Brüssel, 14. Febr. Dem„Journal du peuple“ zufolge löste sich von einem heute von Chalons nach Namur abgelassenen Güterzuge bei Aye ein Theil der Waggons ab und lief zurück nach Aye, wo ein von Namur kommender Zug in die Wagen hineinfuhr. Der Bahnhuhofsvorsteher wurde verletzt und die Wagen des von Namur kommenden Zuges sowte die Frachtgüter stark beschädigt.
Brüssel, 15. Februar. Nach einer Meldung der „Neforme“ stürzte im Kohlenbergwerk Maurage in Folge eines Sellbruchs der Fahrstuhl des Einfahrtsschachtes
auf den Boden, wobei dreizehu Personen verwundet und
eine getödtet wurden.
Chartres, 15. Februar. In dem hiesigen Post⸗ Centralbureau fand eine heftige Explosion von im Briefkasten befindlich gewesenen Dynamitpatronen statt. Drei Personen wurden schwer verwundet.
Fleischbrühe, Fleischbrühsuppen, rohes Fleisch, gekochtes Fleisch, Braten.
Ueber diese unsere häufigsten Nahrungsmittel schreibt Sanitätsrath Dr. Kunze in Halle folgendes:
Fleischbrühe wird bekanntlich durch Auslaugen des Fleisches mit siedendem Wasser hergestellt und enthält sie mehr von ihren Bestandtheilen, wenn das Fleisch einige Stunden vor dem Kochen in kaltes, am besten schwachsalziges Wasser gelegt und dann kalt aufgesetzt, langsam zum Kochen ge— bracht war, als wenn es sofort in kochendes Wasser gethan wurde. Im letzteren Falle gerinnen die Ei— weißstoffe in der Peripherie des Fleischstücks und verhindert die geronnene Eiweißschicht das Aus— laugen der tieferen Fleischschichten; man erhält so zwar ein saftigeres Fleisch, doch schlechte Fleisch— brühe, während beim Kaltaufsetzen des Fleisches die Bouillon besser und das Fleisch geschmackloser ist. Die Bestandtheile der Fleischbrühe sind nach Munk und Uffelmann:
Eiweißstoffe 0,30 0,40 pCt. , Salze(Salze des Fleisches u. Kochsalz) 1,25— 1,80„ Extrativstoffe. J Leim. 7 0,30 0,70„
Bei dieser Zusammensetzung kann von einer erheblichen Nahrhaftigkeit der Fleischbrühe, wie man im Publikum allgemein annimmt, nicht die Rede sein, enthält sie doch nur Spuren von Ei— weiß und Fett. Gleichwohl ist sie als Nahrungs— mittel nicht ohne Bedeutung. Da sie neben ge— ringen Mengen Eiweiß und Fett besonders viel Salze(Chlor-Kalium, phosphorsaures Kalium, schwefelsaures Kalium, besonders aber Kreatin und Kreatinin zu 2 bis 3 pCt. im Extrakte) enthält, welche eine das Nervensystem anregende Wirkung besitzen, so paßt die Fleischbrühe, abgesehen davon, daß sie warm genossen gut schmeckt und ein treff liches Genußmittel bildet, in allen den Fällen sehr gut, in welchen nach erschöpfenden Krankheiten die Nervenkraft sehr darniederliegt, nur sehr leichte Kost vertragen wird und der Körper angeregt werden muß, kräftigere, nahrhaftere Speisen zu verdauen. In solchen Fallen ist eine Erregung des gesammten Nervensystems und der Magen— nerven nöthig, um wenigstens geringe Mengen Eiweiß und Fette zur Aufnahme in die allge— meine Säftemasse zu bringen. Und hierzu paßt eine mäßig kräftige Fleischbrühe vortrefflich. Wir sagen mäßig kräftige, denn ganz anders verhält sichs mit sehr kräftigen, viel Kreatin- und Kreatininhaltigen Fleischbrühen. Dieselben haben nämlich eine Temperatursteigerung und Puls— vermehrung(Herzerregung) durch ihren reichen Gehalt namentlich an den letztgenannten Salzen zur Folge(nach Kemmerich, Bernatzik und Vogl), eine Thatsache, die ein jeder an sich selbst leicht wahrnehmen kann, wenn er kräftige Bouillon genossen hat. Auf die Wärme der Fleischbrühe ist diese Wirkung nicht zu schieben, da auch laue Fleischbrühe dieselbe zeigt. Dieser Wirkung ent— sprechend ist namentlich zu beachten, in hoch— fieberhaften Krankheiten keine starke Fleischbrühe zu geben. Nur in dem Falle darf kurze Zeit starke Fleischbrühe genossen werden, wenn plötz— liche allgemeine Schwäche und Herzlähmung den Tod befürchten lassen. In allen anderen Fällen würde man durch starke Fleischbrühe den Consum des Körpers durch Steigerung des Fiebers be— fördern. Bei anhaltend stark fieberhaften Zu— ständen ist zu empfehlen, entweder durch dünne, an Salzen(Kreatin und Kreatinin) arme Fleisch—
brühen mit Zusatz von Eidotter oder durch Mehl⸗ suppen mit frischer Butter und Eidotter dem drohenden Kräfteverfalle durchs Fieber entgegen zu steuern, und hat die Wissenschaft nachgewiesen, daß durch nahrhafte, selbst stickstoffreiche Kost eine Steigerung des Fiebers nicht eintritt.
Verboten ist Fleischbrühe bei hoher Empfind— lichkeit des Magens- und Magen-Katarrh (Schmerzen im Magen, Erbrechen, Durchfall) und schon die älteren Aerzte verboten bei fieber— haftem Leiden der Art(gastrischem Fieber) die Fleischbrühe so lange, als die Zunge belegt war. Erst nachdem sich letztere gereinigt und die nor— male Beschaffenheit wieder angenommen, erlaub— ten sie wieder Fleischbrühe.
Die Brühen der einzelnen Fleischarten besitzen gewisse Besonderheiten. So enthalten die Kalb— fleisch- und die Taubenbrühe weniger Extraktiv— stoffe und Salze und passen daher besonders bei Kindern und Erwachsenen mit empfindlichen Ver— dauungsorganen. Hammelfleischbrühe wirkt bei den meisten Menschen stopfend, desgleichen Hühner— brühe, die der berühmte Sydenham bei Durch— fall und Ruhr empfahl. Rindfleischbrühe ist die kräftigste. Durch Zusatz von Liebig'schem Fleisch— sextrakt kann man dünne Bouillon wohlschmecken— der machen, ohne daß sie dadurch jedoch nahr— hafter wird; durch Zusatz von Eigelb wird Bouillon nahrhafter und enthalten nach Munk und Uffelmann 100 Kbem. gewöhnlicher Fleisch— brühe nach Zusatz eines Eidotters reichlich 3 Gr. Eiweiß und 4 Gr. Fett.
Werden den Fleischbrühen Reis, Graupen, Gries, feine Semmelklöschen ꝛc. zugesetzt, so wird durch die Zusätze je nach der Menge und Beschaffenheit derselben die Nahrhaftigkeit der Fleischbrühe mehr oder weniger erhöht.
Vielfach wird rohes geschabtes Fleisch nament— lich vom Rinde und Schweine, auch geschabter geräucherter Schinken, wegen seiner Leichtver— daulichkeit und Nahrhaftigkeit genossen. In dem rohen Fleische ist das Eiweiß noch ungeronnen, während durch das Schaben die schwerverdau— lichen bindegewebigen Bestandtheile des Fleisches von der eigentlichen Muskelsubstanz getrennt werden, zwei Umstände, durch welche die Leicht— verdaulichkeit des rohen geschabten Fleisches be— dingt sind. Wie leicht und vollständig das rohe geschabte Fleisch verdaut wird, ergibt sich daraus, daß nach dem Genuß desselben gar keine Theile in den Stuhlgängen wieder aufzufinden sind, daß es im Darme des Menschen vollstäudig„aus— genützt“ wird. Selbst von schwachen Magen wird es gut vertragen, besser wie selbst das ge— bratene Fleisch. Man benutzt es deshalb mit Recht bei schwächlichen Kindern, wenn dieselben bereits den zehnten Lebensmonat überschritten haben, bei Erwachsenen in der Reconvalescenz nach schweren Krankheiten und läßt von ersteren dreimal täglich 1 Eßlöffel voll, mit etwas Salz bestreut, nehmen. Um vor Finnen sicher zu sein, kaufe man das Fleisch niemals gehackt, sondern stets in Stücken, da man in diesen die Finnen leicht erkennt; beim Schweinefleisch denke man auch an Trichinen und verwende nur vorschrifts— mäßig untersuchtes Schweinefleisch.(Schluß f.)
Verloosung.
Finnländische 10 Thaler⸗Loose vom Jahre 1868. Ziehung am 1. Februar 1889 Gezogene Serien: Nr. 174 178 327 619 874 915 1007 1069 1112 1153 1248 1332 1381 1412 1609 1662 1701 1705 1742 1796 2048 2054 2056 2173 2281 23642377 2289 2434 2487 2646 2662 2682 2701 2809 2815 2840 2856 2974 3124 3189 3193 3198 3312 3327 3360 3397 3452 3469 3546 3567 3710 3797 3856 3912 3946 4035 41214225 4229 4348 4479 4529 4585 4636 4658 4777 4970 5198 5222 5269 5590 5660 5855 5923 6020 6151 6178 6191 6328 6330 6535 6586 6603 6706 6836 6848 6883 6909 6945 7077 7105 7171 7220 7354 7648 7702 7785 7832 7845 7885 8003 8012 8105 8130 8238 8305 8314 8334 8344 8381 8495 8506 8596 8603 8606 8611 8704 8732 8924 8937 8992 9001 9116 9178 9418 9482 9510 9688 9860 9868 9883 9934 10052 10073 10282 10306 10319 10349 10385 10417 10431 10460 10489 10520 106 10 10664 10692 10784 10797 10910 10956 10993 11228 11290
11353 11540 11575 11603 11925.— Die Prämien⸗ Ziehung findet am 1. Mai statt.
Handel und Verkehr. Friedberg, 16. Febr. Buttermarkt. Butter kostete per Pfund M. 0.80—0.90. Eier 1 Stück 6 Pf.
Frankfurt, 15. Februar. Engros⸗Markt. Hen b
100 Kilo M. 8.00 10.00, Stroh pro 100 Kilo M. 6 60 bis 7.60, Butter pro 50 Kilo M. 90.00— 95.00, Eier
das Hundert M. 6.00—7., Erbsen 100 Kilo M. 18 bis
23.00, do. geschälte M. 20—30, Linsen M. 34 bis 52, weiße Bohnen M. 23.— 25.50, Blumenkohl 100 Stück
M. 60.00— 70.00, Sellerieköpfe 100 Stück M. 8.—10.,
französischer Sellerie M. 0.50— 00.00, franz. Kopfsalat 100 Stück M. 10.00 12.00, neue französische Bohnen per Pfd. M. 0.80— 1.00, englischer Sellerie 50— 60 Pf., Nüsse per Centner M. 20 bis 25, Haselnüsse per Centner M. 35.—45., Aepfel per Pfund 6— 10 Pf., Birnen per Pfund 5 bis 15 Pf., italienische Kastanlen 14—18 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo 6.50— 7.50, französische Zucker⸗ schoten M. 1.20.
Frankfurt, 16. Febr. Wochenmarkt. Erbsen ganze per Pfd. 12—18 Pf., do. geschälte 14—18 Pf., Linsen 18—28 Pf., weiße Bohnen 16— 18 Pf., hiesige Kartoffeln per Gescheid 10—12 Pf., krause Endivien 20 30 Pf.,
Butter per Pfd. M. 1.10— 1.20, Eter das Stück 7 bis 8 Pf., Blumenkohl 25—60 Pf., frische Suppenspargeln das Päckchen 20—40 Pf., frische Spargeln das Pfd. M. 3.00 bis 3.50, franz. Kopfsalat das Stück 14— 16 Pf., Sellerie⸗ köpfe 15— 20 Pf., franz Sellerte 40— 50 Pf., engl. Sellerie 50-60 Pf., franz. Romainsalat per Stück 60—80 Pf., Wirsing per Stück 10—15 Pf., Zwiebeln per Pfund 7 bis 9 Pf., per Centner M. 7.00—8.00, Weißkraut per St. 10— 25 Pf. neuer Lattigsalat die Port. 50 80 Pf., Aepfel per Pfd. 15— 20 Pf., Birnen per Pfd. 5— 10 Pf., Nüsse per Pfund 20— 28 Pf., Mauskartoffeln per Ge— scheid 20 bis 25 Pf., Spinat 70— 100 Pf., Rosenkohl 50—70 Pf., Schwarzwurzel 40— 70 Pf., gelbe Rüben die Portion 15—20 Pf., weiße Rüben das Stück 2 Pf., rothe Rüben per Portion 20—30 Pf., Teltower Rübchen 30—35 Pf., Grünkohl 40—50 Pf., Kastanien das Pfund 15-16 Pf.
Bekanntmachung. Aufschrift der Postsendungen.
Zur Sicherung schneller Beförderung und Bestellung der Postsendungen müssen auf denselben Empfänger und Bestimmungsort so genau bezeichnet sein, daß jeder Unge— wißheit vorgebeugt wird. Dabet sind namentlich fol⸗ gende Punkte zu beachten:
1. Bei Postsendungen nach größeren Orten ist in der
Aufschrift die Wohnung des Empfängers möglichst
genau anzugeben. Auch ist es von Wichtigkeit, daß die Wobnungsangaben stets an derselben Stelle der Aufschrift, nämlich unten rechts, unmittelbar unter der Angabe des Bestimmungsortes, erfolgen.
2. Auf den nach Berlin bestimmten Sendungen ist, außer der Wohnung des Empfängers, der Postbezirk (O., N., NO. pp.), in welchem die Wohnung sich be— findet, hinter der Ortsbezeichnung„Berlin“ zu ver⸗ merken.
3. Gibt es mit dem Bestimmungsorte gleich oder ühn⸗ lich lautende Postorte, so ist dem Ortsnamen elne zusätzliche Bezeichnung beizufügen. Welche Zusätze für die Ortsnamen im Postverkehr als maßgebend anzusehen sind, ergibt sich aus dem„Verzeichniß gleichnamiger oder ähnlich lautender Postorte“, das zum Preise von 10 Pf. durch Vermittelung jeder Reichs-Postanstalt bezogen werden kann.
4. Wenn der im Reichs⸗Postgebtet belegene Bestimmungs⸗ ort zwar mit einer Postanstalt versehen, dessenunge⸗ achtet aber nicht als allgemein bekannt anzunehmen ist, so empfiehlt es sich, die Lage des Orts in der Aufschrift der Sendung noch des Näheren zu be— zeichnen. Zu derartigen Bezeichnungen eignet sich die Angabe des Staates und bei größeren Staaten des politischen Bezirks(Provinz, Regierungsbezirk ꝛc.), in welchem der Bestimmungsort belegen ist, oder auch die Angabe von größeren Flüssen[(Oder),(Elbe), (Rhein),(Malin) ꝛc.], oder von Gebirgen[[ Harz), (Riesengebirge) ꝛc.J. Nicht minder sind zusätzliche
Bezeichnungen, wie[(Thüringen),(Altmark),(Lau⸗
sitz) ꝛc.], für den Zweck geeignet.
5. Auf Postsendungen nach Ortschaften ohne Postanstalt ist außer dem eigentlichen Bestimmungsorte noch die jenige Postanstalt anzugeben, von welcher aus die Bestellung der Sendung an den Empfänger bewirkt werden bezw. die Abholung erfolgen soll.
6. Wenn der Bestimmungsort einer Sendung in einem fremden Postgebiet belegen und zu den weniger be⸗ kannten Orten zu rechnen ist, so ist außer dem Orts namen noch das betreffende Land bezw. der Landes- iheil auf der Sendung anzugeben.
Die Beachtung dieser Punkte wird zur Herbeiführung
einer schleunigen Ueberkunft der Sendungen an den Empfänger wesentlich beitragen, und es liegt daher im
eigenen Interesse der Absender, die Aufschriften dern
Sendungen hiernach genau anzufertigen. Repertoir⸗Entwurf der bereinigten Stadt⸗Theater in Frankfurt. Opernhaus. Dienstag den 19.: Margarethe. Gew. Preise. Herr Bandrowsky als Gast. Mittwoch den 20.: Geschlossen. Donnerstag den 21.: Tannhäuser. Bandrowsky als Gast. Gew. Pr. Freitag den 22.: mäßigten Preisen. Reise um die Erde. Außer Abon, Samstag den 23.: Lohengrin. Lohengrin: Herr Ban drowsky als Gast. Gew. Pr.
Faust:
Sonntag den 24., Nachmittags 3½ Uhr: Der Zigeuner
Tannhäuser: Herr
Auf Verlangen Vorstellung bei er⸗ g


