Ausgabe 
26.3.1889
 
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Frau Lucca wird imSchauspiel⸗ director die Frau Lange und imVersprechen hinterm Herd die Nand'l zur Darstellung bringen. Zwischen diesen beiden Stücken, wird die Künstlerin mehrere Coneert⸗ Nummern zur Ausführung bringen, welche sich bei den Concerten derselben stets des größten Beifalls zu erfreuen gehabt haben.

Köln, 21. März. Nach elner Meldung derKöln. Volksztg. sind durch die Exploston zweier Patronen⸗ buden in der Rhönfahler Actien⸗Dynamit- Fabrik vier Menschen getödtet worden. Der Nachtwächter wurde in der Schwefelbude erstickt gefunden.

Berlin. In entsetzlichster Weise endete am Sams⸗ tag Abend das Geburtsfest eines in der Ritterstraße wohnenden J. Seine Frau hatte ihm und seinen Gästen als Festmahl Fische bereitet und während der Tafel unterhieet sich J. in fröhlichster Welse mit seinen Tisch⸗ genossen. Doch plötzlich verstummte er. Nur durch Gesten vermochte er seiner Umgebung verständlich zu machen, daß er eine Gräte verschluckt habe. Nach allen Selten stob die Gesellschaft auseinander, so schnell als möglich ärztliche Hilfe herbelzuschaffen, doch noch ehe solche zur Stelle, war J. erstickt.

Hamburg, 20. Marz. Der Capitän, der Arzt und 3 Matrosen des auf der Fahrt nach Santos, Rio und Bahla begriffenen SchraubendampfersArgentina von der Hamburg Südamertkanischen Dampfschiff- Gesellschaft sind am gelben Fieber gestorben.

Lemberg, 22. März. In mehreren Bezirken sind theilweise Ueberschwemmungen eingetreten.

Rom, 23. März. Aus Heidelberg eingetroffene Pro fessoren und Studenten besuchten heute die Universität und wurden beim Erschelinen mit den Rufen: Es lebe Deutschland, es lebe Kaiser Wilhelm empfangen. Die deutschen Studenten antworteten mit Hochs auf Italten und den König Humbert und wohnten hierauf der Vor⸗ lesung des Professors Lina bei. Die römischen Commi litonen geletteten sie alsdann zum Bahnhof. Mitte April gedenken die Heidelberger wieder hier einzutreffen und wird dann ihnen zu Ehren ein Bankett veranstaltet werden.

1 tunßen hin zeigt.

Was werden die Leute sagen? Plauderei von Klara Schott.

Was werden die Leute sagen? Diese Frage kann unser Dasein vergiften, unser Leben ver kürzen.

F Was werden die Leute sagen? fragt die in Dürftigkeit lebende Vornehme, die ihren Kindern nur eine einfache Erziehung geben kann, und bringt mit Rücksicht darauf Opfer, welche tief in das Familienleben eingreifen, den Mann, die Kinder und sie selbst unglücklich machen.

Was werden die Leute sagen? fragt das alternde Mädchen,wenn ich heirathe? Werden sie mir glauben, daß ich oftmals gewählt wurde, werden sie nicht denken, ich seisitzen ge blieben? Die Frage beängstigt sie, und am Rande ihrer Jugend reicht sie ihre Hand der Leute wegen Einem, dem ihr Herz nicht gehört.

Was werden die Leute sagen? fragt die Braut, die mit Schrecken wahrnimmt, daß der Mann ihrer Wahl ihrer nicht würdig ist. Wissent lich geht sie ihrem Unglück entgegen, indem sie ihm zum Altar folgt, dennwas wurden die Leute sagen, wenn sie das Verhältniß löste?

Was werden die Leute sagen? fragt die junge Künstlerin mit Herzklopfen, wenn sie er kannt hat, daß der Weg, den sie von ihren Eltern ertrotzt, nicht der richtige war, daß ihre Verwandten recht gehabt, als sie ihr Talent für nicht ausreichend erklärten. Soll sie umkehren? Wie gerne thäte sie es, sie weiß ja genau, daß ihre Eltern sie gerne wieder in ihr Alltags leben einführten, aberwas werden die Menschen sagen?!

Tausenden, die sich daran gewöhnt haben, auf das Urtheil Anderer mehr als auf ihren Seelenfrieden zu geben, wird diese Frage zum Fluche. Was sinddie Leute, die heute leben und morgen todt sein können? Soll mein Ge schick in den Haͤnden Derer liegen, die wie Spreu sind? Soll ich, um es ihnen recht zu machen, mein Lebens Glück opfern? Werden unsdie Leute, auf die wir Rücksicht nehmen, beistehen, wenn wir uns unglücklich fühlen? Unser Un glück kommt ihnen so gelegen wie unser Glück; beides dient zur Unterhaltung.

Liebe Mitschwestern, laßt uns unserem Herzen und Verstande folgen und nichtnach den Leuten fragen. Ein Missionär erzählte einst von einem gefangenen Koͤnigssohn, welcher nach einigen Jahren der Gefangenschaft unter der Bedingung freigegeben wurde, daß er sich zur Mittagsstunde durch die ganze Stadt fuhren lasse.

O, sagte der Jüngling,was werden die Leute für Gesichter machen?

Du weißt noch nicht, wie Du hindurch ge⸗ führt werden sollst, anwortete der Könsg. Als die Stunde nahte, gab er ihm eine bis an den Rand mit Milch gefüllte Kristallschüssel in die Hand.Sobald Du einen Tropfen verschüttest, bist du des Todes, sprach er. Dicht hinter den Jüngling trat mit gezücktem Dolch einer der Schergen des Königs, um ihm denselben in den Nacken zu stoßen, sobald ein Tropfen aus der Schüssel zu Erde fiel.

Von weit her waren die Menschen zusammen⸗ geströmt, um den Königssohn auf seinem gefähr lichen Gange zu sehen. Kopf an Kopf stand die Meuge auf den Straßen, alle Fenster waren besetzt, sogar auf die Dächer waren einzelne ge stiegen. Als der Jüngling seinen Weg durch die in athemloser Spannung harrende Menge vollendet hatte, trat der Konig zu ihm:Nun! fragte er,was haben die Leute für Gesichter gemacht?O, König, antwortete der Jüng⸗ ling,ich habe keines gesehen. Ich sah nur mein Leben in meiner Hand und den Tod in meinem Nacken.

Laßt uns wie der Jüngling handeln, laßt uns nicht umschauen, sondern auf uns selbst achten, denn wir tragen unser Lebensglück mit uns herum.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 23. März. Buttermarkt. Butter kostete per Pfund M. 0.901 M. Eter 1 St. 6, 2 Stück 11 Pf.

Gleßen. Der am 19. und 20. d. Mts. dahtler ab⸗ gehaltene Viehmarkt war trotz sehr ungünstiger Witte⸗ rung sehr gut befahren. Es waren aufgetrieben: 7 Pferde, 1755 Stück Rindvieh und 387 Schweine. Nächster Markt Dienstag den 2. und Mittwoch den 3. April und findet am letzteren Tage auch Krämermarkt statt. Das Verlesen der Stände beginnt Morgens 7 Uhr.

Gießen, 23. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter per Pfund M. 0.95 bis 0.98, Eier 1 Stück 5 Pfg., 2 Stück 00 Pfg., Käse per Stück 5 bis 8 Pfg., Tauben per Paar M. 0.700.85, Hühner per St. M. 1 bis 1.20, Hahnen per St. M. 1.80 2.30, Enten per St. M. 2.20 2.50, Ochsenfleisch per Pfd. 6068 Pf., Kuh und Rindfleisch 45 54 Pf., Schweinefleisch 50 60 Pf., Hammelfleisch 5464 Pf., Kalbfleisch 50 Pf., Kartoffeln pro 100 Kilo M. 6. 7.00, Zwiebeln per Ctr. M. 8.00.

Frankfurt, 22. März. Engros⸗-Markt. Heu pro 100 Kilo M. 6.608.80, Stroh pro 100 Kilo M. 6.10 bis 7.00, Butter pro 50 Kilo M. 92.00 97.00, Eier das Hundert M. 5.006., Erbsen 100 Kilo M. 18 bis 23.00, do. geschälte M. 20 30, Linsen M. 34 bis 52, welße Bohnen M. 23.25 50, Blumenkohl 100 Stück M. 25.00 50.00, Sellerteköpfe 100 Stück M. 5. 10, franz. Kopfsalat 100 Stück M. 10 12, Romainsalat 5080 Pf., Endtvien 100 Stück M. 18, Nüsse per Ctr. M. 20 bis 25, Haselnüsse per Centner M. 35 bis 45, itallenische Kastanien 14 18 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo 6.508.00, französische Zuckerschoten M. 1, französische Erbsen per Pfund 60 Pf., neue Gurken per Stück 2 M.

Frankfurt, 23. März. Wochenmarkt. Erbsen ganze per Pfd. 12 18 Pf., do. geschälte 1418 Pf., Linsen 1828 Pf., weiße Bohnen 16 18 Pf., hiesige Kartoffeln per Gescheid 10 12 Pf., krause Endivien 20 30 Pf., Butter per Pfd. M. 1.10t.20, Eier das Stück 5 bis 6 Pf., Blumenkohl 3060 Pf., frische Suppenspargeln das Päckchen 3050 Pf., frische Spargeln das Pfd. M. 2.00 bis 3.50, franz. Kopfsalat das Stück 1418 Pf., Sellerte köpfe 5 20 Pf., franz Sellerie 00 00 Pf., engl. Sellerie 0000 Pf., franz. Romalinsalat per Stück 50-80 Pf., Wirsing per Stück 10 15 Pf., Zwiebeln per Gescheid 2000 Pf., per Centner M. 7.00 9.00, Weißkraut per St. 15 25 Pf. neuer Lattigsalat die Port. 20 30 Pf., Nüsse per Pfund 20 28 Pf., Mauskartoffeln per Ge⸗ scheid 20 bis 25 Pf., Spinat 50 70 Pf., Rosenkohl 6080 Pf., Schwarzwurzel 70 80 Pf., gelbe Rüben die Portion 15 20 Pf., weiße Rüben das Stück 2 Pf., rothe Rüben per Portion 2030 Pf., Grünkohl 40 bis 50 Pf., Kastanien das Pfund 15 16 Pf., Rapunzel die Portion 5070 Pf., franz. Erbsen per Pfund 60 Pf., neue Gurken das Stück M. 2.

Verloosungen.

Freiburger 10 Fres.⸗Loose vom Jahre 1878 Gewinn Ziehung vom 15. März 1889. Heimzablung am 15. Juli 1889. Serie 1846 Nr. 19 22, S. 1922 Nr. 24, S. 2083 Nr. 12, S. 2653 Nr. 10 20, S. 2687 Nr. 16, S. 3877 Nr. 20, S. 6497 Nr. 18, S. 10656 Nr. 8 à 2000 Fres. Serie 1471 Nr. 18 23, S. 2017 Nr. 20, S. 2083 Nr. 18, S. 2653 Nr. 4, S. 3600

Nr. 1, S. 3842 Nr. 21, S. 5210 Nr. 9 20 à 1000 Fres. Auf alle übrigen in den am 15. Februar 1889 gezogenen Serien enthaltenen und hier nicht aufgeführten Nummern entfällt der geringste Gewinn von je 13 Franes. Mailänder 10 Fres.⸗Loose von Jahre 1866. Serien und Gewinn⸗Ztebung vom 16. März 1889. Heim⸗ zahlung am 15. Juni 1889. Serien: Nr. 32 984 1045 1312 1585 1807 2152 2322 3276 3474 3515 3735 3990 4021 4190 4350 4389 5067 5106 5250 5820 5844 6252 6793 7260. Gewinne: Serie 1045 Nr. 36 à 50,000 Fr.

S. 984 Nr. 73 3 1000 Fr. S. 3735 Nr. 40 8 500 Fr. Serie 1312 Nr. 5, S. 3474 Nr. 81, S. 4021 Nr. 19, S. 5820 Nr. 55 85 à 100 Fr. Serie 32 Nr. 34 88, S. 585 Nr. 75, 1807 Nr. 52, S. 2152 Nr. 5, S. 3995 Nr. 94, Serie 5067 Nr. 82, S. 5820 Nr. 16 68 92 A 50 F. Serie 32 Nr. 12 61, S. 984 Nr. 94, S. 1312 Nr. 76, S. 1585 Nr. 57, S. 1807 Nr. 38 83, S. 2322 Nr. 37, S. 3735 Nr. 70, S. 4389 Nr. 38, S. 5067 Nr. 32 35 75, S. 6252 Nr. 45 58 77, S. 6793 Nr. 71, S. 7260 Nr. 8 8 20 Fres.

Nummern entfällt der geringste Gewinn von je 10 Fres

Repertoir⸗Entwurf der bereinigten Stadt-Theater in Frankfurt.

Opernhaus.

Dienstag den 26.: Troubadour. Gewöhnliche Preise.

Mittwoch den 27.: Geschlossen.

Donnerstag den 28.: Außer Abonnement: Gastspiel der Frau Pauline Lucca, k. k. Kammersängerin: Car⸗ men. Carmen: Frau Lucea. Erhöhte Preise.

Freitag den 29.: Geschlossen.

Samstag den 30.: Rienzti. Gewöhnliche Preise.

Sonntag den 31.: Nachmittags Uhr: Die Reise um die Erde in 80 Tagen. Ermäßigte Preise. Abonnem. Abends 7 Uhr: Die Stumme von Portiei. Gewöhnliche Preise.

Frau Pauline Lucca: Neu einstudirt: Der Schau spiel⸗Direetor. Frau Lange: Frau Lueca. Coneert⸗Vorträge von Frau Lucea. Zum Schluß: Das Versprechen hinterm Herd. Nand'l: Frau Lucca. Außer Abonnement. Erhöhte Preise.

Schauspielhaus. liche Preise.

Lüge. Gewöhnliche Preise. Donnerstag den 28.: Geschlossen. Freitag den 29.: Don Carlos. Gewöhnliche Preise. Sonntag den 31.: Abends 7 Uhr: Eine Lüge. Gewöhn

liche Preise.

Lustspiel in einem Aet von D. Saul. Hierauf: Die Maus. Gewöhnliche Preise.

Literarisches.

Daheim Nr. 25 enthält: Der Weg zum Glück. Forts. In Spanien. Reisebriefe von Wllh. Thiele V. Jasmund. Eine Erinnerung von Kapitän Jerrmann. Mein Unsicherer. Schluß. Berliner Statistik. Von A. O. Klaußmann. Zu unsern Bildern: Sillleben im Bergwalde, Die ersten Gäste und Katser Wilhelm II.

und Prinz Heinrich auf der Kommandobrücke. Die (Gultarre. 2 Beilagen. Eingesandt.

(Theater.) Für Dienstag den 26. ds. ist ein in doppelter Hinsicht interessanter Theaterabend in Aussicht genommen, der sich wohl eines lebhaften Zuspruchs von Seiten unseres theaterliebenden Publikums zu erfreuen haben wird. Vor allem ist es die Aufführung des auf sämmtlichen Bühnen Deutschlands mit dem größten Er⸗ folge gegebenen LustspielsGoldfische der so beltebten Autoren Schönthan und Kadelburg, den Verfassern don Berühmte FrauCornelius Voß ꝛc., die ein volles Haus erwarten läßt und der Umstanv, daß diese Vor stellung das Benefiz des Herrn Ludwig Klein ist, der durch seine tüchtigen, den ernst strebenden Künstler zei⸗ genden Leistungen, sich die Anerkennung von Seite det Theaterbesucher zu erringen gewußt hat, welche dies

Herrn Klein durch vollzähliges Erscheinen an diesem seinem Eyrenabend wohl bezeugen werden. 8. Geld⸗Cours. Frankfurt am 23. März 1889. Geber. Nehmer. M. Pf. M. Pf. 20⸗Frankenstücke do. in/ 0 e ee Englische Sovereignsss 20. 40 20. 35 16. 73

Russische Imperiales.. Ducaten. 9. 57 ii ernßdßdns 9. 58 Dollars in Gold. 4.821 4. 17

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Die verehrlichen Leser unserer Zettung machen wir hierdurch darauf aufmerksam, daß der heutigen Nummer

unseres Blattes ein Prospekt über die berühmten Sodener Mineral ⸗Pastillen beiligt. 12²

Briefbogen

mit neuen Ansichten von Friedberg und Bad⸗Nauheim

bei Carl Bindernagel in Friedberg.

Montag den 1. April: Zweites und letztes Gastspiel der

Dienstag den 26.: Großherzogin von Gerolstein. Gewöhn⸗

Montag den 1. April: Zum ersten Male: Die Stoiker.

Auf alle übrigen in vor⸗ stehenden Serien enthaltenen und hier nicht aufgeführten

Außer

Hierauf:

Mittwoch den 27.: Zum ersten Male wiederholt: Eine

Samstag den 30.: Cornelius Voß. Gewöhnliche Preise.

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