auf und besetzte am 4. Asmara ohne Wider— stand. Trotz des Regenwetters wurden die Be— festigungen sosort begonnen.
— 6. Aug. Das„Reuter'sche Bureau“ meldet: Ein egyptisches Bataillon hat Wadyhalfa besetzt. General Grenfell kehrt am 10. August nach Kairo zurück. Der Feldzug scheint beendet. Die englischen Truppen marschieren unmittelbar nach Kairo zurück.
Afrika. Sansibar, 5. Aug. Der Afrika— reisende Dr. Mayer ist am Samstag hier ein— getroffen.
— 6. Aug. Das hiesige englische Prisen— gericht entschied heute, daß der Dampfer„Neära“ den Eigenthümern zurückzugeben sei.
Aus Stadt und Land.
D. Friedberg. Die Vorbereitungen zu dem Stif— tungsfest der freiwilligen Feuerwehr sind soweit beendet und ist auch das auf der Freiheit erbaute Uebungshaus beinahe fertig gestellt. Die Feuerwehr hat die Kosten nicht gescheut und den Platz für die abzuhaltende Uebung so gewählt, daß sowohl den von auswärts in größerer Zahl eintreffenden Feuerwehrleuten, als auch jedem, der sich für die Sache interessirt, Gelegenheit gegeben ist, sich alles bequem ansehen zu können. Vielleicht gibt gerade die Vorführung solch größerer Uebungen hie und da die Anregung zur Gründung einer Feuerwehr an Orten, wo seither dem organtsirten Löschwesen wenig Beachtung geschenkt wurde. Leider ist es gerade Ober— hessen, das in der Zahl der bestehenden freiwilligen Feuer wehren hinter den beiden anderen Provinzen unseres Landes zurückgeblieben ist. Rheinhessen hat 36 und Starkenburg 62 freiwillige Feuerwehren, während das bei weitem größere Oberhessen deren nur 28 aufweisen kann. Die Zweckmäßigkeit einer organisirten Löschmann schaft wird doch nicht mehr bestritten werden können und mit den Kosten, die von den Gemeinden sonst zu Lösch— zwecken verwendet werden, ließe sich an jedem größeren Orte eine Feuerwehr gründen, wenn nur erst der ernst liche Wille hlerzu vorhanden wäre.
g. Friedberg. Vor einigen Tagen fand dahter im Casinosaale eine Abschtedsfeler zu Ehren des als Ober— amtsrichter nach Wimpfen versetzten Amtsrichters Süffert dahier statt. Die überaus starke Betheiligung aus allen Kreisen der hiesigen Bevölkerung, sowte die große Zahl der anwesenden Bürgermeister aus denjenigen Orten, welche zum Amtsgerichtsbezirk Friedberg gehören, legten Zeugniß davon ab, wie beliebt Süffert dahier war und allseitig konnte man hören, wie lebhaft sein Scheiden von hier bedauert wird. Die Reihe der Trinksprüche, welche zum guten Mahle die Würze gaben, eröffnete Kreisrath Dr. Braden, indem er ausführte, daß bei einer Vereinigung deutscher Männer zur Feier eines deutschen Patrioten das erste Hoch dem Kalser und seinem treuen Verbündeten, unserem Großherzoge zu gelten habe. Darauf feierte Amtsrichter Herzberger seinen scheidenden Kollegen. Er wies dabei nach, daß gerade durch Süfferts Pflichttreue und Geschäftsgewandtheit, sowie durch sein stetes Bestreben, seine Kräfte auch außerdienstlich, sei es bei kirchlichen, sei es bei privaten Einrichtungen, zu verwerthen, die allgemeine Anerkennung bedingt wurde. Später gedachte Kreisrath Dr. Braden nach der treuen Hausgenossin des Scheidenden. Erst in später Stunde trennten sich die Festgäste mit dem Wunsche, daß es Oberamtsrichter Süffert vergönnt sein möge, sich in seinem neuen Wirk ungskreise dieselbe Anerkennung zu erwerben, die ihm hier allseitig zu theil wurde.
t. Friedberg. Am letzten Freitag Abend traf Bischof Dr. Haffner von Mainz, in Oppershofen vom hiesigen Kirchenvorstand abgeholt, hier ein und nahm im Pfarrhaus Wohnung Zu der am Sonntag stattgehabten Firmung hatten sich 80 Firmlinge von hier und 70 von Dornassenheim eingefunden. Zugleich wurde bei dieser Gelegenheit die Conseeration der Kirche vorgenommen. Nachmittags begab sich der Bischof nach Bad- Nauheim, wo er in der Reinhardskirche eine Ansprache an die Ge— meinde bielt. Am Mittwoch begibt er sich nach Ockstadt und am Donnerstag nach Oberwöllstadt. In den meisten Orten des Deeanats Friedberg ist seit 15 Jahren kein Bischof gewesen und es herrscht bei den Gläubigen eine große Freude den Bischof in der Gemeinde begrüßen zu können; es werden deswegen demselben überall große Em— pfangsfeierlichkeiten bereitet. Da aber der hohe Herr allenthalben selbst predigt und die Schulen besucht, so ist diese Reise mit großen Anstrengungen für ihn verbunden.
Allerlei.
st. Frankfurt. Im Opernhaus wird Freitag den 9. u. Sonntag den 11. Richard Wagner's„Götterdäm merung“ in neuer Einstudtrung gegeben. Diesen Auffüh rungen schließt sich unmittelbar eine Gesammt-Aufführung des„Nibelungen Ringes“ an, und zwar wird Montag den 12. August„Rheingold,“ Mittwoch den 14.„Wal küre,“ Samstag den 17.„Stegfried“ und Montag den 19. „Götterdämmerung“ gegeben. Plätze sowohl für die einzelnen Abende als auch für die vier Abende des„Nibe— lungen Ringes“ können schon jetzt an der Kasse des Opernhauses bestellt werden.
Muͤnchen, 6. August. Gestern Nacht stießen bei Seubersdorf infolge falscher Weichenstellung ein Postzug und ein Güterzug zusammen, wobet vier Personen ver— wundet wurden.
Geheimschriften. (Schluß des Artikels in Nr. 92.)
Diese Methode läßt eine große Menge Varia— tionen zu und ist daher sehr beliebt. Es werden dazu eigene Gitter oder Netze von starkem Papier oder Pergament verfertigt, in welches durch Aus— schnitte nach bestimmten Regeln größere und kleinere Löcher gemacht sind. Die beim Schreiben durch das Netz auf diese Art entstehenden Text— lücken werden dann nach Entfernung des Netzes auf dem Papier der Depeschen mit bedeutungs— losen Worten ausgefüllt und der Schlüssel des Geheimnisses ist das Netz oder Gitter, von dem nur Absender oder Empfänger je ein Exemplar besizen und das der Empfänger nur genau in der verabredeten Weise auf das Schriftstück zu legen braucht, um durch die Löcher die richtigen Worte und dadurch den Sinn der Mittheilung zu erkennen. Das berühmte geheime Alphabet des Kardinals Richelieu, von welchem in der Geschichte Ludwigs XIII. so viel die Rede ist, bestand ebenfalls in nichts anderem, als in einer Geheimschrift, die er sich selbst componirt hatte. So viel man heute weiß, beruhte das Geheim— niß nur in einer Versetzung der einzelnen Buch— staben nach einer verabredeten Reihenfolge. Diese Operation ist eine sehr mühsame und zeitrau— bende, aber sie gehört zu denen, die am wenigsten eine Entzifferung von Uneingeweihten zu be— fürchten haben. Ebenfalls schwer zu entdecken und dabei wenig umständlich ist die Geheim— schrift, die sich auf ein bestimmtes, je in den Händen beider Korrespondirenden befindliches Buch stützt, kurzweg unter dem Namen Buch schrift oder Buchchiffre bekannt. Dabei wird alles mit Ziffern geschrieben und zwar derge— stalt, daß immer vier derselben neben oder unter einander zu stehen kommen: die erste bezeichnet die Seite des gewählten Buches, die zweite die Zeile dieser Seite, die dritte das Wort in dieser, die vierte die Silbe des letzteren, und wo nöthig, kann eine fünfte Ziffer dem Buchstaben der Silbe gelten. Hauptsache dabei ist, daß das Buch selbst, welches als Schlüssel dient, Geheimniß bleibt; am besten eignen sich dazu Wörterbücher, die auf der einen Seite möglichst viele Wörter stehen haben und so das Suchen erleichtern. Neuerdings ist das System der mehrstelligen Zahl vielfach in Anwendung. Es ist dies das System der wechselnden Verschiebung der Buch— staben. Wenn z. B. 4682 die Schlüsselzahl ist, so bedeutet dies, der erste Buchstabe des Wortes wird um vier, der zweite um sechs, der dritte um acht, der vierte um zwei, der fünfte wieder um vier Stellen in der Reihe des Alphabets verschoben, so daß man z. B. für„Liebe“ das Wort„Pomdi“ schreibt. In ähnlicher Weise kann auch ein Ziffernsystem mit mehrsilbigem Schlüsselwort aufgestellt werden, so daß die gleiche Ziffer niemals den gleichen Buchstaben bedeutet. Es würde kaum die Arbeit eines ganzen Lebens genügen, um solch' einer mehrstelligen Schlüsselzahl oder solch' einem Schlüsselwort auf dem Wege des Versuchs auf die Spur zu kommen.
Einigkeit macht stark.
Wir sehen allenthalben an Staaten und in Familien, wie schwer dieselben geschädigt werden, wenn Uneinigkeit in ihnen herrscht. Oft versteht es das Oberhaupt der Familie, die innerlich sich widerstrebenden Glieder wenigstens äußerlich zusammenzuhalten; solange dies geschieht, kann auch ein gedeihliches Wirken stattfinden. Rafft aber der Tod den immer Versöhnung predigen— den Hausherrn hinweg, so stehen die Zurückge— bliebenen erst rathlos, wie vernichtet von dem schweren Schlage, der ihnen allen Halt genommen, um dann, wenn der erste, tiefe Schmerz vorüber ist, sich gegenseitig zu bekriegen, um nun das eigene„Ich“, das der Verstorbene wohlweislich zurückdrängte, schönstens zur Geltung zu bringen. Widrige Erbschaftsstreitigkeiten spielen sich vor unseren Augen ab. Jeder möchte haben, jeder möchte aber auch das Beste sein nennen; und hat es der eine verstanden, den andern zu über— vortheilen, so freut er sich seines Triumphes und
ist entzückt von der eigenen Klugheit. Geschwister ist in solcher Familie nicht mehr I
stritten, und geht hinaus in die Welt, um sein bischen Hab und Gut entweder zu verbrau— chen oder es zu vermehren. Das letztere hit man meist im Sinn, aber gerade da, wo bei der Theilung des Erbes Uneinigkeit herrschte, haft kein rechter Segen auf der Hinterlassenschat. Das Gold auf welches neidische Augen sehen, schmilzt trotz fieberhafter Anstrengung zusammen, es zerrinnt in den habsüchtigen Händen— am, gedemüthigt, nach Frieden verlangend, sehen sth die Familienglieder, die sich so weit und so gen von einander entfernten, nach Jahren wiede, um sich mit schmerzlicher Klage die Hand zu reichen und sich zu gestehen:„Wie gut stünte es um uns, wenn wir einig geblieben wären!“ Darum achtet auf das Wort des Heilandes: „Ich sage dir, nicht siebenmal, sondern siebenzitz⸗ mal siebenmal sollst du deinem Bruder vergeben.“
Zwei Schwestern.
Wir sind zwei Schwestern, Zwillingsschwester! sogar; denn wir sind zu gleicher Zeit ins Dasel; getreten und haben zu gleicher Zeit angefangen thätig zu werden. Wir sind völlig gleich gestaltn
sie auszuüben uns bemüht. groß geworden und erscheinen stets gleich ge
wohl meiner Schwester anlegt, ohne dabei meine!
dieses Vorrecht! Es ist nämlich sonderbar, daß wir manchmal, und zwar immer in den Augen blicken der höchsten Gefühlserregung, gemein
Gebet, da suchen wir uns und stuͤtzen uns gegen; seitig. Wenn es aber gilt, zu wirken und zu schaffen, dann muß ich bescheiden zurückweichen ich darf nur dienend die Schwester begleiten und ihrem Thun den Weg ebnen. Ich bin un— beholfen und ungeschickt. Meinche Stimme er— hebt sich zwar hin und wieder zu meinen Gunsten und macht geltend, das sei nur durch die Macht der Gewohnheit so entstanden, nicht vom Hause aus so geordnet gewesen, man führt Beispiele⸗ aun, die zu meinen Gunsten sprechen; aber das sind nur Ansnahmen, die die Regel bestaͤtigen. Ich bin und bleibe die bescheidene Dienerin meiner begabteren Schwester; ich halte ihr das Blatt, auf das sie Gedanken und Empfindungen verzeichnet; den Stoff, in den sie kunstgerecht Blumen und Ornamente fügt; die Farbenmischung, mit der sie Leben auf die Leinwand zaubert. Ich senke mich bescheiden nieder, wenn sie zu heiligem Eide sich aufwärts wendet, oder in feierlichem Gelöbnis den festen Bund der Freundschaft und der Liebe schließt. Aber Eifersucht und Feind— schaft kommt nicht zwischen uns auf, wir legen uns beide segnend auf das Hauptdes Geliebten, wir eilen beide dem Freunde beim„Willkommen“ entgegen, wir ordnen gemeinsam das Haus und schmücken es mit dem Kranz für die Festesfreude!— Du schüttelst ungläubig das Haupt und zweifelst an der Wahrheit meiner Rede? Nun, so lasse ich die Maske fallen, ich bin— die linke Hand!
Handel und Verkehr.
Friedberg, 6. August. Fruchtpr. Walzen M. 19 00 bis 00.00, Korn M. 15.00— 15.25, Gerste M. 17. bis (0.00, Hafer(alter) M. 15.00— 16.00. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo gleich 200 Zollpfund.
Friedberg, 6. August. Buttermarkt. Butter kostete ver Pfund M. 105— 1.15, Eier 1 Stück 6 Pf., 2 St. 11 Pf.
Grünberg, 3. August. Fruchtpreise. Weizen M. 18.10, Korn M. 1600, Gerste M. 00 00, Hafer M. 15.00, Erbsen M. 1860, Samen M. 34.00, Wicken M. 00.00, Kartoffeln M. 0 00, Linsen M. 00.00. Gießen, 6. August. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter per Pfund M. 1.00 000, Eter 1 St. 5, bis 6 Pf., Käse per Stück 4— 8 Pf., Tauben per Paar M. 0.50—0.65, Hühner per St. M. 0.90 1.00, Hahnen ver St. M. 0.60— 0.90. Enten per St. M. 1.50— 2.00,
Ochsenfleisch per Pfd. 60—72 Pf., Kuh- und Rindfleisch
denken, jeder nimmt, was er sich hartnäckig a
*
. An ag Zusammenhalten, an ein Sichineinanderfügen der!
und von Aufang an haben wir von einem und demselben Gebieter unsere Befehle erhalten und! Wir sind gleich
kleidet; bis auf werthvollen Schmuck, den man
zu gedenken, aber ich darf mich darüber nich!“ beklagen und thue dies auch nicht; ihr gebühr!
schaftlich wirken: im tiefsten Schmerz, in den höchsten Freude, beim Bitten und Flehen, im
Noggenk. spteu M Februar Naps pe N. 1.32 versleben loco aut
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