Ausgabe 
24.10.1889
 
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3% Uhr Nachmittags hier ein, woselbst großer Empfang stattfand. Auf die Ansprache des Ministerpräsidenten und des Bürgermeisters dankte der König. Bei der Fahrt nach dem Schlosse fuhren im ersten Wagen die Prinzessin-Braut und die Königin, rechts und links von dem Wagen ritten der König und der Kronprinz. Im zweiten Wagen saßen die Kaiserin Friedrich sowie die Königin von Dänemark und der Prinz von Wales. Dem Zuge vorauf und hinter dem selben ritt Kavallerie. Die Wagen fuhren im Schritt durch die Stadt. Eine zahllose Menschen menge jubelte der hohen Braut auf dem ganzen Wege stürmisch zu. Nach Ankunft im Schlosse erschien Prinzessin Sophie wiederholt auf dem Balkon und winkte der jubelnden Menschenmenge mit dem Taschentuch. Graf Herbert Bismarck, der Oberhofmarschall von Liebenau, Oberhof prediger Kögel und das kaiserliche Gefolge sind ebenfalls bereits hier eingetroffen. 26. Oct. Das deutsche Geschwader mit dem Kaiserpaar und Prinz Heinrich ist heute Nachmittag Uhr auf der Rhede von Piräus eingetroffen. Das griechische Königspaar, welches mittelst Extra⸗ zuges von Athen angelangt, begab sich in Be gleitung des Prinzen von Wales und des Kron prinzen in einer Dampfbarkasse an Bord. Die Begrüßung war eine äußerst herzliche. Die Landung der Majestäten erfolgte unter den ent husiastischen Zurufen der Bevölkerung. Nach den Begrüßungsansprachen des Ministerpräsiden ten Tricupis, sowie des Bürgermeisters namens der Stadt, begrüßte die deutsche Colonie die Majestäten mit einem dreifachen donnernden Hoch. Das Kaiserpaar, sowie die zum Empfang in Piräus auwesenden höchsten und hohen Herr schaften trafen 4 Uhr 30 Min. in Athen ein und wurden am Bahnhof vom Bürgermeister und den Spitzen der Behörden, sowie einer zahl losen Menschenmenge mit brausendem Jubel em pfangen. Nach Abschreiten der Ehrenwache be stiegen die allerhöchsten und höchsten Herrschaften unter stürmischem Hochrufen des Publikums vier- spännige Hofwagen. In dem ersten saßen der Kaiser und der König von Griechenland nebst dem Kronprinzen, im zweiten die Kaiserin und die Königin von Griechenland, die Prinzen Hein rich von Preußen und Waldemar von Dänemark, im dritten der Prinz von Wales mit Söhnen und der Großfürst-Thronfolger von Rußland. Die königlichen Wagen wurden von einer Abthei lung Cavallerie begleitet. Nach der Ankunft im königlichen Schlosse erschienen die Majestäten auf dem Balcon und wurden von der Volks. menge enthusiastisch begrüßt. 27. Oct. Der zu Ehren des Kaisers Wilhelm und der Kaiserin Augusta Victoria gestern Abend veranstaltete Fackelzug verlief außerordentlich glänzend. An demselben nahmen die Gewerke, die Korporationen und das Militär mit etwa 5000 Lampions theil. Bei dem Fackelzug intonirten die Musikcorps auf dem Schloßplatz deutsche Lieder bei unauf- hörlichem Jubel vieler Tausenden. Die Beleuch- tung der Akropolis war feenhaft. Kaiser Wilhelm ersuchte den Bürgermeister, der Bevölkerung seinen und der Kaiserin Dank für den herzlichen Empfang öffentlich bekannt zu geben. Die An- fahrt des Brautzuges zur Kathedrale heute ver⸗ lief auf das glänzendste; die Tribünen waren dicht besetzt, Kauonensalven verkündeten die An- fahrt der Allerhöchsten Herrschaften.

Türkei. Konstantinopel. Der Sultan be

der Schutztruppe beträgt der Verlust sieben, darunter kein Europäer.

Australien. Apia. Am 15. Oct. fand bei Savais zwischen Anhängern Malietoa's und Anhängern Tamasese's ein Kampf statt. Jede Partei war 300 Mann stark Es wu den meh rere Leute getödtet und verwundet. Wer gesiegt hat, ist noch unbekaunt.

Aus Stadt und Land. b. Nieder⸗Wöllstadt. Ein Spalierstock an einem hiesigen Hause, der im August die ersten reifen Trauben brachte, hat die zweiten Trauben gezeitigt

Allerlei.

Frankfurt, 27. Oet. Ein hiesiger Apothekergebilfe wurde gestern wegen Verdachts der Verleitung resp. Auf; forderung zu einem Giftmord verbaftet.

Erfurt, 24 Oct. Nagelschmied Rommel und Schlosser Pfeffer aus Steinbach Hallenberg, welche am 9. December 1888 den Forstläufer Hengelbaupt ermordeten, wurden beute früh 6 Uhr im hiesigen Gefängnisse durch Scharfrichter Reindel enthauptet

Hamburg, 20. Oct. Vorige Nacht brannte die dem Fürsten Bismarck gehörende Mühle von Wilkens in Au mühle nieder. Das Feuer ist durch die Unvorsichligkeit eines Kuhhirten entstanden. Bismarck war anwesend.

Wien, 26. Oet. Bei Exeessen, die heute zwischen conservativen und fottschrittlichen Studenten in der Unt versität und deren Umgebung stattfanden, und die nur durch Einschreiten der Polizei beseitigt werden konnten, sind 14 Studenten leicht, einer schwer verwundet worden Die polizeilichen Vernehmungen sind bereits erfolgt, die Akten werden dem Bezirksgericht übergeben.

Ausländer in Amerika.

Daß Amerika das Land der Einwanderung ist, wird jedem klar, der nur ein paar Tage, geschweige denn Wochen oder Monate sich in einer amerikanischen Stadt aufgehalten hat. Sei es nun Fabrik oder Handelsstadt, Sommerf ische oder Landstadt, in jeder sind die verschieden artigsten Nationalitäten anzutreffen. Neben dem Neger wohnt der Chinese, neben dem Itländer der Engländer, neben dem Franzosen der Deutsche, neben dem Italiener der Slovake, neben dem Norweger der Spanier u s w. Jeder Erdtheil sendet seine Bewohner, die sich auch mit wenigen

Ausnahmen bald heimisch fühlen. Daß die früheren Angehörigen eines Landes sich zu summenthun, um ihre geliebte Muttersprache

sprechen zu könpen, um ihren alten Suten und

Gebräuchen gemäß zu leben, ist nicht mehr als

natürlich, und fast jede größere Stadt des Landes hat daher sein Deutschen Viertel, sein Ir länder-, Chinesen, Neger, Franzosen-, Italiener Viertel u. s. w, Noch eben hat man jeden Menschen, Mann wie Frau, Kind wie Er wachsenen, deutsch sprechen hören und kaum ein einziges englisches Wort vernommen, und schon im nächsten Straßenviertel schlägt nur noch das Geplapper der Franzosen an das Ohr des Be obachters, oder das schwülstige Euglisch der farbigen Bevölkerung, oder die vokalreichen Laute der Sprache der Söhne Italiens. Jedem Gerichtshof sind daher auch sieben bis acht Dolmetscher beigeordnet, welche für ihre Be mühungen täglich 9 bis 12 und mehr Mark erhalten. Einen fixen Gehalt beziehen diese Leute nur in wenigen Fällen, sie werden vielmehr je nach der Anzahl der Tage bezahlt, welche sie beschäftigt waren. Fast jede stärker im Lande vertretene Nation hat auch einen ihr eigenthüm lichen Erwerbszweig, in welchem nur selten Angehörige anderer Nationen vertreten sind So befinden sich z. B. die Bierbrauereien, mit Ausnahme derjenigen natürlich, welche jetzt von dem englischen Syndikat angekauft wurden, fast

stimmte, daß Marschall Ali Nizami Pascha, der ausnahmslos in den Händen Deutschet. Auch Präsident des Staatsraths Aarifi Pascha, der die Angestellten in den Brauereien sind vom Untercichtsminister Munir Pascha, die Generale Braumeister an bis auf den niedrigsten Stall Achmed Pascha, Goltz und Strecker Pascha dem knecht der deutschen Nation entnommen, so daß, deutschen Kaiser bis zur Insel Tenedos entgegen so zu sagen, das ganze Braugewerbe ein ur ellen. Ja der Entsendung Strecker deutsches ist. Der großartige Profit, welchen Paschas, der 1869 dem nachmaligen Kaiser Fried⸗ eine gutgeführte Brauerei abwirft, hat selbst rich hier zugetheilt war, liegt eine besondere verständlich auch viele Amerikaner angelockt, sich Aufmerksamkeit seitens des Sultans. mit der Fabrikation von Bier zu beschaͤftigen,

Afrika. Sansibar, 26. Oct. Von den doch in den wenigsten Fällen waren diese erfolg Banden, mit welchen Bushiri die Landschafts reich. Außerdem ist ein Amerikaner unter seinen Usaramo verwüstete, sind in Kämpfen mit den Landsleuten. es sind natürlich hierbei nur Eingeborenen und der deutschen Schutztruppe die Vollblut-Amerikaner gemeint, die Abkömm sieben Hundert erschlagen worden. Auf Seiten linge der alten Quäker ꝛc. wie ein umher

wanderndes Uebel gemieden, sobald er öffentlich Bier, dieses verhaßte Getränk derDutchmen, das von Jahr zu Jahr das Nationalgetränk des Amerikaners, den Schnaps, mehr und mehr

verdrängt, fabrizirt. Ja, wäre er heimlicher Partner in einer Brauerei oder Eigenthümer einer Schnapsbrennerei, so würde er zu den exklusivsten Zirkeln des heuchlerischen Kirchen⸗ volks Zutritt haben. Nur nicht öffentlich mit einer Brauerei oder einer Wirthschaft in Ver bindung stehen! Diesem Zug der Heuchelei kann man hier im Lande auf Schritt und Tritt be gegnen. Oeffentlich wird der Kampf gegen das Liquorübel mit Wort und Schrift gepredigt, im Geheimen wird dem schrecklichsten aller Laster, demSchnapssuff, in einer Weise gehuldigt, für welche uns Deutschen das Verständniß ganzlich abgeht So hat der Schnapsteufel in Amerika

eine Krankheit gezeitigt, welche wohl in keinem

andern Lande so häufig anzutreffen ist. Der volksthümliche Ausdruck dafür istan die Spree ge en, der medizinischeakuter Alkobolismus. Ein Mann, der seit Jahr und Tag keinen Tropfen berauschender Getränke über die Zunge gebracht hat, läßt sich überreden, ein Glas Weiskey(Schnaps) zu sich zu nehmen. Von diesem Augenblick an ist der Betreffende wie umgewandelt. Dem ersten Glas folgt ein zweites, dem zweiten ein drittes u. s. w., bis er so be t unken ist, daß er nach einem Hötel oder ins Stationshaus gebracht werden muß. Hiermit hat die Krankheit jedoch noch nicht ihr Ende erreicht. Im Gegentheil, am nächsten Tage wiederholt sich dasselbe Schauspiel. Es ist, als ob diese Unglücklichen alle und jede Kontrolle über sich verloren dätten. Ist das Geld aus gegeben, so werden Kostbarkeiten versetzt, Pferde, ja Geschäfte verkauft, und nicht eher hört die Spree auf, als bis jeder Pfennig vertrunken ist, den der Mann auf der Welt sein eigen nennt. Ungezählte Vermögen sind hierbei schon verschleudert, die schönsten Geschäfte ruinikt worden, und Hunderte, ja Tausende von Familien, welche sich einmal eines blühenden Wohlstandes erfreuten, sind hierdurch dem Elend verfallen. Nur ein Heilmittel gibt es für diese Krankheit, nämlich das folgende: Sobald die Verwandten oder Bekannten eines solchen Mannes sehen, daß derselbe dem Uebel verfallen, schaffen sie ibn, sobald er sich bewußtlos getrunken, in ein Hospital oder Irrenhaus und sorgen dafür, daß er dort die nächsten drei, vier Wochen verbleibt, bis sich bei ihm das schreckliche, nicht zu be siegende Verlangen nach berauschenden Getränken gelegt hat und er wieder auf Wochen, ja Monate oder Jahre hin keinen Tropfen anrührt. Dieses Heilmittel ist jedoch vielfach nicht aus führbar, da die Krankheit oft so plötzlich auftritt, daß die Familie erst etwas davon merkt, daß ihr Oberhaupt einerSpree gefröhnt hat, wenn dasselbe nach mehrtägiger Abwesenheit als körperliches und geistiges Wrack in seine Wohnung zurückkehrt, nachdem es, wer weiß, was für Geldsummen ausgegeben hat. So wie das Brauer⸗ wesen sich fast gänzlich in den Händen unserer Landsleute befindet, so ist der Handel mit Früchten wieder ein durchweg von Italienern betriebenes Gewerbe. Die Chinesen, welche im Staate Californien allerlei Gewerbe treiben, monopoli siren in den östlichen Staaten die Wäschereien. Obwohl in Schrift und Wort gegen die lang bezopften Söhne des Reiches der Mitte geeifert wird, so wissen sie sich doch immer mehr fest⸗ zusetzen. An allen Orten und Enden wachsen chinesische Wäschereien wie Pilze aus der Erde. Tüncharbeiten werden fast ausschließlich von Farbigen besorgt, welche ebenfalls das Reinigen von Schornsteinen besorgen. Die irische Nation wird am zahlreichsten unter den Bauhandlangern angetroffen, wo nur wenige Deutsche vorgefunden werden können. Das Stiefelputzen auf den Straßen wird fast ausschließlich von italienischen Knaben besorgt, und auf diese Weise geht es ad infinitum weiter. Unsere deutschen Landsleute behalten die Gewohnheiten und Gebräuche, welche

sie von drüben mit herüber brachten, bei und

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