.——
rr
¼2 Majorität rechtsgiltig sein solle. Der An⸗ trag wurde mit 295 gegen 217 Stimmen abge. lehnt und schließlich die Vorlage im Ganzen mit 318 gegen 205 Stimmen angenommen. Sodann nahm die Kammer die Berathung über den An⸗ trag betreffend die Sicherheit der Reisenden auf Eisenbahnen auf.
Großbritannien. London, 8. April. Das Unterhaus nahm in erster Lesung das Flotten— verstärkungsgesetz sowie die schottische Localver— waltungsbill an. 5 a
Egypten. Kairo. Die egyptische Regie⸗ rung, welche die gesetzliche Befugniß zur Con⸗ version der privilegirten Anleihe außer Zweifel stellen wollte, befragte auch drei hervorragende Mitglieder des gemischten Gerichtshofes, näm— lich den englischen, französischen und italienischen Vertreter. Dieselben bestätigen einstimmig die Ansicht der egyptischen Rechtsgelehrten, daß die Regierung gesetzlich befugt sei, die Schuld zu convertiten oder al pari zurückzuzahlen.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Gemeinderathssitzung vom 8. April 1889. Der Jagdpächter Carl Leonhard beantragt den Banquter Emil Zulzbach von Frankfurt als Theilhaber eintragen zu dürfen, was nach dem§. 10 der Pachtbedingungen nur mit Zustimmung des Ortsvorstandes zulässig. Die Genehmigung wird ertheilt und von§. 12 der Bedin— gungen abgesehen. Der Vorsitzende bringt verschiedene Schul angelegenheiten zur Kenntniß, unter Anderem auch, daß die Anmeldung zu den höheren Mädchenklassen für dieses Jahr eine außergewöhnlich große sei, so daß die Klasse von 12— 14 Jahren wahrscheinlich auf 45 steigen würde, und sei es sehr fraglich, ob der Saal, welcher nur für höchstens 36 Kinder berechnet sei, ausreiche. Er schlägt deßhalb vor, den Ausbau des zweiten Stocks auf den Pferdeställen jetzt schon in's Auge zu fassen. Der Stadtbaumeister wird bis zur nächsten Sitzung nach Ein sicht der alten Pläne seine Vorschläge dem Gemeinderath unterbreiten. Auf eine Eingabe der Todtengräber wegen Beeinträchtigung in ihrem ohnehin sehr kärglichen Verdtenst durch den früheren durchgegangenen Todtengräber Jakobi bezw. dessen Frau wurde auf Antrag der Friedhofs Com— mission seinerzeit besc lossen dem Jakobt das berufsmäßige Bepflanzen für Dritte zu verbieten. Letzterer hat nun auf die Bekanntgabe dieses Beschlusses hin Beschwerde an Großberzogl. Kreisamt dahter geführt, wurde aber mit Rücksicht auf den Beschluß der Friedhofs Commission und des Gemeinderaths abgewiesen. In dem Bericht an Großherzogl. Kreisamt wurde namentlich hervorgehoben, daß um den Wünschen, den Friedhof besuchen zu begegnen, sei die Einrichtung getroffen, daß außer der schon bisher bestimmten Zett vom 1. April bis Oktober von 7 bis 10 Uhr Vormittags und von 4—8 Uhr Nachmittags die Thüre offenzuhalten, nun auch während der Wintermonate bei gutem Wetter der Friedhof offen gehalten werde Nach— mittags von 1 bis 3 Uhr. Für diese Offenbaltung bezw. Ueberwachung des Friedhofs werde den Todtengräbern nur eine geringe Verzütung geboten mit Rücksicht auf die denselben gebotene Belegenheit für das Bepflanzen der Gräber von Privaten auch eine kleine Entschädigung zu erhalten. Es sei aber auch im Interesse der Hand habung der Ordnung geboten, daß außer den Privaten, welche ibre Gräber durch ihre eigenen Leute bepflanzten, nur Kunstgärtner zuzulassen, weil man sonst der Gefahr ausgesetzt sei, daß durch Schabernack, Neid oder Rachsucht manche Rohbetiten verübt werden könnten. Wenn aber Private durch die Einschränkung in der Wahl ihrer Arbeiten sich beschwert fühlten, oder auch mit den Todtengräbern und ibren Arbeltern nicht zufrieden wären dann sel die Fried
hofs Commisston sehr gerne zur Abhülfe der Beschwerden bereit und würde auch eventuell im Wiederholungsfalle unnachsichtig mit Entlassung aus dem Dienste vorgeben. Nach Eintritt in die Discussion über einen entsprechenden Zusatz zu der Friedhofsordnung kam man schließlich dahin überein, durch Wort und That die Privaten, welche ihre Gräber doch gegen Bezahlung bepflanzen lassen, dabin zu bestimmen, daß sie dies von den Todtengräbern besorgen lassen, dann aber auch, wenn sie unzufrieden mit deren Leistungen sind, unnachsichtig ihre Beschwerde gegen die— selben bei der Friedhofs Commission vorbringen.
Allerlei. Cassel. General Freiherr von Schlottheim ist in Folge eines Schlaganfalles gestorben. Breslau. Die Inhaber der Firma Meyer und Kauf— mann hierselbst haben 100,000 M. zu Alters pensionen für die Arbeiter ihrer Fabriken ausgeworfen.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 9. April. Fruchtpr. Watzen M. 19.25 bis 00.00, Korn M. 16.25 bis 00.00, Gerste M. 14.00 bis 15.00, Hafer M. 13.50— 14.00. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfund.
Friedberg, 10. April. Buttermarkt. Butter kostete per Pfund M. 0.90—1 M. Eier 1 St. 5, 2 Stück 11 Pf.
Grünberg, 6. April. Fruchtpreise. Weizen We. 19.30, Korn M. 17.00, Gerste M. 15 00, Hefer M. 13.60, Erbsen M. 17.00, Samen M. 20.00, Wicken M. 00.00, Kartoffeln M. 6.50, Linsen M. 00.00.
Gießen, 9. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter per Pfund M. 1.00 bis 1.10, Eier 1 Stück 5 Pfg., 2 Stück 9 Pfg., Käse per Stück 5—8 Pfg., Tauben per Paar M. 0.70—0.85, Hühner per St. M. 1 bis 1.20, Hahnen per St. M. 1.80— 2.30, Enten per St. M. 2.20— 2.50, Ochsenfleisch per Pfd. 6068 Pf., Kuh⸗ und Rindfleisch 45—54 Pf., Schweinefleisch 50- 60 Pf., Hammelfleisch 54—64 Pf. Kalbfleisch 50 Pf., Kartoffeln pro 100 Kilo M. 7.00— 7.50, Zwiebeln per Ctr. M. 8.
Frankfurt, 8. April. Fruchtbericht. Hies. Weizen
mehl Nr. 0 M. 31.50-33.50, Nr. 1 M 29.25—3 1.25, Nr. 2 M. 26.50— 27.00, Nr. 3 M. 25— 26, Nr. 4 M. 21.00 bis 22.00, Nr. 5 M 18.00-19.00, Milchbrod- und Brodmehl im Verband M. 54.00— 57.00, norddeutsche und westfälische Weizenmehle Nr. 00 M. 25.75— 26.25, Roggenmehl(hiesiges) Nr. 0 M 25.00 25.50, Nr. 670 M. 23— 23.50, Nr. 1 M. 21— 21.50, Nr. 2 M. 18.00 bis 19.00, Weizen ab unserer Umgegend M. 19.25 19.50, frei Bahn hier M. 19.75—00.00, fremder nach Qualität M. 20.50— 21.50, kurhessischer M. 20.00-00.00, nord— deutscher M. 00.00, Roggen hies. M. 15.75— 00.00, russischer M. 15.10— 15.25, Gerste, Wetterauer und Ried M. 15.50 bis 16.00, Saal und ungarische M. 18.00-20.00, Hafer, prima M. 5.50- 15.75, mittel M. 14.25— 1450„ Raps M. 00, Mais(mixed) M. 11.85 00 C00, Wetzenkleie M. 9.25, Roggenkleie M. 10, Malzkeime M. 9.6010, Spelzspreu M. 3.80— 4, Malz hochprima M. 00, Chili salpeter per April ab Rotterdam. M. 18 80, Rüböl im Detail M. 65. Die Preise versteben sich pro 100 Kilo ab hier, häufig auch loco auswärtiger Stationen.
Auszug
aus dem Civilstands-Register der Stadt Friedberg. Getraut:
Dem Waler Karl Joseph Barnas 1 Tochter, l
3. März. 3 Dem Schreiner Gottfried Kreß 1 Sohn. 8 Dem Gerber Michael Kassel 1 Sohn. 1 Frei 123 Dem Handarbeiter Gg. Biedenkopf 1 Sohn Homanto 8 Dem Barbier Heinrich Rupp 1 Sohn. 1 26% N 9 Dem Kaufm Karl Leo Eisenmann 1 Tochter, 1 Faftg, 1 188 Dem Postillon Ludwig Schmitt 1 Sohn. Zusar W. Dem Schuhmacher Jacob Schreiner 1 Sohn, Buh 2 Dem Schuhmacher Philipp Adam Hermann 9 Zöll 1 Tochter.(00 8 Dem Wirth Johann Georg Lauer 1 Tochter, 20% Dem Kaufmann Karl Grödel 1 Tochter. f 1 30. Dem Fabrikarbeiter Johs. Heinrich Philly Goldmann 1 Tochter. Mont Gestorben: gemelnd 18. Januar. Der Backsteinmacher Johann Jacob Donges, sulgendee 45 Jahre alt. 19 200 5. März. Ludwig Bischoff, Sohn des Handarbeiterß 6000 Karl Friedr. Bischoff, 1 Jahr 6 Monate alt, 60b0 189 5 Die Dienstmagd Käthchen Geiß, 44 Jahre alt 450 8 Emma Maria Bender, Ehefrau des Rentner 1 Christian Konrad Bender, 52 Jahre alt. Die 175 Die Handarbeiterin Katharina Baumbach, Fanen 66 Jahre alt. Ob. 1 Der Bierbrauer Pius Beck, 44 Jahre alt 0 18 Der Gerber Hr Karl Müller, 86 Jahre alt 1902 18 Der Landwirth Johs. Ewald, 50 Jahre alt,— 1 Anna Schultheis, Tochter des Huͤlfsbremserz g Dominikus Schultheis, 1 Jahr 5 Monate alt b 5 August Karl Kniß, Sohn des Schuhmacher Georg Kniß, 2 Jahre alt. 2 Max Appel, Soͤhnchen des Metzgers Mosez Appel II., 2 Jahre 4 Monate alt. Das 1 Das Vorkommen von Viehscuchen im Großber⸗ 1115 zogthum Hassen duledber während des Monats Februar 1889. Die For Milzbrand wurde festgestellt am 7. Februar in 1 Die zu Ober-Mörlen, im Kreise Friedberg, am 11. Februar in Heppenheim und am 27. Februar in Lörzweiler im Kreise] Frie Oppenheim, bei je einem krepirten Rinde. 1497
Die Maul- und Klauenseuche in Bodenheim, im Kreise Oppenheim, ist erloschen. 1
Der Bläschenausschlag unter dem Rindvleh in Unter Schmitten und Calbach, im Kreise Büdingen, und Die!
in Nieder⸗Rosbach, im Kreise Friedberg, ist erloschen. helm be In Heidelbach, im Kreise Alsfeld, herrscht die Seuche daselbst noch fort. Festgestellt wurde dieselbe am 2. Februar in Stallun Stammheim, im Kreise Friedberg, und am 18. Februar aus fre in Schwabenrod, im Kretse Alsfeld. sowohl
Dte Räude gilt als vorhanden unter den Schofen wecken
in den Orten des Kreises Alsfeld: Vadenrod, Eudorf salben a und Erbenhausen; in den Orten des Kreises Büdingen: Kau Dauernheim, Bindsachsen, Bleichenbach und Ober Mock⸗
des An stadt und in einem kleinen Schafbestand in einem Ge⸗ e höfte bet Trebur, im Kreise Groß Gerau. Alen 2 ö Für den Tambour von Chambord 15 gingen ferner nachverzeichnete Gaben ein: Kammerrath Fre⸗ verbess senlus in Assenheim 5 M., Fr. R. 3 M., L. P. 1 M., Un⸗ deutsch genannt in Nieder Wöllstadt 2 M., Kriegerverein in Ock⸗ ermäßs stadt 3 M. 50 Pf., Kriegerverein in Schwalheim 3 M. übriger Weitere Gaben nimmt entgegen Tuffstel Die Expeditlon des Oberhessischen Anzeigers. Jeraelitischer Gottesdienst in Friedberg. 5 Sabbathfeler vom 13. April 1889.. Beginn: Freitag Abend 6 Uhr 15 Min. Samstag Morgen 8 Uhr. 9 Samstag Nachmittag 4 Uhr.
Sabbathausgang 7 Uhr 35 Min. 0 Wochengottesdienst von Sonntag den 14. April an
3. März. Der Großherzogl. Steuer Aufseher Wilhelm Wagner von Kelsterbach mit Elisabetha Mar— garetha Zehner von Hanau.
. Der Weißbinder Gg. Fr. Wilh. Kautz von hler mit Maria Dorothea Hestermann von Burg Gräfenrode. 1 Der Landwirth Job. Fr. Wilh. Müller mit 0 Wilhelmine Louise Lebeau, beide von hier. Geboren: 28. Febr. Dem Schlosser Friedrich Christian Hanstein 1 Tochter. 3. März. Ein unehelicher Sobn f
Morgens 6 Uhr 15 Min., Nachmittags 5 Uhr 30 Min. Dienstag den 16. und Mittwoch den 17. April 1889: Pesachfest
Bekanntmachung.
Freitag den 12. d. Mis, Vormittags 11 Ubr, werden am Kunstrad Nr. 4 bei Schwalheim 33 Haufen alte Kunststangen und bölzerne Röhren loosweise öffentlich meistbietend gegen Baarzablung verstelgert.
Bad Nauheim, 9. April 1889 Großherzogliches Salinen, und Bergamt Bad Nauheim
Jäger. 1511
— 122 W Submission.
Die Lieferung von 22 Straßenlaternen mit guß essernen Armen für die Gemeinde Gambach soll auf dem Submissionsweg vergeben werden
Die Bedingungen und Voranschlag liegen bei uns offen und können zu jederzeit eingeseben werden.
Die Angebote find schriftlich, versiegelt und frei bis zum 20. d. Mis. mit dem Vermerk„Lieferung bon Straßenlaternen“ bei uns einzureichen.
Gambach den 4. April 1889.
Großherzogliche Bürgermelsterei Gambach. Reuhl.
„ 5 F Gärtner-Gesuch. Ein Gärtnergehülfe, sowie 2 bis 3 Taglöhner für
Gartenarbeit sofort gesucht.
L. Linkmann, Gärtner, Bad⸗Nauheim.
1494
1473
— 5 51 Holz-Versteigerung. Freitag den 12. April l. J., von Vormittags 9 Uhr an, werden in dem Fretherrlich von Ritter'schen Walde bei Hof Hasselheck versteigert: ö 18 Nadel Stämme von 6-10 Mtr. Länge, 25 Nadel Stangen, 2 Fichten ⸗ Stangen, 16 Raummeter Nadel-Scheit⸗, 64 3 Nadel⸗Knüppel, 1385 Eichen-Durchforstungs Wellen, 2458„ Ausjätungs Wellen, 2800 Nadel Wellen, 142 Fichten Wellen, 93 Dorn Wellen, S800 Gebund Ginstern. Mit dem Verkauf der Aus jätungs Wellen wird am Tannen Acker der Anfang gemacht. Friedberg den 4. April 1889. In Auftrag der Freiberrlich von Ritter'schen Guts verwaltung zu Rüdesheim: Heidt.
1491
Zwei Nealschüler
Wo? sagt die Exped. 1142
Kindersitzwagen
Kleine Köhlergasse Nr. 411.
können Kost und Logis erhalten des Anzeigers. Ein gebrauchter ist zu verkaufen.
1486
Arbeits-Vergebung. dale,
Schriftliche Angebote zur Herstellung des Innern der 120 Synagoge zu Nieder Mockstadt können für die 2 Maurerarbeit, veranschlagt zu 9,50 M., und Weiß binder⸗ arbeit, veranschlagt zu 180 M., versiegelt und portofrel bis längstens zum 25. d. Mts. bei dem Vorsteher der israelitischen Gemeinde daselbst eingereicht werden, wo— selbst auch Voranschlag und Bedingungen zur Einsicht der Interessenten offen gelegt sind.
Nidda den 8. April 1889.
Der Bezirks bauaufseher
1489 Kraft.
Versteigerung von Eichenlohrinden. 0
Samstag den 13. April l. J., Nachmittags 1 Uhr, sollen auf der Gemeindestube dahter die Eichenlohrinden der 18891 Ernte hiesigen Gemeindewaldes— ca. 1800
Centner— versteigert werden. 5 Ober-Mörlen am 8. April 1889. 14 Großherzogliche Bürgermeisterei Ober-Mörlen. In 1490* Jeck 8 5 „Eine gebrauchte, jedoch in sehr gutem Zustande be⸗ g flug 5 findliche 4 5 184 Meter 1420 Sa dl sche Säemaschine, breit, u 15 Reiben, ist preiswürdig zu verkaufen. 0 S Nieder⸗Eschbach. J. Steinmetz, Wiz 1451 mechaalsche Werkstatt. et . 3


