Ausgabe 
4.4.1889
 
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Das Großherzogliche Ministerium des Innern und der Justiz 12 65. Erlaubniß ertheilt eine Verloosung von Haushaltungsgegenständen und weiblichen l 1 daß nicht mehr als 4000 Loose à 50 Pf. ausgegeben werden dürfen und mindestens 64% des Bruttoerlöses aus dem Verkauf der Loose zum

Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden sind.

hessen gestattet. Friedberg den 1. April 1889.

Bekanntmachung.

Zugleich hat Großherzogliches Ministerium

Comité für Einrichtung einer Kleinkinderschule in Hungen die Handarbeiten zu veranstalten, und zwar unter der Bedingung,

den Vectrieb der Loose in der Provinz Ober⸗

Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.

Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg.

Ernannt und verpflichtet wurde: Johannes Friedrich Mucher von Stammheim als Nachtwächter.

Steckbrief. Gegen den Bohm, Konrad, aus Knetzgau, welcher flüchtig geworden, selben zu verhaften und, wenn im Großherzogthum Hessen betroffen, Großherzoglichem Amtsgericht F. 294/89.

sofortige Nachricht vor Zuführung wird gebeten. Friedberg den 25. März 1889.

ist die Unteisuchungshaft wegen Diebstabls verbängt. Friedberg, andernfalls dem nächsten Amtsgerichte vorzuführen. Um

Es wird ersucht, den⸗

Der Großherzogliche Amtsanwalt: Krämer.

Deutsches Reich.

Darmstadt. Es wurde der Privatdocent Dr. Krüger in Gießen zum außerordent. Professor bei der theol. Fakultät der Landes-Universität ernannt und der Schaffner Riehl bei den Ober hess. Eisenbahnen in den Ruhestand versetzt.

Berlin, 1. April. Der Kaiser fuhr heute Uhr bei dem Grafen Waldersee vor und

begab sich sodann mit diesem gemeinschaftlich Beglückwünschung, welcher sich im Laufe des Tages die Prinzen,!

zum Reichskanzler behufs

handlung versprach Tisza, noch in dieser Tagung

eine Vorlage einzubringen betreffend Regelung der Rechtsverhältnisse der Reichstagsabgeordneten während der Zeit der Waffenübung.

2. April. Das Unterhaus lehnte mit großer Mehrheit den Antrag Nagy, betreffend Aufnahme eines Nachtragsparagraphen in das Wehrgesetz über gewisse den Freiwilligen im zweiten Dienstjahre zu gewährenden Erleich terungen, ab.

Dänemark. Kopenhagen, 1. April. Der

die Minister, die Spitzen der Reichs- und Staats- König ermächtigte die Regierung, da die Kammern

behörden, die Generalität, die Botschafter und ssich über das Budget nicht einigen konnten, die

Gesandten, Vertreter gelehrter Körperschaften, der Finanzwelt und der fürstlichen Familie nahe stehende Personen anschlossen. Die Zahl der eingelaufenen Glückwunsch Telegramme belief sich schon in der Morgenstunde auf viele Hunderte.

1. April. Reichstag. Bei der Fortsetzung der Berathung der Alters- und Invalidenver sicherung wird nach längerer Debatte der An trag Gebhard angenommen, welcher als neuer Paragraph hinter den§ Za eingeschoben wird. Die§§ 4, 4a, 5 und 6 werden nach Ableh nung der Anträge Wedell und Rickert nach den Commissionsbeschlüssen angenommen. Bei dem § 7, welcher für die Altersrente das siebenzigste Lebensjahr als Altersgrenze festsetzt, beantragten Rickert, Fürst Hatzfeld und Graf Stolberg die Festsetzung des 65., Bebel des 60. Lebensjahres. Staatsminister Bötticher sprach gegen die An träge und bat, es bei dem Commissionsbeschluß

bestehenden Steuern fortzuheben, zur ange messenen Führung des Staatshaushalts die nothwendigen Ausgaben zu bestreiten, jedoch das vorgelegte Budget nicht zu überschreiten.

Frankreich. Paris. Gestern fand die Ein weihung des Eiffelthurmes statt. Die französische Flagge wurde auf der Spitze des Thurmes an gebracht.

2. April. Heute hat der Prozeß gegen die Patriotenliga unter großem Andrange vor dem Zuchtpolizeigerichte begonnen. Die Ver nehmung der Angeklagten verlief bisher ohne Zwischenfall. Zur Aufrechterhaltung der Ord nung sind ernste Maßregeln getroffen.

Großbritannien. London. Ein Brief Stauley's vom 4. September 1888 sagt, daß Stanley sich wohl befinde und Emin Pascha in guter Gesundheit verlassen habe.

2. April. Das Unterhaus verwarf mit

bewenden zu lassen. Nach kurzer Debatte wurde 256 gegen 85 Stimmen den Unterantrag Cre⸗ sodann der Antrag Bebel und der andere An-mer's, welcher den Inhalt hatte, daß angesichts

trag abgelehnt und die Commissionsanträge mit der Bestimmung des 70. Jahres angenommen.

Das Abgeordnetenhaus nahm das Stem pelgesetz in dritter Lesung an. Der Gesetzent wurf über die Landesverwaltung und die Zu ständigkeit der Verwaltungsgerichtsbehörden in Posen, wurde in zweiter Lesung unverändert nach den Commissionsanträgen angenommen, ebenso das Reliktengesetz für die neun älteren Provinzen mit dem Antrage Bruel, wonach sich die Verpflichtung des Pfarrwittwen- und Waisen fonds auch auf die bis zum 1. Quartal des Jahres 1892 angestellten Geistlichen erstreckt.

Das Officiercorps des englischen Canal geschwaders hat, wie dasFr. J mittheilt, an das Officiercorps der deutschen Marine ein Telegramm gerichtet, in welchem dasselbe seine lebhafte Theilnahme an dem Unglück vor Samoa ausspricht. Die deutsche Admiralität hat auf telegraphischem Wege gedankt. Jn unseren Marinekreisen ist man übrigens der Ansicht, daß nicht der Orkan, sondern eine sog. Spring welle die Ursache des Unglücks gewesen sei.

Am 1. April sind die Telegraphen-Kabel zwischen Deutschland und England nach Ankauf durch die beiderseitigen Reiche in Staatsbetrieb übergegangen.

Kiel. Von sind 300 Mann

hier

nach

Wilbelmshaven abgegangen für den Kreuzer Sperber und die CorvetteAlexandrine

welche nach Samoa aufbrechen.

Ausland.

Oesterreich Ungarn. Pest, 1. April. Das Abgeordnetenhaus erledigte sämmtliche Paragraphen des Wehrgesetzes unter Ablehnung aller Abänderungsanträge. Im Laufe der Ver

der friedlichen Lage eine Vermehrung der Flotte unzweckmäßig sei und nahm hierauf den Antrag der Regierung an, welcher diese zur Vermehrung der Flotte ermächtigt. Forwood erklärte, wie dieCalliope von Samoa entkommen sei, sei der Admiralität nicht bekannt. Es scheine, daß das Schiff erst in Samo ankam, als der Orkan vorüber war und dann Kunde nach Auckland brachte. Daß das PanzerschiffRapid morgen von Auckland nach Samoa abgehe, könne er bestätigen.

Serbien. Belgrad. Der Bericht Vassile vitsch's über seine Reise nach Nala zur Königin Natalie hat sowohl die Regenten als die Regie rung vollkommen befriedigt; demzufolge dürfte die Königin auch ferner im Auslande verbleiben.

Afrika. Sansibar. Der Reichscommissär Hauptmann Wißmann und Dr. Peters sind hier eingetroffen.

Aus Stadt und Land.

Friedberg. Das biesige Schullebrerseminar war im verflossenen Schuljahr von 166 Zöglingen besucht, die sämmtlich der evangelischen Confession angehörten. Darunter waren Söhne von Landwirthen 41, von Lehrern 19, von Handel und Gewerbetreibenden 24, von Beam ten 20, von sonstigen Berufsklassen 2; aus Städten über 10,000 Einwohnern 3, aus Städten zwischen 10,000 und 2000 Einwohnern 30, aus Orten unter 2000 Einwohnern 73; vorbereitet in Präparandenanstalten 75, von Lehrern 10, in Realschulen 21; aus der Provinz Oberhessen 80, Starkenburg 24, Rheinhessen 1, Hessen Nassau 1; zur Zeit der Aufnahme im sechzehnten Lebensjahre 5, im siebenzehnten 20, im achtzehnten 26, im neunzehnten 38, im zwanzigsten 9, im einundzwanzigsten und älter 8. Die öffentliche Entlassungsprüfung findet am 11. April statt, die Aufnahmeprüfung beginnt Montag den 15. April und das neue Schuljahr Montag den 13. Mai.

Friedberg, 2. April. Vergangene Nacht kurz nach 12 Uhr brach in der Walter'schen Bade Anstalt dahier Feuer aus, welches den ganzen östlichen Theil derselben zerstörte.

Friedberg. In der Arbeiter Colonte zu Neu Ulrich⸗ stein waren Ende März 83 Arbeitslose, darunter 29 aus dem Großherzogthum, 22 aus Hessen Nassau. Im März wurden entlassen 37, davon 30 auf eigenen Wunsch.

Bad⸗ Nauheim. Eine echt patrtotische Feier, an der wohl über 300 Personen theil nahmen, wurde am Sonntag Abend von dem MilitärvereinHassia in dem auf die meisterhafteste und geschmackvollste Weise durch [Dekorations- Malerei gezierten Saale des Restaurateurs

Langsdorf zu Ehren des Geburtstages des Fürsten

Bismarck abgehalten.

Allerlei.

Posen, 2. April. Das Hochwasser wüthet gegen⸗ wärtig im Kreise Birnbaum Schwerin. Zuerst brach die Schleuse der Warthe bei Marienwalde, darauf der Much ordschiner Deich, am linken Wartheufer. Das Wasser überfluthete den Flügeldeich, so daß der Hauptdeich durch stochen werden mußte, um das Wasser möglichst in sein altes Bett zurück zu leiten. 16,000 Morgen sind über fluthet. Die Menschen sind überall gerettet. Gestern Nachmittag brach der Deich und der Straßendamm bel Neumerow am rechten Ufer. Die Deiche der Warthe bei Schweinert und bei Schwerin sind in größter Gefahr.

Für den Tambour von Chambord gingen ferner nach verzeichnete Gaben ein. Gesammelt von Michel in der Wirthschaft von G. Haas in Assenheim M. 3.90, W. D. 50 Pf., Kriegerverein Dorheim M. 5., Lehrer Schmohl in Reichelsheim M. 1.00, Kriegskameradschaft Melbach M. 15.70, Fr. Keil M. 1., Joh. Kleeberger M. 1., G. Marlof M. 0.30, E. Keil Melbach M. 1.10, L. N. M. 3., E. B. M. 1. von den Kameraden des Veteranen- und Milttär-Vereins Friedherg dem tapferen Tambour M. 10. Durch cand. theol. Briegleb von: der Mittagsttsch⸗ gesellschaft im Casino M. 2.50, ditto im Hötel Trapp M. 9.10, von Mitgliedern des Musikvereins gesammelt in derWindeck M. 7., Spielabend M. 3. vomrunden Tisch bei Steinhäußer M. 8.32, von acht verschiedenen Herrn überliefert M. 6.60. Weitere Gaben almmt entgegen

Die Expedition des Oberhessischen Anzeigers.

Jsraelitischer Gottesdienst in Friedberg. Sabbathfeier vom 6. April 1889.

Beginn: Freitag Abend 6 Uhr 5 Min. Samstag Morgen 8 Uhr. Samstag Nachmittag 3 Uhr 45 Min. Sabbathausgang 7 Uhr 20 Min.

Wochengottesdienst von Sonntag den 7. April an Morgens 6 Ubr 15 Min., Nachmittags 5 Uhr 30 Min.

Mohnungs⸗Anzeige.

vermiethen. Friedberg den 2. April 1889. 1387

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erfordt auf dei Voran dem auch mittag sind.

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