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bevorstehenden Flottenübungen, welche während der Anwesenheit des deutschen Kaisers stattfinden sollen, theilnehmen konnen. a
Bulgarien. Sofia. Die Begrüßung zwi⸗ schen dem Prinzen Ferdinand und Stambulow in Philippopel war eine sehr herzliche. Der Prinz erwartete Stambulow am Bahnhofe und gab zu Ehren desselben ein Diner. Abends fand im Palais zu Ehren des Gemeinderaths, welcher dem Prinzen und der Herzogin Clementine das Ehrenbürgerrecht verliehen, ein Festmahl statt.
Serbien. Belgrad. Neuerdings treten, wie das„Fr. J.“ mittheilt, mehrfach Anzeichen der Anknüpfung besserer Beziehungen zwischen Ser⸗ bien und Montenegro hervor. Der Fürst von Montenegro soll neuerdings den Wunsch aus— gesprochen haben, den jungen König von Ser⸗ bien Ende April in Belgrad zu besuchen.
Griechenland. Athen, 26. März. Die Kammer nahm mit 90 gegen 10 Stimmen die Gesetze betreffend die königliche Familie an, da⸗ runter eine Forderung von 400,000 Fr. als Dotation der Prinzessin Alexandra und eine solche von 600,000 Fr. zum Bau eines Palastes für den Kronprinzen.
Aus Stadt und Land.
H.-V. Friedberg. Von dem Vorstand des Vereins für gemeinnützige Zwecke ist unter dem 20. d. M. fol, gende Eingabe an den Gemeinderath gerichtet worden: „Der Vorstand des Vereins für gemeinnützige Zwecke hat sich schlüssig gemacht, einen größeren Theil seiner Mittel— vorbehaltlich der Zustimmung der General
Versammlung zur Bepflanzung der Kaiserstraße mit Bäumen zu verwenden und zwar in der Weise, daß die Anpflanzung als Fortsetzung der Allee, wie sie die
Chaussee nach Nauheim ziert, erscheinen würde. Zunächst gilt es dem Vorstande darum, eine Entscheidung des Ge— meinderaths herbeizuführen darüber, ob sich fragliches Vorhaben der Zustimmung des Gemeinderalhs zu er freuen hat oder nicht.(In dem letzten Falle wäre es nicht nöthig, den Plan vor die General-Versammlung zu bringen.) Indem er sich an den Gemeinderath wendet, bittet der Vorstand gestatten zu wollen, daß vorerst von der Chaussee bis zum Ecke der Usagasse eine Bepflanzung der Kaiserstraße zu beiden Seiten mit Alleebäumen unter Einbeziehung der Freiheit sobald als möglich ins Werk ge— setzt wird. Die ungewöhnliche Breite der Kalserstraße kommt von vornherein einem solchen Vorhaben sehr zu Statten; die Möglichkeit erscheint ausgeschlossen, daß bei dessen Aus— führung der Verkehr eine Störung oder Belästigung erfahren könnte. Der betreffende Stadttheil wird ein viel freundlicheres Aussehen gewinnen, wenn einmal die Bäume in schöner Belaubung stehen und im Sommer den hier sehr vermißten Schatten geben werden. Nicht nur größere Städte der Nachbarschaft, wie Frankfurt, Darmstadt u. s. w., lassen es sich sett Jahren angelegen sein, durch Baumpflanzungen die Straßen zu verschönern, auch kleinere, wie Aschaffenburg u. a., sind eifrig be müht, dasselbe zu thun; geschleht es doch überall in der Absicht, Einhelmische und Fremde dadurch zu erfreuen, zur Verschönerung und zur Förderung der örtlichen Ge sundhettsverhältnisse beizutragen. Der Vorstand hofft, daß seine Anfrage bezw. Bitte die gleiche Auffassung im Gemeinderath finden wird und sieht der demnächstigen Erthetlung eines günstigen Bescheides entgegen.“— In der Gemeinderathssitzung vom 25. ds. wurde diese Ein⸗ gabe besprochen, die Beschlußfassung jedoch ausgesetzt.
C. T. Friedberg. Die Sammelboote der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, welche hier in 9 Lokalen angebracht sind, brachten von Maͤrz 1888 bis dahin 1889 ein: bei G Steinhäußer M. 16.33, Scheibel 1.88, Rudelius 1.62, G. Ulrich 1.—, Gärtner 0.84, Vorschuß⸗Verein 0.78, Henn 0.33, Hotel Trapp 0.26, Casino 0.12; im Ganzen 23.16.
Friedberg. Die Venus erglänzt jetzt jeden Abend drei Stunden vor Untergang in wunderbarem Licht am westlichen Himmel. Schon wenn die erste lichte Dämme— rung eintritt, blitzt siesauf wie ein feuriges Auge. Bis
gegen 9 Uhr beherrscht sie den Abendhimmel.
Groß Karben. Bei der am 22. ds. dahier statt— gefundenen Bürgermeisterwahl wurde von 154 abgege— denen Stimmen der frübere Bürgermeister Lanz mit 147 Stimmen wieder gewählt.
Poblgöns, 23. März. Bei der gestern dahier statt⸗ gefundenen Bürgermeisterwahl wurde Beigeordneter Schepp mit 88 Stimmen zum Bürgermeister gewählt.
Allerlei.
Berlin. Professor Gerhardt, der bekannte ärztliche Mitberather des Kaisers Friedrich, der zu einer ärztlichen Berathung nach England gekommen, feierte einen großen Triumph in London. Er wurde von Präsidenten des Royal College of Pbysielans, Sir Andrew Clarke, zu einem offiziellen Mahle eingeladen, wobei Clarke ihn als Vertreter der Wissenschaft, als Mann von Charakter und Arzt von humansten Gesinnungen feierte. Nachher fand ein großartiger Abend-Empfang statt, bei welchem über hundert der hervorragendsten Aerzte Londons erschienen.
Dortmund. Der Pfarrer Thümmel in Remscheid hatte gegen den Redakteur und Verleger der ultramon⸗ tanen Zeitung„Tremonia“, Lensing, Privatklage wegen Beleidigung erhoben. In drei Artikeln war Thümmel in gröblichster Weise beleidigt worden. Das Schöffen⸗ gericht verurtheilte Lensing zu 600 M. Geldstrafe bezw. 60 Tage Gefängniß. Thümmel wurde zu 100 M. Geld⸗ strafe wegen Beleidigung des Lensing verurtheilt, der Widerklage erhoben hatte.
Bozen. Die beiden Mörder des seit dem 11. Aug. 1888 vermißten und am 23. September in Mittelloch an der Schweizer Grenze aufgefundenen Touristen Dr. Schick aus Döbeln in Sachsen, Jakob Kühn und Joseph Schöpf aus Oberpinzgau, wurden von den Geschworenen ein— stimmig für schuldig erkannt und vom Gerichtshof zum Tode durch den Strang verurtheilt.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 26. März. Fruchtpr. Watzen M. 19.25 bis 00.00, Korn M. 16.25 bis 00.00, Gerste M. 14.00 bis 15.00, Hafer M. 13.50— 14.00. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfund.
Friedberg, 27. März. Buttermarkt. Butter kostete per Pfund M. 0.90—1 M. Eier 1 St. 5, 2 Stück 11 Pf.
Grünberg, 23. März. Fruchtpreise. Weizen M. 19.60, Korn M. 16 00, Gerste M. 14.00, Hafer M. 13.60, Erbsen M. 17.00, Samen M. 00.00, Wicken M. 14.00, Kartoffeln M. 5.80, Linsen M. 00.00.
Frankfurt, 25. März. Fruchtbericht. Hles. Weizen: mehl Nr. 0 M. 31.50-83.50, Nr. 1 M. 29.25—3 1.25, Nr. 2 M. 26.50— 27.00, Nr. 3 M. 25— 26, Nr. 4 M. 21.00 bis 22.00, Nr. 5 M. 18.00-19.00, Milchbrod- und Brodmehl im Verband M. 54.00 57.00, norddeutsche und westfälische Weizenmehle Nr. 00 M. 25.75— 26.50, Roggenmehl(hiesiges) Nr. 0 M. 25.50— 26.00, Nr. 0/1 M. 23.50— 24, Nr. 1 M. 21.50— 22, Nr. 2 M. 18.00 bis 19.00, Weizen ab unserer Umgegend M. 19.25— 19.50, frei Bahn hier M. 19.75 00.00, fremder nach Qualttät M. 21.50— 22.50, kurhessischer M. 19.75 20.00, nord⸗ deutscher M. 00.00, Roggen hies. M. 15.75— 16.00, russischer M. 15.50— 00.00, Gerste, Wetterauer und Ried M. 16.00 bis 16.25, Saal und ungarische M. 18.00-20.00, Hafer, prima M. 15.50- 15.75, mittel M. 14— 14.50, Raps M. 00, Mais(wixed) M. 11.80—- 1185, Wetzenkleie M. 950, Roggenkleie M. 10, Malzkeime M. 9.60— 10, Spelzspreu M. 4, Malz hochprima M. 00, Chilisalpeter M. 20.40 ab Rotterdam. Rüböl im Detatil M. 65. Die Preise verstehen sich pro 100 Ktlo ab hier, häufig auch loco auswärtiger Stationen.
Frankfurt, 25. März. Viehmarkt. Der heutige Markt war mit 296 Ochsen, 21 Bullen, 401 Kühen, Stieren und Rindern, 281 Kälbern, 90 Hämmeln, 270 Schweinen, 12 Schaflämmern, 20 Ziegenlämmern befahren. Die Preise stellten sich wie folgt: Ochsen 1. Qualität pro 100 Pfund Schlachtgewicht M. 62— 64, 2. Qual. M. 54— 56, Bullen 1. Oualität M. 40—41, 2. Qual. M. 37-39, Kühe, Stiere und Rinder 1. Qual. M. 52—54, 2. Qual. M. 40— 48, Kälber 1. Qual. pro 1 Pfund Schlachtgewicht 55—60 Pf., 2. Qual. 45 bis 50 Pf., Hämmel 1. Qual. 60-62 Pf., 2. Qual. 50 bis 52 Pf., Schweine 1. Qual. 5758 Pf., 2. Qual. 55-56 Pf.
Frankfurt, 26. März. Engros⸗Markt. Heu pro 100 Kilo M. 6.80— 9.20, Stroh pro 100 Kilo M. 6.60 bis 8.00, Butter pro 50 Kilo M. 97.00— 100, Eier das Hundert M. 5.00—6., Erbsen 100 Kilo M. 18 bis 23.00, do. geschälte M. 20— 30, Linsen M. 34 bis 52, weiße Bohnen M. 23.— 25 50, Blumenkohl 100 Stück M. 25.00— 50.00, Sellerteköpfe 100 Stück M. 5.— 10, franz. Kopfsalat 100 Stück M. 10— 12, Romainsalat 50—80 Pf., Endivien 100 Stück M. 18, Nüsse per Ctr. M. 20 bis 25, Haselnüsse per Centner M. 35 bis 45, italienische Kastanien 14— 18 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo 6.50— 8.00, französische Zuckerschoten M. 1., französische Erbsen per Pfund 60 Pf., neue Gurken per Stück 2 M.
Rückfahrtkarten der Preußlischen Staats⸗ Eisenbahnen. der zweitägigen Rückfahrtkarten auf drei Tage wird am 1. April d. J. in Kraft treten und zwar für sämmtliche Stationen der Preußischen Staats-Eisenbahnen. Auch wird die Giltigkeitsdauer der am Tage vor Sonn- und
[Festtagen gelösten Rückfahrtkarten in der Wetse festgesetzt,
Die Verlängerung der Giltigkeitsdauer
daß Rückfahrtkarten mit dreitägiger Guͤltigkeitsdauer, wenn sie am Tage vor dem ersten Oster⸗, Pfingst⸗ oder Weihnachtsfeiertage gelöst werden, noch am vierten Tag zur Rückfahrt gültig sind.
müssen der Billet⸗Ezpeditlon derjenigen Station, auf welcher die Rückfahrt angetreten wird, zur Abstempelung vorgelegt werden. Die gleiche Vergünstigung tritt nach einer Bekanntmachung der kgl. Eisenbahn⸗ Direktion (rechtsrbeinisch) vom genannten Tage(1. April) ab auch im Verkehr zwischen Stationen der Preußischen Staats, Eisenbahnen einerseits und Stationen der Oldenburglschen Staats-, der Ober hessischen⸗, der Hessischen Ludwigs⸗, der Dortmund Gronau Enscheder, der
der Holländischen und der Niederkändischen Rhein ⸗Elsen⸗ bahnen andererseits ein.
Der Tambour von Chambord.
Zu Chambord liegen im stolzen Schloß Dreitausend Franzosen mit Wagen und Roß, Mit Flint' und Kanonen liegen sie d'rein, Sie lassen sich's Alle behaglich sein. Und kommen die Deutschen?—„Es hat nicht Noth, „Schloß Chambord dräuet Verderben und Tod:
Vive la France!“
Doch draußen am Thor, im Dämmerlichtschein, Da hält schon der Hauptmann, der tapf're Kattrein; Nur etliche fünfzig zählt seine Schaar,
Ein winzig Häuflein Hessen fürwahr „Nun, Tambour, schlag' an! zum Sturme schlag' an! „Für Deutschland ein Hurrah! voran! voran!
„Du, Tambour, schlag' an!“
Wie schlägt der die Trommel, wie schallet ihr Ton! Wie laufen so flink die Franzosen davon! Dreitausend vor Einem, der die Trommel so rührt, Dreitausend vor fünfzig, so einzig geführt!
Germania hoch!
Erstürmet ist Chambord, das stolzeste Schloß, Erbeutet sind Flinten, Kanonen und Roß,
Gefangen ist eine endlose Zahl Offizter' und Gemeine und ein General! Germania hoch!
Der Tambour, der also die Trommel gerührt, Die die Helden zum Sturm und zum Sieg hat geführt, Wendel Busch ist's gewesen aus Pfeddersheim!— Wie kehrt' er so stramm und so fröhlich dann heim! Wie schwoll ihm beim Einzug der Steger die Brust! Wie rief seige Trommel hinein in die Lust!
„Germania hoch!“
Und heute— erkennest den Busch Du nicht mehr. Wte drücken ihn Krankheit und Sorgen so schwer! Gebleicht sind die Wangen— bet Chambord so roth,— Und sieben Kindlein schreien nach.— Brod.
Vergessen im Elend!— O schmerzlich Geschick! Dem Patrioten umflort sich der Blick: „Ist das der Trommler von Chambord?“
Und sollte er wirklich vergessen sein?— Einen zündenden Funken werf ich hinein In's Herz Dir, Du edle deutsche Nation, Für den braven, den treuen, den tapferen Sohn, Der zehnmal dem Tode in's Auge sah. Nun hat's gute Wege, Germanta, Du gedenkst wohl des Trommlers von Chambord.
Elard Brlegleb.
Anmerkung. Sollte er wirklich vergessen seins Sollte Deutschland, speelell Hessen, sich nicht mehr er innern wollen der 8. Compagnie des 118. Regiments und den„Tambour von Chambord“, den Wendel Busch, orm, krank und siech, wie er dermalen lelder ist, mit Frau, Großmutter und sieben Kindern im Elend verkommen lassen?— Nimmermehr!— Alle verehrlichen Redactlonen sind um Abdruck vorstehenden Gedichtes und Sammlung von Geld- Beiträgen berzlichst gebeten. Di Einsendung geschehe an Pfarrer Briegleb und Rendan Dieffenbach zu Pfeddersheim bei Worms a. Rh.
Freundliche Gaben für den Tambour von Chambord nimmt die Expedition des„Oberhessischen Anzeigers“ zur Weiterbeförderung gern entgegen.
Joratlitischer Gotteedienst in Friedberg.
Sabbathfeier vom 30. März 1889.
Freitag Abend 5 Uhr 50 Min.
Samstag Morgen 8 Uhr.
Samstag Nachmittag 3 Uhr 45 Min.
Sabbathausgang 7 Uhr 10 Min. Wochengottesdienst von Sonntag den 31. März as
Morgens 6 Uhr 15 Min., Nachmittags 5 Uhr 15 Min. Dienstag den 2. April 1889: Neumond Nisan.
Beginn:
l 1 8 an Glaͤubiger-Aufforderung. Forderungen und Ansprüche jeder Art an den Nachlaß der verlebten Peter Henes Eheleute von Bad⸗Nauheim sind binnen 8 Tagen anzumelden, wenn sie bel Regu— Urung des Nachlasses berücksichtigt werden sollen. Bad Nauheim den 21. März 1889. Großherzogliches Amtsgericht Bad-Nauheim. Bauer. . Schũ tz. Hafer⸗ und Weizenstroh
verkauft Ph. Keller IV. in Melbach. 1280
Bekanntmachung.
Die am 25. l. Mts. dahier abgehaltene Stammholz⸗ Versteigerung ist genehmigt und kann bei trockener Witte rung gefahren werden.
Stammbeim den 26. März 1889.
Großherzogliche Bürgermeisterei Stammheim. 1258 Thaler.
Ein tüchtiger Knecht
wird zu mietben gesucht.
Zu erfragen in der Exped. d. Anz. 1271
Verkauf eines Fasel-Ebers.
Samstag den 30. März, Vormittags 11 Uhr, wird auf bhiesigem Rathbaus ein der Gemeinde gehöriger, zu schwer gewordener Eber öffentlich versteigert. f
Bönstadt den 25. März 1889.
Großherzogliche Bürgermeisterei Bönstadt.
1246 Hofmann.
auf Seide gereinigt, in hochfeiner, keimfähigster 8 bei 860
Georg Gross.
Nordbrabant-Deutschen, der Niederländischen Staats,
Deutscher u. Luzerner Kleesamen,
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eine längere, als dreitägige Giltigkeitsdauer bemerkt ist,
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