Ausgabe 
22.1.1889
 
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Oberhessischer Anz

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Deutsches Reich.

Berlin, 18. Jan. Der Erbgroßherzog und die Erbgroßherzogin von Baden werden, dem Vernehmen nach, morgen Abend Berlin wieder verlassen und sich nach Karlsruhe zurückbegeben. Vorher nimmt der Erbgroßherzog an dem Ka pitel des Ordens vom Schwarzen Adler Theil. Die großherzoglichen Herrschaften gedenken noch einige Zeit in Berlin zu verbleiben.

Prinz Heinrich ist zum Ordensfest des Schwarzen Adlerordens hier eingetroffen.

20. Jauuar. Die Feier des Krönungs und Ordens Festes wurde heute in der üblichen Weise begangen. Nachdem die Ordens-Verlei hung vollzogen, fand die Vorstellung der neu ernannten Ritter und daran anschließend die Cour vor dem Kaiser und der Kaiserin statt. Sodann begaben sich die Majestäten, sowie die Prinzen und Prinzessinnen des königl. Hauses im Zuge nach der Schloßkapelle. Der Kaiser, in großer Generalsuniform, mit dem Bande des Schwarze Adlerordens und der Kette zum Hohen zollern'schen Hausorden, führte die Kaiserin, die über der Silberbroquatrobe gleichfalls das Band des Schwarze Adlerordens, außerdem auf der rechten Schulter den Luisenorden trug. Nach dem Gottesdienst begaben sich die Herrschaften zur großen Galatafel. Die Tafeln trugen den s. Z. dem jetzigen Herrscherpaare zur Hochzeit geschenkten silbernen Tafelschmuck. Auf dem vor dem offenen Thronbaldachin belegenen Platze des Kaisers und der Kaiserin prangte das herrliche große Schiff, in dessen Mitte die Gestalt des Friedens von der Erdkugel getragen schwebt. Nach geschehener Meldung betrat der Hof mit dem diplomatischen Corps und den Ordensrittern, welche der königl. Tafel gegenüber placirt wor den, den Weißen Saal. Voran schritt die Kaiserin, geführt vom Großherzog von Baden; ihnen folgte der Kaiser und König, die Prinz regentin Albrecht von Braunschweig am Arm; sodann Prinz Heinrich mit der Prinzessin Jo hann Albrecht von Mecklenburg, Prinz Leopold und Prinzessin Friedrich von Hohenzollern, ferner die Prinzen Albrecht, Regent von Braunschweig, und Alexander von Preußen, der Erbgroßherzog, der Prinz Wilhelm und Prinz Alexis von Hessen, Herzog Ernst Günther von Schleswig-Holstein, der Fürst von Schwarzburg-Rudolstadt, sodann folgten das diplomatische Corps und die Ritter vom Schwarzen Adler. Im Verlaufe der Tafel trank der Kaiserauf das Wohl der neuen und der alten Ritter. Der Kaiser erhob zu ver schiedenen Malen sein Glas, um in leutseligster Weise einzelne hohe Würdenträger auszuzeichnen, insbesondere die ihm gegenübersitzenden Feld marschälle, sowie den Staatssecretär Graf Her bert Bismarck.

Dem Bundesrath ist seitens des Reichs kanzlers ein Gesetzentwurf, betr. den Schutz der deutschen Interessen und die Bekämpfung des Sklavenhandels in Ostafrika nebst Begründung zugegangen. Der Entwurf umfaßt drei Para graphen, welche lauten:§ 1. Für Maßregeln zur Unterdrückung des Sklavenhandels und zum Schutz der deutschen Interessen in Ostafrika wird eine Summe bis zur Höhe von 2,000,000 M. zur Verfügung gestellt.§ 2. Die Ausführung der erforderlichen Maßregeln wird einem Reichs commissär übertragen, welcher gleichzeitig nach der ihm ertheilten besonderen Instruction die dem Reichskanzler statutenmäßig zustehende Auf sicht über die deutsch⸗ostafrikanische Gesellschaft und deren Angestellte in Ostafrika ausübt.§ 3. Der Reichskanzler wird ermächtigt, die erfor derlichen Beträge nach Maßgabe des eintreten den Bedürfnisses aus den bereiten Mitteln der Reichshauptkasse zu entnehmen.

19. Jan. Der Reichstag erledigte heute

einen Theil des Etats des Reichsamts des Innern und genehmigte die für den Staatssecretär des alser Innern geforderte Gehaltserhöhung. Der Antrag statthat, seitdem er den Thron seiner Väter so ungeahnt

des Abg. Bebel auf Veröffentlichung der Berichte der Fabrikinspectoren im Wortlaute wurde nach längerer Debatte, bei welcher der Minister v. Bötticher das Bedürfniß umfangreicherer Ver⸗ öffentlichung bezweifelte, abgelehnt. Im weiteren Verlaufe der Sitzung erklärte Minister v. Bötticher auf bezügliche Anfragen, eine Vorlage zur Ver⸗ hütung des übermäßigen Genusses geistiger Ge tränke werde dem Reichstage baldigst zugehen; der Erlaß eines Reichsvereinsgesetzes werde er neut in Erwägung gezogen werden, ebenso die einheitliche Regelung des Lagerscheinwesens. Auf Wunsch des Abgeordneten v. Stauffenberg, es möchten sanstäre Vorkehrungen zum Schutze der mit Quecksiiber beschäftigten Arbeiter gekroffeu werden, erwiedert Minister v. Bötticher, die Re gierungen hätten beschlossen, im Verordnungs wege für die Beschäftigung dieser Arbeiter in hohen luftigen Räumen, für die Abkürzung ihrer Arbeitszeit und für die Einrichtungen zur Verhinde rung des Zerstäubens des Quecksilbers zu sorgen.

19. Jan. Der Chef der Admiralität, Graf Monts, ist heute gestorben.

DieKöln. Ztg. meldet, Dr. Peters übernehme die Leitung der Emin Pascha⸗Expedition.

Es darf nach dem Fr. J. als sicher an genommen werden, daß der dem Bundesrath vorgelegte Briefwechsel zwischen dem Freiherrn v. Roggenbach und dem Geh. Rath Geffcken nicht veröffentlicht wird. Ein hiesiges Blatt will wissen, daß sich in diesen Briefen auch ab fällige Urtheile über die vormalige Kronprin zessin Friedrich Wilhelm befänden.

Bezüglich des Briefwechsels zwischen Roggen bach und Geffcken bringt dieKöln. Ztg. folgende Enthüllungen.Der.... Briefwechsel... erstreckt sich über Jahre hinaus und trägt den Charakter des ver traulichsten Gedanken-Austausches zwischen Gesinnungs genossen, welche in politischen und sonstigen Anschauungen übereinstimmen. Der Haß gegen den Reichskanzler, die Hoffnung auf die durch den Kronprinzen verkörperte Zu kunftsregterung, die Unzufriedenheit mit der gegenwärtigen Politfk auf dem innern und äußern Gebtet und die gren⸗ zenlose Ueberschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit, das sind die rothen Fäden, welche sich durch die Briefe ziehen, die bis zum Tode Wilhelms J. ausgetauscht wurden. Durch die Briefe aus der neuesten Zeit weht der leiden schaftliche Ausdruck der Hoffnung, daß es gelingen möge, Wilhelm II. die Anschauungen der vereinigten Freunde mundgerecht zu machen. Mit den Beweisen politischen Streberthums Hand in Hand gehen die Beweise, daß die Briefschreiber die außergewöhnliche Gunst, welche ihnen von höchstgestellten Persönlichketten bewiesen wurde, durch jhre Gesinnung nicht verdtenten. In vielen Briefen Geffcken's finden sich unehrerbtetige Bemerkungen über den Kronpriazen, der als pessimistisch und verbittert hin gestellt und von dem beklagt wird, daß er nicht ordent lich arbeite; in einsgen liest man deutlich zwischen den Zeilen, wie lebhaft sich der Schreiber ärgert, daß der Kronprinz mit dem Reichskanzler, dessen Treiben der Kronprinz nach der Ansicht Geffcken's nicht zu durchschauen vermochte, in ganz freundlichem Verhältnisse stand. Einen empörenden Eindruck macht es, daß an einzelnen Stellen

von Kaiser Friedrich III. bei seiner Thronbesteigung ver

der Kronprinz zwischen den Zeilen geradezu so dargestellt wird, als ob er nicht von ptetätvoller Gesinnung gegen den greisen Vater beseelt sei. An Indiseretionen sst in den Geffcken'schen Brlefen niemals Mangel; einmal er zählt er dem verehrten Freunde Roggenbach, daß ihm der Kronprinz die Denkschrift zum Lesen gegeben habe, die der Reichskanzler für den Thronerben über die da malige Phase des Culturkampfes angefertigt hatte, und bespricht den Inhalt derselben. Ein andermal theilt er dem Gesinnungsgenossen Roggenbach brühwarm mit, was ihm der Großherzog von Baden im vertraulichen Privat gespräch über elsaß⸗lothringische Dinge gesagt hatte. Von dem jetzigen Kaiser wird durchweg in unpassendem, der Ehrerbietung gänzlich ermangelnden Tons gesprochen. den Briefen geht ferner hervor, daß der ehemalige Staats

Minister Admtralitätschef von Stosch mit den beiden Freunden in regem Gesinnungsaustausch stand. An zwei

Stellen sind ferner Namen von noch agetiven Generalen genannt. Auch Morker ist häufig erwähnt, aber dieser stand Geffcken und Roggenbach offenbar nicht so nahe wie Stosch. An einer Stelle heißt es sogar ausdrücklich, es dürfe ihm nicht mitgetheilt werden, daß Geffcken den

öffentlichten Erlaß und Aufruf verfaßt hätte Große Sorge legt Geffcken auch dafür an den Tag, daß Bismarck hiervon nichts erfahre. Aus Stadt und Land. F. Friedberg. Nächsten Sonntag den 27. d. Mts., an dem die erste Geburtstagsfeier für Kaiser Wilhelm II

Donnerstag den 24.: Madame Bonivard. dritte Kopf.

Aus

schnell bestiegen, wirdß wie in den Vorjahren Festgottes⸗ dienst in den Kirchen stattfinden, ferner ein Kaiseressen Nachmittags im Hotel Trapp und Abends in demselben Lokale ein Festbanket. Die Gesang-Vereine und der Veteranen und Militär Verein haben sich auch dieses Jahr wieder zusammengethan um mit vereinten Kräften eine würdige patriotische Feier zu veranstalten. Möge eine recht zahlreiche Betheillgung an den kirchlichen Feiern und den festlichen Veranstaltungen den Sinn für Treue und Liebe zu unserem Katserhause, der in der Bevölkerung unserer Vaterstadt von jeher herrschte, in schöner Weise auf's Neue bekunden.

i. Friedberg. In Darmstadt ist neuerdings eine Einrichtung ins Leben getreten, von der wir nur wünschen können, daß dieselbe hier Nachahmung finden möge.Um nämlich den Hinterbliebenen die Sorge für die zu Be⸗ gräbnissen nothwendigen Bestellungen und Einrichtungen zu erleichtern, sowie eine würdige Bestattung zu mäßigen Kosten zu sichern, haben sich in Darmstadt drei Cor⸗ porationen: der Privatbeamtenverein, die Freimaurerloge und der Bezirkslehrerverein, vereinigt und mit Geschäfts⸗ leuten zweckentsprechende Verträge abgeschlossen. Außer⸗ dem empfiehlt diese Vereinigung, statt durch oft über triebene Blumenspenden, durch sog. Stiftungskarten zum Besten wohlthätiger Anstalten, welche Karten den Hin⸗ terbliebenen mit einer Beiletdsbezeugung überreicht werden, das Andenken des dahingeschiedenen Totden zu ehren. Eine derartige Anstalt besitzen wir ja schon in unserer Schuhmacher⸗Leichenkasse. Wenn deren Statuten erwei⸗ tert und entsprechend geändert würden, so dürfte sich ge⸗ wiß noch Mancher hier veranlaßt finden, dem wohlthäklg wirkenden Verein beizutreten. Sehr erwünscht wäre es aber, wenn der Unsitte, denn zu einer solchen ist es geworden, des Blumenspendens energisch auf die in Darm stadt bereits bestehende Art entgegengetreten würde.

Butzbach. Am vorigen Montag ist hier einem Un⸗ teroffieler der Dragoner, welcher das Zielen beaufsich tigte und die Mannschaft nach seinem Auge zielen ließ, der Spiegel einer Platzpatrone, die irrthümlich unter die Zielmunitton gelangt war, ins Auge geflogen. Der Verletzte wurde nach dem(Gleßener Garnisonslazareth verbracht.

Darmstadt. Vom Oberconsistorium ist die Stelle eines Kirchenbaumelsters, vorerst versuchswelse, geschaffen worden und dem Architekten Schwartze in Mainz über⸗ tragen worden.

Allerlei.

Hanau. Das Preisrichterkollegium für die Entwürfe zum Grimmdenkmal dahter, hat Prof. Wlese-Hanau mit dem ersten Presse ausgezeichnet. Den zweiten Preis hat Prof. Eberleln⸗Berlin, den dritten Prof. Eberle⸗München erhalten.

Gotha, 15. Jan. Mit dem gestrigen Tage hat die Zahl der Feuerbestattungen das sechste Hundert erreicht. Ein Bürgermeister vom Lande war's dessen Leiche als die 600ste verbrannt wurde.

Bayreuth. Die Bühnenfestspiele finden vom 21. Juli bis 18. Aug. statt. Aufgeführt werden:Parsifal,Tristan und Isolde undDie Meistersinger.

Repertoir⸗Entwurf der bereinigten Stadt⸗Theater in Frankfurt. Opernhaus.

Dienstag den 22.: Die Afrikanerin.

Mittwoch den 23.: Der Zigeunerbaron. Kleine Preise.

Donnerstag den 24.: Der Wildschütz. Gewöhnl. Preise.

Freitag den 25.: Vorstellung bet ermäßigten Preisen. Außer Abonn. Die Hermannsschlacht.

Samstag den 26.: Neu einstudirt: Der Wasserträger. Hierauf: Neu einstudirt: Carnevalsfest(Ballet). Gewöhnl. Preise.

[Sonntag den 27.: Zur Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm II.: Lohengrin. Gewöhnl. Preise.

Schauspielhaus.

Dienstag den 22.: Zu Lessing's Geburtstag,

der Wetise. Große Preise.

Mittwoch den 23.: Zum ersten Male: Die Brautfahrt,

ö oder: Kunz von der Rosen. Lustspiel in 5 Akten von

Gustav Freitag. Große Preise.

Gewöhnl. Preise. Außer Abonn.

Nathan

Vorher: Der

Außer Abonn. Große Preise.

Freitag den 25.: Geschlossen.

Samstag den 26.: Madame Bonivard. dritte Kopf. Große Preise.

Sonntag den 27.: Uhr Nachmittags: Drei Paar Schuhe. Außer Abonn. Kleine Preise. Abends 7 Uhr: Zur Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm II.: Neu einstudirt: Hans Lange. Große Preise.

Vorher: Der

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