Ausgabe 
2.7.1889
 
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und Strauchgruppen und Anpflenzung von besseren und streitung der Wohnungsmiethe hinreichen würde,

neueren Solltärtäumen weltere Durchblicke und entzückende Land schafts Bilder erzielt worden. Auch der Schmuck platz, über den wir schon in einem früheren Artikel be richteten, sowie der Elisabethenbrunen sind in Bezug auf

Form und Farbe der dortselbst angelegten Beete meister⸗ andere Theorie, erlernt und geübt sein. lernen sie nicht im Leben, denn da gibt es Püffe und Stöße, Enttäuschungen und Kümmernisse

haft ausgeführt. Das Publikum ist entzückt von diesen reizenden Zusammenstellungen. Es kann wohl nicht be⸗ stritten werden, daß auch der obere Kurgarten durch Ent⸗

den ganzen Haushalt, die Erziehung der Kinder, 9

Bekleidung u. s. w. bestreiten, wohl gar eine Reise machen. Die Spar⸗Theorie will, wie jede Wir

fernung unkorrekt geführter Weglinten und größere Neu- aller Art, wenn wir nicht von Hause aus den

pflanzungen, namentlich von Coniferen, sehr gewonnen hat und wirkt b⸗sonders günstig die große mittlete Rasen⸗ fläche Das Blumenarrangement vor dem Kurhause leuchtet dieses Jahr in noch viel lebhafteren Farben als zuvor und ist eine würdige Zierde für das stattliche Kurhaus gebäude.

Wiesbaden, 29. Juni. In dem Giftmordversuchs: prozeß gegen den Reporter Müller lautet das Urtheil

wegen versuchten Mordes auf zehn Jahre Zuchthaus, zehn Jahre Ehrenberlust und Tragung der Kosten. Gutem 2 9 des Besitzes einer geordneten Lebensführung zu

Vernehmen nach bat Frau Fowler beschworen, daß sie ehebrecherischen Umgang mit Müller, dessen sie dieser bezichligte, nicht gepflogen habe, womit die ganze Ver⸗ theidigunz des Angeklagten in sich zusammenfiel.

Speyer, 26. Junl. Beim Brückenschlagen der Pioniere kippte heute ein Ponton mit 16 Mann um Es wurden die verzweifeltsten Anstrengungen gemacht, die Unglücklichen zu reiten. Trotzdem mußten zwei brave Soldaten der 2. Compagnie ertrinken. Das benüßte Fahrzeug ist noch nicht gehoben.

München, 28. Junt. Bei der heutlgen Uebung des Eisenbahnbatalllons in der Nähe von Oberföhring er tranken infolge Umkippen eines Kahnes ein Unteroffizter und zwel Soldaten. Rettung war bei der Strömung nicht möglich.

Lüneburg, 28. Juni. Ein ganzer Stadttheil Lüne burgs steht in Flammen. Bisher sind 36 Häuser ein geäschert. Das Feuer ist gestern Abend gegen 11 Uhr in der Retchenbach'schen Faßfabrik entstanden.

Ratibor; 27. Juni. Seit gestern brennt der fürst⸗ lich Pleß'sche Wald in Wessola, Kreis Pleß. Hundert Morgen sind bereits abgebrannt und der Brand greift noch immer weiter um sich.

Görlitz 27. Juni. Auf der Falvahütte des Grafen Donnersmark bei Gleiwitz flog ein mit Eisenerzen ge füllter Hochofen in die Luft. Fünf Personen blieben todt.

London Bei den Schleßübungen der Artillerie Freiwilligen von Kent platzte gestern in Sheerneß eine 40 Pfünder Kanone etwa 30 Zoll vor der Mündung. Drei tononiere wurden verwundet, einer lebensgefährlich. Das Geschütz stammt aus dem Jahre 1862.

f

Sparen ohne zu entbehren. (Gutgemeinte Worte und Winke für das Haus.) Die nur zu oft gebörte Klage, daß mit dem

kärglich bemessenen Einkommen nicht auszukom men sei, daß man ungeachtet der Entbehrungen mannigfaltigster Art es nicht zu einem Spar groschen bringen könne, daß der Blick in die Zukunft ein trostloser sei, da, weil in den meisten Fällen weder Pension, noch Vermögen, noch Er sparnisse vorhanden, das Gespenst der Sorge immer unheimlicher durchs Fenster grinse be rechtigen uns, diesem fast landläufig gewordenen Elend einmal eruster ins Auge zu schauen. Es ist nicht nur in den Hütten der Armuth heimisch, nicht allein in dem einfachen Hause des kleinen Beamten und Handwerkers, wir haben es oft in jüngster Zeit erlebt, daß Finanzbarone, die jährlich Hunderttausende auszugeben hatten, mit diesen Summen nicht reichten, Schulden auf Schulden haͤuften und unter Kuratel gestellt werden mußten. Die Begriffesparen, ausreichen, entbehren sind eben sehr relative. Es gibt Spargenies, die mit einem Einkommen, das an dern gesellschaftlich Gleichgestellten kaum zur Be

rechten Sinn fürs Sparen und Eintheilen mit bringen, die Spar-Theorie muß eine anerzogene, eine durch gute Beispiele von Kindheit an ge nährte, zu Fleisch und Blut gewordene sein. Wer das Glück hat, unter der Leitung einer spar samen, pflichtgetreuen Mutter, eines in geregelten Verhältnissen lebenden Vaters aufzuwachsen, im Verkehr mit charakterfesten Menschen den Werth

erkennen, und dieselbe zu üben, der ist reich zu nennen. Das viel gefürchtete WortSchulden, das sich zahllosen Menschen wie die Furien an die Fersen heftet, sie auf Schritt und Tritt ver folgt, ihnen jede Lebensfreude vergällt, ist jenen ein unbekannter Begriff. Ihr mäßiges Ein kommen reicht nicht nur zur Bestreitung allet wichtigen Bedürfnisse, da sie gut einzutheilen, das absolut Nöthige vom Unnöthigen zu sondern wissen, sie haben zu ihrer nicht geringen Be ruhigung Geld genug, um sich in eine Kranken kasse, eine Lebensversicherung einzukaufen, noth leidenden Freunden und Verwandten beizustehen für die Zukunft ihrer Kinder zu sorgen und schließlich zu jedem humanen Werk, das der Unterstützung aller Gutgesinnten würdig, ihr Scherflein beizutragen. Vom national ökonomi schen Standpunkt aus ist dem Sparen ein noch viel zu geringer Werth beigelegt worden. Männer von Fach haben wohl nachgewiesen, daß die 10 Pfennig, die jede Hausfrau täglich sparen könnte, ohne etwas zu entbehren, im Laufe der Jahre ein Kapital ausmachten, das in die Millionen wächst, und dem Familien- sowie dem Volkswohl zu gut käme; leider will nur die größere Zahl der Bevölkerung von all diesen statistisch fest stehenden Thatsachen nichts wissen; gedankenlos lebt man in den Tag hinein, jammert über die schlechten Zeiten, den mangelnden Erwerb, die ge drückten Arbeitspreise, die stetig sich steigernden Ausprüche, theuren Lebensmittel, kommt zu keinem frohen Lebensgenuß, zu keinem Ausruhen, keiner geistigen Sammlung, zu keiner sittlichen Vertiefung.

(Sluß folgt.)

dem Riesengebirge.

Literarisches. Daheim Nr. 39 enthällt: Die weiße Dame von Blumeck(Forts.) Herr Omnia Eine Geschichte aus

Von H. Seidel. Gut getroffen. Mit Bild. In Spanien. VII. Retsebriefe von W. Thiele. Das Seewesen auf derDeu'schen allgemeinen Ausstellung für Unfallverhütung zu Berlin. Von H. Bohrdt. Mit 10 Illustr. Altägyptisches Kunstgewerbe. Freundes nähe. Gedicht von A. v. Reichenau. Fried⸗ rich der Große und Pastor Gründel. 3 Beilagen.

Handel und Verkehr. Friedberg, 26. Juni. Buttermarkt. Butter kostete per Pfund M. 0.90 1.10, Eter 1 Stück 6 Pf.

Buß bach, 29. Juni. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund M. 1.051.10., Käse per Pfund 4546 Pf., Eier 1 Stück 6 Pf.

Gießen, 29. Juni. Auf dem heutigen Woche kostete: Butter per Pfund M. 1.06 bis 1.12, Eier 18

6 Pf., Käse per Stück 4 8 Pf., Tauben per Pag, der J M. 0.500.70, Hühner per St. M. 0.85 1.10, Hahne ver St. M. 0.80 1.40, Enten per St. M. 1.80 2.20, Ochsenfleisch per Pfd. 60 70 Pf., Kuh- und Rlindfleisch 5 gather

4856 Pf., Schweinefleisch 56 64 Pf., Hammelfleisch 5066 Pf., Kalbfleisch 50 Pf., Kartoffeln pro 100 Kilo M. 5.506.00, Zwiebeln per Ctr. M. 09 11., Kirschen per Pfd. 15 18 Pf. f

Homburg, 28. Juni. Marktpreise. Kartoffeln per Malter M. 5.00 5.50, per Gescheid 12 Pf. Eier per Stück 6 7 Pf., Butter per Pfund 1. Qualität M. 1.10, 2. Qualität M1. 1

Frankfurt, 28. Juni. Engros⸗Markt. Heu pro 100 Kilo neues M. 5.00 6.00, Stroh pro 100 Kilo M. 6.20 bis 6.80, Butter pro 50 Kilo M. 100 105, Eier das Hundert M. 56, Erbsen 100 Kilo M. 18 8, do. geschälte M. 20 30, Linsen M. 34 52, weiße Bohnen M. 23.25.50, Blumenkohl 100 St. M. 30 bis 60, Carotten per Pack 1012 Pf., Sellerieköpfe 100 St. M. 5 10, Romainsalat 10 20 Pf., Kartoffeln per 100

Bekanntmachung.

a. Die Firma Otto Wagner, vormals C. W. Altmanns- 9 7

perger in Reichelsheim ist in Folge Aufgabe des Ge schäfts erloschen. d. Karl Erler von

Wagnet). Jeder Gesellschafter zeichnen. Friedberg am 28. Juni 1889. Großherzogliches Amtsgericht Friedberg. Sellheim.

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in meinem neuerbauten Hause, bestehend aus 5 Zimmern, Küche, Keller und allem Zubehoͤr, ist zu vermiethen und

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Reschelsheim und Hermann Meier von Hobensolms betreiben in Reichelsheim eine Cigarren fabrik unter der Firma Erler& Meier(vormals Otto

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werden in dem Freiberrlich v. Ritter'schen Walde bei Hof Haselheck an Eichen Schälbolz versteigert: Raummeter Eichen Knüppel, 2 75Stöcke, 2425 Wellen Eichen Schäl reisig. Die Zusammenkunft ist an der Weinstraße, nächst des Hofes Haselheck. Friedberg den 26 Juni 1889. In Auftrag der Freiberrlich von Ritter'schen Guts⸗ verwaltung zu Rüdesheim: 2463 Heidt.

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