Ausgabe 
6.8.1889
 
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namentlich von Aepfeln, ein Gelee bereiten, das von Kindern namentlich und auch viel von Erwachsenen gern gegessen wird und so auch nicht schädlich ist. Die Be⸗ reitung ist ja einfach. Die Aepfel werden geschnitten, das wurmstichige entfernt, dann in einem irdenen Topfe gedünstet, bis die Aepfel weich sind. Nach dem Erkalten wird die Masse durch ein Tuch gepreßt und der Saft mit Zucker eingekocht bis zur Honigdicke. Fallobst ist ja stets billig und da sollten sorgsame Hausmütter für einen kleinen Wintervorrath sorgen, zumal in Aussicht steht, daß das gute Obst in diesem Jahre hohe Preise erzielen wird.

b. Friedberg, 8 August. Heute sind es 25 Jahre, daß Seminardirektor Schäfer hier das Amt als Director, und zwar zunächst an der Realschule in Alsfeld über⸗ tragen wurde. Aus diesem Anlasse gingen ihm von Seiten seiner zahlreichen Freunde Glückwünsche von nah und fern zu. In dem Seminar gedachten die Lehrer im engsten Kreise in geeigneter Weise des Jubiläums.

t. Friedberg. Unserem Berichte über die Reisen des Bischofs von Mainz in voriger Nummer des Anzeigers müssen wir noch nachtragen, daß derselbe am Montag in Nieder- Mörlen und am Dienstag in Ober Mörlen das Sacrament der Firmung spendete. Beide Orte hatten reich geschmückt und empfingen ihren Oberhirten mit sichtlicher Freude.

st. Friedberg. Die Tilgungsrenten in der Ge markung Friedberg sind theilweise mit dem Jahr 1887 und 1888 vollständig erledigt worden. Im Jahre 1890 wird ebenfalls noch ein großer Betrag getilgt, während alle übrigen Renten, wenn auch in kleineren Beträgen, vom Jahr 1896 ab bis zum Jahr 1907 erst nach und nach ihr Ende erreichen werden.

s. Bad⸗Nauhetm, 8. August. Vorgestern Nacht wurde mittelst Einsteigens über den Baleon einem Fremden in einer der Villen der Terrassenstraße eine wertbvolle goldene Uhr und andere Kostbarkeiten entwendet. Gestern Nacht stieg ein Dieb durch ein Abtrittsfenster in eine der Villen an der Curve und stahl, was er in den Gängen an Kletdungsstücken erwischen konnte.

r. Bad⸗Nauhelm. Dem Lehrer Wagner in Bad Nauheim, settbererster Weltsprachoberlehrer im Groß herzogthum Hessen, wurde von dem Präsidenten der Welt sprache Akademie in Constanz das Diplom alsProfessor verllehen.

W. Rendel, 7. August. Gestern Nachmitag brach dabier Feuer aus, welches in kurzer Zeit vier gefüllte Scheuern einäscherte.

Allerlei.

Frankfurt, 6. August. Gestern früh fiel Station Louisa der Main Neckarbahn, als ein Zug vorüberfuhr, ein Schaffner vom Trittbrett und ge rieth unter einen Wagen, der ihm beide Beine abfuhr Nach Anlegung eines Nothverbandes wurde der Schwer verletzte nach Darmstadt verbracht.

Gelnhausen. In Hanau sind mehrere Zuchthaus gefangene ausgebrochen und halten sich in dem großen Gelnhauser Wald(bayrisches und preußisches Geblet) auf, wo sie am 29 Juli einen Raubanfall auf den Post wagen Gelnbausen-Schöllkrippen versucht haben. Preu ßische Landjäger und bayrlsche Gendarmerie fahnden eifrig nach den Entflohenen. Dieselben wurden schon mehr fach geseben.

Graz, 7. August. Gestern Jellingshaus aus Halle a. d. Saale beim Abstseg vom Dachstein 30 Meter hinab und war sofort todt. Der mitgerissene Führer wurde leicht verletzt.

Kopenhagen, 7. August. Hier und in mehreren Nachbarhäfen ist die Pockenseuche von Aalborg eingeschleppt worden. Dte Aufregung ist groß.

Der Verkehr mit Gemüthskranken.

In dieser Zeit, wo die Nerven- und Ge müthsleiden immer mehr überhand nehmen, ist vielleicht manchem ein Wink bei der Pflege leichterer Kranken im eigenen Hause willkom men. Ein tüchtiger Arzt muß freilich die Be bandlung leiten. Sind aber außerdem die Be dingungen zur Pflege, große Ruhe und eine geregelte, vernünftige Lebens weise vorhanden, so ist oft die Anstalt zu entbehren. Es sagte ein berühmter Nervenarzt einmal: Hauptsächlich verseben es die Angehörigen dadurch, daß sie bestandig mit den Kranken disputtren, ihnen ihre krankhaften Ideen ausreden wollen. Dies darf, unter keiner Bedingung sein. Wie der Trinker immer wieder nach dem Branntwein greift, um sein Elend zu betäuben, während er gerade dadurch immer kranker wird, so verlangt der Gemuüthsleidende fortwährend danach, zu dispu- tiren, denn es betäubt seine Qual; aber die Krankheit greift dadurch immer mehr um sich, und es kommt der Augenblick, wo der Patient in eine Anstalt kommen muß, nachdem schon viel verdorben ist. Klagen muß ein Gemüths kranker, so wie eine schwere Wetterwolke Regen bringen muß; aber der Pfleger muß die Klagen moglichst schweigend anhören und eine liebevolle Theilnahme mehr im Benehmen als in Worten zeigen. Freilich gehort viel Ruhe, Geduld und

auf der anderer

stürzjte der Rentner

Festigkeit dazu, diese Hauptbedingung in der pflege Gemüthskranker zu erfüllen,nie z streiten. mitte März zu destellen. und Sommermonaten sind alle besseren über-

Ueber das Baden.

Beim Baden in gewöhnlichem Wasser ge schieht es, daß durch die Haut Wasser ins Blut übergeht. Durch ein Bad in reinem Wasser kann man den Durst loͤschen und durch ein Bad, welchem Fleischbrühe oder abgekochtes Malz ꝛc. zugesetzt ist, kann man dem Körper nahrende Bestandtheile zuführen. Verweilt man beim Bade längere Zeit im Wasser, so mehrt sich die Aufnahme des Wassers im Korper. Ganz anders aber ist es, wenn man in Flüssig⸗ keiten badet, welche dichter sind, als die Blut flussigkeit; es tritt dann Wasser aus dem Innern, des Körpers in das Bad über. Dies geschreht z. B. in starkem Salzwasser. Deshalb ist unter dem Volke mit Recht die Meinung verbreitet, daß Scebäder, die, wie bekannt, salzhaltig sind, zehren. Die dichtere Flüssigkeit zieht die leich teren Bestandtheile an sich. Dies zu wissen, ist von Wichtigkeit. Schwächlichen und sehr blutarmen Leuten würde deßhalb der häufige Gebrauch von Seebädern zu widerrathen sein, dagegen würde ihnen das Einathmen der Seeluft mehr dienen. Auch beim gewöhnlichen Bade ist es wichtig, wie aus dem oben Gesagten hervorgeht, daß man auf die Reinheit des Wassers achtet, in welchem man badet. Wie leicht können durch ein Bad schädliche Bestand theile ins Blut übergehen und dasselbe vergiften.

Zur Kanarienzucht.

Was den Bauer anbelangt, so sind die sogen. Thurmkäfige als die unpraktischsten und gefährlichsten zu bezeichnen, denn fürs erste fehlt die Gelegenheit eines Sprungs nach rechts und links(das Hüpfen und Klettern nach oben liegt nicht im Naturell des Kanart); fürs zweite werden diese Käfige gewöhulich an der Decke in der Mitte des Zimmers oder gar vor dem Fenster aufgehängt, die verderblichsten Posten, die man einem feinen Harzer anweisen kann; denn ist das Fenster geöffnet, so entsteht bei jedem Ein- und Ausgehen Zugluft, was zunächst Heiserkeit, häufig aber Lungenentzün dung und Tod bringt. Ein an einem zugluft freien Plätzchen an der Wand befestigter vier eckiger Käfig mit zwei, höchsten drei Sprung hölzern bietet einem feinen Harzer das behag lichste Heim. Schlimmer siehtses mit dem Futter der Vögel aus. Da wird bei dem nächsten besten Krämer altes, verschimmeltes und übel riechendes Futter gekauft, bestehend in Hafer, Hirse, Kanariensamen und sog. Rübsen, oder aber wird den eben gekauften Vögeln Hanf samen aufgetischt. Haufsamen hat aber keiner der Schwenninger-Vogel je gesehen, Hirse die wenigsten und von geschältem Hafer und Ka nariensamen erhalten sie nur dann und wann eine kleine Dose. Ihr Hauptfutter besteht in gutem, süßem Sommerrübsen(nicht Sommer reps). Gibt man dem Vogel alle zwei Tage einen Theelöffel voll Etfutter dazu, bestehend in zu Pulver gestoßenem Zwieback oder Semmel, die mit hartem geriebenem Er innig vermengt wird, so genügen diese berden Sachen voll ständig, um den Kanari dgesund und bet schönem Gesang zu erhalten; fällt das Eifutter weg, so muß statt seiner Hafer und Kanartensamen gereicht werden. Das letztere wird deshalb oft vermieden, weil der Vogel schreiender und seine Stimme kreischender wird. Ein Stückchen trockenen Salates, Zucker, Apfel oder geweich tes und fest ausgedrucktes Kaffeebrot schadet nicht. Das Trinkwasser soll nie ganz kalt, stets etwas überschlagen gereicht werden. Eine Gelegenheit zum Baden trägt zum Wohlbefin den des Vogels bei. Zur Zeit der Mauser soll ein Vogel besser gefüttert werden, namentlich wird da hie und da ein Theelöffel voll Hafer kern und Kanartensamen wohl angebracht sein. Wer seinen Harzer so verpflegt, wird viele

Jahre eine Freude an dem lieblichen zarten

Sänger haben. Was die Zeit des Bezugs

der Vogel betrifft, so rathen wir, nie bälder

als ausgangs November und nie später als In den Frühjahrs-

zähligen Vogel vergriffen. Die Behandlung der Taschenuhr.

Man kann den Charakter eines Menschen daran erkennen, wie er seine Uhr behandelt. Wer Sparsamkeit und Pünktlichkeit liebt, an

die Zukunft denkt und streng gegen sich seldst

ist, geht mit der Uhr um, wie mit einem sehr empfindlichen und gebrechlichen Organismus, was sie in der That ist; wer in den Tag hin

einlebt, in der Gegenwart an zukünftige Aus-

gaben nicht denkt, der ist gegen seine Uhr nicht rücksichtsvoller als gegen seinen Hausschlüssel, und schiebt dem Uhrmacher die Schuld zu, wenn die Uhr nicht soviel verträgt wie der Schlüssel. Man muß aber auch sagen, daß sonst sorgsame Leute ungerecht gegen ihre Uhren

und ihre Uhrmacher verfahren, weil sie die Ge f

bote der Uhrenbehandlung nicht kennenz für sie stellen wir folgende Vorschriften nach dem Allg. Journal der Uhrmacherkunst zusammen; Ziehe deine Uhr behutsam und regelmäßig auf am besten morgens, denn die Zeit des Aufstehens ist meist bestimmter als die des Schlafengehens, und die voll aufgezogene Federkraft überwindet leichter die Störungen, die das Tragen am Tage mit sich bringt. Wenn du deine Uhr nicht trägst, so mußt du sie entweder stets auf bangen oder stets legen. Laß deine Uhr alle zwei oder höchstens alle drei Jahre durch den Uhrmacher reinigen, sonst bildet das sich zer setzende Oel mit dem eindringenden Staube Schmirgel, der die wirkenden Theile abnutzt. Behüte die Uhr vor schnellem Temperatur wechsel, so wirst du manches Springen der Feder verhüten. Bringe sie nie aus der war men Tasche auf eine kalte Platte oder an die kalte Wand, sondern gib ihr eine schutzende Unterlage.

Erträge der Korbweidenkultur.

Die österreichischen Eisenbahnen, welche einen großen Theil ihrer Bahndamme mit Korbweiden bepflanzt haben, haben voriges Jahr 13,282.31 Gulden dafür vereinnahmt.

Handel und Verkehr.

Frankfurt. 7 August. Wochenmarkt.

Erbsen ganze

per fd. 12 18 Pf., do. geschälte 14 18 Pf., Linsen

1828 Pf., weiße Bohnen 16 18 Pf., gelbe Kartoffeln per Gescheid 14 16 Pf., rothe Kartoffeln per Gescheid 12 bis

14 Pf., neue Mäuschenkartoffeln per Gescheid 30 Pf, Butter per Pfd. M. 1.15 1.20, Eier das Stück 0 bis 6 Pf., Blumenkobl 50 70 Pf., Kopfsalat 56 Pf.,

Sellertieköpfe 10 20 Pf., Romainsalat per Stück 10 bis 20 Pf., Zwiebeln 25 Pf., per Centner M. 8. 9, Carotten das Päckchen 6 10 Pf., Kohlraben das Stück 46 Pf., gelbe Rüben die Portion 68 Pf., rothe Rüben die Port 5040 Pf., Erbsen per Pfund 2025 Pf Radieschen 2 3 Pf., das Päckchen, Rettig das Stück 48 Pf., Weißkraut das Stück 2030 Pt., Rothkraut

30 40 Pf., Wirsing 1520 Pf., franz. Eadioien das

Stück 1020 Pf., Melonen das Stück M. 1 4, Ein⸗ machgurken 100 Stück M. 1 1.20, Salatgurken das Stück 23 Pf.

Frankfurt, 8. August. Fruchtbericht. Hies. Welzen⸗ mehl Nr. 0 M. 33.50- 34.00, Nr. 1 N. 30.00 31.00, Nr. 2 M. 25.50 26.50, Nr. 3 M. 24.50 25.50, Nr. 4. 21 bis 22.00, Nr. 5 M 17.00-18.00, Milchbrod⸗ und Brodmehl im Verband M. 54.00-56.00, norddeutsche und westfälische Weizenmeble Nr 00 M. 26 00 27.00, hiesiges Roggenmebl Nr. 0 M 26.00 27 00, Nr. 0/1 M. 24. 0 25 00, Nr. 1 M. 23.00 24, Nr. 2 M. 18 00 dis 18.50, Weizenkleie M. 8.00, Roggenkleie M. 9 bis 9 25, Speizspreu M. 2.40, Rüböl im Detail M 72 bis 74. Die Preise versteben sich pro 100 Kilo ab hier, bäufig jedoch auch loco auswärtiger Stationen.

Berloosung.

Pappenheimer 7 fl. Loose vom Jahre 1864. Ziebung am 1. August 1889. Gezogene Serien: Nr. 44 191 201 318 340 345 346 408 46 501 561 638 716 805 989 998 1027 1139 1220 1256 1269 1 90 1343 1357 1399 1413 1501 1551 1555 1595 167 1700 177 1811 1865 1879 1955 2015 2169 2202235 2266 2270 2392 2479 2528 2611 2654 2665 2700 2780 2828 2894 29901 2917 298 2969 3001 3006 30 9 30923117 3151 166 3233 3241 3560 3309 3334 3337 3581 3457 3488 3495 3510 3523 3538 3550 3562 3607 3644 3645 3663 3673

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Kirchlich

Samstag, 10 2 Uhr: Vorbert 8. S

Vormittags 10

Nachmittags!

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