Portugal. Lissabon. Ein Telegramm der „Times“ aus Sansibar meldet, daß eine Reihe von Kämpfen des portugiesischen Majors Serpa Pinto mit den Makololos stattgefunden haben. Derselbe griff nach erfolgter Kriegserklärung die Makololos an und brachte ihnen mit seinen Gatlinggeschützen große, nach Hunderten zählende Verluste bei und erbeutete zwei angeblich den Makololos jüngst vom englischen Consul geschenkte Fahnen. Der Major sprach die Absicht aus, das ganze Land bis zum Nyassa für Portugal zu erobern.
Afrika. Sansibar, 12. Dec. Emin Pascha verbrachte eine unruhige Nacht; er kann infolge schwierigen Schluckens keine feste Nahrung ein— nehmen und leidet durch fortwährende, sehr er— schöpfende Hustenanfälle. Der Zustand ist sonst unverändert.— 14. Dec. Eine Reutermeldung von heute besagt: Emins Befinden zeigt eine langsam fortschreitende Besserung. Die ungün— stigen Symptome verschwinden allmählich, der Husten ist zwar noch sehr heftig, doch kann der Kranke sich mit mehr Leichtigkeit und weniger Schmerzen bewegen.
Aus Stadt und Land.
Mainz, 13. Dez. Gestern Abend gegen 10 Uhr fand in einer hiesigen Buchdruckerei die Explosion eines sog. amerikanischen Ofens statt. Die Stücke des Ofens wurden viele Meter weit umhergeschleudert und es wurden nicht weniger als 26 Fensterscheiben zertrümmert. Die Gewalt der Explosion war so groß, daß ein großes Stück eines steinernen Gesimses aus der Wand herausgeschlagen wurde. Man vermuthet, daß in den zu dem Ofenbrand ver— wendeten Kohlen sich ein Explosivstoff befand, welcher sich entzündete.
Allerlei.
Saarbrücken, 14. Dez. Der Prozeß gegen die Bergleute Warken, Bachmann, Muller, Altmeyer, Strauß und Becker wegen Beamtenbeleidigung hat heute begonnen. Derselbe dürfte mehrer Tage dauern.
Elberfeld, 13. Dez. In der heutigen Sitzung des Geheimbundprozeßes wurden der Schneider August Krause, der Schreiner Heinrich Riekmann und der Fabrikarbeiter Ludwig Gemmer, sämmtlich aus Düsseldorf, wegen dring— enden Verdachts wissentlichen Meineids auf Antrag der Staatsanwaltschaft verhaftet. Der Fall erregt großes Aufsehen.
Halle. Der in Pokohama verstorbene Ritterguts- besitzer Lieutenant Paul Riebeck, Sohn des Begründers der Riebeck'schen Montanwerke, setzte die Stadt Halle zum Universalerben seines bedeutenden Vermögens ein. Ferner bestimmt der Erblasser die Errichtung von mildthätlgen Stiftungen und Legaten, wofür ein Kapital von 2 Million Mark ausgesetzt ist.
Halle, 14. Dez. 80 Personen der hiesigen Garnison sind an der Influenza erkrankt. Da die Influenza nun schon an mehreren Orten Deutschlands ausgebrochen ist und deren Verbreitung befürchtet wird, wird von com—
petenter Stelle darauf aufmerksam gemacht, daß nach den
Beobachtungen namhafter Gelehrten(wie Professor Dr. Binz, Dr. Gräser, Dr. Buwalda, Dr. O. Schelling und Dr. A. Tschirch) Chinin derartige Malariafieber nicht nur beilt, sondern daß durch rechtzeitige reichliche Gabe von Chinin der Ausbruch des Fiebers verhütet werden
Wien, 14. Dez. Cardinal Ganglbauer ist heute ge⸗ storben.
Antwerpen, 13. Dee. In der Geniekaserne brach die Influenza aus; 30 Soldaten sind an derselben erkrankt.
Verloosung.
Pest, 14. Dec. Ziehung der Ungarischen 100 fl.⸗ Loose. Es wurden gezogen die Serien: 1221 1421 1422 1636 1914 1935 1954 2229 2346 2497 2921 2977 3302 3387 3744 3892 3925 4191 4239 4311 4388 4423 4575 4645 4984 5008 5106 5256 5531 5575 und 5860. Der Haupttreffer fiel auf Serie 1421 Nr. 13, 15,000 fl. fielen auf Ser. 5256 Nr. 44, 5000 fl. fielen auf Ser. 1914 Nr. 39, je 1000 fl. fielen auf Ser. 8925 Nr. 21, Ser. 4191 Nr. 16, Ser. 4984 Nr. 3 und Ser. 4984 Nr. 29.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 14. Dee. Buttermarkt. Butter kostete per Pfund M. 1.00— 1.10 Eier 1 St. 8-9 Pf.
Gießen, 14. Dee. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter per Pfund M. 1.05— 1.10, Eiter 1 St. 7 bis 8 Pf., Käse per St. 5—8 Pf., Tauben per Paar M. 0.50 0.60, Hühner per St. M. 0.85— 1.00, Hahnen per St. M. 0.60— 1.20, Enten per St. M. 1.70 2.00, Gänse per Pfd. M. 0.55 0.65, Ochsenfleisch per Pfd. 66-72 Pf., Kuh- und Rindfleisch 56—60 Pf., Schweine⸗ fleisch 60- 70 Pf., Hammelfleisch 50— 66 Pf., Kalb⸗ fleisch 56— 60 Pf., Kartoffeln pro 100 Kilo M. 4.00 bis 0.00, Zwiebeln per Ctr. M. 8.00— 9.00 Weißkraut per. St. 6-8 Pf.
Frankfurt, 14. Dee. Wochenmarkt. Erbsen ganze per Pfd. 14— 18 Pf., do. geschälte 16—20 Pf., Linsen 15— 25 Pf., weiße Bohnen 16— 20 Pf., gelbe Kartoffeln per Gescheid 14— 16 Pf., rothe Kartoffeln per Gescheid 12 bis 14 Pf., Mäuschenkartoffeln per Geschetd 30 Pf., Butter per Pfd. M. 1.15 1.30, Eier das Stück 7 bis 10 Pf., Blumenkohl 40—80 Pf., Kopfsalat 6—10 Pf., franz, Kopfsalat 14— 16 Pf., Sellerieköpfe 5— 15 Pf., Romainsalat per Stück 10 bis 20 Pf., franz. Romainsalat 70—80 Pf., Zwiebeln 25 Pf., per Centner M. 7.—8., Carotten das Päckchen 10— 15 Pf., Kohlraben das Stück 3—5 Pf., gelbe Rüben die Portion 12— 20 Pf., rothe Rüben 15—20 Pf., Weißkraut das Stück 8— 15 Pf., Rothkraut 12—25 Pf., Wirsing 10— 15 Pf., Endivien⸗ salat 6— 10 Pf., Schwarzwurzel 40—70 Pf., Cronberger Kastanien per Pfund 14 bis 16 Pf., italienische 16— 20 Pf., franz. Sellerie 40 bis 50 Pf.
Frankfurt, 13. Dec. Engros⸗Markt. Heu pro 100 Kilo M. 6.00— 7.20, Stroh pro 100 Kilo M. 4.60- 6.80, Butter 50 Kilo M. 95— 100, Weißkraut 50 Kilo M. 3 bis 4.00. Wirsing 8— 10 Pf. Rothkraut 15—25 Pf. Erbsen pro 100 Kilo M. 18— 24, do. geschälte M. 22— 32, Linsen M. 19—42, Grünekern M. 14 16, Kartoffeln per Malter M. 3— 3.50, Zwiebel per Ctr. M. 8—9, Endivien 100 Stuck M. 0—0, Rüböl(raff.) 50 Kilo M. 30.
Repertoir⸗Entwurf der vereinigten Stadt⸗Theater in Frankfurt. Opernhaus. Zur Feier von Beethoven's Geburts⸗ Gewöhnliche Preise.
Dienstag den 17.: tag. Fidelio.
Mittwoch den 18.: Zur Feier von Weber's Geburkstag. Vorstellung bei ermäßigten Preisen. Oberon. Außer Abonnement.
Donnerstag den 19.: Othello. Gewöhnliche Preise.
Freitag den 20: Geschlossen.
Samstag den 21.: Hugenotten. Gewöhnliche Preise.
Sonntag den 22.: 3½ʒ Uhr. Zum letzten Male: Courier des Czaaren. Ermäßigte Preise. Abends 7 Uhr. Carmen. Gewöhnliche Preise.
Schauspielhaus.
Dienstag den 17.: Schatten. Gewöhnliche Preise.
Mittwoch den 18: Stützen der Gesellschaft. Gew. Pr.
Donnerstag den 19: Geschlossen.
Freitag den 20.: Schatten. Gewöhnliche Preise.
Samstag den 21.: Fourchambault. Gewöhnl. Preise.
Sonntag den 22.: Zum ersten Male: Schwiegermama. Lustspiel in 3 Aufzügen von V. Sardou und R. Des⸗
landes. Deutsch v. Schubert. Gewöhnl. Preise. Anfang 7 Uhr. Montag den 23: Großherzogin von Gerolstein. Gew. Pr. Volksküche.
Mit berzlichen Dank wird der Empfang folgender Gaben bescheinigt: 10 M. von Herrn Rentier Hill; 2 M. von Frau Direktor Matthias; 2 M. von Frl. Dieffen bach durch Schwester Katharina; 10 M. als Sühne für eine Beleidigung; 2 M. von Herrn Nathan Hirschhorn; Un⸗ genannt 2 M.; 1,80 M. von Herrn Amtsgerichts diener Dreher als Zeugengebühr; 5 M. von Pfr. V. Indem wir bemerken, daß die Volksküche in Kürze eröffnet wird, richten wir an die Bewohner hiesiger Stadt die ebenso herzliche, als dringende Bitte, ihre oft bewährte Mild⸗ thätigkelt auch in diesem Winter wieder der guten Sache zuwenden zu wollen. Für die Armen Com mission:
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Wäsche, das Rasiren und Haarschneiden soll im Submissionswege vergeben werden.
Reflektanten wollen längstens bis zum 27. ds. Mts. ihre Offerten einreichen.
Die Lieferungsbedingungen liegen auf der Gerichts schreiberet des hiesigen Amtsgerichts offen.
Friedberg den 16. Dezember 1889.
Der Vorsitzende des Haftlokals:
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Sellheim, 4559 Großh. Oberamtsrichter. Vergebung von Mauerstein— Lieferung.
Angebote für die loosweise zu vergebende Lieferung von 800 bm Bruchsteinen für Grundmauerwerk werden bis zum 23. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, erbeten. Die Angebote sind schriftlich, verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen und portofrei einzusenden.
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Vom 17. Dezember 1889 an ist der Verkauf bis auf weiteres eingestellt.
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Freitag den 20. Dezember l. J. Nachmittags 1 Uhr, soll ein der biesigen Gemeinde zustehender, zu schwer ge— wordener Fasel-Eber öffentlich meistbietend auf Großher— zoglichem Bürgermeisteretbureau dahter versteigert werden.
Da die hiesige Gemeinde wieder einen jungen Fasel⸗ Eber ankaufen will, so werden hierauf reflektirende Be— sitzer solcher Thiere ersucht, sich bei unterzeichneter Stelle zu melden
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