wählte zum Bundespräsidenten für 1890 Ruchonnet (Waadt), radical, mit 149 von 154 Stimmen, zum Vicepräsidenten Welti(Aargau), liberal— conservativ, mit 144 von 152 Stimmen.
Italien. Rom. Der König und die Königin begeben sich vor Weihnachten zum Besuche der Kaiserin Friedrich nach Neapel.
Türkei. Constantinopel. Der Ferman, betr. Kreta, ist jetzt veröffentlicht und enthält elf Para— graphen. Die wichtigsten derselben sind folgende: Die Dauer der Verwaltungsperiode eines Gouver— neurs ist unbeschränkt. Die Mitgliederzahl der Nationalversammlung wird auf 57 verringert, davon sind 35 Christen und 22 Muselmanen. Die Mitglieder der Versammlung werden zu je fünf in den einzelnen Gemeinden gewählt. Die Versammlung tritt in der Hauptstadt Candia zusammen. Die Gendarmerie, welche bisher nur aus Eingeborenen bestand, soll künftig auch unter den Bewohnern anderer Provinzen des Reiches rekrutirt werden, jedoch sollen die Ein— geborenen nicht ausgeschlossen sein. Das aus dem Zehnten hervorgehende Einkommen soll unter den Bewohnern der Dörfer verpachtet werden nach einem Durchschnitts-Einkommen von sechs Jahren, und zwar von drei fruchtbaren und drei weniger fruchtbaren Jahren.
Serbien. Belgrad. Der Ministerrath be— schloß die Lösung des Vertrages mit der Anglo— bank und die Uebernahme des Salzmonopols in Staatsregie.
Bulgarien. Sofia, 10. Dez. Die Sobranje genehmigte mit großer Majorität den Vertrag, betr. eine Anleihe von 30 Millionen, nachdem Stambuloff dem Oppositionsmitgliede Kitant— scheff gegenüber erklärt hatte, die Cotirung der Anleihe im Auslande sei ein Beweis des Ver— trauens in die Zahlungsfähigkeit Bulgariens.
Afrika. Sansibar. Emin Pascha befindet sich besser, nur der anhaltende Ausfluß einer wässerigen Materie aus dem Ohr verursacht Besorgniß.
— Große Besorgnisse erregte hier der Um— stand, daß der bekannte britische Generalconsul Oberst Smith nicht in Bagamoyo eingetroffen ist, wohin er an Bord seines Privatdampfers bereits am Montag von Sansibar zum Empfang Stanley's und Emin's abgefahren ist. Der Dampfer wurde von später nachfolgenden Schiffen nicht gesehen, und die englische Regierung hat die Kanonenboote des ostafrikanischen Geschwaders angewiesen, den vermißten Dampfer zu suchen.
In Sansibar hegt man ernste Befürchtungen, daß derselbe gekentert ist.
Aus Stadt und Land.
x. y. Friedberg. Der Vorsitzende des hiesigen Volksbildungsvereins hatte in seinem sehr anerkennens⸗ und dankenswerthen Bestreben, Vorträge aus möglichst vielen Gebieten des Wissens halten zu lassen, für dies mal den Reallehrer Dr. Stroman veranlaßt, über einen Stoff aus der Chemie zu sprechen. Dieser Aufgabe ent ledigte sich derselbe in voriger Woche, indem er an der Hand extrakt ausgeführter und gut ausgewählter Experi— mente in klarer, anschaulicher, präeiser und gemeinfaß licher Weise zunächst darlegte, daß ohne Sauerstoff eine Verbrennung unmöglich sei. Es würde über den Rahmen eines Referats hinausgehen, wollten wir aus dem weiteren alles Mittheilenswerthe hier verzeichnen. Doch, da der Vortrag als Einleitung für einen zweiten nach Neujahr zu haltenden dienen soll, wollen wir in Kurze das Schlußergebniß des Abends ziehen. Redner zeigte, daß zur Verbrennung Sauerstoff, wie bereits bemerkt, nöthig set; daß in reinem Sauerstoffe die Verbrennung viel lebhafter vor sich gehe als in dem stark mit Stickstoff verdünnten Sauerstoff der atmosphärlschen Luft; daß Wasser aus zwei Gasen zusammengesetzt sei, dem die Verbrennung unterhaltenden, nicht brennbaren Sauerstoff aus dem brennbaren Wasserstoff und daß bei Verbrennung des Wasserstoffs wieder Wasser entstehe, und zog hieraus den Schluß, daß jede Verbrennung als Vereinigung des betreffenden Körpers mit dem Sauerstoff der Luft anzu sehen sei. Schließlich entwickelte Redner noch den Begriff einer chemischen Verbindung, zeigte, daß dieselben Grund— stoffe in mehrfacher Weise Verbindungen eingehen, die ihrerseits wieder sehr verschiedene Eigenschaften haben und daß Zucker, Holz und Steinkohle aus denselben Grundstoffen, nämlich Kohlenstoff, Sauerstoff und Wasser stoff zusammengesetzt sind. Reicher Beifall belohnte den Redner am Schlusse seines Vortrags für die viele Arbeit und Zeit, die er den Vorbereitungen seines Vortrags, besonders den Versuchen widmen mußte. Dieser Beifall veranlaßt ihn hoffentlich, außer dem bereits für kurz nach Neujahr angekündigten Vortrag, in welchem die chemischen Vorgänge bei der Gasfabrikatton besprochen werden sollen, uns noch weitere genußreiche Abende zu bieten.
§ Friedberg, 8. Dee. Es ist mit Freuden zu begrüßen, daß der Gesangverein Frohsinn sich entschlossen hat, nun auch passide Mitglieder aufzunehmen; gibt er uns dadurch doch Gelegenheit an seinen herrlichen Ver— anstaltungen theilzunehmen und sein schönes Streben zu unterstützen. Der starke, den Trapp'schen Saal voll— ständig füllende Besuch der Abendunterhaltung am letzten Samstag gab Zeugniß von dem Anklang, den diese Neue⸗ rung in den besseren Kreisen gefunden und von der großen Beliebtheit, welche sich der Verein erfreut. Das mannig— faltige Programm, in welchem prächtige Chöre mit reizen— den Quartetten, heiteren Sololiedern, Instrumentalvor— trägen und theatralischen Aufführungen wechselten, wurde in gelungenster Weise durchgeführt und fand allgemeinen Beifall. Die ganze Veranstaltung lieferte den Beweis von der Tüchtigkeit und den Eifer des Dirigenten L. Marguth, wie auch von der Freudigkeit und dem Fleiße der Mitglieder.
Bad⸗ Nauheim. Auf Anregung unseres Geistlichen, Pfarrer Walz, hat sich ein„Frauenverein der Gustav— Adolf Styftung“ dahier gebildet.
Wissels heim. In der Nacht vom 8. auf 9. Dee. ist ein Handarbeiter, der bei der Heimkehr von einer Branntweinzecherei in die Wetter gerathen war, ertrunken.
2 Vilbel, 8. Dee. Gestern brach ein 13jähriger Knabe beim Schlittschuhlaufen auf dem noch sebr dünnen Eis der Nidda ein und ertrank. Die sofort energisch angestellten Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg. Die bedauernswerthe Familie verlor vor 3 Jahren schon einen 13jährigen Knaben, derselbe war in einen Brunnen gestürzt und ebenfalls ertrunken.
2 Vilbel. Zum Vorsitzenden der Bezirkskrankenkasse für Vilbel und Umgegend wurde Kreisbote Herget dahier durch Acclamation gewählt.
Gießen, 9. Dee. Schwurgerichtsverhandlung gegen H. A. Hill von Ohmes wegen Meineids und H. Freidhof von da, wegen Anstiftung. In Anbetracht des Geständ⸗ nisses des Hill war dessen Schuld zweifellos, bezüglich des Freidhof konnten sich die Geschworenen jedoch von einer Schuld des selben nicht überzeugen, weshalb sie das Nichtschuldig aussprachen. Hill erhielt eine Zuchthaus⸗ strafe von 2 Jahren, Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 3 Jahren, sowie den Verlust der Fähigkeit, je wieder als Zeuge oder Sachverständiger ver⸗ nommen werden zu können.
Allerlei.
Wien, 9. Dec. Heute früh zwischen 6 und 7 Uhr wurden in Dalmatien, Bosnien und der Herzegowina ziemlich heftige Erderschütterungen von verschiedener, theil⸗ weise längerer Dauer wahrgenommen.
Wien. Der Volksdichter Anzengruber, der erst kürz⸗ lich seinen 50. Geburtstag feierte, ist infolge eines Ab⸗ cesses in der Hüftengegend, der wiederholt operirt werden mußte, gestorben.
Rom, 8. Dee. Gegen 6 Uhr früh wurden in Neapel, Urbino, Ancona, Agnone, Cbieti, Monte Saraceno und Torre Mileto mehr oder minder heftige Erdstöße verspürt.
Rom, 8. Dee. In Lodi wurde nach 6 Uhr Morgens ein länger andauerndes Erdbeben beobachtet, auch in Tarent zeigte sich um 6 Uhr 18 Minuten Morgens eine etwa 10 Sekunden währende Erschütterung mit der Rich⸗ von Ost nach West. Es ist kein Unglücksfall vorgekommen.
Singapore. Der Dampfer„Duburg“ wurde auf dem Wege von bier nach Hongkong mit 400 Passagieren an Bord vom Cyclonsturm erfaßt und ist untergegangen.
Jsraelitischer Gottesdienst in Friedberg. Sabbathfeier vom 14. Dezember. Beginn: Freitag Abend 3 Uhr 45 Min. Samstag Morgen 8 Uhr 30 Min. Samstag Nachmittag 3 Uhr 15 Min. Sabbathausgang 4 Uhr 50 Min. Wochengottes dienst von Sonntag den 15. Dezember an Morgens 7 Uhr, Nachmittags 3 Uhr 45 Min. Dienstag den 17. Dezember, Abends 35 Uhr: Be⸗ ginn des Chanukafesles.
Prämtirt in dem vorjährigen großen internationalen Wettstreit zu Brüssel wurden nur Fay's äehte So⸗ dener Mineral Pastillen. Dieselben führen alle Apotheken und Droguen handlungen. Preis 85 Pf. Ihre schleimlösende Wirkung bei Catarrhen ist ebenso bekannt wie ihr wohlthätiger Einfluß auf den Magen. 4472
Glaäubiger-Aufforderung. Forderungen und Ansprüche jeder Art an den Nach laß der verstorbenen Wittwe des Melchtor Reitz, Elisabetha von Steinfurth, sind binnen 8 Tagen bei dem unter— fertigten Amtsgericht anzumelden, wenn sie bei der Re— gultrung des Nachlasses berücksichtigt werden sollen. Bad⸗Nauhelm den 7. Dezember 1889. Großherzogliches Amtsgericht Bad-Nauheim. Bauer. 4455 Schütz.
Holzversteigerung.
Freitag den 13. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, sollen mehrere Haufen Ausputzholz und ea. 15 Stück abgängige Obstbäume versteigert werden.
Zusammenkunft am Rathhaustreppchen.
Friedberg den 9. Dezember 1889.
Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. 4465 Steinhäußer.
Taco A 1 Faselochs-Versteigerung. Freitag den 13. Dezember l. I,, Nachmittags 1 Ubr, soll ein der hiesigen Gemeinde zustehender schlachtbarer Faselochs öffentlich meistbietend auf Großherzoglichem Bürgermeisterelbureau dahter versteigert werden. Zugleich beabsichtigt die hiesige Gemeinde, einen Fasel— ochsen, etwa zweljährig, anzukaufen, und wollen sich bierauf reflektirende Besitzer solcher Thiere bei dem Unterzeichneten bis zum 14. l. Mts. melden. Bruchenbrücken den 10. Dezember 1889. Großherzogliche Bürgermeisterei Bruchenbrückeu. Wagner
4479 Sämmtliche Sorten gute Strickwolle
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Vergebung von Chaussirstein— Lieferungen und Arbeiten.
Zur Herstellung einer Zufuhrstraße auf der Baustelle für die Zellenstrafanstalt werden vergeben: Wandsteinlief.(33 ebm), Grundsteinlief.(255 ebm), Decksteinlief.(100 ebm), Steinsetzerarbeit(388 ebw), Steinschlägerarbeit(10 ebm), Chaussirarbeit 1512 qm), Erdarbeit(1037 ebm), Maurerarbeit an zwei Durch— lässen.
Angebote werden schriftlich, verschlossen, auf dem Briefumschlag als solche gekennzeichnet und portofrei bis zum 16. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, erbeten und können für jeden beliebigen Theil der Arbeiten und Liefe— rungen gestellt werden.
Butzbach den 6. Dezember 1889.
Großh. Baubehörde für die Zellenstrafanstalt Butzbach. 4437 v. Riefel.
Holzversteigerung.
Montag den 16. 1. Mts. kommen im Gemeindewald Nieder-⸗Ros bach, Distrikt Wasserdöll, folgende Holzsorten zur öffentlichen Versteigerung:
55 Stück Eichenstämme von 15—40 Centimeter Durch messer, 16,43 Festmeter Inhalt,
33„ Fichtenstämme von 1535 Centimeter Durch— messer, 14— 20 Meter Länge, 40,12 Festmeter Inhalt, 68 Raummeter Buchen- Scheiter, 10 N Eichen Scheiter, 1599 2 Buchen⸗Knüppel, 14 4 Eichen Knüppel, 32 1 Buchen⸗Stöcke, 14 8 Eichen Stöcke,
20 8 Nadel⸗Stöcke, 1406 Stück Buchen-, 550„ Eichen; und 750„ Nadel Wellen. Anfang und Zusammenkunft der Versteigerung Vor
mittags 10 Ubr im Holzschlag, zunächst dem Steinbruch. Nieder Rosbach den 9. Dezember 1889. Großherzogliche Bürgermeisterei Nieder-Ros bach. 447 Groh.
rische Rosen, veilchen, Maiblumen etc.
stets vorrätbig, desgl. künflliche Blumenkörbchen, reizen⸗ des Weihnachtsgeschenk, im Blumengeschäft von
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