—
—
§ 16(Lohnklassen) wurde nach längerer Debatte unter Ablehnung aller principiellen Aendernngs— anträge in der Fassung der Commission mit den von den Abgg. Grafen Adelmann und Stumm vorgeschlagenen vorwiegend redactionellen Ab— änderungen in den Einzelbestimmungen ange— nommen,§ 17(Lohnsätze) ohne Debatte ge— nehmigt und die§§ 18, 18a, 18b und 19(Be— rechnung der Renten) wegen zahlreicher neuer— lich dazu eingebrachter Abänderungsanträge an die Commission zurückverwiesen. Der§ 20 wurde ohne Debatte angenommen;§ 21 ist von der Commission abgewiesen, die§§ 22 und 23 an anderer Stelle untergebracht worden.§ 23a wurde angenommen, die Berathung des§ 23b ausgesetzt. Die§§ 24 und 25 wurden nach un— erheblicher Debatte angenommen.
— Das Abgeordnetenhaus verwies den Ge— setzentwurf betreffend die Unterhaltung der nicht schiffbaren Flüsse in Schlesien an die verstärkte Ueberschwemmungscommission, den Gesetzentwurf über die Aenderung der Amtsgerichtsbezirke an die Justizcommisston.
— 6 April. Nach dem„Fr. J.“ beschloß gestern die Wahlprüfungs Commission des Abge— ordnetenhauses die Wahlen der Abgeordneten Metzler und v. Hergenhahn(11. Wahlkr. des Reg. Bez. Wiesbaden) zu beanstanden und die Staats— Regierung um Beweis-Aufnahme der im Wahl— proteste enthaltenen Behauptungen zu ersuchen.
— Die„Köln. Ztg.“ meldet aus Sansibar: Auf Befehl Wißmann's wurde auf dem Fest— lande die deutsche Flagge neben der Flagge des Sultans an Stelle der Flagge der ostafrika— nischen Gesellschaft gehißt.
Kiel. Die Kreuzer-Corvette„Sophie“ ist von Sansibar und das Kanonenboot„Wolf“ von Java nach Apia beordert.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 5. April. Die Leiche des Kronprinzen Rudolph wurde heute in der Kapunnerkirche definitiv beigesetzt.
— 6. April. Abgeordnetenhaus. Bei der fort— gesetzten Berathung des Finanzetats theilte Sec— tionschef Niebauer mit, die Regierung sei be— reits mit dem ungarischen Ministerpräsidenten wegen der Regulirung der Valuta in Unter— bandlung getreten. Die letzte diesbezügliche Note sei am 25 Februar abgegangen.
Pest, 5. April. Das Abgeordnetenhaus ge— nehmigte einstimmig die Suezeanal-Convention, ferner die Gesetzentwürfe betreffs Convertirung der Prioritäts Obligationen der Kaschau Oder— berger Bahn; auch der Bau einer strategischen Eisenbabulinie Dees Zilah wurde einstimmig angenommen.
— 5. April. Oberhaus. In der heutigen Sitzung der Ausschüsse bekämpfte Andrassy die Idee einer selbstständigen ungarischen Armee und trat eutschieden für die Gemeinsamkeit des ͤster reichischen Heeres ein, die ein Lebensbedürfniß für die Monarchie sei. Deutschland würde eine getheilte Heereskraft ebensowenig gleichwerthig finden, als wer, wenn z. B. an Stelle des ver— einigten deutschen Heeres ein bayerisches, würt tembergisches und sächsisches trete. Die ver— einigten Ausschüsse nahmen nach fast sechsstündiger Verhandlung das Wehrgesetz unverändert an.
— Außer Szilagyt als Just'zminister treten Graf Szapary als Handelsminister und Weckerle als Finanzminister in das Cabinet Tisza ein. Baroß wird vorläufig die Leutung des Ministe— riums des Innern behalten, der Ministerpräsi dent Tisza wird sich auf das Ministerpeäsidium beschränken
Schweiz. Bern. Der Ständerath erklärte mit 23 gegen 19 Stimmen nach Confessionen getheilte Schulen als unvereinbar mit der Bun— des verfassung.
Belgren Brüssel. Eine Depesche des Gouverneurs des Congostaates bestätigt den siegreichen Vormarsch Stanley's und Emin
Pascha's gegen Sansibar. Frankreich. Paris, 6. April. Der Proceß gegen die Patriotenliga wurde heute beendet.
Der Gerichtshof verkündete das Urtheil, nach welchem die Angeklagten bezüglich des Haupt⸗ punktes der Anklage, Theilnehmer an einer ge— heimen Gesellschaft gewesen zu sein, freigesprochen, doch der Theilnahme an einer behördlich nicht genehmigten Gesellschaft schuldig befunden und deshalb zu je 100 Francs Geldbuße und zur Tragung der Prozeßkosten verurtheilt werden.
— Der Ministerrath beschloß, daß das Decret, welches den Senat als obersten Gerichts— hof einsetzt, vorgelegt werden soll, und daß Bou— langer und alle übrigen Personen, gegen welche infolge der geführten Untersuchung die Anklage erhoben werden wird, vor den Senat als obersten Gerichtshof gestellt werden sollen.
Italien. Rom, 6. April. Crispi beant— wortete im Senate eine Interpellation Parenzo's und erinnerte daran, daß er selbst gegen die Expedition nach Massauah gewesen sei. Nachdem solche erfolgt, Blut vergossen und Geld ausgegeben sei, wäre es nicht klug gewesen, sich zurückzuziehen. Obwohl die jüngsten Ereignisse verführerisch er— schienen, werde die Regierung sich weder in Ver— suchung führen, noch sich zum Rückzug verleiten lassen; er bitte, es der Regierung zu überlassen, was sie thun solle. Massauah aufzugeben, ohne Nutzen davon zu ziehen, sei unmöglich; der Besitz einer Station am Rothen Meere sei zweckmäßig.
Rumänien. Bukarest, 3. April. Kammer. Rosetti theilte mit, daß das Cabinet seine Ent— lassung gegeben hat. Die Sitzung wird aufgehoben.
Aus Stadt und Land.
rr. Friedberg. Der Gesangverein„Liederkranz“ hier ist wie bekannt Mitglied des Mainthal-Sänger— Bundes und bestimmen die Satßungen des Letzteren, daß alle zwei Jahre ein Sängertag abgehalten werden soll. An unserem„Liederkranz“ ist nun die Reihe, das Fest in diesem Jahre zu übernehmen und hat sich bereits auf Einladung desselben am vorigen Mittwoch ein Comité ge— bildet. Einstweilen set gesagt, daß die Herren Bürger— meister Steinhäußer als erster und Ludwig Weiß als zweiter Festpräsident gewählt wurden. Als Festtag ist der 23. Juni bestimmt. Der sehr geräumige großherzogl. Schloßbof ist zum Festplatz ausersehen und ist bereits von hoher Seite Genehmigung hierzu ertbeilt worden. Die Wirthschaft hat Gastwirth Thuy von Vilbel übernommen. An Unterstützung und Betheiligung seitens unserer hiesigen Bewohner wird es wie gewohnt, nicht fehlen und ist sicher anzunehmen, daß, wenn uns das Wetter günstig ist, das Fest befriedigt verläuft und den sich früher in unserer Stadt abgehaltenen Festen würdig anreiht.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 6. April. Buttermarkt. Butter kostete ver Pfund M. 0.90— 1 M. Eier 1 St. 5, 2 Stück 11 Pf. Gießen, 6. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter per Pfund M. 1.00 bis 1.05, Eter 1 Stück 5 Pfg., 2 Stück 9 Pfg., Käse per Stück 5—8 Pfg.,
Tauben per Paar M. 0.70—0.85, Hühner per St. M. 1
bis 1.20, Hahnen per St. M. 1.80 2.30, Enten per St. M. 2.20— 2.50, Ochsenfleisch per Pfd. 6068 Pf., Kuh— und Rindfleisch 45—54 Pf., Schwelnefleisch 50 60 Pf., Hammelfleisch 54—64 Pf. Kalbfleisch 50 Pf., Kartoffeln pro 100 Kilo M. 6.50— 7.50, Zwiebeln per Ctr. M. 8.
Frankfurt, 5. April. Engros⸗Markt. Heu pro 100 Kilo M. 7.20—9 00, Stroh pro 100 Kilo M. 6.60 bis 760, Butter pro 50 Kilo M. 95.00 100, Eier das Hundert M. 5.00—6., Erbsen 100 Kilo M. 18 bis 23.00, do. geschälte M. 20— 30, Linsen M. 34 bis 52, weiße Bohnen M. 23.—25 50, Blumenkohl 100 Stück M. 25.00—50.00, Sellerteköpfe 100 Stück M. 5.— 10, franz. Kopfsalat 100 Stück M. 10— 12, Romainsalat 50—80 Pf, Endivien 100 Stück M. 18, Nüsse per Ctr. M. 20 bis 25, Haselnüsse per Centner M. 35 bis 45, italtenische Kastanien 14—18 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 6.50— 8.00, französische Zuckerschoten M. 1.20, franz. Erbsen per Pfund 60 Pf., neue Gurken per Stück 2 M.
Frankfurt, 6. April. Wochenmarkt. Erbsen ganze per Pfd. 12— 18 Pf., do. geschälte 14— 18 Pf., Linsen 18-28 Pf, weiße Bobnen 16— 18 Pf., biesige Kartoffeln per Gescheid 10-12 Pf., krause Endivien 00-00 Pf., Butter per Pfd. M. 1.15— 1.25, Eier das Stück 5 bis 6 Pf., Blumenkohl 40—70 Pf., frische Suppenspargeln das Päckchen 20— 40 Pf., frische Spargeln das Pfd. M. 2.00 bis 3.50, franz. Kopfsalat das Stück 14— 18 Pf., Sellerte⸗ köpfe 5— 20 Pf., franz Sellerie 00—00 Pf., engl. Sellerie 600—00 Pf., franz. Romainsalat per Stück 60—00 Pf., Wirsing per Stück 10—15 Pf., Zwiebeln per Gescheid
20—00 Pf., per Centner M. 7.00— 9.00, Weißkraut per St. 15— 25 Pf., neuer Lattigsalat die Port. 20 30 Pf., Nüsse per Pfund 20—28 Pf., Mauskartoffeln per Ge— scheid 20 bis 25 Pf., Spinat 50—70 Pf., Rosenkohl 70-100 Pf., Schwarzwurzel 5070 Pf., gelbe Rüben die
rothe Rüben per Portion 20—30 Pf., Grünkohl 40 bis 50 Pf., Kastanien das Pfund 15— 16 Pf., Rapunzel die Port. 50-70 Pf., franz. Erbsen per Pfd. 60—70 Pf., neue Gurken das Stück M. 2, Malteser Kartoffeln ver Pfund 12— 15 Pf. f
Portion 15—20 Pf., weiße Rüben das Stück 0 Pf., g
Eingesandt. K. F. Die Prüfung der Schüler der Ackerbauschule
zu Friedberg fand Samstag den 23. März d. Js. in Die Prüfung, so⸗
dem Locale der Ackerbauschule statt. wohl mündlich wie schriftlich war eine sehr gute zu nennen, denn sämmtliche Fragen wurden von den Schülern sicher
beantwortet, ohne daß man den Eindruck des Angelernten
empfing. Die Gegenstände waren also geistiges Eigen tbum der Schüler geworden. Oeconomierath Müller von Darmstadt, welcher die Prüfung durch seine Gegenwart beehrte, sowie Kreisrath Dr. Braden sprachen sich daher über die Leistungen sehr lobend aus, jedoch ebenfalls mit dem größten Bedauern, daß die Schule so schwach, baupt⸗ sächlich aus der Umgegend besucht wurde. Viele unserer
Landwirthe leben in dem großen Irrthume,„praktische
Arbeit genüge vollkommen, um ein tüchtiger Landwirth zu sein“; doch dann muß man mit einem entschiedenen„Nein“ entgegentreten und ihnen sagen:„Ein Landwirtb muß neben praktischen auch theoretische Kenntnisse besitzen, um als solcher etwas Tüchtiges zu leisten. Den Lehrern dieser Schule, welche keine Arbeit noch Mühe scheuen, um in dieser kurzen Zeit den jungen Leuten, welche die Schule besuchen, etwas Tüchtiges zu lehren, gebührt daher der vollste Dank. Daher möchte ich als Vater eines Schülers an sämmtliche Landwirthe der Wetterau, weil von dieser Seite der Besuch gerade am schwächsten, sie werden ge— wiß zu ihrer Freude Erfolge sehen, wenn auch nicht alles
Gelernte sofort in baar Geld umgesetzt werden kann, mit
der Bitte herantreten, ihre Söhne den Winter einmal einige Monate zu entbehren, um dileselben die Ackerbau⸗ Schule besuchen zu lassen.
Bekanntmachung.
Am 8. April wird die im Landbestellbezirk des Post⸗ amts in Butzbach am Landpostkurse Butzbach⸗Münster (Kreis Friedberg, Hessen) belegene Posthülfstelle in Nieder⸗ weisel in eine Postagentur umgewandelt. Die Verwaltun dieser Postagentur ist dem Herrn Bürgermeister Christop Krausgrill III. daselbst übertragen worden.
Der Postverkehr der neuen Postagentur wird durch eine neu einzurichtende täglich verkehrende Botenpost, ferner an Wochentagen durch die Landposten Butzbach⸗ Niederwetisel bezw. Münster(Kreis Friedberg, Hessen) an Sonntagen durch einen Landbriefträger zu Fuß vermittelt.
Die Dienststunden für den Verkehr mit dem Publikum werden wie folgt festgesetzt:
a. an Wochentagen: von 8—10 Vorm., 2—3 Nachm. und 5—7 Nachm. b. an Sonntagen und gesetzlichen Felertagen: von 8—9 Vorm. und von 5—6 Nachm.
Die Bestellung der Postsendungen in Niederweisel wird wochentäglich dreimal um 880 Vorm., 3 Nachm. und 680 N., an Sonntagen einmal um 8 V. stattfinden.
Darmstadt, 4. April 1889.
Der Kaiserliche Ober Postdireetor. Clavel.
Repertoir⸗Entwurf der vereinigten Stadt⸗Theater in Frankfurt. Opernhaus. Dienstag den 9.: Rienzi. Gewöhnliche Preise. Mittwoch den 10.: Vorstellung bei ermäßigten Preisen.
Fatinstza. Außer Abonnement. Donnerstag den 11.: Die Quitzow's. Kleine Preise. Kleine Preise.
Freitag den 12.: Geschlossen.
Samstag den 13.: Die Quitzow's.
Sonntag den 14.: 3½, Uhr: Reise um die Erde. Abonnement. Ermäßigte Preise. Mignon. Gewöhnliche Preise.
Montag den 15.: Geschlossen.
Schauspielhaus. Dienstag den 9.: Eine Lüge. Hierauf: Der gerade Weg
Außer Abends 7 Uhr:
der beste. Gewöhnliche Preise. Mittwoch den 10.: Madame Bonivard. Vorher: Die Stoiker. Gewöhnliche Preise.
Donnerstag den 11.: Geschlossen.
Freitag den 12.: Zaunkönig. Gewöhnliche Preise
Samstag den 13.: Der Troubadour. Gewöhnl. Preise.
Sonntag den 14.: Abends 7 Uhr. 5 ersten Male: Neu Frankfurt. Frankfurter Lokalstück von Adolf Stoltze. Gewöhnliche Preise.
Montag den 15.: Zum ersten Male wiederholt: Neu⸗ Frankfurt. Gewöhnliche Preise.
Für den Tambour von Chambord gingen ferner nachverzeichnete Gaben ein: Ungenannt 1 M., Wilbelm Kümmich 2 M., Carl Küͤmmich 2 M., Verein Freundschaft bei Scheibel 2 M., Pfarrer J. Knab in Bruchenbrücken 2 M., vom Dudel aus der eleetrischen Waage in Nieder Wöllstadt 15 M., C. T. 1 M. Weitere Gaben nimmt entgegen
Die Expedition des Oberbessischen Anzeigers. „„ r—— 2 2
Buxkin⸗Stoff, genügend zu einem ganzen Anzuge(3 w 30 em], reine Wolle und nadelf. zu M. 7.75, Kamm⸗ garn⸗Stoff, reine Wolle, nadelf. zu einem ganzen Anzuge zu M. 5.65, schwarzer Tuchstoff, reine Wolle, nadel⸗ fertig zu einem ganzen Anzuge zu M. 9.75 versenden Arect an Private vortoftet in's Haus Buxkin⸗ Fabrik- Depöt Oettinger& Co., Frankfurt à. M.— Muster-Collectsonen reichbaltigster Auswahl bereitwilligst franco. 587
—
Aer Ein braver Junge, welcher die Küferel erlernen will, zum baldigen Eintritt W. Weith, Küferei, Friedberg.
gesucht.
Fried
f
W wol in in ntlich m.
b 0
2
64
Freit. Domanlal) l, Rm Nalig, 14
Zusam Bußb
Die
dem Ha halten. anberaun
Hau


