Kaiserpaares nach Genua ist nach den bisherigen Bestimmungen auf Montag Mittag 1 Uhr fest esetzt.
5 25 20. Oct. Die Kaiserin ist von der gest⸗ rigen Uuẽpäßlichkeit vollständig wiederhergestellt und wird an dem heutigen Diner theilnehmen. Staatsminister Graf Herbert Bismark stattete gestern Abend dem Ministerpräsiden Crispi einen längeren Besuch ab. Der König wird morgen mit Crispi dem Kaiser und der Kaiserin bis Genua das Geleit geben. Das Wetter ist fort gesetzt regnerisch.
Portugal. Lissabon, 19. Oct. Der König ist heute Vormittag 11 Uher gestorben. König Ludwig I. wurde am 31. October 1838 geboren und kam am 11. November 1861 zur Regierung Sein Nachfolger ist der 26jährige Kronprinz Karl, der mit der Prinzessin Amalie, einer Tochter des Grafen von Paris, vermählt ist,
Türkei. Konstantinopel. Die italienische Regierung lehnte den zum Nachfolger von Pho— tiades Pascha zum türkischen Gesandten in Rom vorgeschlagenen Wahan Effendi ohne Grundan gabe ab.
— Der Fürst von Montenegro ersuchte die Pforte, 1200 montenegrinischen Familien, die wegen der Hungersnoth in Montenegro nach Serbien auswandern wollen, den Durchzug durch die Türkei zu gestatten, woraufhin die Pforte, wie die„Agence de Kostantinople“ erfährt, 2000 erwachsenen Montenegrinern den Durchzug ge— stattete.
Bulgarien. Sofia. Ein Dekret Stam— buloff's als Regierungsverweser beruft die So— branje auf den 27. October ein.
Rußland. Petersburg, 19. Oct. Das Kaiserpaar und die kaiserliche Familie kehrten gestern Abend wohlbehalten nach Gatschina zurück
Afrika. Sansibar. Einem Telegramm des Reuter'schen Bureaus zufolge gab der Sultan dem englischen Generalconsul Portal das schrift— liche Versprechen, daß alle Kinder von Sklaven, die nach dem 1. Januar nächsten Jahres ge boren werden, frei sein sollen.
Allerlei.
st. Frankfurt. Die berühmte Schauspielerin Frau Hedwig Niemann Raabe wird diese Woche im Frankfurter Schauspielhause ein kurzes Gastspiel absolviren. Die Künstlerin tritt in zwei neuen Stücken auf und zwar in dem Schauspiel„Eva“ von Richard Voß, und in dem Lustspiel„Die wilde Jagd“ von Ludwig Fulda.
Ludwigshafen, 18. Oct. Auf der Straße zwischen Rheingönnheim und Mundenheim wurde gestern Abend ohne jeden Anlaß der 20 jährige Adam Böckler von Rhein goͤnnheim von einem kaum 18 jährigen Buben niedergestochen und war sofort todt. Der Thäter wurde Nachts noch verhaftet und trug bei dieser Gelegenheit ein sehr freches Benehmen zur Schau.
Halle a. S., 19. Oet. Heute Vormittag 9 Uhr entgleiste zwischen hier und Schlettau auf freter Strecke der von Nordhausen abgelassene Personenzug. Die Maschine und die Wagen wurden stark beschädigt. Personen wurden nicht verletzt. Die Strecke ist zeitweilig gesperrt.
Flensburg, 16. Oet. Ein zehnjähriges Mädchen, namens Petersen, wurde todt im Sande verscharrt bei Flensburg aufgefunden. Es wurde ein scheußlicher Lust mord festgestellt. Der muthmaßliche Mörder, ein Arbeiter namens Hansen ist flüchtig.
Bremen, 20. Oet. Der deutsche Dampfer„Mareco— brunner,“ von Bremen nach Kalkutta unterwegs, ist im Rothen Meere gestrandet und wahrscheinlich wrack. Die Mannschaft ist in Suez gelandet. Es wird berichtet, die Araber hätten die Ladung geplündert.
Krakau, 18. Oct. Eine Gerichtscommission aus Przemysl begab sich nach Lublin, um die verhafteten zwei österreichischen Deserteure zu verbhören, welche der Mord attentate auf zwel Offieiere in Jaroslau während der Manöver verdächtig sind.
Bern. Der Miterbauer des Eiffeltburmes, Köchlin, suchte bei dem Bundesrath um Coneession für die Er bauung einer Drabtseilbabn von Lauterbrunnen auf die Jungfrau nach. Die Kosten sind auf 10 Million Franes veranschlagt. Der Bau soll größtentheils im Tunnel erfolgen.
Fleischnahrung oder Pflanzenkost. Eine kritische Beleuchtung des Vegetarianismus. Von Dr. W. Heß.
(Schluß.)
Wenden wir uns nun zu dem zweiten Grund— satze des Vegetarianismus, dahingehend, daß das Fleisch durch Produkte aus dem Pflanzenreich völlig ersetzt werden könne. Hören wir zunächst, was Johannes Ranke, einer der bedeutendsten
Forscher auf dem Gebiete der Physiologie, darüber in seinem Werke:„Grundzüge der Physiologie des Menschen“ sagt:„Nach den Beobachtungen an Thieren und Menschen ist es besonders eine rein vegetabilische Nahrung, welche den Körper wässerig macht. Dieser kann daun rund und wohlgenährt erscheinen; seine Fülle besteht aber nur in einer Anhäufung von Wasser. Dieses gedunsene Aussehen kann durch eine kräftige Nahrung, in welcher Eiweißstoffe(wie Fleisch, Eier ꝛc.) vorwalten, in ein weniger volles, aber gesundes umgewandelt werden. Bei Beginn des Fleischgenusses geht das angesammelte Wasser in großer Menge aus dem Organismus fort, so daß die bessere Ernährung zu Anfang mit einem Gewichtsverlust verbunden ist.“ Vielleicht geht Ranke hierin etwas zu weit, denn es gibt auch unter den Vegetabilien Substanzen, deren Zusammensetzung eine dem Fleische ähnliche ist. Es sind dies die Erbsen, Bohnen und Linsen. Diese Hülsenfrüchte sind immer sehr reich an Nährstoffen; ob es aber möglich wäre, allein mit diesen Vegetabilien unser Dasein zu fristen, ist schon sehr zweifelhaft, wenn wir ein unthätiges Leben führten, und sogar sehr unwahrscheinlich, wenn wir dabet schwere Arbeit verrichten müßten. Sei dem nun wie ihm wolle, jedenfalls würde eine solche rein pflanzliche Ernährungsweise aber auch nur für eine gewisse Zeit durchführbar sein, und bei längerer Dauer würden sich sehr nach— theilige Wirkungen für die Gesundheit geltend machen. Andererseits ist es freilich nicht zu leugnen, daß eine völlige Ernährung erzielt werden kann, wenn der vegetabilischen Nahrung eine erhebliche Menge Milch und Eier zugesetzt wird, so daß der gemäßigte Vegetarianismus, welcher ja nur die Fleischkost verwirft, seinen Anhängern wenigstens die Möglichkeit bietet, sich auf eine zweckmäßige Art zu ernähren. Aber diese Möglichkeit existirt wiederum nur für die Reichen, während für die ärmeren Klassen die immerhin ziemlich großen Quantitäten Milch und Eier zu theuer sind. Zu demselben Resultat, daß die Verwerfung der Fleischkost mit einer erheblichen Vertheuerung der Ernährung ver— bunden ist, gelangt J. Kramer, indem er sagt: „Das Kostregime der Vegetarianer kann eine genügende Nahrung wohl darbieten. Dieser Vege— tarianismus ist jedoch zu einer Fristung des Lebens nur aus dem Grunde ausreichend, weil er die Menge der einzuführenden Vegetabilien durch Zufuhr von thierischem Eiweiß in Form von Milch und Eiern herabdrückt. Indes ist dieses Regime zu theuer, als daß es zur Ernäh rung großer Mengen von Menschen empfohlen werden könnte.“ Hierzu kommt noch ein anderer schwerwiegender Uebelstand, der darin besteht, daß die im trockenen Zustand sehr nahrhaften Hülsenfrüchte infolge ihrer Zubereitung durch Quellung sehr beträchtliche Mengen Wasser auf nehmen und so die in ihnen enthaltenen Nähr— stoffe stark verdünnt werden Die Folgen, welche hieraus für die Ernährung entstehen, beschreibt F. Strohmer in seinem empfehlenswerthen Buche „Die Ernährung des Menschen“ wie folgt:„Um den Eiweißbedalf durch den Genuß von Hülsen— früchten zu decken, bedarf es daher sehr großer voluminöser Mengen, wodurch sehr leicht die Verdauungsfähigkeit des Magens überschritten wird und so leicht gesundheitsschädliche Folgen herbeigeführt werden können, jedenfalls können die wenigsten Menschen so große Speisequan— titäten, wie sie hiervon nothwendig wären, auf die Dauer vertragen.“ Wir sind der Ueber— zeugung, daß die angeführten Thatsachen genügen werden, um dem denkenden Leser zu beweisen, daß die ausschließliche Pflanzenkost die bedenk— lichsten Folgen für die Gesundheit nach sich zieht und daß durch die, für die normale Beschaffen— heit unseres Körpers nothwendige Zugabe von Milch und Eiern die Ernährung für die ärme— ren Volksklassen eine zu theuere werden würde. Es ist deshalb nach wie vor eine gemischte, aus Fleisch und Vegetabilien zusammengesetzte Nah— rung für die Gesundheit am zweckmäßigsten, denn— sie bildet zugleich die billigste und für den Organis
mus geeignetste Ernährungsweise. Erörtern wir 1 zum Schluß noch einen Punkt, der von den Vege.,
tarianern stets mit Stillschweigen übergangen 1a den wird, nämlich die Frage: Was soll denn aus beo en dem Schlachtvieh werden, wenn der Vegetarig- nde nismus zum Siege gelangen würde? Die Kühe Nanga würden uns zwar ihrer Milch, die Hühner, en alen Gänse und Enten ihrer Eier wegen von großem daten Nutzen sein, was aber sollte aus den nur zum Gab. 5 geringsten Theil zu Zuchtzwecken verwendbaren n 2 Ochsen, was aus den für uns dann völlig werth⸗ 3 den
losen Schweinen werden? Was wollte man mit Allmen u den Thieren des Waldes anfangen, die, in die soll: Die
Felder brechend, die Saaten verwüsten und so die mühsame Arbeit des Landmannes zerstören
würden? Sollten wir sie gänzlich ausrotten? in d Nun, das wäre doch den humanen Auschauungen 750 8 der Vegetarianer direkt zuwiderlaufend, abge⸗ lieh den sehen davon, daß dadurch den Thieren, denen emasag de so gut wie uns eine Daseinsfreude innewohnt, fad, 0 wenig geholfen waͤre. Oder sollen wir sie leben dan lassen? Dann würde sich die Thierwelt in 4 2 Hoh kurzer Zeit ungeheuer vermehren, sie würde den ensog den 2 Menschen, der sich nicht widersetzen dürfte, mehr“ Aman R und mehr zurückdrängen, bis dieser endlich im a Kampfe ums Dasein unterliegen würde. sentgg den Raabe. 2
Jagd. 0.
Handel und Verkehr.—— Friedberg, 19. Oet. Buttermarkt. Butter kostete gr
per Pfund M. 0.90—1.10 Eier 1 Stück 7 Pf. Gießen, 19. Oet. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter per Pfund M. 0.95— 1.00, Eier 1 St. 6, bis 7 Pf., Käse per St. 5—7 Pf., Tauben per Paar M. 0.50 0.60, Hühner per St. M. 0.90— 1.30, Hahnen per St. M. 0.50— 1.00, Enten per St. M. 1.40— 1.80, ussiche s Ochsenfleisch per Pfd. 66-72 Pf., Kuh- und Rindflelsch 0 0 5 56—60 Pf., Schweinefleisch 60— 70 Pf., Hammelfleisch 5 91 50— 66 Pf., Kalbfleisch 50— 60 Pf., Kartoffeln pre 19 50
A ⸗Franker
do. Englische
. Dollars i
100 Kilo M. 3.00—3.80, Zwiebeln per Ctr. M. 5.00, 1 8. bis 6.00 Weißkraut pr. St. 4—6 Pf. Gänse pr. Pfd. 1 1 50—60 Pf.) 8 II Frankfurt, 19. Oet. Wochenmarkt. Erbsen ganze das bes per Pfd. 12— 18 Pf., do. geschälte 14— 18 Pf., Linsen a 1828 Pf., weiße Bohnen 16— 18 Pf., gelbe Kartoffeln per z Atmung
Gescheld 14— 16 Pf., rothe Kartoffeln per Gescheld 12 dib Etbauung 14 Pf., neue Mäuschenkartoffeln per Gescheid 30 Pf Potheken die Butter per Pfd. M. 1.10— 1.25, Eter das Stück 5(
6 Pf., Blumen kobl 2050 Pf., Kopfsalat 5—10 N spntn, S. Sellerieköpfe 5—20 Pf., Romalnsalat per Stück 10 ei b en), re 20 Pf., Zwiebeln 25 Pf., ver Centner M. 6.9. bim Sto Carolten das Päckchen 6— 10 Pf., Kohlraben das Stuß. J. 5
4—6 Pf., gelbe Rüben die Portion 6—8 Pf., rotht ag W
Rüben 5—6 Pf., Radieschen 2—3 Pf. das Päckchen a g Rettig das Stück 4—8 Pf., Weißkraut das Stück 9(oeiinger bis 15 Pf., Rothkraut 12—25 Pf., Wirsing 10— 15 Pf, dultaer! Endiviensalat 5— 10 Pf., Einmachzwiebel das Gescheld
12—15 Pf., Schwarzwurzel 50—70 Pf., Cronberg Kastanien per Pfund 10—15 Pf., italienische 15— 20 Pf. Frankfurt, 18. Oet. Engros-Markt. Heu pro 100 Kilo M. 5.60—7.60, Stroh pro 100 Kilo M. 5.00 6.40, Butter 50 Kilo M. 92— 95, Weißkraut das St. 8— 10 Pf. bon Wirsing 8— 10 Pf. Rothkraut 15— 25 Pf. Erbsen pre dome 100 Kilo M. 16 22, do. geschälte M. 25—30, Auen ee M. 24— 52, Kartoffeln per Malter M. 2— 2.50, Zwiebel per en 0 Ctz. M. 8—9, Endivien 100 Stück M. 6 8, Rabel er dunn (raff) 50 Kilo M. 32. Handen Zur Zeit versenden die großen Pariser Geschäfts“ ng z häuser wieder Hunderttausende von Exemplaren ihrer Eg Marl, Kataloge für die Wintersatson. Wenn man sich der Mühe inen und unterzieht, einen Vergleich der Preise dieser Weltfirmen Frledbe mit unseren einheimischen Firmen anzustellen, so wird
man finden, daß dieselben mit den französischen vollständig coneurriten können, daß sie aber dem Käufer auch noch den Vortheil bieten, daß er die Waare am Platze sehen, kann, und nicht gezwungen ist, anzunehmen, was mas ihm schickt und wofür er die Nachnahme sammt Porte und Zoll im Voraus bezahlen muß. Ein soltdes Ge schäftshaus setzt seine Ehre darein, seine Kundschaft gu und reell zu bedienen und die liebe Concurrenz am Plaß selbst sorgt da für, daß die Waare gut ist und sie ist mit dem
8 2 2*— 1 2 1 kleinsten Verdienst zufrieden. Warum also in die Fern dünn schweifen, wenn das Gute so nahe liegt? Darum können Jae wir bei Beginn der diesjährigen Saison nur unsere Mah sedb
nung wiederholen: Kauft Eure Waare im Deutschen Reicht g und wenn Eure Wünsche am Wohnorte befriedigt werden
können, kauft an diesem. 9 15 sensta
Verloosung. Saad
Freiburger 15 Franes⸗Loose vom Jahre a 1861. Ziehung am 15. October 1889. Gezogene Se⸗ Ula Halt nien: Nr. 137 168 201 65 371 400 935 118 4d ba 1237 1359 1466 1510 1701 1866 2003 2173 2204 2200 Jen 2327 2807 3332 3492 3590 3751 3866 3988 4033 4067 J Kfz 41314237 4261 4518 4715 4718 4772 5284 5344 540[ eme 5689 6090 6258 6630 6755 7001 7235 7251 7253 7368 Mal 7444 7477 7672. Die Prämien ⸗Ziehung findet am ußb
15. November statt. lg


