Italien. Spezzia, 4. Oct. S. M. Kreuzer⸗ corvette„Irene“ traf unter dem Commando des Prinzen Heinrich heute hier ein.
Türkei. Konstantinopel, 4. Oct. Der Ministerrath beschäftigte sich gestern mit der Frage der Einführung gewisser lokaler Reformen in Armenien, welche insbesondere den öffentlichen Sicherheitsdienst und die Ausübung der Rechts— pflege betreffen.
Serbien. Belgrad. Die Entscheidung Milan's in der Frage der Zusammenkunft des Königs Alexander mit seiner Mutter beschränkt sich auf principielle Einwilligung und überläßt die Ordnung der Details der Zusammenkunft der Regentschaft.
— 6. Oct. Die Angelegenheit der Begeg— nung der Königin Natalie und des Königs Ale— xander, in welcher die Regierung andauernd in neutraler Haltung verharrt, ist immer noch nicht geregelt und es gilt nicht für unmöglich, daß die Frage bei Eröffnung der Skupschtina noch schwebt. In diesem Falle dürfte, wie allseitig für sicher genommen wird, in der Skupschtina ein Antrag behufs Regelung des Verhältnisses zwischen dem König Alexander und seiner Mutter gestellt werden und allem Anscheine nach wird sich die Regierung einem solchen Antrage gegen— über nicht ablehnend verhalten.
Bulgarien. Sosta, 5. Oct. Prinz Ferdi⸗ nand ist heute aus Philippopel hierher zurück— gekehrt.
Griechenland. Athen, 5. Oct. Die königliche Familie ist heute hier eingetroffen und von den Ministern, den Spitzen der Behörden, sowie dem diplomatischen Corps empfangen und von einer zahlreichen Menge auf das Wärmste begrüßt worden. Etwa 100 Studenten versuchten dem Könige eine Petition bezüglich Kretas zu überreichen, wurden aber, nachdem einige Ver— haftungen vorgenommen, ohne weiteren Zwischen— fall zum Auseinandergehen gezwungen.
Rußland. Petersburg Die kaukasischen Resesve Bataillone und Eingeborenen-Drusbjine, auch Localbataillone genannt, werden in zwei
weolo führte und noch im November v. J. von sich hatte hören lassen, von seinen eigenen Leuten getödtet worden sein soll. Monks war ein Mann von seltenem Unter⸗ nehmungsgeiste.
London, 5. Oct. Gestern Abend fand bei Manchester auf der Nordwestern Eisenbahn ein Zusammenstoß eines Eilzugs mit einem Güterzuge statt. Drei Personenwagen wurden vollständig zertrümmert, drei Personen getödtet, sehr viele verletzt, darunter zwölf Personen schwer.
Neworleans, 4. Oct. Auf dem Dampfer„Corona“ in Port Hudson am Mississippi(Staat Louisiana) sprangen die Kessel, wobei vierzig Personen umgekommen sind.
Newyork, 5. Oet. Meldungen aus Veracruz zufolge ist die Insel Carmen im Golf von Mexiko(Golf von Campeche) durch einen furchtbaren Cyklon heimgesucht worden. Die Zahl der gescheiterten Schiffe wird mit 27, der zerstörten Häuser mit 125 angegeben. Man befürchtet zahlreiche Menschenverluste.
Der Cocar nismus.
Ein Vortrag, den der berühmte Arzt Dr. P. Regnard an der Sorbonne, der Pariser Univer— sität, gehalten hat, warnt eindringlich vor dem Cocain, dem neuen Betäubungsmittel, wie wir einem Auszuge desselben aus der„Straßb. Post“ entnehmen. Uebermäßiges Tabakrauchen erzeugt den Narkotismus, der Mißbrauch des Alkohols den Alkoholismus, der des Morphiums den Morphinismus und die unvorsichtige Anwendung des Cocains hat den Cocainismus zur Folge. So beginnt der französische Arzt und fährt fort: Vor gerade fünf Jahren habe ich einen Vor— trag gehalten, in dem ich zeigte, in welche kör⸗ perliche Zerrüttung sich die Pariser hohe Gesell— schaft durch den Mißbrauch der Morphiumein— spritzungen gestürzt hat. Ich hatte damals diese Gifte auf einen Tisch gestellt und etwas zur Seite ein Flaschchen, das eine weiße pulverisirte Masse enthielt, die in den Arzneischatz kaum Eingang gefunden hatte: es war das Cocaln. Ich erinnere mich, daß ich am Schluß meiner Vorlesung meinen Zuhörern zurief:„Hier ist ein anderes Gift; es ist noch neu und deshalb noch wenig im Gebrauch; aber seien wir darauf gefaßt, eines Tages auch von dem Cocainismus sprechen zu hören.“ Ich glaubte damals nicht, daß meine Prophezeiung so bald in Erfüllung
Festungsbatalllone, sechs Reserve Regimenter zu je zwei Bataillonen, vier Reserve-Bataillone zu je sechs Kompagnien, zwei Reserve-Bataillone zu je fünf, und sechs Reserve-Bataillone zu je vier Kompagnien umgewandelt. Dem Commando der ersten fünf Schützen-Brigaden wird ein Stabs- officier des Generalstabes zugetheilt.
Aus Stadt und Land.
Bad Nauheim, 1. Oet. Die Saison ist seit heute ge— schlossen, doch sind die Badehäuser, Lesezimmer und Gesell— schaftsräume noch bis zum 15. Oetober geöffnet. Die Gesammtfrequenz beziffert sich wie voriges Jahr auf 8000.
Allerlei.
Frankfurt, 4. Oct. Der heute Morgen 8 Uhr 29 Min bier fällige Kölner Schnellzug Nr. 34 der Hessischen Ludwigsbahn fuhr in der Einsteighalle gegen den Prellbock und drang etwa 6 Meter in den Quer Perron binein. Die Rampe ist fast gänzlich zertrümmert, der Prellbock wie ein Streichbölzchen zerknickt, ein Theil der Schienen herausgertssen und verbogen, dle Erde tief aufgewühlt. Die Puffer der Maschine wurden weit weg geschleudert und die Kolbenkästen zu beiden Seiten ein- gedrückt. Von den Passagteren wurden zwet unerheblich am Kopfe verletzt.
Berlin. Das Preisgericht für das Kaiser Wilhelm Denkmal hat je einen ersten Preis den Architekten W Rettig und P. Pfann zu Berlin, sowie dem Archltekten Br. Schmidt zu Berlin zuerkannt, je einen zwetten Preis dem Bild hauer A Hildebrandt zu Florenz, dem Bildhauer C. Hil= gers zu Charlottenburg, dem Professor Fr. Schaper zu Berlin und dem Professor J. Schilling in Dresden.
Posen, 4. Oet. Der gestern Abend um 8 Uhr 25 Minuten von hier abgegangene Personenzug stleg, nachdem derselbe um 10 Uhr 26 Min. Lissa verlassen hatte, nahe bel Laßwitz auf einen Güterzug. Von dem Zugpersonal sind 4 todt und einer schwer verwundet, auch unter den Passagteren sind zahlreiche Verwundungen vorgekommen.
Kopenhagen. Die Schweinediphtheritis ist im mittleren Seeland ausgebrochen; es ist eine energische Adsperrung polizeilich vorgenommen, so daß Hoffnung auf Localistirung der Seuche vorhanden ist. ö
London. Wieder ist ein Afrikaforscher der Habsucht oder Feindseligkeit der Eingeborenen zum Opfer gefallen. Der Bischof von Bloemfontein benachrichtigt die kgl. geographische Gesellschaft in London, daß der Reisende Monks, der in 1887 eine Expedition nach dem See Bang⸗
wie möglich darin behalten, ohne sie zu schlucken. Es scheint sicher, daß dieses Verfahren sie be⸗
gehen würde. Es ist aber in der That so. Denn in der letzten Sitzung der Biologischen Gesellschaft stellte der Chefarzt des St. Anna— Spitals, den Anwesenden drei von dieser Krank— heit befallene Personen vor, und glauben Sie nicht, daß diese die einzigen sind, die von diesem Uebel heimgesucht worden; es gibt deren gewiß noch mehrere, die ihr Leiden verheimlichen. Das Cocain ist ein Alkaloid und der hauptsächlich wirksame Bestandtheil in der Abkochung von Blättern des Erythroxylon coca, eines in Peru und Bolivien wachsenden Baumes. Die Pe— ruaner kennen schon lange die beruhigende Wir— kung des Cocain. Sie gebrauchen die Blätter als Thee zu dem nämlichen Zweck, zu dem sich ihre Nachbarn, die Brasilianer, des Kaffees be— dienen. Es ist ganz gewiß, daß die nach ein— genommener Mahlzeit getrunkene Abkochung von Cocablättern die Verdauungsthätigkeit zu regeln scheint, oder wenigstens doch die Schmerzen, die dieselbe bei manchen Personen begleiten, lindert. Aber hiermit hat die Anwendung des Cocaius ihr Ende noch nicht erreicht. Man hat nämlich bemerkt, daß das Alkaloid die Kräfte derer, die davon nehmen, belebt und sie keine Müdigkeit empfinden läßt, mit einem Wort, ihnen eine große Widerstandsfähigkeit verleiht. Aus diesem Grunde haben viele Indianer, die in den Minen von Peru arbeiten, die Gewohnheit angenommen, während ihrer Arbeit Cocablätter zu kauen, wie bei uns die Matrosen Tabak kauen. Zu diesem Zwecke stellen sie einen Teig aus der Asche des Gänsefußes und zerstoßenen Cocablättern her, den sie in Kügelchen verkleinern. Diese letzteren werden in den Mund genommen und so lange
fähigt, sehr lange zu arbeiten. Schon im Jahre 1850 gelang es Niemann, aus den Blättern des Etrythrozylon ein besonderes Al— kaloid zu gewinnen, dem er den Namen Cocain gab. Man braucht ungefähr ein Pfund Blätter,
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stellen. Dies war der Grund, weshalb dana und ganz neulich noch das Cocain oder 0 Chlorhydratverbindung 25,000 Fr. das ile gramm kosteten. Seitdem haben die mams fachen Anwendungen des Cocains den Preis% selben sehr zum Sinken gebracht, was w wisser Hinsicht zu beklagen ist, denn viele C
dem jede Dosis auf ungefähr 100 Fr. zu sechg
Cocain entdeckte, besteht darin, daß es n außerordentlich schmerzstillend wirkt. Jeder Körde theil, der zur Aufnahme des Mittels fähig if wird sofort unempfindlich, jeder Schmerz hort 1 ohne daß die anderen Thätigkeiten des Orun sichtlich erschwert scheinen. Jedermann weiß,
würden schwerlich ein Mittel mißbrauchen u
käme. Die Haupteigeuschaft, die man an„
empfindlich das Auge ist; das kleinste Staublun das in unser Auge gelangt, verursacht einen e, tigen Schmerz, der uns alles andere verge läßt. Doch ein Tropfen einer fünfprozenug
es dann berühren, ja, sogar hineinstechen, aan
diese Weise eine Operation, von der der Ne. sitzer nichts merkt, und nach der Operation uß ursachen die Bewegungen des Auges weder Prickeln noch sonst einen Schmerz. Mit ee Kehle verhält es sich ganz ebenso. Die Un suchung der Kehlkopfhöhle ist an nervösen Leung unausführbar, weil sie sofort von Erbrechungg befallen werden, sobald der Kehlkopfspiegel ihren Mund eingeführt wird. Auch hier u hütet ein Bepinseln mit Cocain diese Unzutug lichkeiten und macht die Untersuchung ganz har los. Man wollte natürlich die Wohlthat dich wunderbaren Stoffes bei allen kleinen Ohe rationen ausnützen; man sah sich aber bald diesem Beginnen gestört und aufgehalten. Den damit das Cocain zur Wirkung komme, muß von dem Körpertheil, den man unempfindleh machen will, selbst aufgenommen werden, würde es z. B. nichts nützen, eine Dosis Coe verschlucken zu lassen, wenn man eine Fingen spitze unempfindlich machen wollte. Man d deshalb in diesen Faͤllen daran gedacht, d Cocain unter die Haut einzuspritzen oder un der letztern die Oberhaut zu entfernen, die u Haupthinternis bei der Aufsaugung bildet. Da halb setzt man nach dem Rathe von Paul Ba vor dem Oeffnen von Geschwüren ein sehr klein Zugpflaster an die Stelle, an der der Schist geführt werden soll, und bestreicht dann den em blößten Theil mit einer starken Lösung des Alle loids. Zuweilen spritzt man auch vor der Opt ration mit einer Pravaz'schen Spritze ein Tropfen unter die Haut des betreffenden Körper theils. Dieses Verfahren hebt jedoch zum Thel die Wohlthat des Mittels wieder auf. In du That wird denn auch nur bei verweichlichtm und verzagten Personen das Cocarn während se kleiner Operationen, wie Geschwüröffnungen v. s. w zur Anwendung gebracht.(Schluß folgt.)
Handel und Verkehr.
Friedberg, 5. Oet. Buttermarkt. Butter kostil, ver Pfund M. 0 95— 1.00 Eier 2 Stück 15 Pf. Butzbach, 2. Qet. Wochenmarkt. Butter kosih per Pfund 1.10—15. M., Käse per Pfund 45—46 Pf. Eier 2 St. 13 Pf.
Gießen, 5. Oet. Auf dem heutigen Wochenmath kostete: Butter per Pfund M. 0.95— 1.00, Eler 1 St. 8, bis 7 Pf., Käse per St. 5—6 Pf., Tauben per Pan M. 0.50—0.60, Hühner per St. M. 0.90— 1.30, Hahmn ver St. M. 0.50— 1.00, Enten per St. M. 1.40— 1.80 Ochsenfleisch per Pfd. 60—72 Pf., Kuh⸗ und Nindflelset 5060 Pf., Schweinefleisch 60—70 Pf., Hammelflelseh 50— 66 Pf., Kalbfleisch 50— 60 Pf., Kartoffeln pen 100 Kilo M. 3.00—4.00, Zwiebeln per Ctr. M. 50d bis 6.00 Weißkraut pr. St. 5—10 Pf. Gänse pr. Pfes, 50—58 Pf.
Frankfurt, 4. Oct. Engros⸗Markt. Heu pro lan Kilo M. 6.80—7.60, Stroh pro 100 Kilo M. 4.00 8.2 Butter 50 Kilo M. 97 102, Weißkraut das St. 8—12 f. Wirsing 8— 12 Pf. Rothkraut 15— 25 Pf. Erbsen pin 100 Kilo M. 16— 22, do. geschälte M. 25—30, Linsat M. 24—52, Kartoffeln per Malter M. 4—5, Rüböl(raff, 50 Kilo M. 32.
um ein Gramm des wirksamen Stoffes herzu—
Frankfurt, 5. Oet. Wochenmarkt. Erbsen gan
Lösung von Cocain-Chlorhydrat genügt, um, f Auge sofort unempfindlich zu machen; man bi fu.
daß sich die Augenlider schließen. Mit Coe Ju. ist nichts leichter als dies; man vollzieht.
ver Pfd. 12—18 Pf., do. geschälte 14—18 Pf., Aaseh
Serlen en ealfült de
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