /0 1 guten weißen Wein und eine Messerspitze voll gestoßene Ge

würznelken und läßt dieses auf gelindem Feuer Gewicht Wasser, setze unter stetem Umrühren sieden. Alsdann bringt man ein kleines Stücksso lange bestes Zinkweiß hinzu, bis kein Auf

Zucker hinzu, rührt dabei um und setzt das Ganze noch einmal dem Sieden aus. Süßen

Senf bereit man, indem man 5/0 U guten Wein- wurde, die klare Flüssigkeit von dem sich etwa

geist mit 250 f Zucker kocht und später, in

lauwarmen Zustande, 125 f Senfmehl, halb bester Kölner Leim in ein Tuch gewickelt und

gelbes, halb braunes, dazu rührt.

Mehlige Kartoffeln zu erzielen.

um dem Uebelstande, wässrige Kartoffeln die Lösung etwa zu dünn, so lege man einfach

auf den Tisch zu bringen, abzuhelfen, gebe ich den Hausfrauen den Rath, dieselben vor der Zubereitung einige Zeit iu der Nähe des war men Ofens auszubreiten. Auf diese Weise ver dunstet die überflüssige Feuchtigkeit und die Kar toffeln werden mehlig und sehr wohlschmeckend.

Um Gläser vor dem Zerspringen zu sichern, bringt man dieselben in ein mit kaltem Wasser

Nach einer Reutermeldung] Dokumenten ist sie nützlich, da die damit er

kochend werden und wirft etwas Salz hinein. Nachdem das Wasser eine Zeit lang gekocht, lätzt man es möglichst langsam wieder erkalten. Das so behandelte Glas springt selbst bei den schnellsten Abwechselungen von Wärme und Kälte nicht. Ebenso gut läßt sich dieses Mittel auch bei Töpfergeschirr und Porzellan anwenden.

Um Glas auf Metall zu befestigen,

nimmt man 3 Theile Harz(Kolophonium), 1 Theil Soda, kocht und löst sie in 5 Theilen Wasser. Von dieser so entstehenden seifenar tigen Masse werden 50 Theile mit 100 Theilen Gips innig zusammengemengt. Der jetzt fer tige Kitt ist, wenn er trocken geworden, gegen Oel und Petroleum vollständig undurchdringlich.

Eingeschliffene Glaspfropfen aus Flaschen zu ziehen. Eingeschliffene Glaspfropfen aus einer Flasche zu bekommen, wenn sie feststecken, ge schieht leicht, schnell und sicher mit einem Steichhölzchen. Man zündet das Hölzchen an, erwärmt damit den Flaschenhals, worauf der Pfropfen sich leicht entfernen läßt. Wer das Steichholz sparen will, nehme einen Fidibus.

Wohlgeruch für den Wäscheschrank.

Zur Rosenzeit sammle man alle Tage die im Abfallen begriffenen Rosenblätter in ein Körbchen und streue sie in den Wäscheschrank, in Schübe und Kästen. Mit Flieder und Jas minblättchen verfahre man ebenso und hat man dann das ganze Jahr über herrlich duftende Wäsche. Im Winter, auch wohl erst im Früh⸗ jahr, entferne man die vertrockneten Blätter und ersetze sie im nächsten Sommer durch frische.

Wäschezeichentinte. Eine wirklich gute, unzerstörbare Wäsche zeichentinte hat der Chemiker Hugo Krasch in Stuttgart erfunden und verdient sich damit den Dank vieler Hausfrauen und Jungge sellen. Die Tinte ist nämlich ohne weiteres mit jeder Feder oder jedem Stempel, ja, selbst durch Schablonen auf die zu zeichnende Wäsche aufzutragen, ohne daß sie beim Schreiben fließt. Ein anderer Vorzug ist der, daß sie bei längerer Aufbewahrung nicht verdirbt und das Gewebe nicht angreift. Auch zur Anfertigung von

zeugte Schrift weder durch Einwirkung des Lichtes entfärbt, noch durch Radiren oder Säuren verändert oder zerstört wird. Die Zu sammensetzung ist noch Geheimniß des Erfinders.

Flüssigen Leim herzustellen.

Man verdünne Salzsäure mit dem gleichen

brausen mehr stattfindet, und gieße, nachdem die Löͤsung einige Zeit der Ruhe überlassen bildenden Bodensatze ab. Andererseits wird mittels eines Hammers in möͤglichst kleine Stückchen zerschlagen. Diese werden mit der Zinklöͤsung übergossen und zum Lösen an einen warmen Ort gestellt. Ist der Leim gelost und

noch Leim hinein. Der so zubereitete Leim gibt ein vorzügliches Klebemittel, welches für den Haushalt unentbehrlich ist.

Ein besonders guter Kitt ist Tischlern zu empfehlen, um z. B. Risse und Spalten in Holz zu verkitten: Fertige eine knetbare Masse aus 1 Theil zerfallenem Kalk, 2 Theilen Roggenmehl und Leinölfirnis.

Fettflecke vertilgt man durch warmes Bi Um ihnen Glanz zu geben, kocht man etwas Was und Zucker in Bier. Man trägt die Flüssigkelt mit einer Bürste warm auf und reibt nach dem] aach Trocknen die Gegenstände derb mit einem wol, nd 11 lenen vappen nach. Die eichenen Möbel werden 1. wie neu, das Graue und Staubige, was sons. durch Abwischen nicht weichen will, verschwinden vollständig. 71 Schlemmkreide zum Abwaschen der lackirten weißen Thüren. 7 Man tauche einen wollenen Lappen in war, i dard mes Wasser, streue die Schlemmkreide hinein, wasche die Thüren dann wie mit einem Seifen Borteze lappen und spüle mit reinem Wasser nach an be Die Schlemmkreide gibt einen Schaum, se E.

ähnlich wie Seife, die Thüren werden rein Im ju bend und behalten ihren schönen Glanz..

Naßgewordenes Pelzwerk i darf man nicht am Ofen trocknen, weil dadurg 1 das Leder hart wird und die Haare brechen Man streiche bei Müffen oder Besätzen das Haar nach dem Naßwerden mit einer Büͤrste glatt und läßt es so vollständig trocknen. Deu andern Tag klopft man es mit einem Sto

um, daß ttt aus e

recht vorsichtig, kämmt das Haar erst na Lee dem Srich, dann dagegen, wodurch das Pen, a. 105 werk sein frisches, lockeres Aussehen wieder heilen

erhält. zan die w

eder verlän

f 3 2 14 tber ist ge

Erprobtes Mittel zum Reinigen von Silber I 0 waaren. unden zu

Das einfachste und sauberste Mittel zun Reinigen aller silbernen Geräthschaften ist nach Freit einer Mittheilung des Professor Davenport in gebung The Pharmacist das unterschwefligsaure Na 1807 4 tron. Dieses Chemikal wirkt schnell, ist billig un 9 unschädlich. Ein Läppchen oder eine Bürste, geg falt mit einer konzentrirten Lösung des unterschwese Brau

ligsauren Natrons befeuchtet, reinigt selbst org. round

dirte Silberflächen in wenig Sekunden. 2 1 n 142 l N en 4 Um das Durchschlagen des Roggenkleistets en 980

beim Tapezieren 2 zu verhüten, nimmt man auf für 5 Pfennige mit siedendem Wasser zu Kleister angebrüßhten 10 d Roggenmehl 100 Gramm fein pulverisirtet 1 65 Alaun; man kann dann geringe wie ganz feine] age Tapeten mit solch' präparirtem Kleister auf, 2 ziehen, ohne ein Durchschlagen desselben ben* fürchten zu müssen. lh Gegen Kellerungeziefer.

Die im Keller so häufig vorkommendet Tausendfüßler und Kellerasseln kann man v treiben, wenn man frische Birkenbesen aufrechss B stellt. Dieselben werden mit Vorliebe von diesen den Ungeziefer aufgesucht und als Zufluchtsort daf Lan

nützt. Schüttelt man nun von Zeit zu Zei desen

die Besen aus und tritt die herausfallendet 1 Tierchen tot oder taucht man sie schnell i dg heißes Wasser, so kann man auf leichte Weis du die Kellerasseln vernichten. Doruelp Ir

8 Handel und Verkehr. 8 5

Gießen, 31. August. Auf dem heutigen Wochenmar V kostete: Butter per Pfund M. 1.051.15, Eier 1 St. 0 7 2 St. 11 Pf., Käse per Stück 58 Pf., Tauben per Pac J M. 0.500.70, Hühner per St. M. 0.90 1.60, Hahn ver St. M. 0.55 1.20. Enten per St. M. 1.40-20% brd Ochsenfleisch per Pfd. 6072 Pf, Kuß und Rindflei 7 Ei 5060 Pf., Schweinefleisch 60 70 Pf., Hammel fleis ae 50 66 Pf., Kalbfleisch 56 58 Pf., Kartoffeln i pe 100 Kilo M. 3.405.50, Zwiebeln per Ctr. M. 6. 1

Frankfurt, 31. August. Wochenmarkt. Erbsen gane 2 per Pfd. 1218 Pf., do. geschälte 1418 Pf., Nina 1828 Pf., weiße Bohnen 1618 Pf., gelbe Kartoffeln pa En Gescheld 14 16 Pf., rothe Kartoffeln per Gescheld 12 70 14 Pf., neue Mäuschenkartoffeln per Gescheld 30 Pf, Butter per Pfd. M. 1.10 1.20, Eier das Stück 5 bi!

gefülltes Gefäß, läßt das Wasser überm Feuer

6 Pf., Blumenkobl 4070 Pf., Kopfsalat 56 Pf laufen Sellerletöpfe 10 25 Pf., Romainsalat per Stück 10 b berdsn 20 Pf., Zwiebeln 25 Pf., per Centner M. 8.9 asc