Ausgabe 
9.11.1889
 
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Personen, bezüglich deren Aufenthaltsorts Auskunft begehrt wird: Jakob Jene, Schubmacher aus Vilbel, zuletzt bei Andreas Hinkel daselbst in Arbeit Erledigungen. Mein unterm 19. Juli l. J gegen Peter Erb von Odenhausen erlassenes Ausschreiben nehme ich als durch Gendarm Hofmann in Groß⸗ Karbe sowie mein unterm 9. September l. J gegen Adolf Gütig von Oberneck erlassenes Auschreiben als durch Wachtmeister Lommel in Dieburg erledigt zurück. 0

Friedberg den 5. November 1889.

Der Großherzogliche Amtsanwalt: Krämer.

Deutsches Reich.

Romrod, 6. Nov. Der Großherzog be gab sich gestern zur Jagd bei Ermenrod. Nach der Jagd reiste Prinz Albert Viktor von Schles wig⸗Holstein nach Darmstadt zurück. Der Groß herzog wird heute nach der Jagd, welche bei Vadenrod stattfindet, die Rückreise nach Darm stadt antreten.

Darmstadt, 6. Nov. Die Prinzessin Ludwig von Battenberg reist heute abend nach Malta ab.

Militärdienstnachrichten. Fulda, Hauptm. vom 2. Gr. Inf. Regt. Nr. 116, wurde zur Dienstleistung bei dem Generalkommando des ersten Armee Corps kommandirt.

Der Amtgerichtsdiener Zentner in Hirsch horn wurde zum Gerichtsvollzieher zu Hirschhorn ernannt.

Mainz. Das Kreisamt hier vorbot auf Grund des Socialistengesetzes den aus Arbeiter kreisen gegründeten Verein zur Erzielung volks thümlicher Wahlen.

Berlin, 6 Nov. Reichstag. Bei der heute fort gesetzten Berathung des Sociallstengesetzes spricht zunächst Minister Herrfurth sich dagegen aus, daß das Gesetz einen Theil des Volkes bedrücke, sowie, daß das Gesetz ein Ausnahmegesetz sei. Das Gesetz stehe auf dem Boden des gemeinen Rechts. Die Regierung könne nicht ganz auf die Aus weisung und die Coneessionsentziehung ver zichten, doch set dies nur die ultima ratio für den Fall, daß sich die Regierungen nicht anders helfen könnten, und hoffe man, der gefährlichen Wirkung der Ausweisungen begegnen zu können. Die Soetaldemokratie sei eine geistige Macht, die nur durch die Vereinigung von Staat, Ge meinde und Schule, durch freie Liebesthätigkett der Ge nossenschaften, durch soelale Reformen im Staat und im Reich überwunden werde. Das Gesetz solle die Wege hierzu ebnen. Solange aber die Mittel und die Wege dazu fehlten, dürfe die Regierung das Rüst zeug nicht zur Seite legen. Das Gesetz sel eine zwingende Noth wendigkeit. Es handle sich um die Sicherheit des Staates; hier gelte: Das Heil des Staates ist das oberste Gesetz! (Lebhafter Beifall.) 7. Nov. Der Reichstag setzte die erste Berathung des Soeiallstengesetzes fort.

6. Nov. Bei der Berathung des Reichs postetats in der Budgetcommission wurden die dauernden Ausgaben des Etats bewilligt. Bei den einmaligen Ausgaben wurden die Forde⸗ rungen für Herstellung von Dienstgebäuden mit geringen Abstrichen genehmigt. 7. Nov. Die Budgetcommission des Reichstags erledigte heute den Etat der Post und Telegraphenverwaltung und ging zur Berathung des Etats des Aus wärtigen Amts über.

7. Nov. Der Reichskanzler warde wieder aus Konstautinopel und von den Dardanellen durch Telegramme vom Kaiser ausgezeichnet

Ueber London verlautete gerüchtweise, Dr. Peters sei mit seinem ganzen Gefolge, außer einem Eu opäer und einem Somali, niederge metzelt worden. Die Nachricht wird der hiesigen Ostafrikanischen Gesellschaft bestätigt. Von den beiden Geretteten soll der eine der Lieutenant v Tiedemann, Sohn des Regierungspräsidenten, sein. Der Ueberfall bat von Seiten der Massais stattgefunden. Ueber Capitänlieutenant Rust und O. Borchert, wird gemeldet, daß sie, da sie den zweiten Theil der Expedition führten, zur Zeit des Ueberfalls nicht mit Dr. Peters vereinigt gewesen seien

Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Pest, 6. Nov. Das Abgeordnetenhaus lehnte mit 243 gegen 70 Stimmen den Autrag Iranyi's, den Honvedmi nister Fejervary wegen der Monoder Fahnenan gelegenheit in Anklagestand zu versetzen, ab.

Frankreich. Paris, 6. Nov. König Milan ist gestern behufs Theilnahme an Jagden nach Wien abgereist.

DiePatrie und dasJournal des Debats sagen in einem analogen Artikel über den Besuch des Prinzen von Wales in Egypten, die Franzosen in Kairo haͤtten nicht durch ihre Gegenwart sich Kundgebungen anschließen wollen,

welche anscheinend einer thatsächlichen Lage, welche nichts anderes als eine dreiste Verletzung des internationalen Rechts sei, die officielle Weihe ertheilt hätten.

Italien. Rom, 6. Nov. Gestern Abend drangen einige Individuen in das Haus des italienischen Geschäftsträgers in Tanger, Marquis Galletti, während dessen Abwesenheit ein und stahlen Silber und Werthgegenstände. Der Marquis, welcher während der Anwesenheit der Diebe zurückkehrte, wurde mißhandelt und muß infolge dessen das Bett hüten. Die Behörden machen energische Anstrengungen zur Entdeckung der Diebe; dieselben sollen Mauren sein.

Nach den officiellen Feststellungen über steigen die Einnahmen der Staatskasse im Okt. 1889 diejenigen des Oct. 1888 um 10½ Mill. Die Einnahmen vom 1. Juli bis zum 31. Oct. 1889 übersteigen diejenigen der gleichen Periode des Vorjahrs um 29½ Millionen.

Türkei. Konstantinopel, 6. Nov. Nach einer Morgenspazierfahrt stattete Kaiser Wilhelm heute dem Sultan einen Abschiedsbesuch ab. Um 11½ Uhr holte der Sultan die Majestäten zur Fahrt nach Dolma-Bagdsche ab, woselbst die Würdenträger, das Gesandtschaftspersonal ꝛc. derselben harrten. Bei dem Frübstück saß der Kaiser zur Linken, die Kaiserin und Prinz Heinrich zur Rechten des Sultans. Die Majestäten unter⸗ hielten sich lebhaft und verweilten später eine halbe Stunde im Kaffeesaal. Inzwischen versammelten sich die- Würdenträger ꝛc. auf der zum Bosporus führenden Treppe. Einige Minuten vor zwei Uhr erschienen die Majestäten unter dem Vor tritt des Ceremonienmeisters Munir; der Sultan fübrte die Kaiserin, der Kaiser befand sich in Husarenuniform. Der Kaiser und die Kaiserin verabschiedeten sich dann von dem Großvezier und dem Minister des Aeußern, indem sie den selben die Hand reichten und ihre hohe Befriedi gung über den Aufenthalt in Konstantinopel aus drückten. Ebenso verabschiedete sich das Kaiser paar von dem mit der Eisenbahn reisenden Ge folge und begab sich dann auf die Landungstreppe, wobei die deutschen und türkischen Schiffe Salut schüsse abfeuerten. Der Abschied des Sultans von den Majestäten war sehr herzlich; der Kaiser sagte, er werde den Aufenthalt nie vergessen und wiederholte seine Worte, indem er dem Sultan mehrmals die Hand schüuͤttelte. Dieser dankte in gleichem Sinne. Nach wiederholter Begrüßung des Gefolges und der Würdenträger begab sich die Kaiserin auf dieHohenzollern, der Kaiser und Prinz Heinrich auf denKaiser; der Sultan kehrte in das Jildiz-Palais zurück und verabschiedete sich auf das huldvollste vom Grafen Herbert Bismarck, welchem er Grüße für den Reichskanzler auftrug. Um 2 Uhr ver ließen die kasserlichen Schiffe den Bosporus, Graf Bismarck und ein Theil des Gefolges reisten mit Sonderzug nach Wien. Dieser Theil des Gefolges trifft das Kaiserpaar wieder in Venedig, während Graf Bismarck sich wahr scheinlich in Pest und Wien aufhält.

Serbien. Belgrad. König Milan benach richtigte die Regentschaft, er werde auf einige Tage nach Belgrad kommen.

Australien. Melbourne, 6. Nov. Das englische KriegsschiffRoyalist bombardirte mehrere Dörfer auf den Salomoninseln, wo unlängst von den Eingeborenen der Engländer Nelson ermordet und mit drei eingeborenen Knaben verzehrt worden war. Die Bewohner der Dörfer flüchteten ins Gebirge.

Aus Stadt und Land.

Friedberg. Ein in voriger Woche durch Polizel diener Fourier und Gendarm Steinbach bier verhafteter Stromer, entpuppte sich als ein von verschiedenen Gerichten und Poltzeibehörden wegen vierföchen Raubs, Einbruchs und Diebstahls seit Jahren gesuchter Gauner. Derselbe wurde zunächst der Staatsanwaltschaft in Neuwied zu⸗ geführt.

n. Stammheim. Sonntag d. 3. Nov. wurde m Walde zwischen Nieder⸗Florstadt und Stammheim eine Fru

von hier von einem Fremden angefallen und vergewaltigt.

Man glaubt, dem Tbäter auf der Spur zu sein. 08 ist um so mehr zu wünschen, daß der Unhold seiner val dienten Strafe nicht entgeht, als der Zustand der ara Frau, die schon jahrelang an epileptischen Anfällen leid e, ein sehr bedauernswerther ist.

Darmstadt. Eine hier verbreitete Nachricht, de Gräfin Hartenau, Gemahlin des Fürsten Alexander v. Battenberg, sei im Wochenbett gestorben, erweist sih als unwahr. Die Gräfin erfreut sich der besten Gesun d heit und erwartet ihre Niederkunft erst Ende December

Allerlei. 1

Newyork, 4. Nov. Auf der Santa FJé⸗Eisenbah unweit Brownwood, Texas, entgleiste gestern ein Personen, zug. Die Waggons stürzten einen steilen Damm hinunie und geriethen durch die Oellampen in Brand 40 Passo⸗ giere erlitten Verletzungen, 4 Schwerverletzte sind bereit gestorben. Niemand scheint Brandwunden davongetragen zu haben, da alle Passagiere die zertrümmerten Waggon;

verlassen hatten, ehe dieselben in Brand gerathen warn

Handel und Verkehr. Frankfurt, 6. Nov. Wochenmarkt. Erbsen gang!

per Pfd. 1218 Pf., do. geschälte 1418 Pf., Au

1828 Pf., weiße Bohnen 16 18 Pf., gelbe Kartoffeln pm Gescheid 14 16 Pf., rothe Kartoffeln per Gescheld 12 bg 14 Pf., neue Mäuschenkartoffeln per Gescheid 30 Pf., Butter per Pfd. M. 1.10 1.25, Eier das Stück 5 b 6 Pf., Blumenkobl 3070 Pf., Kopfsalat 510 Pf., Sellerieköpfe 5 15 Pf., Romainsalat per Stück 15 bie 20 Pf., Zwiebeln 25 Pf., per Centner M. 7.8, Carotten das Päckchen 8 10 Pf., Kohlraben das Stüc

46 Pf., gelbe Rüben die Portion 68 Pf., roth

Rüben 1520 Pf., Radieschen 23 Pf. das Päckchen, Rettig das Stuck 48 Pf., Weißkraut das Stück 8 bis 15 Pf., Rothkraut 1225 Pf., Wirsing 12 15 Pf Endiviensalat 5 10 Pf., Schwarzwurzel 4050 Pf Cronberger Kastanlen per Pfund 12 15 Pf., italienischg 18 bis 20 Pf. franz. Sellerie 4050 Pf.

Verlorenes oder vergessenes Reisegepäck. Für den ge⸗ sammten Bereich der Eisenbahnen Deutschlands ist lehr nach einheitlichen Grundsätzen ein Melde- und Nachforsch⸗ ungsdienst eingerichtet worden, welcher den Zweck hal den Reisenden die Nachforschung nach vermißten Gegen, ständen auf und nach Abschluß der Reise thunlichst z erleichtern. In erster Linie wurde von jeder Eisen bahn, meist am Sitze der Verwaltung, ein Fundbureau errichleh an welches jeder Fund im Bereiche der betreffenden Elsen, bahn ungesäumt gemeldet wird. Ferner liegen auf alle Stationen Formulare für Verlustanzeigen zur kostenfrelen Benutzung auf. Jede derartige Anzeige wird von dem Stationsvorsteher, nach Prüfung ihrer Deutlichkeit und Vollständigkeit, alsbald auf dem Dienstwege gebührenfrel an das Fundbureau eingeschickt. In gleicher Weise sind Schreiben von Reisenden, welche sich auf verlorene Gegen⸗ stände beziehen, ohne Verzug an das Fundbureau abzu⸗ geben, insofern die Stationen die Erledigung nicht sofoft selbst bewirken können. Wird von Reisenden der Verlus alsbald wahrgenommen, so kann gegen Vergütung von 50 Pf. auch eine Eisenbahn-Drahtdepesche abgesandk wer⸗ den, deren Fassung aber dem Stations beamten zu über⸗ lassen ist. Die Fundbureaus setzen sich je nach Sachlage mit den Fundbureaus der Nachbarbahnen in Verbindung. Sollen Fundsachen auf Wunsch der Reisenden diesen mlt der Eisenbahn nachgeschickt werden, so kostet das ohne Rücksicht auf Zahl und Gewicht der verlorenen Gegen⸗ stände und das Ziel der Nachsendung 50 Pf. für den einzelnen Fall.

Literarisches.

Soeben ist der 79. Jahrgang von Leske's Schrelb⸗ und Geschäfts Kalender erschienen. Seit den 79 Jahren seines Bestehens bietet er: 1 Kalender und Notlzenblätter für alle Tage des Jahres, 1 Kalender der Juden, 1 Kassa⸗ buch, die Interessen⸗ Rechnung von 3 bis 60%, Umrech⸗ nungstabellen von 6 verschiedenen Währungen in die jeßlge Deutsche Reichswährung, viele wichtige und höchst interes⸗ sante, im Geschäftsleben wohl zu verwendende Notizen, 1 Post⸗ nnd Gebühren-Tarif für Telegramme, aus führlichen Verloosungs⸗Kalender, sowie sehr verwerthbare statistische Notizen in Betreff des Großherzogthums Hessen und schließlich 1 ausführliche Genealogie der Regenben aller hohen fürstlichen Häuser und zwar alles dies sauber und solid gebunden zu dem Preis von Mk. 1,25. In Friedberg zu beziehen durch dle Buch⸗ handlung von Carl Bindernagel.

Geld Cours.

Frankfurt am 7. November 1889. Geber. Nehmer. M.

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