Ausgabe 
18.6.1889
 
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lang geglaubt wurde.

Auch wird ein Angriff auf Assuan erwartet, welcher Platz durchaus nicht so gut geschützt ist, als bis

Aus Stadt und Land.

s. Bad Nauheim, 13. Juni. Heute feierten Schnei⸗

dermeister Gürtler I. und seine Ehefrau, elne geb. Horn, das Fest ihrer goldenen Hochzeit.

Gießen. Verzeichniß der Sitzungen des Schwur⸗ gerichts vom II. Quartal: 1. Montag den 17. Juni, Vorm. 9 Uhr: Angeklagte Ludwig Becker und Heinrich

Karber aus Ruttershausen, wegen Verbrechens wider das

Leben. Staatsanwalt: Jöckel. Vertheidiger: Holzapfel und Lauer. 2. Dienstag den 18. Juni, Vorm. Uhr: Angeklagter Georg Hartmann aus Stockhausen, wegen Brandstiftung. Staatsanwalt: Theobald. Metz. 3. Mittwoch den 19. Junt, Vorm. 81 2 Uhr: An⸗ geklagter Friedrich Deibel aus Wleseck, wegen Meineids. Staatsanwalt: Seeger. Verth.: Grünewald. 4. Doonerstag den 20. Juni, Vorm. 81½ Uhr: Angeklagte Heinr. Stiebing aus Mottgers und dessen Ehefrau Gertrude, geb. Schul thelß, aus Lichenroth, wegen Meineids. Staatsanwalt: Theobald. Vertheldiger: Dr. Rosenberg. 5. Freitag den 21. Juni, Vorm. Uhr: Angeklagter Joh. Steuernagel V. aus Meiches, wegen Todtschlagsversuchs. Staatsanwalt: Theobald. Vertheldiger: Labroisse.

Darmstadt. Am 10. Junt reisten 30 Studirende unserer technischen Hochschule unter der Führung der Professoren Dr. Kittler, Landsberg und Dr. Schmitt nach Berlin, um daselbst die Ausstellung für Unfallver hütung, verschledene größere Bauwerke und industrielle Anlagen zu besichtigen.

Pfeddersheim. Hauptmann Willenbücher, der Vorsitzende des hlesigen Kriegervereins, stellt die ihm vom Büd. Allg. Anz. in den Mund gelegte Aeußerung über Wendel Busch in folgender Weise richtig:In dem Mili tärpaß von Wendel Busch ist wohl bei den mitgemachten Schlachten und Gefechten auch der Sturm auf Chambord eingetragen, ob B. aber bei der berühmten Aetion der 54 Mann unter Hauptmann Kattrein bethetligt gewesen, darüber selen in neuer Zeit mancherlei Zweifel entstanden, denn der EintragSturm auf Schloß Chambord im Militärpaß ist noch kein Beweis für die Betheiligung an der heldenmüthigen Actton der 54 Männer. Der näm liche Eintrag ist wohl verzeichnet in den Militärpässen der ganzen 8. und der 6. Compagnie des Inf Regts. Nr. 118. Zur Klärung der Sache bittet Hauptmann Willenbücher um Beantwortung der Frage:Hat Wendel Busch die stgatliche Geldprämie, welche nach den gesetz lichen Bestimmungen für die Einnahme von Schloß Chambord, für die Gefangennahme der 3000 Franzosen und für die Erbeutung der Geschütze einem jeden der 54 heldenmüthigen Männer ausbezahlt wurde, erbalten oder nicht? In dem Militärpaß des Wendel Busch ist ein diesbezüglicher Eintrag nicht vorhanden.

Allerlei.

Homburg v. d H. Das Sonntag den 23. Juni stattfindende Feldbergfest verspricht bet günstiger Witterung ein turnertsches Ereigniß ersten Ranges zu werden. Es haben sich zu dem auf dem Gipfel abzuhaltenden Wett turnen, bestehend in Stabbochsprung, Frei-, Hoch und Weitsprung und Steinstoßen, abgesehen von der unge heuer großen Zahl der bis jetzt dafür angemeldeten Preis turner, die besten Kräfte der hiesigen und aus wärtigen Turnvereine zur Konkurrenz gerüstet. Es ist dieses das letzte Mal vor dem großen deutschen Turnfeste in München, daß diese Turner in einen gegenseitigen Wettkampf treten.

Kreuznach. Unter gewaltigem Gewittergetöse ging am 14. Junt abermals ein Wolkenbruch in Staudern heim nieder.

Münster a St. Am dritten Pfingsttage ist auf der Ebernburg bel Kreuznach das Hutten-Sickingen-Denkmal enthüllt worden.

Bremen, 16. Juni. Der Dampfer des Norddeut schen LloydHabsburg ist beute mit 3 Offieteren, 3 Deckofficteren und 32 Mann, welche zur Besatzung S. M. KreuzerAdler und S. M. KanonenbootEber gehörten, auf der Weser eingetroffen

Bayreuth. Die Kaiserin von Oesterreich beabsichtigt Ende August den Parsifalaufführungen betzuwohnen. Auch Kaiser Wilhelm und der Prinzregent von Bayern werden am 21. Juli hier erwartet.

Cbemuttz, 14. Juni. Heute Abend ging in Herms dorf ein Wolkenbruch nieder, welcher daselbst, sowie in Gablenz auf den Feldern und an den Gebäuden großen Schaden anrichtete. In Chemnitz steben die Straßen der östlichen Vorstadt etwa 12 Meter unter Wasser

Wien, 13. Juni. Heute degann man mit der Demo lirung des Sterbehauses des Kronprinzen Rudolph in Meyerling

Paris, 14. Juni. In Gondrecourt(Meuse) fand heute eine ernstliche Schlägerei zwischen französischen und italienischen Eisenbabnarbeitern statt. Der Anlaß bierzu war die angebliche Tödtung eines Franzosen durch Italtener. Newyork. Die große Jury hat Dr. Irwin, Dr. Fer⸗ guson und Dr. Hance, die Aerzte, welche die Sezirung der Leiche des verstorbenen Gedankenlesers Irving Bishop vornahmen, wegen Verletzung der Gesundheitsrechte in Anklagezustand versetzt.

Handel und Verkehr. Friedberg, 15. Juni. Buttermarkt. Butter kostete per Pfund M. 1.00 1.10, Eter 1 Stück 6 Pf. Gießen, 15. Juni. Auf dem beutigen Wochenmarkt kostete: Butter per Pfund M. 0.95 bis 1.10, Eier 1 Stück 5 Pf., Käse per Stück 5 8 Pf., Tauben per Paar

Vertheidiger:

M. 0.50 0.70, Hühner per St. M. 0.85 1.10, Hahnen per St. M. 0.70 1.40, Enten per St. M. 2.00 2.20, Och senfleisch per Pfd. 60 70 Pf., Kub⸗ und Rindfleisch 4554 Pf., Schweinefleisch 5664 Pf., Hammelfleisch 50-66 Pf., Kalbfleisch 50 Pf., Kartoffeln pro 100 Kilo M. 4 006.00, Zwiebeln per Ctr. M. 8 10., Kirschen per Pfd. 15 20 Pf. Frankfurt, 14. Juni. Engros⸗Markt. Heu pro 100 Kilo neues M. 4.60, altes M. 6.40 7.60, Stroh M. 6.60 bis 7, Butter pro 50 Kilo M. 98-103, Eier das Hundert M. 56, Erbsen 100 Kilo M. 18 23, do. geschälte M. 20 30, Linsen M. 34 52, weiße [Bohnen M. 23. 25.50, Blumenkohl 100 St. M. 30 bis 60, Carotten per Pack M. 1.60, Sellerieköpfe 100 St. Romainsalat 80 Pf., Kartoffeln per 100 6.508, neue Malteser Kartoffeln per Ctr. M. 14., Erbsen ver Pfund 4050 Pf., neue Gurken per Stück 3050 Pf., Zuckerschoten der Zentner M. 40. Frankfurt, 15. Juni. Wochenmarkt. Erbsen ganze per Pfd. 12 18 Pf., do. geschälte 14 18 Pf., Linsen 18238 Pf., weiße Bohnen 16 18 Pf., Kartoffeln per Gescheid 10 12 Pf., Butter per Pfd. M. 1.20 1.25, Eier das Stück 56 Pf., Blumenkohl 40 80 Pf., grüne Pflückspargeln der Pack 3040 Pf., frische Spargeln das Pfund 3050 Pf., Kopfsalat das Stück 46 Pf., Sellerie köpfe 5 20 Pf., Romainsalat per Stück 1220 Pf., Zuckerschoten per Pfund 2025 Pf., Zwiebeln per Ge scheid 25 Pf., per Centner M. 8. g., Carotten das Päckchen 12 15 Pf., Kohlraben das Stück 56 Pf., Mauskartoffeln per Gescheid 20 25 Pf., gelbe Rüben die Port. 68 Pf., rothe Rüben die Port. 2030 Pf., neue Gurken das Stück 1540 Pf., Erbsen per Pfund 1222 Pf., Malteser Kartoffeln ver Pfund 15 18 Pf., neue Kartoffeln das Pfund 14 Pf., neuer Rettig das Stück 48 Pf., neues Weißkraut das Stück 25 30 Pf., neuer Wirsing das Stück 18 25 Pf.

M. 5. 10

[Kilo M.

Ein Vorurtheil.

Nein, solch' eine herabwürdigende Arbeit ließe mich mein Mann nie verrichten! Wie kannst Du Dich auch zu Solchem hergeben! So eiferte meine Freundin, nachdem ich ihr gestanden, daß ich gegebenen Falles mir nichts daraus mache, meinem Manne die Stiefel zu putzen. Ohne Zweifel hielt sie mich für eine recht unglückliche, geplagte Frau und bemitleidete mich auch dem gemäß. Das konnte ich nicht leiden, schon um meines Mannes willen nicht, der nicht verdiente in den Verdacht zu kommen, daß er dergleichen Dienste von mir fordere. Daher machte ich Front und stellte die Gegenfrage:Gibt es über haupt eine Arbeit innerhalb der Grenzen des Hauses, die eine Frau herabwürdigt, wenn sie dieselbe freiwillig verrichtet?

Im täglichen Leben kann es Fälle geben, wo wir in die Nothwendigkeit versetzt werden, das zu thun, was uns widerstrebt. Und die wahre Würde, worin liegt sie dann? Liegt sie darin, daß wir uns sträuben, Hand anzulegen oder daß wir die Pflicht einfach umgehen? Ge wiß nicht! Vielmehr liegt sie darin, daß wir freiwillig und ohne Murren das Joch auf uns nehmen und damit zeigen, daß wir auch dieser Lage gewachsen seien. Es handelt sich ja nicht bloß um'sSchuhe wichsen; denn das ist nur die Etikette für eine ganze Reihe von Verrich tungen, die dem verfeinerten Geschmacke abstoßend erscheinen, die aber trotzdem nicht den kleinsten Schatten auf unseren Charakter werfen. Und da haben wir den Prüfstein. Nicht was die Hände beschmutzt und sie roth und rauh macht, entwürdigt, sondern was den Charakter befleckt. Eine Frau, die sich aus Bequemlichkeit verleugnen läßt, oder sich zu heftigen, leidenschaftlichen Worten hinreißen läßt, schadet ihrer Würde mehr, als wenn sie am Scheuern betroffen würde.

Angesichts aller der Möglichkeiten, die in ein Frauenleben eingreifen können, besteht die wahre Unabhängigkeit und Freiheit darin, daß wir auf allen Punkten gewappnet seien, in jede Lage uns zu schicken wissen. Wie oft hörte ich schon ältere und jüngere Frauen sich äußern, wie gut es ihnen nun zu statten komme, daß sie in ihrer Jugend nicht geschont worden seien; da gehe nicht gleich die ganze Maschine aus den Fugen, wenn ein mal die Magd unerwartet kündige oder krank werde, oder wenn sonst holperige Zeiten ein treten im Hausregiment.

Natürlich, wo die Mittel es erlauben, da überlassen wir die mißbeliebte Arbeit denen, die mit ihrem Erwerb darauf angewiesen sind. Die eigene Erfahrung wird uns lehren, auch sie nicht

um der Arbeit willen gering zu schätzen. Die

Hauptsache ist schließlich die, daß wir uns wedef

gedemüthigt noch unglücklich fühlen, wenn der Zufall uns für kürzere oder längere Zeit an

ihre Stelle versetzen sollte. Und noch eine lichte Seite wüßte ich den verpönten Hausgeschäften ab⸗ zugewinnen. Es betrifft unsere Gesundheit. Wit viele jener Frauen, welchen dienstbare Geister die

Hausmaschine in Gang setzen und betreiben, die

sich aber doch den Schein der Thaͤtigkeit wahren wollen und Stunden lang über einer eztrafeinen

Näh⸗- oder Strick Arbeit sitzen, würden sich Krank⸗

heit und Siechthum ersparen, wenn sie sich mehr

den Hausgeschäften widmeten, in Wirklichkeit, nicht nur mit dem Staublappen in der Hand

oder dem eleganten Schlüsselkörbchen am Arm,

All' die Zugluft und Ermüdung, die etwa dabei

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L ne, 10

zu spüren ist, würde ihnen nicht halb so viel

schaden, als die augenmörderische Arbeit in der

geschlossenen Stube. Und erst die Gartenarbeit!

Wie zaubert die Rosen auf die Wangen.

Was uns sonst unmöglich schien, das bringen wir zustande, wo die Liebe uns vollbringen heißt. Sie macht das Schwere leicht, und freudig wird es gethan. Zu solcher Selbstverleugnung bietet das Familienleben Gelegenheit in Hülle und Fälle. Dasdienende Weib wer wollte ihm die Würde absprechen und verrichtete es auch die niedrigste Arbeit! Nicht was Du thust, sondern wie Du es thust, ist die Hauptsache. Was aber Pflicht und Liebe gebietet, das schadet niemals Deiner Würde.

Repertoir⸗Entwurf der bereinigten Stadt⸗Theater in Frankfurt. Opernhaus. Dienstag den 18.: Rheingold. Gewöhnliche Preise. Mittwoch den 19.: Mikado. Gewöhnl. Preise. Außer Abonn. Donnerstag den 20.: Walküre. Gewöhnliche Preise. Freitag den 21.: Mikado. Gew. Pr. Außer Avonn. Samstag den 22.: Neu einstudirt: Stradella. Hierauf: Im Balletsaal. Gewöhnl. Preise. Sonntag den 23.: Mikado. Gewöhnl. Preise.

Schauspielhaus.

Dlenstag den 18.: Graf Waldemar. Gewöbnl. Pr. Mittwoch den 19.: Die Räuber. Carl Moor: Herr

Klein als Gast. Gewöhnliche Preise. Donnerstag den 20.: Geschlossen. Freitag den 21.: Hüttenbesitzer Samstag den 22.: Feenhände. Sonntag den 23.: Feenhände. Montag den 24.: Don Carlos.

Gewöhnliche Preise. Gewöhnliche Preise. Gewöbnliche Preise.

Posa: Herr Klein als

Gast. Gewöhnliche Preise. Literarisches.

Daheim. Nr. 37 enthält: Die weiße Dame von Blumeck.(Forts.) Etwas vomBöten. Von H. Seldel. Aus dem Tagebuch einer Lebrschwester des Johanniterordens. Von M. B. König Albert und

Königin Karola von Sachsen. Mit 2 Porträts. Neue Erscheinungen aus der Literaturgeschichte und Belleterlstik J. Von R. Koenig. Ein reicher Fang. Mit Bild. Schloß Wettin. Mit Bild. Charles Darwin als Missionsfreund. Von B. A. Schleicher. 3 Beilagen

2345 Eingesandt.

Bad Nauheim. Am 19. Juni, Abends 8 Uhr, wird in Bad⸗Nauhelm ein Concert gegeben, welches wegen seiner großen und seltenen Genüsse sicherlich auch viel Publikum von auswärts herbei zieht. Am genannten Tage wird im großen Concertsaale des Naubeimer Kur⸗ bauses Herr José Ledérer, koͤnigl. Kammersänger und Regisseur am Frankfurter Opernhaus, bekannt wegen der mit großartigem Erfolge belohnten Einstudirung und Einführung desMicado in deutscher Uebersetzung am Frankfurter Opernhaus, Gemahl der bekannten könlgl. bann. Kammersängerin Frau Asminde Ledérer-Ubrlch, sowie deren Nichte, Fräul. Emma Otto, königl. preuß. Hof Opernsängerin in Wiesbaden, Coloratur- Sängerin und eine Schülerin des berühmten ital. Maestro Signor Franzesko Lamberti, concertiren. Zum accompagnlren ist Herr Musikbirektor und Planist A. Herz vom Frankf.

Opernhaus zugezogen worden. u. Geld⸗Cours. Frankfurt am 15. Juni 1889.

Geber. Nehmer⸗

M. Pf. M. Pf.

20-Frankenstücke e do. m I Englische Sovereigns. 20. 41 20. 37 Russische Imperilales. 16. 73 16. 69 Dusa ten 9. 57 Mr, 9. 58 Dollars in de 4. 18

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